Erster Eindruck: RF Scenerybuilding Ajaccio Napoleon Bonaparte LFKJ (FSX/P3Dv2)

ZULS_titelEs ist immer wieder schön zu sehen, dass es neben den bekannten Szenerieherstellern auch ein paar Neulinge gibt, die uns mit Flugzielen versorgen und dabei helfen, den einen oder anderen weißen Fleck auf der Weltkarte mit einer aufgewerteten Umgebung zu verschönern. Einer dieser Neulinge ist RF Scenerybuilding. Nach Kaliningrad haben sie die russische Heimat verlassen und sich der Insel Korsika zugewandt. Wie der Flughafen von Ajaccio bei unserem Rezensenten Frank Schmidt ankam, erfahrt ihr durch

Das sagt der Hersteller

Neben der Umsetzung des Flughafengeländes und der darauf befindlichen Gebäude, wurden zusätzlich noch zahlreiche statische Objekte wie Treppen, Gepäckwagen und allerlei Fahrzeuge zur Belebung des Geländes platziert. Für das Flughafengelände und die nähere Umgebung gibt es eine fotorealistische Bodentextur, die weitere Umgebung wurde mit speziellen Landklassen aufgewertet. Ebenso wurde die Küstenlinie exakt nachempfunden. Des weiteren wurde großer Wert auf eine stimmungsvolle Umsetzung der Nachtbeleuchtung gelegt. Unter Verwendung des DX10 Scenery Fixer ist die Szenerie zudem DX10-kompatibel.

Kauf, Installation und erster Eindruck

Erhältlich ist der Ajaccio Napoleon Bonaparte Airport (LFKJ) für 17 Euro zzgl. MwSt. im simMarket. Das bedeutet, dass das Konto für Käufer aus Deutschland mit 20,23 Euro belastet wird. Installiert wird mit einem Installer von simMarket, der nach Eingabe des Keys einen Code erzeugt, der wiederum bei der Installation eingefügt werden muss. Der weitere Prozess geschieht voll automatisch, inklusive der Anmeldung in der Szenerie-Bibliothek. Die mitgelieferte Readme-Datei verrät noch, dass es jahreszeitlich unterschiedliche Vegetation gibt, die jedoch händisch durch den Austausch einer entsprechenden .bgl-Datei verändert werden muss.

Die vorherrschenden Wetterverhältnisse bei meinem ersten Besuch machten einen Anflug über das Meer auf die Piste 02 notwendig. Da ich aus Norden kam, konnte ich den Flughafen zunächst in größerer Höhe überfliegen, bevor ich über dem Meer schließlich wendete und den Endanflug begann. Dabei wurde schon recht deutlich, wie wunderschön die Stadt umgeben von Bergen und Buchten gelegen ist. Da die Landebahn, ähnlich wie bei dem legendären Flughafen von St. Maarten, direkt hinter einem schmalen Strandabschnitt beginnt, gibt es keine entsprechende Anflugbefeuerung. Laut Jeppesen Chart gibt es zwei blinkende Bojen links und rechts der Piste, die auf dem Meer verankert sind. In der Szenerie fand ich hingegen nur eine, die dafür mittig platziert war. Was jetzt der Realität entspricht, weiß ich nicht, da auch mein Chart nicht das aktuellste ist. Immerhin wurde dieses Detail überhaupt bedacht. Sollte die Sicht allzu mies sein, kann der Pilot beim Anflug auf die Piste 02 außerdem auf ein ILS Anflugverfahren zurückgreifen.

Der Flughafen selbst bietet alles, was man braucht. Die Beschilderung macht einen vollständigen Eindruck, die Markierungen auf den Rollwegen und Parkpositionen sind sauber aufgebracht und die Beleuchtung ist dreidimensional platziert worden, sodass sie zu jeder Tageszeit eine gute Figur macht. Die Gebäude sind ausreichend detailliert, bei der Texturierung hingegen ist noch reichlich Luft nach oben. Hier ist man mittlerweile besseres gewohnt, wobei echte Schnitzer nicht vorhanden sind. Dennoch ist das Gesamtbild etwas getrübt. Dass beispielsweise einige statische Objekte einen Bodenschatten werfen und andere wiederum nicht, hätte sich ohne großen Aufwand verhindern lassen. Insgesamt wirkt der Airport designtechnisch etwas antiquiert, unterm Strich hat er aber dennoch Charme.

Das ist mir aufgefallen

Auch außerhalb des Flughafengeländes gibt es noch ein paar Details zu entdecken. So befindet sich ein Stück entfernt ein Anleger für eine Hoovercraft-Fähre, wo zudem einige Helipads vorhanden sind. Einige Stadien und Sportplätze zeigen gerade bei Dunkelheit nette Beleuchtungseffekte. Die zahlreichen Segelboote beleben den Anflug zusätzlich, auch wenn diese nur statisch platziert wurden. Insgesamt fehlt es dem Platz ein wenig an Dynamik. Da immer mehr Szenerien auf AES lite oder ähnliches zurückgreifen, fällt es mittlerweile schmerzlich auf, wenn so etwas gänzlich fehlt. Ebenso muss bislang bei Szenerien von RF Scenerybuilding auf AES-Unterstützung verzichtet werden.

Das werde ich nicht vergessen

Trotz der etwas altbackenen Texturierung war ich von der Nachtbeleuchtung positiv überrascht. Sie wirkt stimmig und es macht Spaß, auf diesem Airport in den Dämmerungs- und Nachtstunden unterwegs zu sein.

Fazit

Nachdem Korsika viele Jahre lang von mir höchstens mal überflogen wurde, gibt es nun endlich auch mal einen Grund, hier einen Stopp einzulegen. Auch wenn der Airport nicht in der Oberliga des Szeneriedesigns mitspielt, ist er dennoch eine Reise wert. Es gibt viele gute Ansätze und ich könnte mir vorstellen, dass von RF Scenerybuilding zukünftig noch mehr zu erwarten ist. Ob die derzeit gebotene Qualität den geforderten Preis rechtfertigt, muss schließlich jeder selbst entscheiden. Wer jedoch schon immer mal nach Korsika wollte, findet mit der Ajaccio Szenerie von RF Scenerybuilding einen Weg, das Ziel mit einer brauchbaren Szenerie auszustatten.

PRO CONTRA
  • Photoszenerie mit Küstenlinie
  • Teile des Umlandes umgesetzt
  • gute Nachtbeleuchtung
  • z. T. altbackene Texturen
  • keine dynamische Szenerie
INFORMATION TESTSYSTEM
  • Intel i7-4790k @ 4,4 GHz
  • 16GB RAM
  • Geforce GTX970 4096 MB
  • Windows 7 Home Premium

Frank Schmidt

6 Comments
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Vielen Dank für den Artikel!

Das mit der einzelnen Boje scheint so korrekt zu sein (https://www.youtube.com/watch?v=kKHmiYSQMdY)

Eine Szenerie für Korsika hat noch gefehlt. Und der “Dynamic” würde ich nicht hinterherweinen wollen. Ich gehe mal davon aus, das GSX funktioniert und in P3D kann man mit AES eh nichts anfangen. Sicher kommt das auch der Performance zu Gute. Ich mag zweckmäßige Plätze sowieso mehr , als hochgezüchtete Framesbremsen. Die Bilder sehen allesamt ordentlich aus. Schade das keines von der Nacht bei ist. Aber danke für den Testbericht.

Sorry bin wohl nachtblind heute 🙂

Sieht Interessant aus.
Die Plätze werden ja grade von einem der größeren Schmieden erstellt.
Da dann auch mit AES und Co. 😉

Für Korsika gibt es auch ganz tolle Freeware Scenerie, tolle Flughäfen, Autogen für die ganze Insel und weiteres:
http://www.f-bmpl.com/index.php/corse
Liebe Grüsse

Kenn ich schon, ist ein bisserl Old-Shool… Wie Linde schon geschrieben hat werden alle Plätze von Calvi nach und nach in P3D Qualität gebaut. Siehe hier: https://www.facebook.com/groups/1565560277011172/