Review: LSZH – Flughafen Zürich von FSDT (MSFS)

Zürich, der Banken- und Medienmetropole, der Touristen- und Millionärs-Stadt am See bescheinigen ihre BewohnerInnen regelmäßig weltbeste Lebensqualität (und die welthöchsten Lebenshaltungskosten). Der Flughafen Zürich räumt ebenso regelmäßig Best-Auszeichnungen der Branche und der Fluggäste ab. Metropoles Leben at its best?  Michael Kalff schaut sich im MSFS-Zürich um und testet den Flughafen, den FSDT dazu liefert. Wird der den hohen Ansprüchen gerecht?

Zürich und sein Flughafen

Wie sähe ein Land aus, das 200 Jahre keinen Krieg mehr geführt hat und sich etwa ebenso lang demokratisch regiert? Ohne blutige Revolutionen, Bürgerkriege, Brandschatzungen, ohne Bombennächte, ohne Besatzer, ohne Vertreibung und Flucht? In diesem Land wird deutsch gesprochen, französisch, italienisch und rätisch, es hat keine Hauptstadt (nur eine “Bundesstadt”), und seinen BürgerInnen käme nie in den Sinn, die Regierung zwischen den Wahlen einfach machen zu lassen, ohne selbst zu entscheiden bei wichtigen Fragen. Diese Geschichte sieht man Schweizer Städten an – prägende Bauten sind nicht Schlösser, Paläste  oder Kathedralen, sondern Bahnhöfe, Bibliotheken, Rathäuser, Hochschulen, Hotels, Geschäfts- und Bürgerhäuser, und den BewohnerInnen geht es überdurchschnittlich gut.

Zürich ist übrigens auch im MSFS ist eine Wucht, die Stadt gehört zu den photogrammetisch umgesetzten, und das ganz – also bis auf wenige hundert Meter an den Flughafen heran (der selbst dann leider gar nicht). Grund genug, vor dem Flughafen die Stadt zu besuchen!

Der Zürcher Flughafen entstand während der späten 1940er und frühen 50er Jahre auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz 13km nördlich des Stadtzentrums und hat mit der Entwicklung des Flugverkehrs viele Bauphasen durchlebt, aktuell stehen wieder Erneuerungen an, deren Umsetzung wegen Corona ausgesetzt wurde. 2019 flogen 31,5 Millionen Passagiere und 450.000 Tonnen Fracht mit 275.000 Flügen zu 138 Destinationen in und 65 außerhalb Europas – also praktisch überall hin, wo kommerzielle Luftfahrt im vergleichbaren Maßstab betrieben wird (die fünf häufigsten Ziele: London, Berlin, Wien, Amsterdam, Düsseldorf). 70% der Passagierflüge betreiben Swiss, Edelweiss, Easyjet und Eurowings; die größten Flieger hier sind Jumbos und A380. Mit Corona in 2020 brachen die Passagierzahlen um 75% ein!

Der Flugplatz hat drei Runways (16/34 mit 3700 m Länge, kreuzend 10/28 mit 2500 m Länge und noch die 14/32 mit 3300 m Länge), drei Docks (A,B,E) und ist mit allen Merkmalen eines modernen, sicheren, fluggastfreundlichen Betriebs ausgestattet. Die beiden Lufthansa-Töchter Swiss und Edelweiss Air haben hier ihren Sitz, ebenso Helvetic Airways und die Rega, die Schweizer Rettungsflugwacht.

So nah am dicht besiedelten Gebiet, darunter den teuersten Wohnquartieren der Schweiz (“Goldküste” am Zürichsee), ist Fluglärm ein Konfliktthema. Die Nähe zur wenige Dutzend Kilometer nördlich gelegenen deutschen Grenze bringt zusätzlich Zündstoff: Schweizer Anflüge über die deutschen Städte am Hochrhein? Am jahrzehntelangen – nur vorerst ausgesetzten – Streit kann man Sozialpsychologie studieren.

LSZH von FSDT: Landseite

FS Dreamteam bietet als bislang bisher einziger Publisher eine MSFS-Umsetzung von Zürichs Flughafen an, und das für symphatisch günstige rund 11€ (zum Beispiel im simMarket, aber auch in anderen Marktplätzen). Das ist man von Zürich nun wirklich nicht gewohnt, also habe ich zugeschlagen, zumal die Default-Version der Terminals im MSFS ein ästhetisches Verbrechen ist. Für 11 Euro kann man nicht viel verkehrt machen (aber viel richtig). Der Publisher verspricht aktuelles Aussehen, hohe Auflösung (meist 4k und PBR) und viele Details, also alles, was im neuen Sim so gut rüberkommt, und ortsüblicher Erwartungshaltung entspricht. Ausgepackt belegt LSZH dann 1,2GB auf der Platte. 

Und der erste Eindruck ist gleich gut: Aprons, Taxiways und Runways haben herrlich benutzte Oberflächen, die wesentlichen Gebäude wirken absolut authentisch, der Ausbauzustand im zentralen Bereich ist aktuell (und das will auf dem bau-umtriebigen Zürcher Flughafen was heißen).  All die Licht- und Schattenseiten des Airports sind vertreten.

Das fängt mit der Landseite an, also dem Zugang, den man von Zürich aus nimmt. Wo sich die meisten Empfangsgebäude als architektonische Einzelstücke präsentieren, wird das an sich filigrane Zürcher Hauptterminal von mehreren Schichten jeweils zeittypischer Gigantismen optisch zerquetscht. Da kann FSDT nichts dafür, sie müssen es halt originalgetreu nachbauen (und machen das auch teils mehr, teils weniger detailliert).

Das sind vom Terminal aus erstmal die drei zyklopischen Betonwürfel, in denen die Automobilära ästhetischen Tribut fordert, selten wurden Parkhäuser so unsensibel hingeklotzt, wie hier in Zürich, und FSDT hat ihre Trostlosigkeit gut getroffen. In die gleiche Reihe pflanzte sich später ein Vorbote der Profit-Religion, ein dunkler Business-Würfel, um jedwede Luftigkeit des Ortes dann endgültig unter der Gewalt des maximalen Schweizerfrankenertrags pro Fläche zu erdrücken. Damit nicht genug wurde als weitere Gebäude-Schicht der Landseite bis November 2020 “The Circle” gebaut, eine Milliarde Schweizerfranken investiert in 200.000qm für Edel-Shops im “Premium-Segment”, entsprechend teure Restaurants und Hotels, Büros, ein Kongresszentrum sowie 35 (!) vorgelagerte Kliniken und Ambulanzen des Universitäts-Spitals Zürich. Sie wollen hier lukrative Kunden aus dem Ausland versorgen, die das Flughafenareal zur Behandlung nicht mal mehr verlassen müssen. Die dunkeldrohende, spiegelnde, gigantomanische und buchstäblich übergriffige Glasfassade inszeniert die Bedrückung des aktuellen Jahrzehnts perfekt – dass das Individuum nur noch zählt, wenn es als Wertschöpfungsquelle auszubeuten ist. Es passt irgendwie, dass die Eröffnung dieses neuen Flughafen-Profit-Centers in just jenem Jahr lag, in dem die 737MAX wegen der Opfer der Profitgier bei Boeing komplett am Boden bleiben musste – und in dem alle Geschäfte in und um die Fliegerei wegen Corona so drastisch eingebrochen sind, wie noch nie zuvor.

Noch landseitiger, im Zentrum des halbrunden “Circle”, liegt das ökologische Feigenblatt (abgesehen von der homöopathisch dosierten Photovoltaik auf den Dächern) – der letzte Rest des ehemaligen Walds/Parks vor dem Zürcher Terminal. Auf das Hügelchen, das “Naturschutzgebiet Butzenbüel” (es heißt wirklich so), fährt sogar eine von FSDT nicht nachgebaute Seilbahn, damit Behinderte hinaufkommen und dann auf Augenhöhe in die Fenster im siebten Stock schauen können (von elf die sie umgeben), zynischer geht es kaum.

Ebenfalls landseitig zu erreichen sind die Frachtgebäude und weitere Parkhäuser. Hier, wie schon an den Übergängen von den  Parkzyklopen zum Hauptterminal und Circle, sind FSDTs Gestaltungen grobschlächtig. Solch primitiven Rampen und Textur-Tapeten kennt man das aus den  Zeiten des FS2004. Für 11 Euro muss man natürlich aber auch irgendwo sparen, und wenn nicht hier, wo dann? Da mag man sich eh nicht aufhalten, die Anfahrt zu den Zürcher Terminals ist ein Fall für “Augen zu und durch” – oder für Architekturfotografie zum Abreißkalender. “Schade, dass Beton nicht brennt” skandierte die Zürcher Jugend in den Unruhen der frühen 1980er. Glas auch nicht. Die Anmutung hat FSDT eindrücklich inszeniert, ist abgehakt.

Luftseite: Flächen und Terminals

 

Um so vieles relevanter für Flusianer ist die Luftseite von LSZH, und hier gibt es fast nur Gutes zu berichten. Von den gelungen Roll- und Stehflächen wurde schon berichtet, auch die Runways sind vom Feinsten, Bemalungen und Beschriftungen ebenso, die Bilderstrecke enthüllt Details. Kürzlich erst gebaute Taxiways zum besseren Verknüpfen der drei Bahnen sind vorhanden – auch die Spuren der eben erst fertigen Baustellen.

Das Hauptterminal wirkt von außen glaubwürdig, der luftige Schwung kommt rüber. Die beweglichen Sonnenblenden sind bei FSDT fest geschlossen, das ist schade, denn sie verschließen das Gebäude mehr, als nötig wäre und gut tut. Das Innenleben ist tagsüber kaum einsichtig (auch die FSDT-Glaser lieben es nicht so ganz transparent), nachts leuchtet es heimelig einladend, noch einen Sandwich, eine Cola und eine Zeitung zu kaufen. Reviewer schauen sich das auch von innen an, aber im Flusi-Betrieb kommt wohl kein Mensch auf diese Idee (…und wie ist es von innen? Es ist OK). Das Terminal und zwei Docks bilden den charakteristischen “Hof” des Flughafens Zürich.

Die Flugzeuge stehen an drei Docks. Das älteste ist A,  genutzt für den Schengen-Raum. Es schließt nördlich ans Terminal an und enthält den Tower, das Ganze verströmt den muffigen Charme der betonseligen 1980er Jahre. Dock A steht bereits auf dem Abreißkalender, ein mehrfach größeres neues Terminal A, einige Dutzend Meter nördlich versetzt, sollte ab diesem Jahr entstehen. Mit Corona wurden alle Pläne gestoppt. FSDT trifft die Aura dieses 80er-Denkmals sehr gut: die Texturen und modellierten Details vermitteln stimmige Immersion.

An allen Docks, auch hier, fehlen die VDGS (Visual Docking Guidance System), die in Zürich definitiv vorhanden sind und das “Einparken” mit Airlinern so lustvoll unterstützen. Kann der MSFS das noch nicht, oder ist das mit 11 Euro nicht zu machen? Eine Nachrüstung ist dringend erwünscht!

Dock B für Non-Schengen-Flüge schließt südlich an das Hauptgebäude an und stammt von 2011 – was augenfällig wird an der transparenten Gestaltung (wäre da nicht der blaustichig-katharaktische Glaser von FSDT). Auch hier sind die Texturen “erste Sahne”, die Glaseffekte wirken natürlich, die Jetways sind enorm detailreich. Die gestaltete Aussichtsterasse mit einigen wenigen Gästen (Corona-Referenz), immerhin animiert, strahlt Atmosphäre aus.

Dock E wurde 2004 für Interkontinentalflüge in Betrieb genommen, es liegt abseits am Pistenkreuz, erschlossen über diverse Tunnel und eine Luftkissenbahn (Skymetro). Seit April 2020, als nur noch 5% der sonst üblichen Passagiere flogen, ist das Dock stillgelegt. FSDT trifft den gläsernen Bau (mit dem die Architektur der 2000er in LSZH Einzug nahm) recht gut, aber auch hier wieder mit dem ärgerlichen Blaustich, der das Innere tagsüber viel zu sehr verbirgt. Der helle, große  “Zürich”-Schriftzug wird vom FSDT-Glas verschluckt, nur nachts kann er strahlen. Die rund 60 Gates machen sich gut, die Jetways sind ausnehmend detailliert, und auch trotz dass nur ein paar Rollwagen für Gepäckcontainer herumstehen und sonst nichts, kommt ein bisschen Ramp-Atmosphäre auf.

Fracht, GA, Maintainance, Werkhof mit Feuerwehr, Tanklager…

Airlinerkapitäne für Passierflug kommen also auf ihre Kosten bei FSDTs Zürich. Aber es heißt ja auch “Fracht motzt nicht, Fracht kotzt nicht” … und Fracht kriegt auch keine Corona. Wie wird in Zürich empfangen, der also den letzten verblieben lukrativen kommerziellen Luftverkehr betreibt? Ähn…nun … ja, der Frachtbereich ist vorhanden. Für die halbe Million Frachttonnen pro Jahr ist er ohnehin überraschend klein (nordöstlich des Hauptterminals, entlang RW10/28), wird von FSDT aber dazu noch vernachlässigt. Luftseitig sind die Frachtgates hoch aufgelöst aufs Apron texturiert, aber nach Betrieb sieht es hier nicht aus, eher nach Auszug vor dem Abriss. Schade. Landseitig wurde weiter oben schon auf die schlechten Texturen/Strukturen hingewiesen. Kleiner Trost: so richtiges Frachtfliegen im MSFS gibt es eh noch nicht … ohne funktionierendes Frachtfluggerät, ohne Entlade-Infrastruktur z.B. von GSX. Dennoch würde quirliges Leben im Frachtbereich zur Flughafenatmosphäre beitragen, in diesem Eck ist FSDTs Zürich zu steril.

An die Fracht schließt entlang der RW 28 der GA-Bereich an – wobei GA von Hobbypiloten in Zürich nicht gern gesehen war vor Corona. Die Slots waren voll, nur zu bestimmten Randzeiten gab es Start- und Landeerlaubnisse, dazu prohibitive Gebühren. LSZH ist dann auch ungastlich für Privatpiloten … wenige Parkplätze, keine Hangars. Das alles muss Heimpiloten nicht stören, die Landung in Zürich kostet uns gar nix und ATC hat da keine Präferenzen für Dickblech. Etwas anderes sind die in Zürich gut vertretenen Businesspiloten, für deren Jets gibt es einen größeren Parkplatz “hinten rechts” am Anfang der 28 in einem architektonisch trostlosen Geviert aus Hangars und Maintainance. Gegenüber, auf der anderen Seite der 28 liegen Sitz, Einsatzzentrale der REGA, der Schweizer Rettungsflugwacht, sowie Stützpunkt für einen Helikopter und einen Jet mit Hangars und Mainatenance. Das ist alles erkennbar umgesetzt und OK, allerdings nicht so crisp, wie die drei großen Passagierdocks.

Südlich vom Hauptterminal ist der Maintainancebereich, der mit seinen riesigen Hangars natürlich ins Auge fällt. Hier ist FSDT auf aktuellem Stand, manche Hangartore stehen offen, die Texturierung ist ok, aber ein paar statische Flugzeuge (auch im Hangar), ein paar Rumstehchen … so dass es hier nach Flugplatzleben aussieht, das hätte schon gut getan! Mittendrin liegt das Versorgungszentrum von Gate Gourmet, ein paar Tore sind mit Containern belegt, aber insgesamt sieht das alles schon sehr nach Corona-Spar-Betrieb aus, das kenne ich viel betriebsamer!

Kommen wir zu den Nebenbetrieben eines Flugplatzes, die in LSZH größtenteils auf dem “Werkhof” untergebracht sind, auch die Hauptwache der Flughafenfeuerwehr (eine Nebenwache ist im A Dock, eine im Norden zwischen den Pisten 14 und 16). Hier schummelt FSDT und verlässt sich auf alte Modelle auf dem Stand vor 2010: die Feuerwache ist nämlich neu gebaut und seit August 2020 auch bezogen, viele andere Gebäude auf dem Werkhof sind inzwischen abgeräumt. Die Flughafengesellschaft, mit ihrem Hauptsitz überraschend bescheiden in einem zweigeschossigen weißen Quadrat ganz hinten im Werkhof untergebracht, firmiert seit 2010 nicht mehr unter dem alten Label “unique”, sondern als Flughafen Zürich AG. Die Texturierung/Modellierung ist auch nicht auf dem neuesten Stand der Kunst. Aber mal ehrlich: who cares? Außer dem Reviewer. 11 Euro sind eben nur 11 Euro. Was dennoch fehlt: Feuerwehrautos (OK, in Zürich sind sie gelb, da kann man keine Standardlöschfahrzeuge nehmen sondern muss sie einfärben), Räumfahrzeuge und all das Gerät, das auf einem Flugzeug den Laden am Laufen hält. Auch die Flughafengärtnerei (hinter dem Sitz der Gesellschaft) wurde unterschlagen… aber Hand aufs Herz – hat ein Airlinepilot im Anflug die jemals  wahrgenommen?

Ein Übungswrack für die Feuerwehr scheint es auf dem LSZH derzeit auch real nicht zu geben.  Das Tanklager ist repräsentiert (mehr auch nicht), die Spotterhügel hat FSDT buchstäblich liegen gelassen, immerhin ist das Flughafengefängnis (!) nachgebaut (in mittelguter Qualität .. but hey… the Jail!). Ein mögliches Sahnestückchen hat FSDT ausgelassen am Ende der RW34 – dort gibt es die Erlebnislokalität “Runway 34”: um eine historische IL14, selbständig nach Zürich geflogen (nachdem sie seit den 50ern für die sowjetische Luftwaffe im Dienst war im “Sternenstädtchen”) wurde ein Hangar gebaut, Glas an den Stirnseiten, eine Küche angedockt … und jetzt wird dort unter den Tragflächen stilvoll gefeiert, gespeist, geheiratet, eventet, jubiliert. Leider ist bei FSDT ein Bunker aus dem freudvollen Ort geworden. Möge Runway 34 Corona überleben!

Und sonst …

Das sind alles lässliche Sünden, fürs fliegerische Benutzen von LSZH irrelevant, lediglich beim Start auf der 34 kommt man dem Werkhof nahe genug, um die veralteten Gebäude zu sehen. 11 Euro bleiben 11 Euro. Ärgerlicher sind Nachlässigkeiten hinsichtlich der fliegerischen Anlagen –  das VOR KLO ist eine platte Luftbildtextur im Runwaybegleitgrün, ebenso die ILS-Antennen etwa vor der RW 10. Auch die Taxiway- und Runwaybeschilderung kenne ich in Zürich nicht so sparsam, wie FSDT sie hier umgesetzt hat: Beschilderungen erscheinen mir klein, weniger als in Realität, und die Wigwag-Lights an den Entry Points fehlen ganz.

Nachts sieht es an den Docks sehr gut aus, da leuchtet es vielversprechend von innen, auf der Ramp ist genug Licht zum Arbeiten. Manche der Bus-Gates scheinen mir zu spärlich beleuchtet, andere ganz gut.

Der “Taxiway-Light-Bug” vom MSFS mit dem World Update III schlägt übrigens voll zu. Das gehört unbedingt nachgearbeitet:

Die Landebahnbefeuerungen selbst entsprechen den Veröffentlichungen.

Die Einbindung des Flughafens in die Umgebung ist gut gelungen, in den Zeiten von MSFS mit photorealistischen Landschaften aber auch kein so großes Problem, wie früher mit den synthetischen Landschaftstexturen. Performanzthemen fallen mit FSDTs Zürich nicht auf, nicht einmal so nah der großen photogrammetischen Stadt Zürich. Schauen wir mal wie das wird, wenn die großen komplexen Flieger in den MSFS kommen.

Fazit

Für 11 Euro ist Zürich von FSDT ein Schnäppchen, der gute Name hält an den drei Passagierdocks tags wie nachts weitgehend, was er verspricht, und das ist für den Simulationsbetrieb die Hauptsache. Mehr Ramp-Life wäre schön gewesen, ebenso mehr Vorbildtreue bei den flugtechnischen Anlagen von der Beschilderung über Wigwaglights bis hin zur Docking Guidance. Optische Mängel weisen die Nebengebäude auf, zum Teil sind hier deutlich veraltete Texturen und Technologien verbaut,  zum Teil langweilen riesige und schön texturierte, aber leere Flächen im Fracht- und Maintainancebereich, da bedarf es dringend der Belebung.
Insgesamt ist FSDT aus meiner Sicht den Kauf dennoch wert, so nah am schön im MSFS umgesetzten Zürich ist der Default Airport von MSFS keine Alternative.

Informationen

Pro Contra
  • Passagierdocks enorm detailfreudig und realitätsnah, auch nachts
  • Schön texturierte Aprons, Taxiways, Runways
  • Die viel bessere Alternative beim photogrammetischen Zürich gegenüber MSFS Default
  • Günstiger Anschaffungspreis
  • Sparsames Airportleben, Maintainance und vor allem Frachtbereich wirken tot
  • Schnee auf allen Verkehrsflächen (kam als MSFS-Funktion erst nach dem Release)
  • Fehler und schwache Texturen bei Nebengebäuden
  • Nachlässigkeiten bei den flugtechnischen Anlagen
Testsystem
  • Entwickler: FSDT
  • Preis: rund 11 €, je nach Anbieter
  • Kauf: u.a. simMarket 
  • IntelCore i5-10600K CPU @ 4.10GHz
  • GeForce RTX 3070, 8 Gb
  • Windows 10×64, 16 Gb Hauptspeicher
  • Diverse SSD

Dr. Michael Kalff

5 Comments
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Ein herausragender Bericht mit viel Orts- und Sachkenntnis – herzlichen Dank dafür: Weitermachen!

Best Review ever! Ich habe mehrmals herzlich gelacht, einiges über den Flughafen und die Schweiz im Allgemeinen gelernt und kann jetzt eine informierte Entscheidung treffen, ob ich mir die Scenery kauf oder nicht. DANKE!

Sehr gutes review. Das addon lohnt sich absolut.

Tolle Scenery. Leider fehlen bei beiden Deicingplätzen die Gebäude und Tankanlagen. Die Abluftkamine des Bahntunnels fehlen auch. Schade dass die Umgebung nicht auch berücksichtigt wurde. Dafür hätte iich auch mehr bezahlt. Im Bereich der SR Technics fehlen auch viele markante Gebäude. Schade kann man die Schallschutz Halle nicht öffnen. Was aber da ist ist toll. Wenn die Fahrzeuge die Strassen und nicht die Taxiways benutzen würden wäre es noch besser. Dass auf der 10 und 32 gelandet und auf der 14 gestartet wird, wird ein MSFS Fehler sein.

Vielen Dank für den hervorragenden Bericht! Welch grosse Arbeit wurde da geleistet!