Review: MK-Studios | Keflavik

Noch vor wenigen Jahren war das Team um den polnischen Entwickler Mateusz Stabryla ein unbeschriebenes Blatt in der Flugsimulatorszene. Im September 2017 begann MK-Studios ganz bescheiden mit einer Umsetzung des Inselflughafens Fuerteventura. Kurz darauf folgten Lanzarote und Teneriffa. Mit jeder Veröffentlichung stieg die Qualität der Szenerien merklich an und spätestens seit Lissabon spielt MK-Studios in der obersten Liga der Szenerie-Entwickler mit. Die modernen Umsetzungen bestechen durch viele Details und gute Performance. Besonders erfreulich ist auch die Zielauswahl des Entwicklerteams, die stark daran orientiert ist, “weiße Flecken” auf der Flugsimulatorkarte zu füllen. Lissabon, Vagar und Dublin waren lang vernachlässigte Plätze, die dank MK-Studios eine hochaktuelle Umsetzung erhalten haben und uns nun viel Spaß bereiten.

Auch das jüngste Werk der Entwickler schließt eine kleine Lücke im Simulator. Keflavik war bereits seit einiger Zeit von vielen Community-Mitgliedern als Wunschdestination an diverse Entwickler adressiert worden. MK-Studios hat diese Wünsche im vergangenen Jahr erhört und eine moderne Umsetzung des kleinen isländischen Flughafens veröffentlicht. In unserem Stream konntet ihr bereits einen ersten Eindruck der Szenerie mit Kommetaren von Entwickler Mateusz erhalten, im Folgenden schaut Rezensent Tom im Detail auf das neueste Werk des Teams von MK-Studios.

Erster Eindruck

SK595, Kopenhagen – Keflavik. Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden Flugzeit erreicht man mit dem Airbus A321 aus Dänemark kommend den Top of Descent für den Anflug auf Islands größten Verkehrsflughafen. Zufällig bin ich auf diesem Flug mit exakt der gleichen Maschine unterwegs, die auch in der Realität an diesem Tag für die Rotation eingesetzt wurde: OY-BKF. Der Sinkflug verläuft bereits entlang der Küste und ohne Wolken könnte auf der rechten Flugzeugseite bereits die Aussicht auf Island genossen werden. Die Anflugprozeduren für Keflavik sind nicht sonderlich spektakulär. Über die NASBU4N Arrival geht es über den Fix Dexon direkt auf das ILS der Bahn 01.

Der Anflug auf Keflavik ist recht langweilig. Man überfliegt eigentlich nur Ödland. Zu dieser Jahreszeit ist alles noch in Weiß getaucht und so erscheint auch das Flughafengelände in der Ferne verschneit in winterlicher Stimmung. Der Übergang zwischen FTX und MK-Studios erscheint auf dem ersten Blick nicht ganz sauber gelöst. Da wird sich ein genauerer Blick noch einmal lohnen.

Touchdown auf Island. Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass sich das Team von MK-Studios viel Mühe mit einer überzeugenden Umsetzung der Winterdarstellung gegeben hat. Überall sind Schneehügel und -verwehungen zu sehen, die Betriebsflächen sind soweit es geht freigeräumt, die Rückstände des kalten Niederschlags lassen sich aber trotzdem überall deutlich erkennen. Pisten und Rollwege setzen sich dank PBR-Technik deutlich ab und bieten entsprechende Effekte. In unmittelbarer Nähe zum Flughafen hängen Häuser irgendwie frei in der Luft. Das fällt aufgrund der kargen Bebauung leider schnell ins Auge.

Insgesamt macht die Szenerie jedoch einen überzeugenden ersten Eindruck. Am Terminal können SODE-Jetways in Anspruch genommen und währenddessen die detailverliebten und komplexen Modelle des Abfertigungsgebäudes bewundert werden. An einer Außenposition steht leider ein AI-Flugzeug mitten in einem statischen Modell. Trotzdem: Keflavik macht einen soliden Gesamteindruck auf mich.

Installation und Umfang

MK-Studios Keflavik gibt es, wie alle Produkte der polnischen Entwickler, exklusiv im simMarket. Der Download ist etwa 3 Gigabyte groß und beinhaltet eine detailgetreue, P3D v4-native Umsetzung des Flughafen Keflavik und zusätzlich vereinfachte Darstellungen von drei Flugplätzen im Umland. Eine fotorealistische Abdeckung der Insel oder eines Teils davon ist nicht enthalten.

Die gesamte Featureliste (ich verzichte aufgrund der Länge an dieser Stelle auf eine Übersetzung) liest sich durchaus beeindruckend. Keflavik, so macht es den Eindruck, lässt wenig zu wünschen übrig.

  • Highly detailed rendition of Keflavik airport and it’s surroundings,
  • Simplified Akureyri airport rendition with surroundings and autogen,
  • BIAR and BIIS airport enhancements (to work with ORBX Open LC EU),
  • Orbx Global Iceland Demo / Open LC EU / VECTOR compatible,
  • Up to date ground layout and stands according to the real world changes,
  • 50cm/pixel satellite resolution for the approach area and airport,
  • Mesh coverage for the airport surroundings,
  • Accurate and detailed airport infrastructure based on real sizes and dimensions,
  • Detailed AFCAD adjusted for AI addons,
  • Over 10 000 accurately placed autogen buildings and vegetation,
  • PBR implementation for taxiways and runways,
  • PBR implementation for the airport buildings,
  • PBR precipitation and snow effects,
  • Terminal interior model (simplified for maximum performance),
  • Very realistic night lighting with directional taxiway center line lights, approach lights including correct brightness and weather/time based visibility conditions,
  • Optimized Dynamic Lightning,
  • Compatible to all major traffic add-ons,
  • SODE jetways, SODE VDGS and windsocks supported,
  • Optimized to take advantages of new P3D V4.5 HF2 (or later) features.

Die Installation verläuft über einen einfachen Installer, der keine weiteren Konfigurationsmöglichkeiten bietet. Er weißt den Nutzer allerdings daraufhin, dass es zu Darstellungsfehlern in Verbindung mit ORBX kommen kann und hier ggf. noch händische Schritte notwendig sind. Ich empfehle euch in jedem Fall nachzuschauen, ob die Dateien durch den Installer richtig umbenannt wurden. Bei mir ist das bei einem Teil erfolgt, bei einigen anderen Dateien jedoch nicht. Bemerkbar machen sich nicht-deaktivierte ORBX-Fragmente durch eine Qantas 737 auf dem Flughafen und doppelte Gebäude.

Auf diese Weise wirkt die Installation etwas altbacken. Ich kann nicht sagen, ob sich die ORBX-Szenerie an dieser Stelle (Island gehört zur Demo-Region) so kompliziert verhält, dass aus Entwicklersicht kein runder Workflow eingebettet werden konnte oder der Installer nicht genug Möglichkeiten bietet. Für den Endkunden ist die Installation aufgrund der notwendigen zusätzlichen Schritte ein wenig unglücklich umgesetzt.

Mittlerweile sind bereits diverse Updates von den Entwickler veröffentlicht worden. So wurden die im ersten Eindruck angesprochenen Probleme mit Autogenhäusern und der Kollision zwischen statischem Flugzeug und AI-Verkehr behoben.

Der Flughafen Keflavik

Ist die Installation jedoch überwunden, hat man auf der heimischen Platte einen kleinen aber bedeutenden weißen Fleck der Weltluftfahrt geschlossen. Gut, ein wirklich weißer Fleck war Keflavik nicht, hat doch Aerosoft bzw. FSDG im Jahr 2011 bereits eine Szenerie des isländischen Flughafen veröffentlicht. Die Qualität der Flugsimulator-Szenerie hat sich seitdem jedoch enorm gesteigert, sodass man beim Blick auf die alten Screenshots das Gefühl einer jahrzehntelangen Zeitreise bekommt.

Keflavik war besonders in der frühen Linienluftfahrt von entscheidender Bedeutung für den Luftverkehr, da Nonstopflüge über den Atlantik aufgrund der begrenzten Reichweite damaliger Flugzeugmuster nicht umsetzbar waren. Der verhältnismäßig kleine Flughafen war somit für Reisende nach Nordamerika ein routinemäßiger Stop  auf dem Weg über den großen Ozean. Mittlerweile, das wissen wir alle, ist der Sprung über den Atlantik ein Kinderspiel für modernes Fluggerät. Island sehen Passagiere auf dem Weg zum Nachbarkontinent üblicherweise nur noch aus dem Fenster. Einzig Auslieferungsflüge kleinerer Flugzeugmuster stoppen auch heute noch in Island um den Weg vom Werk in Seattle, Hamburg oder Toulouse zur neuen Heimat zu bestreiten. Zwar kommt Island als Reiseziel selbst immer mehr in Mode, wirklich viel Origin- & Destinationverkehr gibt es aber nicht. So ist auch die Auswahl an Zielen, mal abgesehen vom Streckennetz des Homecarrieres Icelandair, begrenzt. Letztere hat sich mit einer durchaus üppgien 757-Flotte jedoch in einer Marktnische positioniert und nutzt die strategisch günstige Lage der Homebase als Umsteigedrehkreuz und bietet zahlreiche günstige Verbindungen als Alternative zu Direktflügen über den Atlantik an. Eine Strategie, die auch die mittlerweile in die Insolvenz geflogene WOW-Air verfolgte. Darüber hinaus ist Keflavik regelmäßig Schauplatz von Zertifizierungsflügen neuer Flugzeugmuster. Sowohl Boeing, als auch Airbus nutzen den Flughafen regelmäßig um die zulässige Schwerwindkomponente ihrer Flugzeuge zu testen. In diesen Fällen kann man im windigen Keflavik beeindruckende Seitenwindlandungen bestaunen.

Die MK-Studio-Version von Keflavik ist dem aktuellen Ausbaustand des Flughafens nachempfunden. Sie beinhaltet auch das verhältnismäßig neue Terminal Remote East Apron. Im direkten Umfeld gibt es keine großen Hingucker, trotzdem gibt es passende Texturen und Gebäude, die hier durch das Entwicklerteam platziert worden sind. Ein besondereres Highlight der Szenerie ist die saisonale Darstellung. Winter und Sommer unterschieden sich wirklich stark voneinander, weshalb ich im Folgenden versucht  habe immer Bilder aus verschiedenen Jahreszeiten zu zeigen.

Terminal

Gut sieben Millionen Passagiere wurden im Jahr 2017 über das charakteristische Terminal des Flughafens in Keflavik abgefertigt. Das rote Dach des Hauptgebäudes und der unverwechselbare, schmale, ebenfalls in rot gehaltene Pier, der zum modernen Erweiterungsbau führt, heben sich von den futuristischen Bauwerken der großen Drehkreuze in charmanter Weise ab. Das Terminal wurde vom Entwicklerteam gut in Szene gesetzt und wirkt voll und ganz überzeugend. Toll finde ich, dass das Gebäude (wie auch die meisten anderen) im Winter anders texturiert ist. So bekommt man wirklich einen Eindruck der Kälte und das Gesamtbild ergänzt sich gut mit den verschneiten Betriebsflächen.

Das gesamte Gebäude ist sehr detailreich und sauber modelliert. Es wirkt, wie auch in der Realität, nicht wie aus einem Guss, sondern vermittelt vielmehr den Eindruck zahlreicher verschiedener Ausbaustufen. Vom Zweckgebunden Verbindungsgang, bis hin zum modernen Concours mit fein modellierten Sonnenblenden und Glasfassaden. Der Unterschied zwischen geklinkerten Fassaden, Fensterfronten und Alluminiumkonstruktionen kommt sehr gut zur Geltung. An den Parkpositionen kommt SODE-Technologie in Form von Fluggastbrücken und VDGS zum Zuge.

Der vorgelagerte Teil des Terminals hat von den Entwicklern eine rudimentäre Innenausstattung erhalten. Sie ist nicht übermäßig detailliert, trägt aber aufgrund der weitläufigen Glasfronten auch von außen zu einem stimmigen Gesamtbild bei.

Entfernt man sich etwas vom Flughafen fällt auf, dass der LOD-Radius bzw. die Objektdefinition sehr gering eingestellt ist. So verschwinden Terminal und weitere Gebäude bereits bei mittlerer Distanz. Gut zu erkennen auf dem folgenden Bild.

Bodentexturen

Die Bodentexturen der Szenerie sind saisonal sehr unterschiedlich. Im Winter dominiert der Schnee die Landschaft. Es gibt Schneeverwehungen, aufgeschobene Hügel und Rückstände auf dem Vorfeld. Die kalte Jahreszeit gefällt mir ziemlich gut, auch wenn die Schneetextur auf den Rollwegen und Positionen ein sich stark wiederholendes Muster aufweist. Im östlichen Bereich des Flughafens fehlen mir ein wenig die Details auf dem weitläufigen Vorfeld. Fällt die Sonne hier flach auf den Bodenbelag, wird ein Muster durch den PBR-Effekt sichtbar und der gesamte Bereich wirkt in meinen Augen sehr steril und leblos.

Schaltet man von Winter auf Sommer um, zeigt sich der Flughafen in einem komplett anderen Gewand. Die Grünflächen sind mit 3D-Gras ausgestattet, die Betriebsflächen wirken deutlich kontrastreicher. Der angesprochene Bereich im Osten gibt ein besseres Gesamtbild ab, wenn auch lange nicht so detailliert wie das Terminalvorfeld. Linien und Markierungen gefallen mir sehr gut. Sie sind gut lesbar, haben angenehme Kontraste und weisen stimmige Farben auf. Die Sommer- und auch die Frühlingsdarstellung der Szenerie gefällt mir ausgesprochen gut!

Flughafengelände

Auf dem gesamten Vorfeld sind diverse Fahrzeuge und Objekte platziert. Mich hat besonders die Vielzahl an Modellen und Lackierungen begeistert. So findet man in Keflavik mindestens vier verschiedene Schleppermodelle, Busse in diversen Lackierungen und unterschiedliche Treppen. Dank reichhaltiger und gut abgestimmter Verteilung wirkt das gesamte Vorfeld rund um den Terminalbereich sehr geschägtig. Leider gibt es jedoch keinen animierten Verkehr, der hier und da für ein wenig Bewegung sorgt. Dadurch fehlt der Szenerie ein wenig die Lebendigkeit, trotz des vollgestellten Vorfelds.

 

In übrigen Bereichen, abseits des Terminals, finden sich deutlich weniger Objekte und Details. Die Werftbereiche und der angeschlossene Stützpunkt der Luftwaffe sind vorbildgerecht mit Hangarkomplexen, Unterständen und Verwaltungsgebäuden ausgestattet, bieten jedoch keine besonderen Highlights. Auch der Detailumfang der Bodentexturen nimmt in diesen Bereichen ab.

Das Team von MK-Studios hat neben statischen Fahrzeugen auch einige statische Flugzeuge und Helikopter in die Szenerie eingefügt. So findet sich ein British Airways A320 im Wartungsbereich nahe des Terminals und zwei Blackhawk auf einem Vorfeld im Westen, nahe des militärischen Bereichs. Im östlichen Teil des Flughafens lassen sich, ganz realitätskonform, die eingemotteten 737 MAX von Flagcarrier Icelandair finden. Das Modell ist recht rudimentär, der Flugzeugtyp lässt sich aber erkennen. Etwas schade finde ich, dass MK-Studios nicht die typischen Storagemaßnahmen wie etwa gecoverte Engines und abgeklebte Sensoren umgesetzt hat. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau.

Flughafenumfeld

Außerhalb des Flughafenzauns gibt es wenig zu entdecken. Am ehesten lädt noch der Bereich rund um das Terminal zum näheren Hinsehen ein, aber auch hier gibt es bis auf Parkplätze und ein Hotel nur wenig Highlights, an denen sich das Entwicklerteam hätte austoben können. Es fällt jedoch auf, dass die Komplexität der Modelle abseits des Rollfeldes drastisch abnimmt. Sowohl geparkte Autos, als auch die gläsernen Verbindungsgänge zum Terminal und einzelne Gebäude weisen sehr wenige Details auf und sind lediglich grundlegend abgebildet. Hier könnte die immerwährende Diskussion um die Notwendigkeit einer aufwendigeren Darstellung umliegenderer Bereiche aufgenommen werden. Ich finde es gut, dass sich das Team von MK-Studios auf wesentliche Bereiche konzentriert und an anderer Stelle Rechenressourcen einspart. Gleichwohl lässt sich natürlich die Frage stellen, ob das in diesem Umfang an einem Ort wie Keflavik notwendig ist.

Im Osten des Flughafengeländes erstreckt sich ein Gewerbegebiet mit diversen Hotels und Autovermietungen. Auch an dieser Stelle gibt es wenig Details. Die Gebäude mit ihren charakteristischen bunten Dächern sind grundsätzlich wiedererkennbar, die zugrundeliegende Bodentextur ist allerdings recht grob. So gibt es diverse unretuschierte Objekte und auch einige Häuser lassen sich noch auf der Fototextur entdecken. Im Anflug auf die Bahn 28 liegt ein Hafen samt Werfthalle, den ich mir in der Umsetzung gewünscht hätte. Leider findet man auch hier lediglich die Umrisse auf der Bodentextur.

Grundsätzlich ist das Umfeld des Flughafens eine Herausforderung, weil es kaum Bäume oder Topographie gibt. Es ist einfach flach und öde. Gerade durch diesen Umstand fällt die Qualität der Bodentextur umso mehr ins Gewicht. Im Sommer gefällt mir die Textur etwas besser als in den Wintermonaten. Letztere Saison ist, das muss man fairerweise anerkennen, deutlich schwieriger realistisch umzusetzen. Das Wechselspiel zwischen schneebedeckten Wiesen und kargem, schroffen Fels wirkt im Simulator teils wie ein grober Fleckenteppich, ist aber wahrscheinlich schier nicht besser darstellbar. Ein wirklich atmosphärisches Winterfeeling kommt bei mir im weiteren Umland leider nicht auf, das möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht dem Entwicklerteam von MK-Studios anlasten.

Der im ersten Eindruck bemängelte Übergang zwischen Geländetextur des Umlandes und des Flughafengeländes ist übrigens den individuellen Shadereinstellungen geschuldet. MK-Studios weist im Manual eindringlich daraufhin, dass die Szenerie für die Nutzung von Standard-Shadern optimiert worden ist und andernfalls Diskrepanzen auftauchen können.

Der Flughafen bei Nacht

Die Nachtdarstellung ist für Keflavik von besonderer Bedeutung, herrscht hier im Norden in den Wintermonaten doch eine ausgedehnte Dunkelheit. MK-Studios hat den Flughafen mit dynamischen Lichtern ausgestattet, sodass für ausreichend Beleuchtung auf dem Vorfeld gesorgt ist. In der Nacht zahlt sich die Ausgestalltung des Terminals hinter den großen Glasfassaden aus. Auf diese Weise wirkt das Abfertigungsgebäude sehr plastisch und muss nicht von einer zweidimensionalen Textur Gebrauch machen. Das kommt wirklich gut rüber!

Auch die Nachtdarstellung der Taxi- und Runways ist gut gelungen. Die Lichter sind hell genug und weithin sichtbar. Laut meinen Charts sind jedoch sämtliche Rollwege des militärischen Bereichs sowie der zugehörige Abroller auf der Südseite von Bahn 10/28 geschlossen. In der MK-Studio-Umsetzung sind diese Bereiche jedoch durch blaue Randbefeuerung beleuchtet.

Flughafen Akureyri

Zusätzlich, sozusagen als Goodie, ist neben Keflavik auch der Flughafen Akureyri von MK-Studios umgesetzt worden. Er liegt ein ganzes Stück von Keflavik entfernt im Norden der Insel am Fjord Eyjafjörður. Im Jahr 2010, als der Vulkan Eyjafjallajökull den weltweiten Luftverkehr lahm legte, war Akureyri, trotz der bescheidenen Größe, Ausweichflughafen für Keflavik. Linienverbindungen bestehen von hier aus allerdings nur wenige. Air Icland fliegt zum Beispiel mit Dash-8 nach Keflavik und Rejkjavik. Als einzige Fluggesellschaft mit “Großgerät” wird Transavia den Flughafen im Sommer mit Rotterdam verbinden.

Akureyri ist zwar weitaus weniger detailliert ausgestalltet, verfügt aber dennoch über einige nette Details. So sind neben Gebäuden und Fahrzeugen auch diverse statische Kleinflugzeuge und Personen dort positioniert worden.

Im Anflugbereich findet sich ein Hafen mit Schiffen und einigen netten Details. Im Fjord ist zudem ein statischer Tanker mit beeindruckender Wassertextur zu finden. Schade, dass es derlei kleine Feinheiten nicht im Anflugbereich von Keflavik gibt!

Die unterschiedlichen PAPIs im Anflug auf Bahn 01 sind übrigens keinesfalls ein Bug. Der Flugahfen Akureyri verfügt über zwei unterschiedliche Anflugprozeduren mit abweichendem Gleitwinkel. MK-Studios hat die Szenerie so umgesetzt, dass ihr beide Verfahren realistisch abfliegen könnt!

Fazit

Wie schon Lissabon, Teneriffa und Dublin gefällt mir Keflavik aus dem Hause MK-Studios ausgesprochen gut. Der Flughafen selbst ist mit sämtlichen Schikanen der modernen Szenerieentwicklung ausgestattet. Es gibt SODE Jetways und VDGS, PBR-Texturen und dynamisches Licht. Die Gebäudemodelle sind sehr überzeugend gestaltet und umgesetzt. Viele unterschiedliche Fahrzeuge in abwechslungsreichen Bemalungen lassen den Flughafen realistisch und geschäftig wirken. Besonder hervorzuheben ist die aufwendige Saisondarstellung. Im Winter gibt es viel Schnee auf den Betriebsflächen. Schneeverwehnungen und aufgeschobene Hügel lassen die kalte Jahreszeit überaus realistisch daherkommen. Auch die Dächer der Gebäude sind weiß. Das findet man nur bei ganz wenigen Winterdarstellungen! Als Goodie gibt es zudem noch den Flughafen Akuryri als Alternate dazu. Ein nettes kleines Extra!

Zwar nimmt der Detailreichtum der Szenerie im näheren Umland stark ab, hier und da fällt auch die unretuschierte Fototextur ins Auge, dafür läuft die Szenerie aber extrem flüssig. Sicher liegt das auch an der isolierten Lage, trotzdem ist die unvergleichbar gute Ablaufgeschwindigkeit ein erfreuliches Plus für Nutzer mit schwächeren Systemen. Gerade bei einer derart starken Leistung wären jedoch noch ein paar Extras wie dynamische Fahrzeuge oder ein wenig mehr Details im Umland wünschenswert. Ein Konfigurationstool könnte hier für unterschiedliche Systeme das passende Gleichgewicht herstellen.

Eingangs hatte ich erwähnt, dass MK-Studios mittlerweile qualitativ in der oberen Liga der Szenerieentwickler mitspielt. Gleiches gilt auch für die Preisgestaltung. Mit 27€ bewegt man sich zwar noch nicht auf FlyTampa oder Flightbeam Niveau, ruft aber bereits einen stolzen Preis ab. Dafür versorgt uns MK-Studios jedoch auch regelmäßig mit Updates. Der Entwickler ist erreichbar und Verbesserungen bzw. Ausbesserungen werden eingearbeitet. Auch eine Portierung für den neuen Microsoft Simulator ist möglich. Das Preispaket beinhaltet also auch bewährten Support, den ich an dieser Stelle nur loben kann!

Keflavik von MK-Studios bekommt von mir eine klare Kaufempfehlung. Zwar ist die Auswahl an Zielen beschränkt, aber der Flughafen ist liebevoll und detailreich umgesetzt. Die Ablaufgeschwindigkeit ist klasse und die unterschiedlichen Jahreszeiten kommen beeindruckend zur Geltung. Vielleicht lohnt es sich ja die CaptainSim 757 mal aus dem Hangar zu holen?

Informationen

Pro Contra
  • Komplexe Modelle
  • Plastisches Terminal mit Interrior
  • Aufwendige Saisonale Darstellung
  • Viele und abwechlsungsreiche Bodenfahrzeuge
  • Inklusive Flughafen Akuryri
  • Sehr gute Performance
  • Regelmäßige Updates
  • Stark abnehmende Details im Umland
  • Etwas umständlicher Installationsprozess
  • Keine dynamischen Fahrzeuge
Informationen Testsystem

 

  • Intel I7-9700K @ 5,1 Ghz
  • 32GB DDR4-Ram
  • Geforce RTX 2080
  • Windows 10  64Bit
  • Prepar3D 4.5

 

 Tom Domenic Götz

Benachrichtigungen:
Lars

Moin Tom,

vielen Dank für dieses tolle und ausführliche Review.
Ich habe dazu nur eine bescheidene Frage, kann man diese Scenerie auch in der Version 4.4 installieren, oder ist diese ausschließlich für 4.5 entwickelt?

Wäre toll, wenn Du mir hierzu eine Info geben könntest.

Gruß
Lars