Der Traum vieler PC-Piloten ist, abgesehen von einer echten Fluglizenz, das eigene Homecockpit. Doch Kosten, Platzbedarf und technischer Aufwand machen dieses Ziel für viele schwer erreichbar. Eine Alternative bieten professionelle Flugsimulatorzentren, in denen vollwertige Cockpits bereits einsatzbereit zur Verfügung stehen.
Unweit des Frankfurter Flughafens befindet sich mit der Flugsimulator Frankfurt AIRlebnis-Flug GmbH genau ein solcher Ort. Mit Simulatoren für den Airbus A320, die Boeing 737 und weiteren ist hier für jeden etwas dabei.
Doch was genau steckt hinter diesem Angebot? Wie realistisch ist das Erlebnis wirklich und für wen eignet sich ein Besuch?
Diese und weitere Fragen beantwortet David vom Flugsimulator Frankfurt im folgenden Interview.
Hallo David, kannst du dich und deine Tätigkeit beim Flugsimulator Frankfurt bitte kurz
vorstellen?
Hi! Ich bin einer der Fluginstruktoren hier beim Flugsimulator Frankfurt Airlebnis-Flug und bin hauptsächlich dafür zuständig, unseren Kunden ein möglichst realistisches beziehungsweise kommerzielles Cockpiterlebnis zu vermitteln. Nebenbei betreue ich bzw. unser Team auch verschiedene andere Events, zum Beispiel Infoabende zur Pilotenausbildung sowie weitere Seminare.
Welche Simulatoren stehen denn bei euch aktuell zur Verfügung und was unterscheidet sie
voneinander?
Wir haben bei uns eine Boeing 737-800 NG in vollem Ausmaß. Daneben verfügen wir über einen A320-Simulator, ebenfalls in Originalabmessungen mit allen Knöpfen, Schubhebeln und sämtlichen Bedienelementen, die dazugehören. Das sind so unsere beiden Highlights.
Zusätzlich haben wir noch einen sogenannten Motion-4D-Simulator. „4D“ nennen wir ihn deshalb, weil er offen ist und man auf einem beweglichen Sitz Platz nimmt. Dieser simuliert die G-Kräfte, die im Flug auf einen wirken können. Dazu bekommt man eine VR-Brille auf und befindet sich praktisch in einer virtuellen Welt im Cockpit. Man denkt tatsächlich, man sitzt im Flugzeug, kann nach unten schauen und sieht dann auch die Welt unter sich.
Das hört sich sehr interessant an. Welche Software und Hardware kommen denn dabei zum Einsatz?
Wir nutzen aktuell für unsere Simulatoren, sowohl für die Boeing als auch für den Airbus, die Software Prepar3D, die von Lockheed Martin entwickelt wurde. Unser Motion-Simulator läuft derzeit auf X-Plane 12.
Und an wen richtet sich euer Angebot? Eher an Simulationsprofis oder auch komplette
Einsteiger?
Ja, bei uns können tatsächlich alle fliegen, egal ob man Vorkenntnisse hat oder nicht. Das spielt überhaupt keine Rolle, alle sind willkommen. Es gibt auch Kunden, die einen Flug bei uns als Geschenk bekommen haben und noch nie etwas mit der Luftfahrt zu tun hatten, aber einfach dieses Thema sehr interessant finden. Diejenigen können genauso zu uns kommen wie Piloten, die eventuell in der Ausbildung
oder bereits fertig sind und sich auf die Airline vorbereiten möchten.
Da bieten wir verschiedene Optionen an, auch bis hin zum Thema Screening-Vorbereitung.
Und welche Flughäfen und Szenerien sind da bei den Gästen besonders beliebt?
Das kommt ganz auf den Kunden an. Wir starten meistens am Frankfurter Flughafen auf der Runway 25C. Gerade für Kunden aus dem Raum Frankfurt ist das natürlich sehr heimisch, denn sie erkennen den Flughafen und die Stadt direkt wieder.
Darüber hinaus sind auch besondere Szenarien wie Madeira beziehungsweise die Landung in Funchal sehr beliebt, die viele aus Videos kennen. Ebenso der alte Flughafen von Hongkong, Kai Tak, bei dem man sehr nah über die Häuser anfliegt, kommt bei vielen gut an.
Grundsätzlich können wir aber überall hingehen: Wir haben über 24.000 Flugplätze zur Verfügung, können verschiedenes Wetter simulieren und sehr viele unterschiedliche Szenarien darstellen. Im Prinzip steht dem Kunden fast jeder Wunsch offen und wir können ihn meist auch erfüllen.
Wem würdest du denn einen Besuch bei euch besonders empfehlen und warum?
Ich würde einen Besuch besonders denjenigen empfehlen, die die komerzielle oder professionelle Luftfahrt einmal näher erleben möchten und wissen wollen, wie die Arbeit im Cockpit zwischen Kapitän und Co-Piloten funktioniert. Genau das versuchen wir bei uns bestmöglich zu simulieren. Im beruflichen Fliegeralltag würde man es als das Zusammenspiel zwischen Pilot Flying und Pilot Monitoring bezeichnen.
Das kann tatsächlich jeder erleben, ganz egal ob mit oder ohne Vorkenntnisse. Natürlich sind bei uns, wie bereits erwähnt, Flugschüler als auch fertig ausgebildete Piloten herzlich willkommen. Grundsätzlich versuchen wir immer, uns auf den Kunden einzustellen und dessen Wunsch bestmöglich zu erfüllen.
Und zum Schluss würde ich gerne wissen: Was war denn dein persönlicher Lieblingsmoment im Simulator?
Den Lieblingsmoment an sich habe ich eigentlich nicht. Meist sind es Momente, die ich sehr gerne
mag, wenn wir beispielswiese einen Aha-Effekt beim Kunden erzeugen können.
Der Kunde soll in erster Linie sehr viel Spaß haben und wenn er dann an Ende noch etwas dazu gelernt hat, wie beispielsweise als Passagier, wo er zukünftig diverse Töne oder Geräusche im Flieger besser einordnen kann und vielleicht kein mulmiges Gefühl mehr hat, dann freut uns das natürlich besonders.
Ansonsten freut es mich natürlich auch jedes Mal, wenn unsere Kunden sicher ihre Landung gemeistert haben und am Ende mit einem Lächeln und Begeisterung aus dem Simulator gehen. Solche Momente sind immer sehr schön und gehören definitiv auch zu meinen Lieblingsmomenten.
Vielen Dank an David und das gesamte Team für die spannenden Einblicke!
Weiterführende Links
Wichtige Informationen zu Ticketbeschreibung und Buchungskonzept

Sehr schöner Artikel. Die Location und Simulatoren sind echt klasse
tolle kostenfreie Werbung…gelllll
und wenn schon? Das schließt ja nicht aus, dass für den ein oder anderen interessante Infos und Ideen dabei sind, nicht wahr? 😉
Naja , also ich vor kurzem in beiden Simulatoren und muss sagen eine Katastrophe und keinen cent wert,da gibt es in der Region deutlich bessere Simulatoren für das gleiche Geld, nichts funktioniert richtig das ganze ding ist total veraltet, dated von der Grafik uralter P3D plattform nichts upgedatet die scenerien teilweise nicht zu erkennen missarable qualität der vision, die Hardware total verratzt, aufgebraucht, der grösste Teil der instrumente funtionert nicht oder ist ausser betrrieb besonders bei der B737 also tut euch einen gefallen und finger weg von diesem produkt
Ich befürchte, dass alle diese Simulatoren weiterhin auf P3D aufsetzen, denn mir ist nicht bekannt, dass es eine professionelle Plattform auf Basis des MSFS gibt. Für Microsoft ist das ja alles nur ein Spiel…
Ich kenne aus Erfahrung den A320 Simulator in Düsseldorf (im Dormero Hotel Meerbusch) und den A320 Simulator im Flughafen Essen-Mühlheim.
Beide gebucht über „Aerotask“. Beide Simulatoren „ausgelutscht“ und das eine oder andere funktioniert nicht. In Düsseldorf ging z.B. die linke MCDU nicht. Tiller? Fehlanzeige.
Eine gute Überraschung war hingegen der „Flighthour“ A320 Simulator in Oberhausen (nähe Centro). Leider etwas teurer, dafür aber Top in Ordnung.
Wenn ich nochmal das Bedürfnis habe einen A320 Simulator zu besuchen, dann sicher nochmal der in Oberhausen!
Von früher her kenne ich noch einen 737 Simulator in Berlin, mit einer „Mini“ Moving Plattform. Davon hat man aber im Flug überhaupt gar nichts gemerkt.
Ich war für das FS MAGAZIN Anfang 2017 im A320-Simulator, der damals noch im Verbindungsbau zwischen Fernbahnhof und Terminal stand, dem „AIR RAIL“. Der Bericht erschien im FS MAGAZIN 3/2017.
Ich war angemeldet und (trotz oder wegen der Bahn damals) pünktlich per ICE aus Freiburg vor Ort. Begrüßt wurde ich schmallippig von einem kurz angebundenen Instruktor, der ganz offenbar wenig Interesse an seinem Gast hatte, aber mehrfach einwarf, dass er bald Verkehspilot sein werde. Na dann…
Eine ungewöhnliche Erfahrung für mich. Ein leitender Angestellter oder gar ein Besitzer der damals wie heute „Flugsimulator Frankfurt AIRLebnis-Flug GmbH“ ließ sich nicht sehen. Auch ungewöhnlich laut meiner beruflicher Erfahrung.
Die Flüge – damals ebenfalls auf P3D – waren in Ordnung. Etwas Besseres gab es bekanntlich damals nicht. Die von meinem Kollegen Pascal geschilderten Eindrücke kann ich nachvollziehen.
Auffällig war damals schon der Zustand des in Teilen übel „abgewohnten“ Cockpits. Darauf angesprochen wurde mir damals mit auf den Heimweg gegeben, das „das alles bald ausgetauscht werden sollte“.
Geschichte wiederholt sich…