Konzipiert für die zivile Luftfahrt, bringen die Orion 32 Airline Pedals echtes Airbus-Feeling ins Home-Cockpit. Während der massive Aufbau und die präzise Mechanik direkt von der bewährten Kampfjet-Variante (Orion Metal Flight) übernommen wurden, wurde die Geometrie spezifisch auf die Anforderungen moderner Verkehrsmaschinen angepasst.
Das Exemplar wurde mit vom Hersteller WinCTRL (früher Winwing) zur Verfügung gestellt. Getestet habe ich die Pedale im MSFS2024 in der Fenix A320.

1. Unboxing: Erster Eindruck

Das Paket ist schwer – ein gutes Zeichen für Stabilität. WinCTRL spart meist an schicker Hochglanzverpackung, investiert dafür aber in exzellenten Schaumstoffschutz.
- Inhalt:
- Die Haupteinheit (Base) aus Aluminiumdruckguss.
- Zwei großflächige Pedal-Auflagen (Footpads).
- Eine extra Feder
- USB-C Kabel und Montagewerkzeug (Inbusschlüssel).
- Dämpfer-Kit.
Erster Eindruck: „Industrial Grade“. Hier klappert nichts. Die Pedale fühlen sich kalt und massiv an, weit entfernt von der Plastik-Haptik der Konkurrenz im mittleren Preissegment. Eine Ausnahme sind die Fussschalen, sie sind aus Hartplastik gefertigt, etwas das in der Praxis eigentlich keinen Unterschied macht, aber beim ersten Anblick etwas enttäuschend wirkt. Ich weiss garnicht aus welchem Material die Fußschalen im original Flieger sind, vielleicht kann das einer von Euch in den Kommentaren einfügen.
2. Montage & Hardware-Setup
Die Montage ist intuitiv, erfordert aber aufgrund des Gewichts ein wenig Kraft. Man sollte das nicht beliegende aber auf der WinCTRL Webseite vorhandene Manual zu rate ziehen, dort wird es erklärt inkl Bauzeichnungen. Hier ist er Link dazu: https://tinyl.co/4NXI
- Pedal-Flächen: zuerst sollten die Federn aus der Verpack Position in die richtige Stellung geschraubt werden, danach die zwei Arme mit den beiliegenden Schrauben an die Einheit fest gezogen werden.
- Dämpfer-Installation: Falls du den hydraulischen Dämpfer nutzt, wird dieser an der Rückseite fixiert. Er ist entscheidend für das „träge“ Gefühl einer schweren Maschine.
- Befestigung: Die gesamte Einheit wird dann auf die mitgelieferte Bodenplatte viermal verschraubt. Diese hat Gummifüße, aber bei starkem Bremsen (Toe Brakes) rutscht sie auf glattem Boden.
- Tipp: Nutze die vorgebohrten Löcher, um sie auf einer Holzplatte oder direkt auf deinem Sim-Rig zu verschrauben.
3. Einrichtung & Software
WinCTRL nutzt die SimAppPro Software. Das ist Fluch und Segen zugleich: Die Software ist funktionsreich, wirkt aber manchmal etwas überladen.
- Kalibrierung: Nach dem Anschließen erkennt die SimAppPro das Gerät sofort. Führe die Achsenkalibrierung für die Ruder-Bewegung und beide Toe-Brakes (Bremsen) durch.
- Anpassung: Du kannst hier Totzonen und Kurven einstellen, wobei ich empfehle, diese in MSFS oder X-Plane 12 auf „Linear“ zu lassen, da die Mechanik bereits sehr präzise ist. Eigentlich muss nichts tun, denn ab Werk ist bereits alles korrekt eingestellt.
- Firmware: Prüfe direkt nach dem Auspacken, ob ein Update verfügbar ist – ich hörte das WinCTRL die Sensor-Auslesung regelmäßig optimiert.

4. Performance im Flug
Was das Orion 32 von günstigen Pedalen unterscheidet, ist die Präzision um die Mittellage.
- Ruder-Achse: Dank der Hall-Effekt-Sensoren gibt es kein „Zittern“. Die Bewegung ist butterweich. Wenn man den Dämpfer installiert hat, fühlen sich Korrekturen beim Seitenwind-Anflug extrem kontrolliert an.
- Toe Brakes: Der Widerstand der Bremsen ist fest. Man hat wirklich das Gefühl, eine mechanische Bremse zu treten, anstatt nur eine Feder zu komprimieren.
- Ergonomie: Der Abstand der Pedale entspricht eher einem echten Cockpit als schmalen Gaming-Pedalen.
Orion 32 vs. Thrustmaster TPR: Ein Umstieg vom TPR lohnt sich eigentlich nur für absolute Airbus-Puristen. Die Ergonomie unterscheidet sich jedoch spürbar: Beim TPR betätigt man die Bremse eher aus dem Knöchel (Drehpunkt unten), beim Orion 32 liegt der Druckpunkt mittig an den Pedalen – eben typisch Airliner. Aber Vorsicht: Die Bremsen sind extrem stramm abgestimmt. Man benötigt wesentlich mehr Beinkraft als beim TPR, und eine Option, diesen massiven Widerstand zu verringern, habe ich vergeblich gesucht.
Die Dämpfung: Der hydraulische Dämpfer verhindert, dass die Ruderachse beim Loslassen hart in die Zentrierung zurückschlägt. Statt eines abrupten „Knallens“ gleiten die Pedale kontrolliert und geschmeidig in die Neutralstellung zurück. Sicherlich kann man auch ohne Dämpfer fliegen, doch mit ihm gewinnt das haptische Feedback massiv an Realismus und Wertigkeit.
Maximale Versatilität: Ob Flight-Sim oder Racing – das Orion 32 ist ein echter Allrounder. Ohne die Hauptfeder bieten die Pedale den nötigen widerstandsfreien Lauf für Helikopter-Piloten, allerdings ist hier der Dämpfer nötig. Dank des cleveren Mechanismus (Querstange ziehen und um 90° drehen) lassen sie sich zudem im Handumdrehen für Rennsimulationen umrüsten.
Angekündige Preismodelle für den Versand aus Europa:
- Premium-Bundle: 325,02 € (inkl. hydraulischem Dämpfer)
- Standard-Version: 286,61 € (ohne Dämpfer)
Urteil: Das WinWing Orion 32 ist ein „Arbeitstier“ für das heimische Cockpit. Es schlägt die Brücke zwischen Gaming-Hardware und professionellen Trainingsgeräten. Besonders für Nutzer, die zwischen Airliner, Helikopter und Rennsport wechseln und den den Logi/Saitek-Pedalen entwachsen sind, gibt es derzeit kaum eine flexiblere Lösung auf dem Markt. Wer die Beinkraft für die strammen Bremsen mitbringt, erhält ein Gerät, das wahrscheinlich das letzte Paar Pedale sein wird, das man jemals kaufen muss.
| Pro | Contra |
| Hervorragende Materialqualität: Massive Vollmetall-Konstruktion für maximale Langlebigkeit. | Hoher Kraftaufwand beim Bremsen: Die Toe-Brakes sind sehr stramm und lassen sich nicht weicher einstellen. |
| Herausragende Vielseitigkeit: Schneller Umbau für Helikopter- (federlos) und Rennsimulationen (90°-Rotation). | Platzbedarf & Gewicht: Die Pedale sind groß und schwer; sie rutschen auch gerne, so dass ein Gegendruck (z.Bsp: eine Wand) empfehlenswert ist. |
| Realistisches Dämpfungsverhalten: Der optionale Dämpfer verhindert hartes Zurückschnellen und sorgt für ein „sattes“ Gefühl. | Software-Lernkurve: Die SimAppPro-Software bietet zwar viele Funktionen, wirkt aber anfangs etwas überladen. |
| Präzise Sensorik: Hochwertige Hall-Effekt-Sensoren garantieren eine verschleißfreie und zitterfreie Steuerung. | Ergonomie-Check: Der mittige Drehpunkt der Bremsen ist ideal für Airbus-Fans, gewöhnungsbedürftig für Jet-Piloten. |
| Faires Preis-Leistungs-Verhältnis: Mit ca. 325 € (inkl. Dämpfer) deutlich günstiger als viele Boutique-Lösungen. |
Die Hersteller Produktseite ist hier: https://eu.winctrl.com/view/goods-details.html?id=546
Ich hatte schon im März 2024 die ersten WinWing Pedals bekommen, die damals sogar noch „Skywalker“ hießen.
Ende 24 hab ich diese Pedals aber über Kleinanzeigen wieder verkauft und einen guten Preis dafür bekommen.
Was mir an der ganzen Konstruktion nicht gefällt ist, dass alles so offen liegt. Das ist ungünstig, weil es leicht „verdreckt“. Staub, Krümel…
Was ich damals so alles aus meinen CH Pro Pedals und später den Saitek Pedals rausgeholt habe… Die musste ich alle paar Monate mal öffnen und „ausschütteln“, sonst wären die von alleine weggelaufen.
Hier bei WinCTRL liegen praktisch die Kugellager frei. Das gefällt mir nicht wirklich, denn es ist eine ungeschützte Angriffsfläche für Staub und was auch immer.
Diese dicke Feder war bei den ersten Pedals sehr, sehr straff und das nervte gewaltig. Hoffentlich ist es nicht dieselbe bei dieser neuen Version.
Trotz alledem habe ich diese neuen Pedals in dieser oben beschriebenen Airbus Variante bestellt, denn es gibt dazu keine preiswerte Alternative.