Review: German Airfields 1 “Inselhüpfen”

Anfang November hat uns Aerosoft mit dem Release des ersten German Airfields Pakets aus der 12-teiligen Reihe erfreut. Umgesetzt wurden die Ostfriesischen Inseln für den FSX – in Ausnahme zu den anderen, noch folgenden Paketen, sind in diesem Fall die Inseln samt der Flugfelder umgesetzt. In den noch folgenden Paketen werden ausschließlich die Flugplätze im Vordergrund stehen. Unser neuer Kollege im Review-Team, Broder Illing, hat sich die Szenerie angeschaut und berichtet unter “mehr“, wie ihm die Szenerie gefallen hat.

Review German Airfields 1 “Inselhüpfen”

Es ist ja nun schon eine Weile her, dass Aerosoft German Airfields 1- Inselhüpfen herausgebracht hat. Als gebürtiger Dithmarscher habe ich mir das Angebot also nicht entgehen lassen, diese Reihe mal ein bisschen genauer zu betrachten. Prinzipiell sagen Bilder mehr als Worte, also versuche ich mal die Balance zu finden.

Drumherum

Mit der Downloadversion bekommt man erst einmal eine gut 500MB große Datei. Die Installation verläuft gewohnt unkompliziert und benötigt etwa 550 MB auf der Festplatte. Man kann bei der Installation wählen, ob man Flugverkehr zwischen den Inseln möchte. Ich würde diese Einstellung empfehlen, da so noch ein bisschen mehr Leben in die Szenerie kommt.

Wenn man nun – in ungewohnter Weise – erst das gut aufgemachte Handbuch ( das übrigens sowohl in Deutsch als auch in Englisch als PDF-Datei geliefert wird) überfliegt bevor man den Flugsimulator startet, kann man noch das Flughafenfest auf Wangerooge aktivieren … nettes Gimmick. Im Handbuch wird auch schon im Vorwege auf Phänomene in der Szenerie aufmerksam gemacht. Warum zum Beispiel die Texturen der Landebahnen aus größerer Höhe betrachtet, flimmern und warum die Bäume blaue Ränder haben können. Vorbildlich !

Außerdem finden sich noch die Anflugkarten für die umgesetzten Plätze:

  • EDXW – Sylt/Westerland
  • EDXY – Wyk/Föhr
  • EDWP – Pellworm
  • EDXB – Heide-Büsum
  • EDXO – St. Peter-Ording
  • EDWR – Borkum
  • EDWJ – Juist
  • EDWY – Norderney
  • EDWZ – Baltrum
  • EDWL – Langeoog
  • EDWG – Wangerooge
  • EDXP – Harle
  • EDWB – Bremerhaven
  • EDWS – Norden-Norddeich
  • EDWI – Wilhelmshaven
  • EDWE – Emden

Bei den ICAO Codes ist scheinbar ein kleiner Fehler aufgetreten. Inzwischen hat auch Pellworm einen eigenen ICAO Code bekommen und Bremerhaven ist nicht wie angegeben EDWP (das ist nämlich Pellworm), sondern EDWB. Natürlich beeinflusst das in keiner Weise das Flugvergnügen.

Mal etwas Neues ist, dass Aerosoft eine KMZ Datei für Google Earth beigelegt hat, mit deren Hilfe man sich bequem über die Lage der einzelnen Plätze informieren und gut erkennen kann, dass Luftbilder zur Realisierung dieser Szenerie verwendet wurden.

Los geht‘s

Ich habe mir überlegt, wie ich die Plätze am Besten erkunden kann und mich entschieden, einfach von Nord nach Süd abzufliegen. Insgesamt sind das etwa 220 Meilen. Los geht es also auf Sylt.

EDXW

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Wenn ich denn schon mal auf Sylt bin, komme ich nicht drum herum meine alte Wirkungsstätte zu besuchen und siehe da, auf dem Gelände der Marinefliegerlehrgruppe sehe ich uns noch Blasen an den Füssen laufen ;-).

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Der Tower und die Flughafengebäude sind gut texturiert, größtenteils aber nur von der Platzseite aus. Schaut man sich mal ein wenig genauer um, dann bemerkt man schon die unterschiedliche Qualität der Texturen. Die Liebe zum Detail in dieser Szenerie findet sich wiederum in der Garage der Flughafenfeuerwehr. Da haben die Fahrzeuge sogar NF auf dem Nummernschild !

Und schon geht es die knapp 15 Meilen nach Wyk auf Föhr ( EDXY )

Zwei kurze Grassbahnen stehen dem ambitionierte GA-Piloten hier zur Verfügung. Man sollte schon einen Flieger benutzen, der gute STOL Eigenschaften hat. Sehr viel gibt es hier allerdings nicht zu sehen, außer vielleicht dem Towerlotsen, der sich hier zu langweilen scheint 😉

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Über Pellworm ( EDWP )

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geht es die knapp 23 Meilen nach St. Peter Ording ( EDXO )

Leider wurde hier darauf verzichtet die bekannten Stelzenhäuser in Böhl zu modellieren. Außerdem sind einige Fenster schlicht blau. Wenn schon nicht transparent, wäre wenigstens ein Grauton nett gewesen. Bei einem Anflug aus 2500ft fällt hier auch das Flackern der Bodentexturen deutlich auf.

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Kleiner Zwischenstopp in Heide-Büsum (EDXB ) .

Hier entdeckte ich hinter dem kleinen Café einen eckigen Gastank. Ich dachte, es sei inzwischen möglich im FSX solche Objekte auch rund zu modellieren. Überhaupt wirkt dieser Platz, als sei er mal eben so in die Landschaft gesetzt worden. Auch wenn es ein paar nette Details gibt, wirkt es irgendwie lieblos.

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Und weiter die 40 Meilen nach Bremerhaven ( EDWB ).

Hier fällt sofort die sonderbare rote Textur des Vorfeldes ins Auge. Wo an anderer Stelle ziemlich eindeutig ist, dass man sich relativ guter Luftbilder bedient hat, so scheint es hier, als hätte man das schlicht vergessen. An anderer Stelle haben sich die Entwickler gerade der Yachthäfen angenommen. Warum man das hier wohl nicht gemacht hat, wo er doch so nah am Platz ist? Ein kleiner Wehrmutstropfen also, wo doch die Autogenobjekte drumherum wirklich gut aussehen.

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Wilhelmshaven ( EDWI ) ist nach kurzem Flug über den Jadebusen erreicht.

Durch einen breiten Vorlandgürtel geschützt liegt der Platz direkt am Wasser und fügt sich sehr gut in die Landschaft ein. Hier hat man sich auch wieder deutlich mehr Mühe mit den Texturen gegeben. Sowohl die Boden als auch die Gebäudetexturen sehen schlüssig und gut aus.

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Nach Harle ( EDXP ) sind es nur knappe 15 Meilen

Die Landebahn von 510m reicht dicke. Von hier gibt es viele Flüge zu den Inseln, was sich auch gleich am Parkplatz vor dem Terminal bemerkbar macht.

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Gleich hinterm Deich gelegen präsentiert sich dieser Platz in insgesamt guter Qualität. Von hier startet auch die mitgelieferte Mission des Kinofliegers. Mit einer C172 geht es von Insel zu Insel, um die aktuellen Blockbuster an die Kinos auf den Eilands zu liefern. Dabei unterstützt ein Fluglehrer mit Geschichten und Flugtipps.

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Nun wollen wir die Inseltour fortsetzen. Dazu setze ich Kurs auf Wangerooge ( EDWG )

Die Hauptbahn ist 850m lang und asphaltiert. Hat man das Handbuch vorher gelesen ( siehe oben ), dann kann man hier ein Flugplatzfest bestaunen. Leider etwas leblos. Es stehen zwar einige Flugzeuge zum anschauen herum, aber Menschen sucht man vergebens. Nett hier – wie auch bei den anderen Plätzen – ist die Soundkulisse. Steigt man aus dem Flieger und „geht” in Richtung des Restaurants, hört man Teller klappern, Stimmengewirr und … Möwen.

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Von Wangerooge geht es über Spiekeroog auf die Langeinsel – nach Langeoog ( EDWL ).

Vom Platz her eher unspektakulär. Es gibt hier eben nur das Flughafengebäude. Die Liebe zum Detail ist auch hier mal wieder zu sehen. Das Hansa Café und die Schilder, die vor dem Betreten des Flughafengeländes warnen, lassen einen denken, man sei wirklich dort.

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Nach Baltrum ( EDWZ ) sind es gerade mal 5 Meilen. Eigentlich kann man die auch schwimmen, oder ?

Hier muss der Pilot langsam genug sein, sonst kann es sehr eng werden. 360m gepflasterte Piste sind nicht gerade viel. Mehr als einen kleinen Wohncontainer braucht man hier wohl nicht. Das es auch mal tief zugehen kann, zeigt die Warntafel, die sich auf beiden Seiten der Landebahn befinden: Bitte schnell die Einflugschneise überqueren. Bei Aufleuchten der Blinklampe hier warten, da tief fliegende Luftfahrzeuge den Weg kreuzen !

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Norderney ( EDWY ) ist nach weiteren 5 Meilen erreicht. Für den Ultraleicht reichen die 1000m Landebahn leicht aus. Den charakteristischen Leuchtturm neben dem Platz hat man hier auch platziert. Allerdings scheint dieser Platz irgendwie nicht fertig zu sein. Auf verschiedenen Bildern sieht man nur einen der Züge und leider fehlen die Gebäude vor dem Leuchtturm. Die Texturen des Flughafengebäudes wirken etwas unsauber. Dafür hat man sich aber der weithin sichtbaren Hotelburgen am Strand angenommen. Mir wär’s lieber gewesen, die wären nicht da 😉

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Auf nach Juist ( EDWJ )

Juist wurde schon wieder mit mehr Auge für das Detail umgesetzt. Alle Gebäude die am echten Platz stehen, haben auch ihren Weg in den FSX gefunden. Hier hat der Pilot gleich 4! Bahnen zur Auswahl, wobei nur eine betoniert ist ( 700m ). Von der Umsetzung her ganz bestimmt einer der besseren Plätze.

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So langsam kommen wir dem Ende der Tour nah. Borkum ( EDWR ) soll das nächste Ziel sein.

Bei der westlichsten der Inseln haben sich die Entwickler scheinbar mehr Mühe gegeben. Denn auf Borkum hat die Umgebung auch gleich mal mit ein paar Besonderheiten aufzuwarten. Im Hafen dümpeln nicht nur die Jachten der Nordseesegler, sondern auch ein paar Fischtrawler. Das Feuerschiff sucht man allerdings vergebens und die Stadt ist gut dargestellt.

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Bevor ich nun zum Ende der Tour komme, mache ich noch einen Abstecher nach Emden ( EDWE )

Emden gehört mit zu den größeren Flugplätzen in diesem Paket. Es fällt auf, dass bei den Sommertexturen das Grün nicht so ganz stimmig ist. Die Gegend um den Platz passt sich farblich nicht der Umgebung an. Macht allerdings auch das Finden deutlich einfacher. Die Umsetzung scheint gelungen – besonders die OLT Hangars sehen gut aus – und die angrenzende Stadt macht einen guten Eindruck.

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Vielleicht kann mir bei der Gelegenheit ja mal jemand verraten, wer hierfür Modell gestanden hat ? 😉

Last but not least fliegen wir die letzten 15 Meilen nach Norddeich ( EDWS ), wo unsere Reise endet. Von hier bin ich vorletztes Jahr nach Juist geflogen und muss sagen, dass ich den Platz fast genauso in Erinnerung habe. Und an den Flug mit der BN2 werde ich mich sicher auch noch eine Weile erinnern. Leider sind die Hangartore hier alle zu.

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Fazit

Aerosoft liefert hier eine runde Sache. Nordfriesland kommt dabei leider etwas schlechter weg, was aber überhaupt nicht stört. Insbesondere visuelle Referenzen wie Leuchttürme oder Masten, die auch auf den Karten zu sehen sind, fehlen hier. Ich hoffe ja noch, dass sich jemand Schleswig-Holsteins annimmt. Die Umsetzung der Plätze ist generell gut, teilweise sehr detailliert und ganz sicher mal ein bisschen Abwechslung für klassische IFR Flieger. Ganz bestimmt ein Grund mal eine Prop spazieren zu fliegen. An vielen Stellen ist deutlich zu sehen, dass Luftbilder als Grundlage dienten. An einigen Stellen wurden hier Autogenobjekte eingesetzt, an anderen sieht man dann aber auch nur die reine Phototapete.

Leider gibt es keine Jahreszeiten. Das ist im Handbuch damit begründet, dass es auf den Inseln sowieso fast immer gleich aussieht und nur sehr selten schneit. Außerdem fällt auf, dass auf allen Plätzen nach Einbruch der Dunkelheit Feierabend zu sein scheint. In Emden wird die Landebefeuerung einfach nicht eingeschaltet und die Rollwege sind allesamt dunkel. Nur in Westerland scheint man Nachtflieger begrüßen zu wollen. Bedauerlicherweise sind auch die meisten Leuchttürme nachts dunkel. Das ist für die Flieger zwar nicht wichtig, schmälert aber ein bisschen den ansonsten recht guten Eindruck.

Die Texturen lassen an der einen oder anderen Stelle etwas zu wünschen übrig. Hier hat man meiner Meinung nach die Möglichkeiten des FSX nicht voll ausgeschöpft und die Plätze erinnern teilweise an den guten alten FS9.

Die Performance war durchweg gut. Ich habe meinen FSX auf 20 Fps eingestellt die ich durchweg hatte.

Wer also Spass am VFR Fliegen hat und hier im Norden mal auf Sightseeing gehen will, kommt an diesem Addon kaum vorbei.

PRO CONTRA

  • Einführungsflug mit Copilot

  • Größtenteils sehr detaillierte Umsetzung

  • Angepasste Autogenobjekte und passende Geräusche

  • Kein Performanceverlust

  • Sehr gute Dokumentation

 

  • Teilweise verwaschene Texturen

  • Keine oder mangelnde Nachtbeleuchtung

INFORMATION

TEST SYSTEM

  • Core2Duo 6400@3 GHz,

  • ATI 1950 Pro 256 MB

  • 8 GB DDR RAM

  • FSX SP2


Broder Illing

 

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