Erster Eindruck: Active Sky 2016 und Active Sky Cloud Art (P3Dv3)

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Active Sky Next war bis vor kurzem die dominierende Wetter-Engine für die FSX-basierten Simulatoren. Dann kam im Juli die neue Version Active Sky 2016, zusammen mit dem Texturenset Active Sky Cloud Art. Lohnt sich der Kauf, oder sogar der Umstieg von Active Sky Next?

Kurz zur Einordnung: ich nenne das hier “Ersten Eindruck”, obwohl die Veröffentlichung von AS16 auch schon wieder einige Wochen zurück liegt. Ein fundiertes Review einer Wetter-Engine bedeutet aber sicher, sehr viel mehr Flüge damit durchzuführen, als ich es in dieser Zeit konnte (Leben, Familie, Arbeit, ihr kennt das). Mich interessierte hier aber vor allem, ob es sich lohnt, von Active Sky Next umzusteigen, und wie der Texturenaustausch zusammen mit Active Sky Cloud Art funktioniert. Das sind nur Teilaspekte, daher eben “Erster Eindruck”, auch wenn es dafür eigentlich etwas spät ist.

Das verspricht der Hersteller

Glaubt man dem Hersteller, dann ist Active Sky 2016 (AS16) zusammen mit Active Sky Cloud Art (ASCA) eine Revolution: erstmals können die Wolkentexturen getauscht werden, während der Simulator läuft.

“Active Sky 2016 (AS16) represents the culmination of 16 years of weather simulation engine development!  New In-Cloud Motion Effects, Weather Scenarios System, Airborne Weather Radar, P3D v3 Visibility Smoothing and Volumetric Fog Integration, Navigraph Data Integration, Re-designed Map-based Custom Weather Editing System, Universal Web Companion App, an Improved Mapping System and a High-Latitude Cloud Squeeze Fix are just a few of the new features to debut in this brand new version of Active Sky.

Beyond the many new features, AS16 also extends and improves all aspects of weather simulation and depiction, from data parsing, to synthesis, interpolation, depiction, performance, and everything in-between, your entire weather experience will be more realistic than ever before.”

Wesentliche Neuerungen sind also die Bewegungseffekte in Wolken, ein Szenario-System, Wetter-RADAR, die Einbeziehung der Möglichkeiten von P3D v3. Es gibt – ähnlich wie bei Aerosoft’s Airbus – die Möglichkeit, auf die App über einen Webserver zum Beispiel vom iPhone zuzugreifen. Und natürlich – wie eingangs schon genannt – die Zusammenarbeit mit Active Sky Cloud Art, um die Wolkentexturen während des Fluges anzupassen.

Eine etwas unangenehme Versprechung des Herstellers: Active Sky Next ist mit Erscheinen von Active Sky 2016 zu “Legacy” zurückgestuft worden, es wird für Prepar3d V2 empfohlen. Das lässt vermuten, dass die Patches, die Kompatibilität mit P3d v3 herstellen, für Active Sky Next wohl nicht mehr kommen werden – ein Umstieg ist vermutlich für alles, was kommt (also über Prepar3d V3.3.5) nicht mehr zu umgehen.

Kauf und Installation

Die Lizenz für Active Sky 2016 gilt nicht mehr – wie bisher – für beide Simulatoren (FSX, P3D), sondern ist spezifisch für FSX oder P3D zu kaufen, außerdem gibt es ein Upgrade, das für Active Sky Next oder die jeweils “falsche” Lizenz von Active Sky 2016 gilt (also Active Sky 2016 FSX –> P3D). Es kostet im simMarket:

Das bedeutet, dass die Testkonfiguration, die ich hier verwendet habe, mit guten 77 € zu Buche schlägt. Neukunden für P3D sind sogar mit knapp 100 € dabei, wenn man beide Simulatoren ausstatten möchte zahlt man 133 €. FSX-Only-Flieger zahlen etwa 10 € weniger.

Diese Preisgestaltung ist vermutlich für viele Altkunden, die Active Sky Next mal für ca. 50 € oder bei einer Rabattaktion – und zwar für beide Simulatoren! – gekauft haben, etwas schockierend. Generell gilt im Bereich der Simulator-Addons die Preisgestaltung durch Angebot und Nachfrage. Unbestritten sind die Preise, die für Active Sky verlangt werden, deutlich am oberen Ende dessen, was für Flugsimulator-Addons heute verlangt wird.

Eine kleine Gegenrechnung: Orbx spricht von ca. 10.000 Installationen von FTX Central 2, also haben wir daher schon mal einen Hinweis darauf, wie groß unser Markt in etwa sein wird. Nehmen wir an, alle Flieger zahlen etwa 70 Euro für die Kombi aus AS16 und ASCA (gelegentlich gibt es ja Preisreduktionen) , dann sind das 700.000 €, abzüglich Steuern und Gebühren ca. 500.000 €, entsprechend etwa 5-10 Jahresgehältern. Alle zwei Jahre kommt eine neue Version, also können damit 2,5-5 Vollzeitmitarbeiter von HiFi versorgt werden. Alles in allem also keine ganz unrealistische Preisvorstellung in Anbetracht der Produktionskosten, wenn auch möglicherweise etwas hoch eingepreist. Aber hier ist sicher auch das Risiko einzukalkulieren – schafft es HiFi, 10.000 Installationen abzusetzen?

Die andere Seite der Preisgestaltung ist: kann HiFi den Produktionspreis wieder einspielen, sind die Kunden bereit, diesen Preis zu zahlen? Für euch persönlich könnt ihr euch im Laufe dieses Reviews klar werden. Beachtet aber auch, dass es vermutlich für P3D V3 keine Updates für Active Sky Next mehr geben wird. PMDG-Flieger werden wohl an der Active Sky-Produktlinie festhalten müssen, weil die Wetter-RADARe von 737 und 777 nur damit funktionieren.

Bedienung von Active Sky 2016

Active Sky läuft, wie alle Wetter-Engines, außerhalb des Simulators. Während Active Sky Next noch in dezenten Blautönen gehalten war, nähert sich Active Sky 2016 etwas dem optischen Erscheinungsbild von Real Environment Extreme (REX) mit seinen Grautönen an. Mir persönlich gefiel das alte, seriösere Erscheinungsbild besser, und ich meine auch, das Active Sky Next klarer zu bedienen war – das ist aber Geschmackssache. Die Funktionalität ist vergleichbar.

Der Home-Bildschirm zeigt knapp Neuigkeiten wie Updates, eine Auswahl an Wetterbedingungen und eine Liste besonderer Stürme. Oberhalb dieser Informationen geht es mit einer Art Menüleiste zu den Funktionen. Einstellungen und die automatisierte Installation der XGauge (Wetter-RADAR) sind auf der linken Seite zu erreichen.

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Die wichtigste Einstellung verbirgt sich hinter Wx Control: hier kann entweder aktuelles Wetter oder historisches Wetter gewählt werden, und es geht zu eigenen Wettereinstellungen (“Custom Weather”).

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Die Karte der Umgebung mit Wetterbedingungen ist eigentlich eine vollwertige Moving Map, hier lassen sich auch Flughäfen, Nav-Aids und ähnliches über verschiedenen Hintergründen einblenden, die Karte auf das Flugzeug zentrieren und so weiter. Ich benutze diese Karte lieber als die Funktion in Active Sky Next.

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Hier der – nicht wirklich veränderte – Bildschirm mit Wetterbedingungen.

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Eine nette Spielerei sind die Szenarien, die erlauben, einige bekannte Vorfälle nachzustellen, wie zum Beispiel den Airbus, der in Hamburg während eines Sturms (fast?) Bodenkontakt mit dem Flügel hatte, ihr erinnert euch vermutlich.

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Alles in allem eine verbesserte Karte, nach meinem Dafürhalten etwas unübersichtlichere Darstellung (die von anderen Nutzern auch gerne als “funktionaler” gesehen wird) und als kleine Spielerei die Szenarien.

Bedienung von Active Sky Cloud Art

Active Sky Cloud Art begrüßt mit einem relativ aufgeräumten Bildschirm, mit dem man durch “Themen” (also Texturensets) browsen kann. Die richtige Auswahl in Zusammenarbeit mit Active Sky 2016 ist entweder Full Dynamics oder Global Automatic. Wer lieber andere als die vom Programm anhand der aktuellen Wetterlage ausgewählte Texturensets, Himmelsfarben etc. möchte, kann das gerne JEDERZEIT (insbesondere auch zur Laufzeit des Simulators) ändern.

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Welche Sets die Automatik gerade ausgewählt hat, lässt ich unten in der Statuszeile ablesen. Wichtig dabei: in den Einstellungen kann die Größe der Texturensets (z.B: 512×512 Pixel) ausgewählt werden. Das wird später bei der Speichernutzung noch wichtig werden. Es scheint so zu sein, dass Active Sky auch die Texturengrößen dynamisch anpasst, also höher aufgelöste Wolkenstrukturen nutzt, wenn das Wetter es erfordert, aber leider nicht basierend auf der aktuellen Speicherausnutzung.

Erster Eindruck

Nachdem ich ein halbwegs plausibles “Theme” in Active Sky Cloud Art (ASCA) ausgewählt hatte, ging es ab in den Simulator, ein paar Runden um Köln drehen. Mein Fehler dabei: ich hätte bei ASCA kein normales Theme wählen sollen, sondern eines der dynamischen Themen (siehe oben). Abgesehen davon gefallen mir die Wolkenfronten um Köln ganz gut – ohne, dass ich diesen Eindruck objektivieren könnte. Ein Blick aus dem Fenster reicht halt auch nicht, um das Wetter auf Flight Level 300 zu beurteilen.

In der Standardeinstellung blendet Active Sky übrigens Statusupdates ein, hier beklagt es sich zum Beispiel, dass ich keinen Flugplan erstellt oder importiert hätte. Das ist für ein Review hilfreich (hat er jetzt die Wolken aktualisiert? Hat er jetzt neues Wetter gefunden), lässt sich aber einzeln abschalten.

Hier ein paar Bilder über Seattle und Umgebung.

Was verbirgt sich nun hinter diesen In-Cloud-Motion-Effekten? Das hier:

Dieser Effekt ist sicherlich Geschmackssache; ich habe es ausgeschaltet.

Hier ein Eindruck beim Nachtflug von Köln nach Frankfurt. Etwas unschön erscheint mir der scharf gezeichnete Horizont.

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Zwei Clips dazu:

Sehr schön hingegen die Sichtweiten und Wolkendarstellung am Horizont hier, in der Nähe von Sedona KSEZ.

Vergleich Realität und Darstellung

Alle folgenden Bilder sind mit dynamischen Texturen (“Global Dynamic” Theme) gemacht worden.

Generell sollte eine Wetter-Engine im Simulator dafür sorgen, dass das Wetter realistisch ist. Was liegt da näher, als die Realität mit dem Simulator zu vergleichen? Dazu habe ich meine iPhone-Fotos nach passenden Fotos durchsucht, die zumindest teilweise das Wetter zeigen. Dort ist Uhrzeit und GPS-Ort hinterlegt, was man natürlich prima im Simulator einstellen kann. Active Sky dann noch auf historisches Wetter gestellt, schon sollte das Ergebnis vergleichbar sein.

Die folgenden Bilder sind zustande gekommen mit “Global Dynamic”-Theme und 1024er Texturen in Active Sky Cloud Art und Active Sky 2016 (jeweils Mitte) beziehungsweise einem Default-Thema (das sich nicht ändert) in Active Sky Cloud Art und Active Sky Next (jeweils rechtes Bild).

Anfang März in Barcelona, Sicht vom Freizeitpark Tibidabo nach Süden in Richtung Mittelmeer und Flughafen El Prat. In der Realität sind hier Cumulus-Wolken in der Entstehungsphase zu sehen. Active Sky 2016 zeigt Cumulus-Wolken nur weiter im Süden, über dem Meer, Active Sky Next zusätzlich noch einige größere Cumulus über der Stadt, beides aber eben etwas vom Original entfernt – unentschieden.

Ein paar Tage später, im Hofgut Leidenhausen direkt unter dem Endanflug der RW14L von Köln-Bonn. Wie so oft im Mai findet sich hier eine fast vollständige Bedeckung mit Stratuswolken. Beide Wetter-Engines bilden das gut nach.

Aus der Luft, kurz vor Aachen beim Flug Köln-London. In der Realität kleine Kumulus-Wolken, bei beiden Wetter-Engines grundsätzlich richtige Darstellung, aber die Wolken sind bei AS16 etwas, bei ASN deutlich zu groß. Beachtet aber die Sichtweite: die Fernsicht und dadurch die Farbgebung bei AS16 entspricht schon deutlich besser der Realität als bei Active Sky Next.

Eine Stunde später, kurz vor dem Endanflug auf Runway 27R von Heathrow. Relativ viel Hochnebel über London, was so in den Wetter-Engines nicht ganz korrekt dargestellt ist: sowohl AS16 als auch ASN zeigen Wolken über London, aber nicht so viele. Wieder ist die Sichtweite bei AS16 deutlich besser getroffen.

Wieder ein Foto in der Nähe von RW14 Köln-Bonn: Cumulus-Wolken und darüber  Altocumulus. Die untere Schicht der Cumulus ist auch nicht ganz korrekt getroffen, es gibt nur kleine Unterschiede zwischen AS16 und ASN.

Blick in die andere Richtung, aber gleiches Resultat.

Hier wird’s leider noch ein wenig schlechter: Aldenhoven östlich von Aachen, unweit vom NATO-Flugplatz Geilenkirchen. Cumulus-Wolken in der Realität, wenige davon bei Active Sky Next, aber nur in der Entfernung, kaum erkennbar, bei Active Sky 2016.

Regenwolken über Frankfurt. Es regnet exakt hier noch nicht, aber etwa 20 Minuten nach dem Foto schüttet es wie aus Kübeln. AS16 trifft das ganz gut (hier schon mit Regen), aber ASN geht noch davon aus, dass das Wetter eigentlich ganz gut ist. Klarer Punkt für AS16!

Letztes Foto: am Tag danach, auf der A3 bei Montabaur. Auch hier ist Active Sky Next deutlich optimistischer, was die Bedeckung angeht, AS16 trifft den bedeckten Himmel schon ganz gut. Schade, dass die begrenzte Sichtweite, erkennbar an den Hügeln im Hintergrund, von keiner der beiden Wetter-Engines getroffen wird.

Welches Fazit kann man nun ziehen? Grundsätzlich fällt es beiden Generationen der Wetter-Engine nicht einfach, die Art der Kumulus-Wolken exakt zu treffen. Stratuswolken werden bei AS 16 besser getroffen, und auch bei der Sichtweite liegt AS 16 oft besser. In der Tendenz liegt AS 16 also vorne. Außerdem meine ich, auf den Bildschirmfotos von Active Sky 16 und mit Cloud Art im Dynamikmodus eine größere Vielfalt an Texturen zu haben, weil die Wolkenstrukturen eben nach Wetterlage ausgewählt werden.

Active Sky 2016 und Cloud Art im praktischen Einsatz: New York – Boston – Toronto

Aus Zeitgründen konnte ich nur wenige vollständige Flüge mit AS16 durchführen. Einer davon ging von New York JFK über Boston nach Toronto. Das sind grundsätzlich schon Gegenden, in denen die Speicherausnutzung ein Faktor ist. Ich habe ein wenig gebraucht, um zu verstehen, dass mir die Speicherausnutzung vor allem deswegen um die Ohren fliegt, weil die Standardeinstellung von Active Sky Cloud Art Texturen von 1024×1024 Pixel lädt. Mein vorheriges Texturenset lag aber bei 512×512 Pixel, was viel speicherschonender ist. Diese Einstellung auf ASCA übertragen reichte aber auch nicht – vermutlich, weil parallel Orbx openLC Nordamerika installiert und auch deutlich anspruchsvoller für die Speichernutzung ist. Letztendlich habe ich mich für 512er Wolkentexturen und 256er Texturen für die hohe Atmosphäre entschieden, und damit ließen sich die Flüge durchführen. Alle Aufnahmen sind mit “Global Dynamic”-Theme in Active Sky Cloud Art entstanden.

Nördlich von New York gibt einige beeindruckende Wolkenkonstellationen, und der Flug geht mitten durch – höher als FL250, und das auch nur ganz kurz, geht es auf der kurzen Strecke nämlich nicht.

Hier ein paar Impressionen vom Segment Boston – Toronto.

Nach einiger Zeit, als es über den Ontariosee geht, hört das auf, dafür sinkt die Sichtweite. Gelegentlich kommen Cumuluswolken aus dem Dunst.

Die begrenze Sichtweite setzt sich bis zum Endanflug fort.

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Hier der vollständige Anflug, schön diesig, mit einer deutlich zu langen Landung (Übung, Übung…).

Die Wolkentexturen von Active Sky Cloud Art erschienen mir jetzt nicht grundsätzlich anders oder besser als bei meiner vorherigen Lösung (ASN + Rex TextureDirect) zu sein, aber die Vielfalt steigt eben dadurch, dass Texturen automatisch angepasst werden.

Hier nochmal ein Beispiel: Eine Landung inmitten von Gewitterzellen auf Chicago Midway – da bin ich gerade so durchgekommen…

Sonstiges

Die Einbindung von Active Sky 2016 in Aerosoft’s Professional Flight Planner ging fast problemlos: das Verzeichnis mit Active Sky’s wx-Datei muss manuell angegeben werden, aber ab da wird das Wetter auch berücksichtigt.

Performance-Probleme habe ich nicht gefunden, es empfiehlt sich aber, wie oben geschrieben, die Texturengröße von Active Sky Cloud Art herunterzuregeln, um keine Out-Of-Memory-Errors zu provozieren.

Nicht von mir getestet, aber von einem Kollegen bestätigt: dadurch, dass Active Sky Cloud Art die Texturen je nach Bedarf auch gerne “runterregelt” (für weiter entfernte Wolken) können die Frames höher liegen.

Auch nicht von mir getestet: Wolken werden nun unabhängig des Breitengrades dargestellt werden. Oder anders gesagt, die gestauchten Wolken, je nördlicher man kommt, seien Geschichte, versichern mit Kollegen. Ebenfalls neu sei nun das Verhalten innerhalb einer Gewitterzelle – kurz gesagt, nun in einen roten Bereich zu fliegen, käme  – wie in der Realität – einem Selbstmord gleich. Vertikale Winde etc. seien dort nun verbessert.

Fazit

Für sich betrachtet schlägt Active Sky 2016 Active Sky Next in der Wetterdarstellung, wenn auch nicht überragend: die Sichtweite / Diesigkeit ist besser dargestellt, und in der Tendenz stellen die von Active Sky ausgewählten Wolken die Realität besser dar – wenn auch nicht immer. Für sich betrachtet unterscheiden sich die Texturen von Active Sky Cloud Art nicht besonders von Rex TextureDirect oder anderen Texturenlösungen.

Ebenfalls einzeln betrachtet rechtfertigen die beiden Programme den Umstieg jeweils von Active Sky Next und von einer anderen Texturenlösung (z.B. Rex) nicht unbedingt, vor allem in Anbetracht des doch recht hohen Preises – auch im Vergleich mit der Vorgängerversion.

Zusammen eingesetzt, sorgen Active Sky Cloud Art und Active Sky 2016 aber durchaus für eine tolle Wetterdarstellung, und insbesondere das dynamische Laden von Texturen ist Klasse – hatte ich persönlich (euch geht es vielleicht ähnlich) doch nie die Muße, mir vor einem Flug auch noch Gedanken über das passende Texturen-Set zu machen. Das erledigt Active Sky Cloud Art nun von selbst, und auch unterwegs, also immer dann, wenn es aufgrund der Wetterlage erforderlich ist – tatsächlich eine Revolution bei den Texturentools! Der Preis für die Kombilösung ist aber hoch (vermutlich wird ASCA aber im Rahmen der üblichen “Sales” auch wieder im Angebot sein).

PMDG-Piloten in Prepar3D kommen an einem Upgrade auf Active Sky 2016 (auch ohne ASCA) wohl nicht vorbei, gibt es doch vermutlich keine Updates mehr für Active Sky Next und gibt es doch keine Alternative zu Active Sky für den PMDG-Wetter-RADAR. Aber PMDG-Piloten sind ja ohnehin leidgeprüft, was Add-On-Preise für Prepar3d angeht.

Informationen

Pro Contra
  • Active Sky 2016 und Cloud Art zusammen: dynamisches Texturenladen sorgt für stets passende Wolkentexturen, die auch während des Flugs angepasst werden, wenn das erforderlich wird
  • Active Sky 2016 alleine: leicht realistischeres Wetter und deutlich realistischere Sichtweiten als Active Sky Next
  • Hoher Preis (siehe oben)
Informationen Testsystem
  • Intel Core i5 3570K, 4 Ghz
  • GeForce 970, 4 Gb
  • Windows 10×64, 24 Gb Hauptspeicher
  • Intel SSD
  • Prepar3D V3.3.5, FTX Global, FTX Trees HD, FS Global 2010

Patrick Seiniger

 

 

10 Comments
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Herzlichen Dank für dieses Review, ..journalisitisch, redaktionell und dramaturgisch wunderbar umgesetzt!
Für mich sieht das FS-Wetter gegenüber ASNext- mit AS16 und ASCA deutlich verbessert aus. Anstatt einzelner Wolken – scheinen sich hier komplette “Wetterbilder/Situationen” abwechselnd über den Horizont zu spannen, was absolut Klasse aussieht. Von daher betrachtet sicherlich eine schlauere Lösung als das vorherige “Wolke links – Wolke rechts” System.
Was bei mir allerdings die Freude erheblich trübt sind folgende 2 Punkte:
1.) Wenn der Weather Report “Clear” meldet- wird auch tatsächlich keine einzige Wolke mehr dargestellt (auch nicht auf höheren F-Levels). Gerade bei Flügen über dem Ozean meine ich mir sicher zu sein, dass bei einer am FS eingestellten Sichtweite von 150 Meilen zumindest in den allermeisten Fällen am Horizont einige/mehrere Wolken zu sehen sein müssten. Bei ASNext wird bei solchen Wetterkonditionen immer- eine mehr oder weniger intensive Horizontbewölkung dargestellt.
2.) Mit der Farbgebung der Skytextures hatte ich am Anfang die größten Schwierigkeiten. Diese wiesen einen eigenartigen “Braunstich” auf, der sich natürlich auch auf das “Ambient Light” also auf Cockpitfarbgebung und Farbe der Landschaft/Vegetation auswirkt. Manchmal hatte ich – trotz Hochsommerlicher Jahreszeit – den Eindruck dass “Weihnachten kurz vor der Tür steht”, was das hässliche Braun der Landschaft anging.
Mit dem ASCA Hotfix 3 Update 6066 hat sich diese Situation deutlich entschärft. Mehr Blau- und Grüntöne bzw. zusätzliche Sky Textures sind jetzt enthalten.
Trotzdem bin ich noch nicht zufrieden. Nach meinem persönlichen Geschmack sind die “Himmels” Farbgebungen zwar ideal für VFR Flüge, denn im/unterhalb des Wettergeschehens hat man meistens, bedingt durch das jeweilige Wetter selbst, die Sonneneinstrahlung, Dunst, Staub usw. einen mehr oder minder “getrübten” Himmel.
Oberhalb des Wettergeschehens, so habe ich das zumindest auf unzähligen Transatlantikflügen gesehen, ist der Himmel allermeistens gleißend-strahlend hell und blau.
Hier sollte AS16 meiner Meinung nach eine an-abwählbare Option anbieten, oberhalb einer selbst vorgegebenen Flugfläche auf Witterungsunbeeinflusste Texturen umzuschalten.
Im Forum habe ich zu diesem Thema die Information erhalten, dass in einem künftigen Upgrade eine Funktion eingebaut werden soll, mit der man Wetterthemen selbst generieren kann, auch mit Texturen die außerhalb ASCA liegen, z.B. jenen von AS2012…, womit “meine” Welt dann wieder in Ordnung wäre..!!

Danke für den Ersteindruck. Drei Dinge, welche mich seit dem Release beschäftigen und ich für mich noch nicht beantworten konnte:

1. Ist AS2016 besser als FSGRW, welches ich aktuell nutze?
2. Schafft es AS2016 besser, diese komische Dunstlinie im P3D weichzuzeichen? Sieht mitunter etwas dämlich aus, wenn eigentlich in der Ferne alles im Dunst liegt, aber die Bergspitzen darüber klar sichtbar sind und mit einer scharfen Linie abgegrenzt werden…
3. Wie gut lässt sich AS2016 mit REX4 TD nutzen? Vermutlich ist das kein Problem…

Was man hier auch nicht anspricht, aber scheinbar einen gewissen Einfluss hat: damit ASCA dynamisch funktioniert, müssen natürlich beim Flug bereits alle möglichen Wolken- und Himmels-Texturen vorgeladen werden. Nutzt man jetzt also hochaufgelöste Texturen, dürfte der VAS Verbrauch ordentlich nach oben gehen. Gibts dazu schon Erfahrungswerte?

Auch ich verwende P3D mit FSGRW und kenne diese Situation. Es ist daran jedoch nichts falsches, wenn dadurch eine Inversion (Temperaturumkehrschicht) dargestellt wird. Eine Inversionsschicht endet oben eigendlich immer Messerscharf. Die Luftmasse darüber ist oft sehr klar und bringt im Winter Sichtweiten an die 200 km. Die Farbe der Sichtrübung in dieser Schicht hängt davon ab ob es eine feucht-kalte oder eine trocken-kalte Inversion ist. Die trocken-kalte Inversion findet man häufig in einem alternden Hochdruckgebiet. Aber derart möchte ich das Wetterprogramm nicht fordern. So manch kürzlich erschienene Flieger sind viel schlimmer!
LG Cundri

Hallo Cundri,
Interessanter Ansatz, das mit der Farbe der Sichttrübung. Könntest du das etwas näher erläutern?
LG, Andi. 🙂

Die unterschiedliche Farbgebung ist ein Resultat der Luftfeuchtigkeit. Bei einer feuchten Inversion kondensiert ein Teil des Wasserdampfes in der Atmosphäre, wodurch das einfallende Sonnenlicht stärker gestreut wird. Die Streuung des einfallenden Lichts ist auch noch wellenlängenabhängig, Der blaue Anteil des Sonnenlichts wird dabei stärker gestreut als der rote und gelbe Anteil, wodurch sich die Farbgebung ändert.

Abendrot kommt z.B. auch durch die abendliche Abkühlung der Atmosphäre mit nachfolgender Kondensation von Wasser zustande – das das rote Licht weniger gestreut wird, nehmen wir es stärker war.

Staubpartikel oder auch Vulkanasche führen auch zu sehr imposanten Sonnenuntergängen, weil auch durch diese Partikel das Licht stark gestreut wird.

Hi Dirk,
danke für die Ausführungen. Was Du beschreibst, ist jedoch der Definition nach die Rayleigh-Streuung, die für das Himmelsblau und den schönen Sonnenuntergang ursächlich ist. Der Himmel beim Abendrot ist auch nur deswegen rot, weil das Licht einen deutlich längeren Weg durch die Atmosphäre hat als bei höherem Sonnenstand. Die Rayleigh-Brechung fällt dann deutlich intensiver aus. Es ist richtig, dass bei Vulkanasche und Sahsrastaub das Abendrot deutlich stärker ist, Grund hierfür ist aber nicht der sichtbare Staub, sondern die ebenso höhere Konzentration an sehr kleinen (fast Molekülgröße) Partikeln.
Das “rote Leuchten” der Wolken beim Abendrot ist lediglich Reflektion, keine Lichtbrechung. (Die größeren Staubpartikel reflektieren übrigens auch und intensivieren die Farbgebung)
Die Streuung an Objekten gleich oder größer der Wellenlänge des Lichtes ist die Mie-Streuung. Im Gegensatz zur Rayleigh-Streuung ist sie nahezu wellenlängenunabhängig. Folge: Nebel ist weiß (oder grau, je nachdem wie opak die feuchte Schicht ist), eine diesige und recht feuchte Luftmasse erscheint nicht so blau wie eine trockene.
Wird Licht nun an der feuchten Inversion gebrochen, streut es eher nach Mie als nach Rayleigh und dürfte rein nach der Streuung keine Farbunterschiede bringen. ich selber kann mich auch nicht erinnern, dass eine Inversion mal anders als grau ( in diversen Helligkeitsstufen) ausgesehen hat. Trockene Inversionnen sind selten zu sehen. Oft sieht man nur die Dunstschicht darunter, die vertikal nicht ausgetauscht werden kann (Inversion = Sperrschicht).

Nun so einfach läßt sich das mit dem Licht nicht ausdiskutieren.Es kommt darauf an welche Farbenlehre man glaubt zu verstehen. Gerade Goethe hat herausgefunden wie das Rot und das Blau am Himmel entsteht. Dazu ist es erforderlicht die Auswirkung von Licht vor der Dunkelheit, sowie Dunkelheit vor dem Licht zu verstehen. Was die sommerliche Inversion betrifft, so habe ich oft beobachtet, daß in dieser Luftmasse, die ja keinen Austausch mit der darüberliegenden Luftmasse hat, über die Tage hinweg dunkler wurde. Deswegen, weil immer mehr Staub und Rußpartikel sich darin angesammel haben. Es ist auch nicht gleichgültig ob von oben in die Inversion gesehen wird, oder ob der Beobachter sich in dieser Schicht befindet und horizontal blickt, wo möglich noch mit dem Rücken zur Sonne, da tritt die Trübung am Horizont deutlich hervor. Auch die Obergrenze ist dann oft erkennbar.
LG Cundri

Hallo Cundri,
Farbenlehre hin oder her, wenn Du aus einem weißen Lichtspektrum die Blauen wellenlängen rausfilterst (oder streust, wie es mit dem Sonnenlicht in der Atmosphäre passiert), bleibt gelbes Licht über. Geschiht dies noch intensiver(durch längeren Weg oder durch dichteres Medium) wird das Licht der Quelle für den Beobachter rot (Sonnenuntergang). Ursache hierfür ist die oben erwähnte Rayleigh-Streuung. Da ist wenig bis kein Spielraum zum ausdiskutieren.
Wie eine Inversion ausschaut, ist immer von den Beleuchtungsverhältnissen und dem Beobachterstarndpunkt abhängig. (siehe Schrägsicht / Horizontalsicht….)
Das mit der Trübung und der Ansammlung von Aerosolen, die die Sichtweite verringern, bestreite ich keineswegs, die Veränderung der Farbe durch die Streuung an Wassertröpfchen (siehe dein Post oben) schon. das können wir aber vielleicht mal privat ausdiskutieren.
LG, Andi. 🙂

Wäre es bitte möglich, das mir jemand bitte erklärt wie man den Wechsel von REX zu ASCA und ASN2016 vollziehen kann? Jede Hilfe wäre es sehr willkommen und meiner Dankbarkeit gewiß. 🙂

Hat sich erledigt. War intuitiv und zügig erledigt.