Review: VFR Germany Süd (Teil 3)

ao-germanyvfr3dl-100x100n3aSie ist nun schon einige Tage auf dem Markt und auch nicht der erste Sprößling aus der Reihe; VFR Germany Süd, Teil 3 aus dem Hause Aerosoft deckt Baden-Württemberg und Bayern mit fotorealistischen Texturen, Autogen und stellenweise extra modellierten 3d-Objekten im FSX ab. Christian Schnädelbach und Ingo Voigt haben sich die Szenerie mal angeschaut und berichten, wie sie sich im Flusi-Alltag bewährt.

 

Review VFR Germany Süd (Teil 3)

Nach den Teilen West und Nord wurde nun mit VFR Germany Süd der dritte der vier Teile der VFR Germany Reihe veröffentlicht. Wie gewohnt kann man das Paket entweder als Box oder als Download-Version kaufen. Der Download kostet knappe 50 Euro und kommt in 7 einzeln zu ladenden Dateien daher. Insgesamt laufen dafür 13GB durch die Leitung – wer (wie ich) mit einer 1000er DSL Leitung gestraft ist, kann auch auf den CD-Service oder eben die Box zurückgreifen.
Preislich liegen die Download-Version und die Box nicht nennenswert aus einander (2 Euro), so dass der Vorteil der Download-Version lediglich im zeitlichen Vorsprung liegt.

Der Nachteil der Download-Version liegt darin, dass die gedruckte Karte fehlt. Wer bereits eine Karte hat, kann auf die gedruckte Karte, die der Box beiliegt gut verzichten.

Was bekommt man ansonsten für sein Geld?

Wie bereits bei den vorigen Teilen bekommt man fotorealistische Texturen und passend platzierte Autogen- und speziell modellierte 3d-Objekte. Abgedeckt ist ganz Süd-Deutschland entlang einer Linie entlang des Mains mit ein paar „Ausbeulungen“ nach Süden oder Norden.
Eine genaue Übersicht findet sich jeweils auf den Produktseiten bei Aerosoft oder im simMarket.

Flugfelder oder Flughäfen sind im Paket nicht enthalten. Diese werden dann durch die German Airfields Reihe und die Mega Airports, bzw. German Airports abgedeckt werden. Über diese Politik kann man nun trefflich streiten. Letztlich wird man am Ende für die 4 VFR Germany Teile ca. 200 Euro und für die geplanten 12 Teile der German Airfields Serie sind dann auch noch einmal 360 Euro fällig und nicht zu vergessen die German Airports noch dazu (noch mal ~160 Euro). Also hat man für eine komplette Abdeckung von Deutschland dann ca. 720 Euro ausgegeben. Vermutlich eine Summe, die keiner von uns aufbringen möchte.

Andererseits ist ja niemand gezwungen alles zu kaufen. Es muss sich also jeder wieder die berühmte Frage beantworten, was er möchte. Einem VFR Flieger dürfte mit den 4 VFR Germany Teilen schon ein ganzes Stück weiter geholfen sein. Je nach Budget und Zielrichtung kann man dann mit den German Airfields verfeinern. Da ja keine nächste FS-Version in Sicht ist, ist auch noch ein wenig Zeit, sich mit dem FSX anzufreunden. Inzwischen bewegt sich auch FSX-fähige Hardware in einem akzeptablen preislichen Bereich und für VFR Fliegerei ist der FSX einfach klasse geeignet.

Damit aber zu der eigentlichen Szenerie.

Christian und ich haben uns die Szenerie in zwei Teile entlang der Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg aufgeteilt. Christian übernimmt den bayrischen Teil, während ich mich in Württemberg herumtreibe.

Scenery Germany Süd – der westliche Teil (Ingo)

Meinen Teil der Szenerie habe ich mit einem Rundflug abgearbeitet. Los geht es in Aschaffenburg, dann geht es entlang der A5 runter bis Karlsruhe, entlang der A8 dann nach Stuttgart und von dort aus dann zum Bodensee Bodensee. Nach einem Abstecher nach Neuschwanstein geht es dann wieder nach Norden, über Ulm nach Würzburg und dann entlang der A3 zurück nach Aschaffenburg.

Es zeigt sich eigentlich wieder das selbe Bild wie bei der Scenery Germany West; wenn der Rechner, allen voran der Datentransfer schnell genug ist, dann sind die Texturen immer scharf. Je schneller der Flieger desto mehr hat der PC zu tun. Wer also einen langsameren Rechner hat, sollte sich einen Gefallen tun und auf langsameres Fluggerät zurückgreifen. Dafür kann man Aerosoft aber nur sehr begrenzt verantwortlich machen.

Gleich beim Start in Aschaffenburg zeigt sich, dass die Flugplätze der German Airfields sich sauber in die VFR Germany Reihe einfügen. Das macht es dem Flusi-Piloten nicht immer einfacher, da sich dadurch manche Flugfelder in der Landschaft verstecken. Speziell Grasbahnen sind dadurch schwerer zu finden.

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Über der Main-Schleife in Aschaffenburg

Zwischen Darmstadt und Heidelberg findet der Übergang der VFR Germany West in die VFR Germany Süd Szenerie statt. Mir ist während des Fluges kein Übergang aufgefallen, was meines Erachtens deutlich für die Szenerie spricht.

Wie bereits bei der Germany West zeigt sich ordentliche Handwerksarbeit mit klaren Texturen und sauber platzierten Objekten. Die Szenerie lebt stark von dem platzierten Autogen und die extra modellierten 3d Objekte geben der Atmosphäre dann den letzten Schliff.

 

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Überflug von Karlsruhe

Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass mit der Installation der VFR Germany Süd die Szenerie Nachts im Dunklen versinkt, da lediglich Tages-Texturen mitgeliefert werden. Hier macht es die Magescenery Reihe anders und bietet mehr. Allerdings stellt sich auch die Frage nach der Verfügbarkeit der Luftaufnahmen und Lizenzkosten. Hier muss jeder für sich entscheiden, was ihm wichtig ist.

 

Stuttgart Innenstadt

Stuttgart Innenstadt

Stuttgart

Stuttgart

Ammersee und Andechs

Ammersee und Andechs

Über Würzburg

Über Würzburg

Miltenberg am Main

Miltenberg am Main


Übergang Swiss Professional und VFR Germany Süd

Habt Ihr auch Switzerland Professional installiert? Über Inkompatibilitäten müsst Ihr Euch keine Sorgen machen. Beide Szenerien tun sich nicht weh – technisch gesehen. Das subjektive Empfinden wird lediglich etwas durch einen anderen Grünton der Bodentexturen getrübt.
Schlimm ist es nicht, aber man sieht durchaus, wo die Szeneriegrenze verläuft. Bedenkt man allerdings, dass man nicht immer bei unendlicher Sichtweite und wolkenlosen Himmel fliegt, fällt das nicht mehr ins Gewicht. Stellt man einen realistischen Sichtweitenwert von bspw. 32 Kilometern ein, wie er auch von dritten Wetteraddons sehr häufig generiert wird, muss man schon genauer hinsehen, um den Verlauf der Szeneriegrenze zu erkennen.

3d-Objekte

Wie bereits erwähnt sind neben den Autogen-Objekten auch extra modellierte 3d-Objekte in die Szenerie integriert. Ein schönes Beispiel ist das Schloß Neuschwanstein, das für die Szenerie extra modelliert und integriert wurde.

Objekte dieser Art finden sich an allen Orten in der Szenerie, speziell bei besonderen Landmarken (Denkmäler, Innenstädte).

 

Überlingen am Bodensee oder die Stadt der toten Ente

Überlingen am Bodensee oder die Stadt der toten Ente

Schloß Neuschwanstein in der Abenddämmerung

Schloß Neuschwanstein in der Abenddämmerung


Integration der German Airfields in VFR Germany

Die German Airfields fügen sich wunderbar in die Szenerie ein – ich hatte ein paar Probleme mit durchscheinenden Texturen, aber das scheint mir eher ein Konfigurationsproblem meiner Grafikkarte zu sein, als dass ich es der Szenerie anlasten möchte, da das Phänomen einheitlich weltweit auftaucht. Damit die Rezension aber endlich mal fertig wird, habe ich davon abgesehen weiter mit den Einstellungen zu spielen, damit das endlich gelöst wird. Wie gesagt finde ich die Integration überzeugend gelöst. Es ist deutlich schwieriger die Flugfelder zu finden, als das bei Standard-Flugsimulator-Flugfeldern der Fall wäre. Dadurch dass die Flugplatz Texturen und umliegenden Texturen homogenisiert wurden, fallen keine wirklichen Grenzen auf. Die handwerkliche Umsetzung der Airfields möchte ich nicht weiter in dieser Rezension beleuchten – das Zusammenspiel von German Airfields und VFR Germany Reihe überzeugt mich jedenfalls. Letztlich natürlich eine Frage der Dicke des Portemonaies.

 

Würzburg Schenkenturm

Abflug von Würzburg Schenkenturm

Abflug von Würzburg Schenkenturm II

Abflug von Würzburg Schenkenturm II

Zugspitze in der Dämmerung

Zugspitze in der Dämmerung

VFR Germany – der östliche Teil (Christian)

Die Szenerie umfaßt mit 95.000 km² den Süden Deutschlands, hauptsächlich Baden-Württemberg und Bayern. Die nördliche Szeneriegrenze Bayerns verläuft entlang einer Linie über Kitzingen, Forchheim, Pegnitz bis Neustadt and der Waldnaab; Nordwestbayern ist ja bereits in der VFR Germany West enthalten. Der Szenerieumfang kann in Google Earth mit einer kmz-Datei eingegrenzt werden. Beworben wird die Szenerie damit, daß Luftbilder verwendet würden, die eine Auflösung von 1m/pix hätten. Alle größeren Gewässer und Flüsse hätten Wassereffekte, Sichtflugobjekten seien vorhanden (Sendemasten, Schornsteine und vieles mehr), typisch deutsche Wohnhäuser, Gewerbegebiete und Industrieflächen seien, basierend auf einer Datenbank aus 4 Millionen Gebäudepositionen, exakt positioniert. Dann seien die Flugplätze auf die Luftbilder abgestimmt, Segelflugplätze und Ultraleichtflugplätze seien in der Szenerie positioniert.

Als Mindestsystembedingungen werden 15 GB Festplattenplatz, Windows XP SP2 oder Vista, eine CPU mit mindestens 3 Ghz (Duo2Core Intel empfohlen), eine Grafikkarte mit mindestens 256 MB Speicher und 1 GB Arbeitsspeicher (2GB empfohlen) genannt.  Winter- und Nachttexturen gibt es nicht, der Platzbedarf auf der Festplatte wäre 3-fach so hoch. Das wollte Aerosoft dem Kunden, nachvollziehbarer Weise, nicht zumuten.

Die Szenerie bringt in der deutschen Alpenregion nun auch ein detailliertes Höhenmodell mit einer Auflösung von 38 m mit. Bei ist zusätzlich das FS-Global Mesh für den FSX installiert; ich konnte bei dessen Deaktivierung keinen sichtbaren Unterschied in der Alpenregion feststellen.

Kauf und Installation

Ich habe die Download Version der VFR Germany getestet, die einige Wochen vor der Boxed Version verfügbar war. Selbst bei einer schnellen Internet Verbindung dauerte es mehrere Stunden, 14 GB Daten herunterzuladen, die in 6 einzelne Dateien aufgesplittet waren. Diese ZIP-Dateien müssen dann in ein gemeinsames Verzeichnis entpackt werden, dort befindet sich eine „Setup.exe“, die dann ausgeführt werden muß. Für die einfach durchzuführende Installation sollte man sich etwa 30 Minuten Zeit nehmen, dann sind 15 GB auf der Festplatte installiert. Die Installation verlief bei mir nach Eingabe der E-Mail-Adresse und eines „Registration Key“ völlig problemlos, die Szenerie wurde automatisch im FSX angemeldet.
Im Start-Menü des Betriebsystems befindet sich unter „Aerosoft“ ein Handbuch, welches auch hier heruntergeladen werden kann. Dann findet man dort ein „Object Config Tool“, mit dessen Hilfe entweder die mit VFR Germany 3 kommenden VFR-Objekte oder auch die mit der Payware aus dem Vertrieb von Aerosoft „German Landmarks X) verwendet werden können. Diese Objekte sollen zwar teilweise nicht genau zu dem Luftbild der Szenerie passen, das konnte ich aber bei dem Test der Szenerie, im Gegensatz zu VFR Germany West, bei der VFR-Germany Süd, im Gegensatz zu den zuvor erschienen Versionen West und Nord, nicht mehr feststellen, Im Gegenteil, mir erschien es z.B. bei dem Münchner Olympiapark mit dem benachbarten BMW Gelände so, also ob VFR Germany Objekte und „German Landmarks“ Objekte identisch sind; die German Landmarks bringen nur noch mehr Objekte mit.

Vom Bodensee zum Ammersee

Mir der Catalina von Aerosoft geht es vom Bodensee nach München. Nach dem Wasserstart bei Friedrichshafen fliege ich entlang des Nordufers; im Hintergrund ist der Szenerieübergang von VFR-Germany Süd zur Austria Professional X anhand des deutlichen Farbtonunterschiedes zu sehen. Die Küste des Sees ist akkurat gelungen, im Wasser befindet sich leider nur eine parallel zum Küstenverlauf und damit der Szeneriegrenze verlaufende Helligkeits- bzw. Farbtongrenze.

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Die Insel Lindau kommt zum Vorschein, sowohl die Eisenbahnbrücke als auch die Straßenbrücke enden landseits im Wasser. Weder der Bahnhof noch der Hafen wurden nachgebildet. Auf der Insel stehen entgegen der Realität nur kleinere Wohnhäuser herum, wie der Vergleich mit einem echten Luftbild zeigt, welches ich früher mal aufgenommen habe. Leider fehlen überall in der VFR-Germany kleinere Kirchen (wie aber auch fairerweise im Handbuch bemerkt). Der Hafen von Lindau wurde meines Erachtens in der VFR-Germany Süd ungenügend umgesetzt, die Mole, Schiffe und der Leuchtturm fehlen. Zusammengefaßt ist auf der Insel die Charakteristik der Bebauung nicht stimmig.

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Weiter geht es Richtung Kempten. Das Allgäuer Voralpenland sieht stimmig aus, im Hintergrund liegen die Berge. Die Landschaft ist nur etwas grünstichig, aber im Frühjahr ist das so eigentlich ganz passend.

Die Bebauung von Kempten besteht wieder nur aus Wohnhäusern, ein paar größere Gebäude in der Innenstadt und die markante Residenz hätten meines Erachtens gut getan.

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Auch weiter westlich, zwischen Kempten und Kaufbeuren, stimmt das Landschaftsbild. Auch in Wirklichkeit sind da nur auch nur Wiesen, Wälder und kleine Orte. Mir fiel auf, daß es bei dem Überlandflügen  nicht mehr, wie bei den Versionen Nord und West, zu teils deutlichen Farbtonunterschieden zwischen den Luftbildkacheln kam. Ich denke,  die Weiterentwicklung der Szeneriereihe läuft in die richtige Richtung.

Hier noch die Nordspitze des Ammersees mit Wörth- und Pilsensee; im Hintergrund der Flugplatz Oberpfaffenhofen. Man erkennt die Gegend sofort wieder.

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Großraum München

Ich positioniere den Helikopter in Oberschleißheim, einem Flugplatz im Norden Münchens. Nach dem Start ist zu erkennen, daß zwar die Piste passend plaziert wurde, der Rest des Bodenlayouts wurde nicht angelegt. Die Hangars wurden leider nicht auf den auf dem Luftbild erkennbaren Positionen ausgerichtet. Die Flugwerft (Außenstelle des Deutschen Museums) fehlt, dahinter ist aber die weitläufige Anlage des Oberschleißheimer Schlosses ansprechend dargestellt.

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Weiter geht’s von Norden her nach München Stadt.

Das BMW- und Olympia-Gelände naht. Ein Unterschied zwischen den Gebäuden der VFR Germany Süd oder denen des German Landmarks X konnte ich nicht feststellen. Das läßt die Vermutung zu, daß teilweise die Objekte aus German Landmarks X seitens Aerosoft übernommen werden konnten. Im Vordergrund befindet sich die typische und stimmige Bebauung mit kleineren Mehrfamilienhäusern.

Nun ja, das Olympia-Stadium finde ich nicht sonderlich gelungen, die Zeltdächer Olympiahalle und die Schwimmhalle wurden erst gar nicht modelliert. Auch die Formgebung des Münchner Fernsehturms stimmt nicht ganz, die Stockwerke auf Höhe der Aussichtsplattform erhielten eine völlig falsche Formgebung. An dem Platz der neuen BMW-Welt steht (auf dem folgenden Bild am linken Bildrand) ein Hochhaus, welches dort weder steht noch stand (hier liegt heute die neue futuristische BMW-Welt).

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Weiter geht es zur Innenstadt. Auch hier fällt die Bebauung nicht sonderlich akkurat aus. Der Hauptbahnhof wurde nicht modelliert, die Häuserblocks scheinen schon sehr schematisiert, wurden jedoch halbwegs passend zu den Straßenzügen ausgerichtet. Eine unterschiedliche Färbung der einzelnen Häuser und der Dächer wäre schön gewesen; das hätte die Monotonie deutlich aufgefrischt.

Auf dem folgenden Bild ist Münchens Innenstadt zu sehen. Das markante Rathaus und die Frauenkirche stehen da, wo sie hingehören. Uns wieder wimmelt es von den standardisierten Häuserblocks, die jedoch wieder passend zu den Straßenzügen ausgerichtet sind.

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Das folgende Bild zeigt von Süden her den Englischen Garten. Den links vom englischen Garten stehende, langgestreckte Wohnblock gibt es in Wirklichkeit nicht, hier stehen einzelne Häuser, z.B. auch die Münchener Tierklinik. Das „Haus der Kunst“ erscheint nur als weißer Fleck im Vordergrund. Im „Englischen Garten“ wurde die Vegetation sehr gelungen plaziert, Bäume stehen da, wo sie sollen, Wieden sind baumfrei.

Weiter geht es zur Museumsinsel (die im Fluß Isar liegt), auf der das berühmte „Deutsche Museum“ steht. Dieses wurde mit seinem typischen Turm nachgebildet.

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Westwärts geht es zur Theresienwiese, auf der das weltberühmte Oktoberfest stattfindet. Auf dem Luftbild stehen die Bierzelte, in der Szenerie nicht. Auch fehlt leider die Bavaria, Münchens berühmtes Monument auf der Westseite der Theresienwiese. Die Fototexturen am Boden entsprechen dem aktuellen Stand bei Google Earth, das bedeutet, teils sind recht aktuell Bilder verwendet worden, teils sind die Bilder (beispielsweise im Allgäu), 9 Jahre alt.

Weiter geht es zum Schloß Nymphenburg. Das Schloß erkenne ich sofort wieder, die umgebende Bebauung mit kleineren Mehrfamilienhäusern und viel grüner Vegetation paßt. Auch der Schloßpark ist mit seinen Bäumen stimmig.

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Weiter geht es Richtung Nordwesten zum Sonderlandeplatz Dachau-Gröbenried, an dem früher die Scheibe Falken (Motorsegler) das Fliegen lernten. Das folgende Bild zeigt einen Teil von Karlsfeld, einen Vorort im Nordwesten Münchens. Bemerkenswert ist, daß die automatisch plazierten Häuser zwar nicht an den korrekten Positionen, aber trotzdem exakt da auf den schmalen Streifen zwischen den Feldern stehen, wo in Wirklichkeit auch Bebauung herrscht. Die Bahnstrecke, die sich als helles Band durch das Bild zieht, entspricht gut der Wirklichkeit.

Im Hintergrund des folgenden Bildes liegt das Werksgeländer der M.A.N. (Lastwagenproduktion) und der MTU (Flugzeugtriebwerke) am Nordrand Münchens. Hier wurden Werkshallen positioniert, davor liegen kleinere Autogen-Mehrfamilienhäuser, Baumreihen und auch Grünflächen. Das stimmt soweit.

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Dann überfliege ich den Sonderlandeplatz Dachau-Gröbenried (EDMD), dessen Grasbahn dezent und damit realistisch in der Szenerie positioniert wurde. Leider fehlen die beiden Hangars, dort am Platz stehen, dafür steht unpassend ein Autogen-Wohnhaus an der Position des Hangars des Dachauer Aeroclubs.

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Als nächstes geht es zur Allianz Arena, der fußballerischen Heim des FC Bayern München und des TSV 1860. Das Stadion wurde in de Szenerie passend an die Stelle gesetzt, an der auch das Original steht. Im Hintergrund der ehemalige, nun bepflanzte Müllberg mit dem markanten Windrad. Die Kläranlage stammt dagegen aus den German Landmarks X, das Stadion in den German Landmarks X und er VFR Germany 3 ist identisch. Der Eindruck ist gut.

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Zum Vergleich anbei ein Bild der originalen FSX Szenerie, hier gibt es zwar die Allianz-Arena, die mit dem Parkhaus nicht einmal schlecht dargestellt wurde, nur stimmt die Umgebung absolut nicht.

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Das folgende Bild zeigt aus gleicher Perspektive die Anordnung mit Ultimate Terrain Europe X. Das Autobahnkreuz ist nun da, die Anordnung der Bodenkacheln ist nun wesentlich stimmiger.  Aber mit dem unterlegten Luftbild aus der VFR Germany 3 erscheint wirklich erst der realistische Eindruck.

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EDDM, der München Flughafen, nähert sich. Von weiter weg ist der Flugplatz gut in die Landschaft integriert aus. Im Vordergrund die Isar, die sich hier unter der Autobahn in ihrem Grünstreifen schlängelt. Die Bäume passen gut zu den fotografierten Wäldern.

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Im weiteren Anflug ergab sich, daß die Taxiways des Flughafens leider nicht genau an die Bodentexturen angepaßt wurden, schade.

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Das folgende Bild zeigt das Vorfeld vom Terminal 1. Hier ist das Vorfeld größer als in Natura und reicht an der Ecke auf die 4-spurige Zubringerstraße.

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Im Landeanflug auf das General Aviation Terminal in München (EDDM) muß ich leider feststellen, daß auch hier die Vorfelder des Flugplatzes, die wohl aus dem FSX stammen, grob vom Luftbild abweichen. Die FSX Bodenplatten offensichtlich nicht an die realen Gegebenheiten angepaßt, teils scheint das Luftbild durch und zeigt von oben fotografierte Flugzeuge. Schade, mit einem Anpassen des Bodenlayouts Flughafens an das tatsächliche Luftbild wäre die Szenerie wesentlich akkurater gewesen.

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Wie in der Produktbeschreibung angegeben, werden keine Nachttexturen mitgeliefert. Das folgende Bild zeigt München bei Nacht mit aktivierter VFR Germany Süd.

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Mit der VFR Germany Süd ist die Großstadt viel zu dunkel, da nur das Autogen und einige Straßen leuchten.

Da empfiehlt sich nur, bei Nachtflügen die VFR-Germany Süd Szenerie zu deaktivieren und mit der Standard-Szenerie des FSX bzw. anderen Addons wie Ultimate Terrain Europe zu fliegen, bei dem nachts nicht nur die Großstadt weit besser erscheint.

Von Füssen über Garmisch nach Kaufbeuren

Nun war es Zeit, an einem Stück des Alpenrands entlang zu fliegen – den ich aus der Realität gut kenne – um die Szenerie in den Bergen zu erkunden und dabei auch den Übergang zum Szenerierand mit Austria Professional X auszutesten.

Am Füssener Segelflugplatz hatte ich meinen Heli positioniert (die Luftfahrtbehörden mögen mir verzeihen, aber wir fliegen hier fiktiv).  Der Platz ist wie erwartet zwar als Grasbahn (auf dem folgenden Bild im Vordergrund) vorhanden, hinsichtlich der Gebäude aber nicht realitätsnah dargestellt.

Airborne in Füssen zeigt sich die Stadt mit kleineren Autogen-Häusern; das berühmte Schloß in der Stadt fehlt. Im Hintergrund der Forggensee. Aus etwa 600 Metern über Grund sieht die Szenerie trotzdem fein aus.

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Also ab kurz in Richtung Westen über den Höhenzug zwischen Österreich und Deutschland in Richtung Falkenstein, auf dem König Ludwig noch ein Schloß bauen wollte. Im Vordergrund liegt der Alatsee. Lustig ist, daß die dynamischen Autos statt durch den Füssener Grenztunnel in gerader Linie direkt über den Bergrücken fahren. Links im Bild sind die Berge von Austria Professional X, die sich hinsichtlich der frühjährlichen Texturfarben unangenehm von der grünen Färbung der VFR Germany Süd abheben.

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Das folgende Bild zeigt südlich von Füssen der Blick nach Reutte in Österreich, auch hier fällt im Frühjahr der Farbwechsel an der Szeneriegrenze kraß aus. Die Straßen gehen jedoch sauber ineinander über, der Lech ist jedoch im Austria Professional X zu schmal ausgeführt.

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Im Sommer ist der Farbunterschied zur benachbarten Szenerie etwas dezenter.

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Weiter geht es kurz an Neuschwanstein vorbei, welches sich realitätsnah in die Landschaft einfügt:

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Hier mal aus analoger Perspektive zum Vergleich ein von mir im letzten Jahr geschossenes Realbild aus einer Robin DR-400 (man entschuldige die Reflektionen in der Verglasung):

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Weiter geht es zur Zugspitze. Der Berg steht mächtig vor dem Heli, die Formgebung des Berges baut sich aber erst in der Nähe zum Berg akkurat auf (wohl eine Eigenschaft des FSX; kein Fehler der Szenerie). Rechts im Bild wieder im Frühjahr des FSX die braunen Texturen von Austria Professional X, die stark von der grünen Farbgebung der VFR-Germany Süd abweichen.

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Über der Zugspitze geht es weiter Richtung Garmisch-Partenkirchen, zum Spaß mal nah an den Felswänden vorbei. Das Tal mit Ortschaft sieht sehr echt aus.

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Hinter mir die Zugspitze, aus der Nähe mit dem dann akkuraten Mesh wirklich gut gelungen:

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Hier noch einmal Garmisch-Partenkirchen, der optische Eindruck stimmt aus etwa 3000 ft über Grund:

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Weiter geht es nach Kaufbeuren, einem als Segelflugplatz gewidmeten, ehemaligen Fliegerhorst mit 2 km langer Asphaltbahn. Das folgende Bild zeigt den virtuellen Anflug, das darauffolgende Bild einen Anflug in Realität, den ein Passagier von mir letztes Jahr aufgenommen hat.

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Zusammenfassend ergibt sich, daß der Wiedererkennungswert der Szenerie dank der Luftbilder und des Höhenmodells in der Alpenregion sehr groß ist. Ein absoluter Tiefflug ist jedoch nicht zu empfehlen, bei Einhalten der Sicherheitsflughöhe von etwa 600 Meter über Grund kommt die fotorealistische, teils leider etwas grünstichige Landschaft sehr realitätsnah daher.

Von Nürnberg über Rothenburg ob der Tauber, Kelheim nach Regensburg

Zunächst führte ich die neu erschienene Catilina PBY von Aerosoft für einen Rundflug über Nürnberg aus. Anbei ein paar Eindrücke vom Stadtzentrum. Aus etwas Höhe wirkt die Szenerie mit den Gebäuden realistisch, nur zu tief sollte man wie in der Alpenregion nicht fliegen, obwohl die Burg etc. schön nachgebaut wurden.

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Bei einem Tiefflug kommen die Grenzen der Szenerie zum Vorschein. Die Bodentexturen wirken matschig, die Standard-Gebäude mit ihren Texturen auch nicht sonderlich real. Aber der Rechner, der auch im Tiefflug noch fein aufgelöste Texturen und Häuser darstellen kann, muß wohl erst noch erfunden werden; ich denke, mit VFR Germany Süd wird der momentane Stand der Technik mit den dazu erforderlichen Kompromissen erreicht.

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Auch der Anflug an EDDN wirkt realistisch, leider ist der Flugplatz nur in der FSX Standard-Version vorhanden.

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Dann geht es mit der Bushhawk weiter um Rothenburg ob der Tauber, jene Stadt mit dem mittelalterlichen Zentrum. Die dortigen Gebäude mit der markanten Stadtmauer wurden leider nicht nachgebildet; trotzdem sieht die Stadt aus größerer Höhe recht nett aus. Das Höhenprofil von FS-Global X stimmt leider nicht ganz mit der Stadtgrenze überein, manche Häuser fallen ins Tal.

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Nun geht es nach Osten nach Kelheim, wo die Befreiungshalle zwischen dem Zufluß der Altmühl zur Donau steht. Das „Elefantenklo“ auf dem Berg wurde nachgebildet und steht auf der Position des Luftbildes, die Autogen-Häuser wurden in der Stadt plaziert, jedoch nur innerhalb der Stadtgrenzen ohne Rücksicht auf Wohnstraßen bzw. Positionen tatsächlicher Gebäude. Das zieht sich durch die ganze Szenerie, lediglich die Wohnblocks in Städten orientieren sich nach Straßenverläufen.

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Ich setze den Flug entlang der Donau Richtung Regensburg fort. Die Donau zieht sich in Schleifen hin, hier ein Eindruck der real wirkenden Landschaft.

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Regensburg kommt in Sichtweite. Die Autobahnbrücke ist vorhanden, darunter liegt die Autobahn auf dem Luftbild.

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Die Stadt selbst wurde mit ihren markanten Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise dem Dom, wieder realitätsnah dargestellt. Es stehen nur einige seltsame, lilafarbene Hochhäuser herum. Die automatische Positionierung der Autogen-Häuser funktioniert so gut, daß diese wirklich nur in den Gebieten stehen, wo auf dem Luftbild Häuser stehen; in Grünanlagen stehen sie nicht.

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Etwas weiter östlich steht die Walhalla, ein bekanntes deutsches Monument, welches östlich der Stadt auf einer Anhöhe nördlich der Donau gebaut wurde. Dieses Bauwerk erkenne ich gleich wieder.

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Auf geht’s zur Landung nach Regensburg-Oberhub, einem kleinen Flugplatz nördlich der Stadt, Hier wurde nur die Piste gut in das Luftbild eingepaßt, Flughafengebäude fehlen. Der Anflug gestaltet sich mit den Wäldern erwartungsgemäß in einer realistischen Optik.

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Fazit

Die VFR-Germany Süd ist als die neueste Ausgabe der Reihe VFR Germany auch die Beste. Die Autogen-Häuser und Bäume wurden noch besser eingepaßt, starke Farbtonunterschiede zwischen den Bodentexturen wie bei den ersteren Ausgaben der Szeneriereihe (West und Nord) fielen nicht mehr auf. Teils wurden auch die Masten von Hochspannungsleitungen passend positioniert, bei Dachau-Gröbenried stimmt der Verlauf der Leitungen, bei Kempten fehlen dagegen die Hochspannungsleitungen im Anflugbereich. Autos fahren auf größeren Straßen, Schiffsverkehr gibt es dagegen auf den Gewässern nicht. Es macht wirklich Spaß, nun VFR auch Süddeutschland abzufliegen; der gute alte FS9 ist bei mir diesbezüglich eingemottet. Auch bei IFR Flügen in großer Höhe wirkt die Landschaft stimmig, wie das folgende abschließende Bild von einem Abflug der MD-11 in München zeigt.

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Pro

  • Bodentexturen stimmig aus einigen hundert Metern Flughöhe
  • Wassereffekte bei allen größeren Gewässern
  • hohe Anzahl an Sichtflugobjekten
  • Typisch deutsche Autogenobjekte in hoher Anzahl
  • kaum Framerateeinbußen
  • einfache Installation und Setup

Contra

  • Wasser an der Küste vom Bodensee mit stufiger Färbung
  • Bodenlayouts der wenigen Großflugplätze wurden nur unzureichend an die Fototexturen angepaßt
  • Bodentexturen etwas grünstichig

Informationen

Testsysteme

  • Christian Schnädelbach
    • Intel Core2 Duo E6400
    • Windows XP SP3 mit FSX SP2
    • 4 GB RAM
    • Geforce 8800GTS 512 MB
    • SATA-2 HDD
  • Ingo Voigt
    • AMD X64 5000+
    • GF8800GT
    • 2GB RAM
    • WinXP

 

Christian Schnädelbach und Ingo Voigt







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