Review: Xtreme FSX PC

Holger Kistermann besitzt einen fast vier Jahre alten PC, den er sich damals eigens für den FSX gekauft hat. Auf dem Papier sieht das System eigentlich ganz stattlich aus: Ein Vierkernprozessor mit 3 GHz-Taktung, 4 GB schnellem Hauptspeicher, schnelle Festplatten im RAID-0-Verbund und eine potente Grafikkarte, die beste, die damals für Geld zu haben war. Dennoch lief der FSX auf seinem System trotz moderater Qualitätseinstellungen niemals wirklich befriedigend…

Schaffen die einschlägig bekannten Tweaks eigentlich Abhilfe? Und was bringt das kostenpflichtige Programm Xtreme FSX-PC? Ob sein Rechner damit schneller läuft, erfahrt Ihr unter „weiterlesen“…

 

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Artikel ist nicht eine Auflistung der gängigen Tweak-Tipps und ist auch keine Anleitung zum Overclocken. Im Fokus steht einzig die Frage, was Tweaken wirklich bringt.

“Jeder Jeck is anders!” Diese Weisheit gilt genauso für Computer. Man darf nicht der Versuchung erlegen, PC-Systeme miteinander zu vergleichen, da unter dem Strich ganz viele Hard- und Software-Komponenten die Leistung ausmachen. Und die kann ganz unterschiedlich ausfallen. Verallgemeinert lässt sich nur sagen, dass der FSX extrem Prozessor-hungrig ist, viel mehr als andere Anwendungen oder Spiele, um dieses unpassende Wort zu bemühen.

 

Warum ist der FSX so Performance-hungrig?

Das offenbart ein Rückblick in die Zeit, als der FSX entwickelt wurde. Zunächst ist der FSX eine Weiterentwicklung des FS2004. Viele Bereiche der Simulations-  und Grafikengine sind mit seinem Vorgänger identisch. Der FS2004 widerum hat in diesen Bereichen viele Elemente von seinen Vorgängern übernommen, so dass der FSX zum Zeitpunkt seiner Entwicklung bereits einem recht alten Konzept gefolgt ist. Das musste nicht unbedingt schlecht sein, schließlich war der FS2004 vielleicht der beste Flight Simulator, den es bisher gegeben hat. Bei der Entwicklung des FSX wurde das Hauptaugenmerk aber auf die Verbesserung des visuellen Gesamteindrucks gelegt: höher auflösende Texturen, mehr dreidimensionale Objekte, neue Animationen und Effekte.

Den Entwicklern in den ACES-Studios wird bewusst gewesen sein, dass all dies sehr viel Performance benötigen wird. Obwohl Intel und AMD bereits an einer völlig neuen Philosophie in der Prozessor-Entwicklung arbeiteten, waren sich die Entwickler sicher, dass die Taktraten neuer Prozessoren immer höher würden. Das Gegenteil war jedoch der Fall: sie wurden langsamer. Statt eines schnellen Prozessors verfügten neue Rechner über mehrere Prozessoren mit häufig sogar niedrigerer Taktung. Für viele Anwendungen war das  überhaupt kein Problem, sondern vielmehr sogar vorteilhaft. Für einen Flugsimulator, der im Vergleich mit anderen Spielen viel mehr Rechenleistung benötigt, war es jedoch ein Riesenproblem! Und als der FSX veröffentlicht wurde, war er auch auf neuen Systemen viel zu langsam.

In seinem ursprünglichen Zustand konnte der FSX nur einen Prozessorkern ansprechen. Ich erinnere mich gerne an diverse Forenbeiträge zu jener Zeit, in denen die Schreiber die Anzahl ihrer Prozessorkerne mit der Taktung multiplizierten und sich darüber empörten, dass der FSX auf Systemen mit “über 10 GHz” immer noch nicht flüssig laufen würde. Mit dem Service Pack 1 und diversen Tweaks wurde es besser. Erst mit Erscheinen des Service Pack 2 wurde eine Multicore-Unterstützung eingeführt, die eine spürbare Verbesserung auf Mehrkernprozessoren-Rechnern brachte.

 

Kann der FSX überhaupt das volle Potenzial moderner Rechner ausschöpfen?

Die Gretchenfrage lautet daher: Kann der Flight Simulator, der ursprünglich für alte Einkernprozessoren-Rechner geschrieben wurde, überhaupt für Mehrkern-Systeme umgeschrieben werden? Ja! Es gibt jedoch ein “Aber”.

Eine Flugsimulation ist, wie eingangs gesagt, viel komplexer als andere Simulatoren oder Spiele-Genres: Der FSX simuliert seine Umwelt mit Wetter, Sonnenständen, Verkehr am Boden und in der Luft, Flugdynamiken, Systemlogik und interpretiert letztlich auch noch in Echtzeit die Eingaben des Benutzers. Früher hat man für solch komplexe Berechnungen mehrere Computer gebraucht, entsprechend teuer waren (und sind) die professionellen Level-D-Simulatoren für die Ausbildung. Allerdings mit dem wichtigen Unterschied zu damals, dass heute viele Bereiche in der Ausbildung sogar an FSX-Systemen geschult werden können.

Doch zurück zur Ausgangsfrage: Für eine Optimierung auf Mehrkernsysteme hätte man die Anwendung über sehr große Teile neu programmieren müssen. Dafür hat jedoch, einfach gesagt, die Zeit gefehlt. Und ich mutmaße, dass sich dass der FSX wegen der negativen Presse auch nicht sonderlich gut verkauft haben dürfte. Ergo wird man bei Microsoft um Schadensbegrenzung bemüht gewesen sein: Schließlich befand man sich bereits mitten in einer Wirtschaftskrise und das ACES-Entwicklungsteam stand bereits kurz vor dem Rauswurf.

Welche Optimierungen für Mehrkernprozessoren im Rahmen des Service Packs 2 nun genau vorgenommen wurden, ist nicht sonderlich gut nachvollziehbar. Fest steht jedoch, dass die Szenerie-Engine auf separate Threads, also mehrere separate Prozessorkerne, ausgelagert werden kann und der FSX dadurch performanter wurde. Der FSX verwaltet übrigens selbst, welche Elemente auf welche Prozessorenkerne ausgelagert werden. Dadurch wurden mit dem Erscheinen des Service Pack 2 einige zuvor wirksame Tweaks wieder unwirksam.

 

Mein launiger PC

Mein Rechner ist Baujahr 2007. Für die Techniker unter uns: Es ist ein Intel QX6800 mit 2,93 GHz, also ein Vierkern-Prozessor-System. Des Weiteren stecken 4 GB RAM unter der Haube und eine GeForce 8800 GTX-Grafikkarte. Damit ich beim Fliegen über Fotoszenerien keine Nachladeprobleme bekomme, habe ich den FSX auf ein RAID-0-System installiert, d.h. damals galt das System als eine wahre Rakete und ich war davon überzeugt, dass das System für den FSX ausreichend potent sei.

Ist es aber nicht! Der FSX ist auf diesem System noch nie gut gelaufen, während andere Games auf dem Rechner richtig gut laufen – auch nach heutigen Maßstäben.

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Was tun, wenn’s Muli nicht schneller will? Oder: Worauf es wirklich ankommt!

Wenn das Maultier nicht schneller laufen will, kann man es vielleicht mit Möhrchen motivieren. Bei einem Rechner gilt das eigentlich genauso: Schnellerer Hauptspeicher, eine bessere Grafikkarte, eine Festplatte mit noch kürzeren Zugriffzeiten. Doch was den FSX betrifft, gelten diese Faustregeln kaum…

Eine besonders gute Grafikkarte zahlt sich bspw. gar nicht aus, weil der FSX aufgrund seiner Programmierung kaum auf den Grafikprozessor zurückgreift, sondern seine Perfomance zum größten Teil aus der CPU schöpft. Noch besser kann man Geld vernichten, indem man sich zwei Grafikkarten kauft und sie im SLI-Modus betreibt: Die kann der FSX nicht einmal ansprechen. Deswegen muss man sich auf die wesentlichen Dinge beschränken, mit denen der FSX wirklich etwas anfangen kann. Das sind ein schneller Prozessor (CPU), schnelles RAM, um die Daten dem Prozessor schnell zur Verfügung zu stellen. Eine schnelle Festplatte ist sehr empfehlenswert, um insbesondere fotorealistische Bodentexturen so schnell wie möglich laden zu können.

 

Was können die Helferlein ausrichten – kann Tweaking helfen?

Eine klare Antwort gibt es auf diese Frage nicht. Der FSX hat, wie eingangs erwähnt, eine unsaubere Programmierung hinsichtlich der Multicore-Unterstützung. Deswegen können bestimmte Optimierungen an der FSX.cfg kleine Wunder bewirken.

Bevor man diese ausprobiert, empfehle ich, die vorhandene FSX.cfg zu löschen (bevor man irgendwo ein Backup davon gemacht hat). Diese wird dann mit dem nächsten Start des FSX automatisch neu generiert. Diese FSX.cfg kann dann als Basis für manuelles oder automatisches Tweaking verwendet werden.

Manuelles Tweaking setzt viel Hintergrundwissen voraus. Das werden die Wenigsten haben. Deswegen empfehle ich das automatische Tweaking. Hierzu gibt es Freeware- und Payware-Angebote. Die Freeware-Alternative beschränkt sich auf das Online-Tool von Jesus „Bojote“ Altuve und ist hier erreichbar. Wie das geht, erfahrt Ihr weiter unten. Die Payware-Alternative stellt den Gegenstand dieser Rezension dar: Es ist das Tool Xtreme FSX-PC, das unter anderem im simMarket erhältlich ist.

 

Genug des langen Vorwortes…

Getestet wurden…

1.) eine nackte, völlig neu generierte FSX.cfg durch den FSX selbst

2.) eine teils selbst und mit dem Tool von Bojote getweakte FSX.cfg

3.) eine mit Xtreme FSX-PC erstellte FSX.cfg

 

Zur „nackten“ FSX.cfg:

Löscht man die FSX.cfg, generiert der Rechner beim nächsten Neustarten des Simulators einfach eine neue. Mit dieser Methode wird der FSX sozusagen auf „Werkeinstellungen“ zurückgesetzt. Wenn irgendein individueller Tweak dem FSX das Kreuz bricht, kann er mit dieser Methode wieder zum Leben erweckt werden.

 

Zur selbst getweakten FSX.cfg

Mit Bojotes Tool (siehe oben) kann selbst getweakt werden: Dabei wird die eigene FSX.cfg ins Internet geladen, von einem server-basierten Programm geprüft und korrigiert und anschließend kann man die optimierte FSX.cfg herunterladen und abspeichern. Dabei braucht man keine Sorge haben, dass wichtige individuelle Einstellungen verloren gehen; das Programm ändert oder ergänzt lediglich Parameter, die dem Tweaking zuträglich sind.

Des Weiteren gibt es noch „das Kleingedruckte“. Mit oben stehendem Prozedere hat man eigentlich schon viel erreicht. Wer noch tiefer einsteigen möchte, sollte sich die weiteren Empfehlungen von Bojote anschauen. Und diese reichen vom Installieren performanterer Shader über die Verwendung externer Framerate-Limiter bis hin zur völlig manuellen Anpassung der FSX.cfg hinsichtlich einiger Parameter. Ich habe dies getan. All das setzt jedoch ein gewisses Verständnis darüber voraus, was man da tut. Man kann mit der Einstellung der Parameter viel kaputt machen und wird den Fehler anschließend nur schwer finden. Deswegen sollten Neulinge die Finger davon lassen. Das manuelle Tweaking ist zwar zeitintensiv, bietet aber sehr viele Potenziale für das eigene PC-System.

 

Zur mit Xtreme FSX-PC generierten FSX.cfg

Xtreme FSX-PC bietet die Möglichkeit der manuellen Einstellung verschiedener Parameter sowie ein automatisches Tweaking. Dabei untersucht das Programm das System und errechnet daraus optimale Werte für IFR-Flieger und für VFR-Flieger. So zumindest die Wortwahl im Programm. Ich habe beide automatischen Berechnungen ausprobiert.

Für die Messungen, auf die ich im weiteren Verlauf der Rezension eingehe, habe ich verschiedene Situationen vorbereitet. Um vergleichbare Messergebnisse zu erhalten, habe ich die entsprechenden Situationen stets neu geladen.

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Die Szenarien:

1.)   Frankfurt Boden, Bell 206 – komplexe Szenerie, sehr viel AI Traffic, bewegte Objekte, verschiedene gleichzeitig ablaufende Effekte

2.)   Frankfurt Approach 25L, Boeing 737-800 – komplexe Szenerie muss berechnet werden

3.)   Bozen Boden, Learjet 65 – Default-Szenerie, kein AI Traffic, aber viel Mesh (Berge)

4.)   Bozen Approach, Learjet 65 – siehe 3.), aber mit viel Autogen

5.)   Hamburg Boden, Learjet 65 – komplexe Szenerie, viel AI Traffic, bewegte Objekte

6.)   Hamburg Approach 33, Learjet 65 – Anflug auf einen komplexen Flughafen über eine sehr detaillierte Szenerie mit zahlreichen Autogen- und Individualobjekten (hier geht jeder Rechner in die Knie)

7.)   Wüste Boden, Learjet 65 – nur ein Standardflughafen ohne AI Traffic

8.)   Wüste Luft, Learjet 65 – hier muss praktisch gar nichts mehr berechnet werden, kein Autogen, kein Flughafen, kein AI Traffic, nichts Schlimmes!

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Xtreme FSX-PC…

…ist ein nur acht Megabyte großes Programm, das für knapp 24,- € im simMarket erstanden werden kann. Objektiv betrachtet ist das Programm eine ziemliche Zumutung: Die Beschriftung der Buttons und die praktisch gar nicht vorhandene Bedienungsanleitung (diese ist nur über die Hilfe-Funktion erreichbar) weisen diverse Rechtschreibfehler auf. Das Englisch ist auch etwas holprig, so dass manche Passage im Hilfetext zwei Mal gelesen werden muss, um sie zu verstehen. Also bleibt einem nicht viel übrig, als die Funktionsweise des Programms selbst verstehen zu lernen: Autodidakten bitte vortreten!

Im Grunde genommen muss man dem Programm nur einige Parameter zum FSX und dem eigenen System mitteilen und schon kann es losgehen. Dabei hat man die Wahl zwischen einer manuellen Anpassung der verschiedenen Parameter und einer automatischen Anpassung. Im Automatikmodus wählt man zwischen einem Profil für den Instrumentenflug und einem Profil für den Sichtflug. Warum diese Unterscheidung getroffen wurde, ist mir schleierhaft, zumal die Messungen gezeigt haben, dass zwischen den beiden Profilen kaum Unterschiede in der Performance bestehen.

Xtreme FSX-PC bietet auf den ersten Blick eine ganze Reihe von verschiedenen Eingriffsmöglichkeiten in die FSX.cfg. Schön, dass das Programm auch verschiedene Hilfestellungen gibt und die Einstellungen teils im gebrochenen Englisch auch erklärt. Auf diese Weise verlieren einige wichtige Tweaks für Laien ihren Schrecken. Nur ein Beispiel von mehreren ist die Unterdrückung kleinerer Objekte im Autogen: Diese fressen Performance und sind kaum sichtbar. Also kann man auch auf sie verzichten. Xtreme FSX-PC bietet eine Möglichkeit, die Größe auszublendenden Objekte bequem per Schiebregler zu regulieren. Andere Einstellungen beziehen sich auf die Größe der Runway-Lights etc. Und zu guter Letzt kann man auch noch den AI Traffic von Bodenfahrzeugen, Straßenverkehr, Schiffen und Flugzeugen für den eigenen Rechner individuell kalkulieren lassen.

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Viel Medizin, wenig Wirkung

Mit Xtreme FSX-PC wurden im Rahmen der Tests verschiedene Optimierungen vorgenommen. Vornehmlich die weiter oben erwähnten automatischen IFR- und VFR-Profilanpassungen, aber auch manuelle Anpassungen. Verblüffenderweise sind die zu erwartenden unterschiedlichen Auswirkungen auf die Performance praktisch gar nicht eingetreten. Die Framerates für die verschiedenen Szenarien bewegten sich praktisch immer auf einem gleichbleibendem Level – und die waren ausnahmslos sogar deutlich messbar UNTER denen der „nackten“, völlig unbearbeiteten, default FSX.cfg.

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Besonderes Augenmerk sollte der letzten Grafik geschenkt werden. Sie zeigt den Durchschnitt über die “realistischen” Szenarien der Messung.

 

Vorsicht: Starke Nebenwirkungen

Xtreme FSX-PC hat einen gravierenden Nachteil: Das Programm manipuliert verschiedene Dateien jenseits der FSX.cfg. Blöderweise sagt das Programm aber nicht, welche Dateien überschrieben, editiert oder ausgetauscht werden! Individuelle Anpassungen, die praktisch jeder Benutzer auf seinem System hat, werden gnadenlos überschrieben!

In meinem Falle waren die gesamten Germany VFR-Szenerien hinterher unbrauchbar, weil Xtreme FSX-PC die default.xml-Datei, die für die Autogenzuweisung verantwortlich ist, überschrieben. Einziger Ausweg: Alle VFR-Germany-Szenerien deinstallieren und neu installieren. Und weil der Aerosoftsche Installer nicht prüft, ob die German Airports bereits installiert sind, wurden doppelte AFCAD-Dateien angelegt. Daher musste hier vieles manuell nachkorrigiert werden. Ein Aufwand, der Laien nicht zuzumuten ist! Auch die Fotoszenerien von France VFR mussten hinterher neu installiert werden… Alles in allem waren das drei frustreiche Feierabende, mit vielem „Trial & Error“, um den FSX wieder auf den Zustand von vor dem Testbeginn zurückzusetzen.

Alleine deswegen kann ich nur vom Kauf von Xtreme FSX-PC abraten! Die Nebenwirkungen sind für den Benutzer unkalkulierbar, zumal das Programm nicht automatisch Backups von den editierten oder gar ausgetauschten Dateien anlegt!

 

Eine Überraschung?

Zugegeben: Die Messwerte sind überraschend! Ich hätte wetten können, dass sowohl die automatisch getweakte FSX.cfg mit dem Bojote-Online-Tool  und die Xtreme FSX-PC-Variante eine Performance-Steigerung bewirken. Der FSX ist, wie eingangs erklärt, an einigen Stellen „unsauber“ und es wäre deswegen logisch, dass Tweaks Verbesserungen bringen. Andere User bestätigen das schließlich.

Doch: „Jeder Jeck is anders!“ Und diese Weisheit gilt umso mehr bei Computern mit unterschiedlicher Hard- und Software-Zusammensetzung. Die Tools können schlichtweg nicht alle Eventualitäten berücksichtigen. Wenn sie bei einigen Benutzern ihre Wirkung entfalten können, dann wohl nur deswegen, weil sie mit ihren Systemen zur großen Schnittmenge des Standards gehören – und Tweaks deswegen greifen.

 

Nach längerer Überlegung… – eigentlich logisch, dass…

…die default FSX.cfg die beste Performance liefert. Diese FSX.cfg fokussiert sich nur auf das Wesentliche. Sie ist darauf ausgelegt, mit allen PC-Systemen auf dieser Welt zu funktionieren. Bei ihrer automatischen Generierung blendet sie allen Schnickschnack aus und überlässt die Performance der Hardware und nicht softwareseitigen Tuningversuchen.

Autobauer würden sagen: „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen als durch Hubraum.“ Auf die Computerwelt übertragen heißt das: Es ist ein Trugschluss, dass ein kostenloses Programm oder ein Payware-Programm für unter 25,- € mehr Leistung als neue Hardware bringen könnte. Wenn die PC-Zusammenstellung nicht ausgewogen ist oder schlichtweg zu langsam ist, dann muss neue Hardware her!

 

Fazit

Finger weg von Xtreme FSX-PC! Der Durchschnitt über die Testszenarien zeigt, dass die jungfräuliche FSX.cfg die beste Performance bietet. Um einen realistischen Durchschnitt errechnen zu können, habe ich die Wüsten-Szenarien übrigens heraus gelassen, denn dort fliegt ja eh kein Mensch! Fakt ist aber, dass die Tweaks ein zu heterogenes Bild abgeben und dass ein Tool zwar in einem Szenario überzeugen kann, im nächsten Szenario allerdings wieder deutlich abfällt.

 

Pro Contra
  • nichts
  • praktisch keine Dokumentation vorhanden
  • Programm offenbart nicht, welche Dateien editiertoder gar überschrieben werden
  • kein automatisches Backup der ursprünglichenDateien; man muss dieses manuell ausführen
  • kann ein FSX-Setup zerstören (besonders hinsichtlichbereits installierter Szenerien)
Informationen Testsystem
  • Intel QX6800, 2.93 GHz
  • 4 GB RAM
  • GeForce 8800 GTX
21 Comments
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Das war doch mal ein wirklich wertvoller Beitrag! Vielen Dank für deine Experimente am “offenen Computer-Herzen”, sie haben mir – und wahrscheinlich einigen Anderen – viel, viel Zeit erspart. Ich habe ein noch älteres System als Holger (Duo Core, 2,66 GHz). Allein mit dem Umstieg von Vista auf Windows 7 habe ich einen echten Framerategewinn erzielen können. FSX läuft auch auf meinem Uraltsystem jetzt mit 30 fps, auch meine geliebte PMDG MD 11 gleitet jetzt mit 20 fps durch die Lüfte. Dass ich durch Experimente mit Flusifix 5.0 mir nur mehrere Stunden Neuinstallation – statt mehr fps eingehandelt habe, spricht nicht gegen Flusifix sondern dafür, dass man die Finger von etwas lassen sollte, was man nicht ganz durchblickt. Die originale FSX.cfg scheint wirklich ziemlich optimal zu sein! Nochmals “Danke”
Gruß aus 33000 ft. über EDDF

@Holger: danke für diese klaren Worte, das kritische und methodisch gute Review und die Ausführungen zum Innenleben des FSX. Ich habe übrigens ganz ähnliche Erfahrungen mit dem Tool FSX Booster gemacht.

Auf meinem System hat es bei mir übrigens eine Kombination von Altuve und Flusifix “gebracht”. Interessanterweise erzeugt übrigens die Installation der FlightSimLabs-Concorde eine neue FSX.cfg – danach war eine gewisse Performance-Steigerung zu verzeichnen. Vielleicht nur ein Einzelfall?

Ein sehr interessanter Beitrag Holger!

Ich kann nur bestätigen, dass man keine allgemeingültige Aussagen zu diesem Thema treffen kann, da das einfach zu sehr durch die spezifische Hardware moderiert wird.

Ich persönlich betreibe den FSX auf einem Zweikern E8500 mit 4GB Ram und GF 8800GTX. Mein Kriterium sind nicht irgendwelche Framewerte, sondern vielmehr ein flüssiges Anfliegen im virtuellen Cockpit auf einen größeren Add-On Airport mit allen Zutaten wie Custom Wetter-Tool etc. Durch OC hab ich meine CPU auf über 4GHZ hochgeschraubt und ich hab mich tage- und nächtelang mit FSX-Tweaking auseinandergesetzt.

Unterm Strich hat sich die Mühe zu 100% ausgezahlt und die Mischung aus OC und Tweaking hat mich den FSX richtig lieb gewinnen lassen!
Man strebt ja immer nach Höherem… Vor diesem Hintergrund hab ich mich genaustens mit einem möglichen Vierkern-Prozessor-Update auseinandergesetzt. Letzten Endes bin ich aber zu der Erkenntnis gekommen, dass ein derartiges Update den Preis nicht rechtfertigen würde und ich bin weiterhin sehr zufrieden mit meiner gegenwärtigen Performancesituation.

Bin mal gespannt, was die Zukunft für uns Flusianer noch so bereits hält. Ich persönlich würde mir wünschen, dass es eine Verlagerung zu X-Plane geben würde, da mir das momentan als das aussichtsreichste Projekt erscheint. Bis dahin (oder wohin auch immer) werde ich aber noch so einige schöne Stunden mit dem FS9 und FSX verbringen, die ich beide in friedvoller Co-Existenz nebeneinander betreibe 🙂

Mika

Sehr interessanter Beitrag!

Bei mir hat Bojote’s Online-Tweaking allerdings eine Menge gebracht…jetzt läuft der Flusi auf jeden Fall besser, als ungetweakt.

Das bestätigt wohl den viel zitierten Spruch: “Jeder Jeck ist anders!”

Grüße…

Hallo zusammen,
Ich wollte meine Senf auch eben dazu geben.
Meine Hardware ist auch nicht die beste, was den FSX angeht.
Ich habe mir Anfang des Jahres daher den FS Booster V2 (übrigens von der gleichen Firma) gekauft.
Ich war wirklich begeistert und überrascht. Ich konnte unter Vista eine FPS-Steigerung von gut 1/3 bis 1/2 verzeichnen. Super!

Leider, Leider habe ich durch einen Festplattencrash alles verloren und hab mich von daher entschieden Windows 7 draufzuspielen.
Der erste Flug mit installiertem FS Booster unter Windows 7 war ernüchternt… 🙁
Ich hab es bisher noch nicht ausführlich getestet aber ich glaube sogar, dass die FPS, im Vergelich zum ungetweakten System, gesunken sind.
Ob dies möglicherweise an der anderen Festplatte liegt weiß ich im Moment noch nicht…
Auf alle Fälle ärgerlich!

scheinbar viel Aufwand um fast nichts…
Wollte mich vor Kurzem auch daran machen, habe es dann aber zugunsten eines neuen Rechners und Schonung meiner Nerven gelassen. Bin im FS9 nun “gebremst” bei ca. 60 FPS hoch in der Luft (ungebremst bis zu 105-sporadisch), im FSX SP2 mit UTX,UT2 und Ground Environmant auf ca.45 und ohne diese Add-On auf ca.55 FPS. System: Intel i7, 6 MB RAM, ASUS ATI HD5770,MB ASUS P6T-SE, WD500 GB 7200/U S-ATA, 600 W quiet Netzteil, Windows 7/64bit. So man mir zutrug soll der Wechsel auf eine SSD für OS und FS in der Framerate noch richtig was bringen (über 2,5 -fache Zugriffszeit) ist aber noch deutlich zu teuer. Happy Landings

Danke Holger!!!!

Bin ja auch einer von denen, die immer mal wieder in das Messer laufen, wenn ich den untauglichen Versuch unternehme, die Performance meines FSX zu verbessern.

Hochachtung und Respekt vor der Wissen, dass dieser Beitrag vermittelt.
Da bleibt jedoch die kleine “Restfrage”, ob die Entwickler eines solchen Programms dieses Wissen nicht auch haben. (Mit allen Schlussfolgerungen, die man bei einer positiven Beantwortung unter Berücksichtigung des Preises von über 23 Euro treffen könnte).

Darum sind für mich solche Super-Beiträge wichtig.

Grüße….

Bojote’s Online-Tweaking und die beiträge im pmdg forum zum nvidiaInspector sind völlig ausreichend und vorallendinegn umsonst…

😉

Hallo Ihr lieben !

Sieht wohl so ais, als ob ich nach diesem Bericht auch beim FS9 bleibe.
Nur einen Hinweis habe ich an die “Frameratejäger”…

… as menschliche Auge ist NICHT in der Lage, mehr als 25 FPS wahrzunehmen.

Soll heissen …… das System auf mehr als 25 zu tweaken ist UNSINN !!

ABER,,,,,, welcher Rechner macht schon 25 FPS beim FSX ??

Grüße

Thomas

@Thomas

“… das menschliche Auge ist NICHT in der Lage, mehr als 25 FPS wahrzunehmen.”

Das ist eine urban legend, die sich im Internet hartnäckig hält, unabhängig des Sinns im FS.

Weder die physiologische noch die psychologische Grenze liegt beim Menschen bei 25 Hz.

Hallo zusammen,

vielen Dank für Euer Feedback.

@ Mike: 30 FPS auf einem Dual Core. Das ist wirklich gut. Respekt.
@ Miko: Ich bin mir sicher, dass der FSX mit der default-cfg unter Windows 7 besser performt. Als ich von Vista umgestiegen bin, konnte ich einen Performance-Schub feststellen.
@ BAW326: Die Frage ist berechtigt. Aber ich frage mich auch, wie der Betatest für das Programm ausgesehen hat. Dann hätte auffallen müssen, dass wahrscheinlich mehr in die Autogen-Darstellung eingegriffen wird, als allen lieb sein könnte. Ich habe drei Feierabende gebraucht, um den Schaden zu beheben… 🙁
@ Thomas: Die 22 oder 25 Frames sind schon richtig. Aber bitte bedenke, dass die dargestellte Framerate nicht unbedingt aussagekräftig ist. Schließlich muss der FSX ja auch Steuereingaben verarbeiten, Schatten berechnen, Flugdynamiken berechnen etc. Deswegen ist natürlich eine möglichst hohe Framerate dem Gesamtempfinden zuträglich.

Viele Grüße
Holger

Servus !

Erstmal, vielen Dank für den tollen Bericht !

Ich fliege derzeit FS2004 und FSX, beides auf höchst möglicher Grafik und unzähligen Addons……
Für FSX hab ich mir vor geraumer Zeit FSPS FSX Booster V2 gekauft und war und bin immer noch sehr zufrieden mit dem Tool….+10 fps im Durchschnitt + noch ein paar setting im Flusifix. Nach dem Bericht denke ich, dass es eine gute Entscheidung war nich das Upgrade fürs “Extreme Tool zu kaufen” sondern beim Booster zu bleiben

die frames bewegen sich im X zwischen 20-180…..je nach dem wo ich fliege, den größten Einbruch erhalte ich trotz meines neuen systems immer noch auf größer Flughafen (EDDF,KLAX,LOWW,etc….jeweils mit Scenery-oft nur 15fps ;-(

Mein System AMD1055T Hexa Core 6×3.5GHZ/Turbo 6×4.1GHZ GTX570 8GB RAM

Auch nach stundenlangen tweaking und lesen verschiedener foren, ist bei mir echt nich mehr rauszuholen, was ich sehr schade finde, da 15 frames schon mager sind

Was meiner Erfahrung nach ein großer frame-schlucker ist sind die Cars und die Boote im FSX, besonders in Airport nähe und in den städten……..bleibt nur auf MS Flight zu warten 😉

Mfg aus
Wien

bedanke mich ebenfalls für diese Info. Flüssig läuft der FSX dennoch wie der folgende link zeigt! Die Spezifikation der verwendeten Hardware sagt alles! Ich denke das in diesem Video auch mehr als 25fps zugrunde liegen! Was ich sagen möchte: Mit der entsprechenden Investition in Hardware ist der FSX ein bedeutend größeres optisches Vergnügen als der FS9.
Gruß Wolfgang http://www.youtube.com/watch?v=vK3fDTgli6Y

Moin und Danke für diese Rezension. Sachlich. Objektiv. Fair.

Mein Pc ist ein 2006er AMD FX62 zweikern betriebener unter Win7. Mein FSX stieß eigentlich immer an ihre Grenzen aber mit 15 bis 20 FPS konnte ich leben – ich hatte alle bisher bekannte Tweaks ausgewertet und einige auch benutzt.

Ich kann nur von mir aus reden, aber der beste Tweak für mein System war der von Jesus Altuva. Nachdem ich die FTX Szenerien installiert habe, war mein PC relativ an die Grenzen gekommen. Dann der Jesus… die Minimum FPS Werte sind um die 20 und durchschnittlich läuft alles im 25er Bereich mit fast alle Schieberegler rechts, bzw. auf die sinnvolle Maxima sowie die traffic Einstellungen 30/50/30

Ich kann zwar immer noch nicht über Städte fliegen (bei größere Mengen Häuser streikt mein System, aber dafür sind die Wälder im PNW schön bewaldet!.

Danke für diesen Bericht!

Herlichen Dank für den aufwendigen, sehr interessanten Beitrag. Er bestätigt vile meiner Erfahrungen.

Max

Hallo Holger und alle Tweaker,

bei solch gravierenden Eingriffen ins doch recht komplexe PC-Seelenleben (Software) wäre es wirklich sinnvoll und vor allem zeitsparend, ein Voll-Backup des Systems (z. B. mit Acronis True Image oder anderen Programmen) zu machen und die Daten vor und nach der Einspielung der diversen tweaks zu sichern. Dann ist man bei Nichtgefallen in der Lage, problemlos auf den früheren Systemzustand zurücksetzen, ohne irgendwelche Dateien neu zu installieren und die persönlichen Einstellungen mühsam nachpflegen zu müssen. Manche durch den tweak geänderte Datei findet man auf Anhieb nicht und fällt beim Probelauf auch nicht auf, weil sie vom FSX jetzt gerade nicht benutzt wird, aber genau diese kann irgendwann, wenn man gar nicht mehr an das tweaken denkt, zu unerklärlichen Problemen führen.

Gerhard

Danke, Danke, Danke,
hab seit langem so einen langen Bericht mal NICHT “quer” gelesen, sonder GANZ. Gut war die Einführung zum FSX, da waren sogar Info`s bei, die ich so noch nie gelesen hatte!!!!
Auch ich bleibe noch weiter dem FS9 treu. SSD-Platten sind noch zu teuer bei der Datenmenge, die der FSX bräuchte mit seinen Add-Ons.
X-Plane rückt mir immer mehr ins Auge aber eines noch mal klar und deutlich: Danke für diesen bestimmt aufwendigen Beitrag. Stand so in noch keinem Magazin!
Liebe Grüße
BoViE

@Wolfgang: und trotzdem, auch bei diesem Video ist wieder festzustellen: kein AI Traffic, keine komplexe Wettersituation und ein relativ kleiner Flughafen (mit entsprechend wenigen Gebäuden/Details). Für mich wäre immer noch EGLL mit 100% AI Traffic, komplexem Wetter und komplexem Addon Flieger das Mass aller Dinge. Wenn man bei einem solchen Szenario konstant 25 FPS hat, bin ich bereit, auf den FSX zu wechseln, vorher nicht 😉

Hi Holger!

Super Beitrag. Endlich habe ich mal objektive Daten zu meinem schon immer da gewesenen Gefühl. Das tut gut.
Ausserdem spare ich mir wohl auch viel Geld, da ich mir nach deinem Bericht keine neue GraKa zulegen werde.

Viele Grüsse
Andi

Hallo zusammen,

bin jetzt gerade von einer Geschäftsreise zurück gekommen und kann jetzt auch wieder antworten. Besten Dank für Euer positives Feedback; das motiviert.

@ Fabjo: 15 Frames bei einem solch guten Rechner sind wirklich etwas mager. Das ist schade. Aber wie gesagt: Was die Performance angeht, ist der FSX wirklich “ein Schwein”. Meine Hoffnungen ruhen auch auf Flight! Da wird es mit Sicherheit besser sein.

@ Chris Brisland: Schön, dass Jesus’ Tweak bei Dir geholfen hat. Ich habe mich schon immer gefragt, wie ein AMD-Prozessor mit diesen Tweaks zurecht kommt.

@ Gerhard: Danke für den Tipp! Blöderweise ist man hinterher immer schlauer als zuvor. Nochmal wird mir das nicht passieren. Ich werde mal schauen, dass ich mir das Prog zulege.

@ Andreas: Nein, eine performante Grafikkarte wird beim FSX nicht spürbar helfen. Im Gegenteil: Ich habe mir im vergangenen Frühjahr irgendeine tolle ATI-Grafikkarte gekauft und die Performance war sogar schlechter geworden als mit der alten 8800GTX von Nvidia.

Viele Grüße und ein schönes WE
Holger