Airport im Sonnenparadies: Palm Beach

Rund 80 Kilometer nördlich von Miami im „Sunshine State“, dem 27. US-Bundesstaat Florida, befindet sich der West Palm Beach Airport (www.pbia.org) mit den IATA- und ICAO-Codes PBI und KPBI auf dem Stadtgebiet von West Palm Beach, die mit rund 130.000 Einwohnern die nach Miami zweitgrößte Stadt des Staates ist. Nur rund fünf Kilometer östlich des Airports befindet sich das „Mar-a-Lago Beach House“, der Wohnort des 45. und amtierenden 47. US-Präsidenten Donald J. Trump.

Wenig überraschend wird der Airport (bald) nach ihm benannt. Die im Senat und Repräsentantenhaus des US-Bundesstaates Florida führenden Republikaner haben am 19. Februar 2026 ein Gesetz dazu beschlossen. Die Zustimmung von Gouverneur Ron DeSantis gilt als sicher. Der Flughafenbetreiber wurde (selbstverständlich) nicht gefragt. Die einstige „Perimeter Road“, die im Süden des Airports parallel zur U.S. Route 98 entlangführt, wurde bereits in „President Donald J. Trump Boulevard“ umbenannt.

Geschichte und Entwicklung

Die Geschichte des Platzes begann im Jahr 1936 als Morrison Field. Von November 1940 bis Juni 1947 wurde der Platz militärisch genutzt. Das Verwaltungsgebäude der United States Air Force wurde danach vom Palm Beach County in ein erstes Terminal umgewidmet und entsprechend umgebaut. Wegen des Koreakrieges übernahm die Air Force erneut von 1951 bis 1959 das Kommando. Ziviler Flugverkehr fand in dieser Zeit im Süden des Platzes statt.

Das bestehende Terminal wurde 1988 eingeweiht. 1991 wurde das erste Terminal abgerissen.

Infrastruktur und Anbindung

Erreichbar ist der Platz ausschließlich mit Fahrzeugen – es gibt zwei Parkhäuser mit 5.500 Stellplätzen und offene Parkflächen mit weiteren rund 4.500 Plätzen. Die Buslinie 44 des örtlichen Versorgers Palm Tran sowie Fernbusse von Greyhound halten am Terminal.

Shuttlebusse fahren vom Terminal zur vier Kilometer nordöstlich gelegenen Bahnstation „West Palm Beach Station“, die von Brightline auf der Strecke von Downtown Miami zum Orlando Airport bedient wird. Außerdem halten Züge von Amtrak und Tri-Rail hier mit Verbindungen nach Chicago, New York, Miami Central und Miami Airport.

Folgende Asphaltbahnen stehen zur Verfügung:

  • 10L/28R: 3.048 x 46 Meter
  • 10R/28L: 980 x 23 Meter
  • 14/32: 2.113 x 46 Meter

Ausstattung der Bahnen:

BahnILSALSRNAVTDZREILPAPI
10LCAT IMALSRjajarechts
10Rja
14jajarechts
28Ljajarechts
28RCAT Ijajalinks
32jajalinks

Das DVOR/DME mit VORTAC auf Kanal 104X (PALM BEACH PBI 115,70 MHz), welches zwischen den Rollwegen D, E, K und L steht, hat Funktionen bei den konventionellen Standard-Anflugrouten (Standard Terminal Arrival Routes – STAR) STOOP und TTYLER sowie den Standard-Abflugrouten (Standard Instrument Departures – SID) PALM BEACH 4. Außerdem ist das Drehfunkfeuer in einige der regionalen VICTOR- (0 bis 18.000 Fuß) und JET-Routen (über 18.000 Fuß) eingebunden.

Betrieb und Airlines

Als Luftfahrtdienstleister (Fixed Based Operator – FBO) sind Atlantic und Jet Aviation sowie Signature Aviation und NetJets als Charterflug-Anbieter mit gemeinsamem Terminal vor Ort aktiv. Gulfstream unterhält einen Instandsetzungsbetrieb am Platz.

Das Terminal mit den Concourses A und B verfügt über 28 Parkpositionen mit Jetways sowie neun weitere abgesetzte Positionen ohne Passagierbrücken. Auf dem Cargo-Vorfeld wurden drei Parkplätze ausgewiesen.

13 Airlines bedienen 14 Ziele in den USA, Marsh Harbour auf den Bahamas sowie Montreal und Toronto in Kanada (siehe www.pbia.org/new-nonstop). Platzhirsch ist JetBlue Airways mit rund 28 Prozent der abgefertigten Passagiere. Es folgen Delta Air Lines mit 26, American Airlines mit 19, United Airlines mit 11 und Southwest Airlines mit rund sieben Prozent. Die restlichen neun Prozent teilen sich zehn weitere Airlines.

Der Betreiber, das Palm Beach County Department of Airports, meldet für 2025 diese Zahlen:

  • Passagiere: 11.045.536
  • Luftfracht: 33.408 US-Tons (~ 30.307 Tonnen)
  • Flugbewegungen (Allgemeine Luftfahrt): 91.301
  • Flugbewegungen (Linie/Charter): 67.790

Den Feuerschutz- und Rettungsdienst stellt Palm Beach County Fire Rescue (www.pbcfr.org) sicher. Deren Fire Station 81 gegenüber dem Terminal ist unter anderem mit je zwei 8×8- und 4×4-Flugfeldlöschfahrzeugen ausgestattet. Ein Alleinstellungsmerkmal ist „RP81“, ein Rettungswagen (Rescue), der mit einem Löschfahrzeug (Pumper) kombiniert wurde. Abgekürzt wird das Fahrzeug in Verbindung der beiden englischen Begriffe „Rumper“ genannt.


Informationen


Simulation

Der Airport ist bei SIMMARKET für rund 22 Euro für MSFS 2020 und MSFS 2024 zu haben:

Verticalsim KPBI Palm Beach Intl – SIMMARKET

Käufer erhalten einen Code zum Herunterladen und zur Installation der Szenerie via der Contrail-App.

Der Download umfasst 1,87 GByte. Entpackt werden es bei der Installation fast 3,7 GByte.

Die Umsetzung

Die Einpassung in die wasserreiche Umgebung mit vorwiegend erdgeschossiger Vorstadt-Bebauung ist „grenzenlos“ gelungen. Bei Anflügen von Osten fallen das von Verticalsim handgefertigte zweistöckige In- und Outdoor-(Mini)-Golf-Gelände von Driveshack sowie das Hilton- und Home2-Hotel auf.

Der Airport wurde im Vergleich mit aktuellen Satellitenbildern komplett nachgebaut und sehenswert texturiert. Das Layout mit Apron, Rollwegen und Pisten entspricht dem realen Vorbild. Das gilt ebenso für die zahlreichen Hinweisschilder und aufgemalten Markierungen.

Die bodengebundenen Navigationshilfen werden in Form des Doppler-Drehfunkfeuers sowie der zwei Landekurs- und Gleitwegsender der 10L/28R richtig wiedergegeben. Zudem wurden die typenrichtigen Anflugbefeuerungen (MALSR) an der 10L und 28R mit Laufblitzlichtern (Rabbits) sowie die Runway End Identifier Lights (REIL) an der 10R/28L, der 14/32 und der 28R aufgestellt.

Die Jetways an den Concourses sind beweglich und docken an das eigene sowie an AI-Flugzeuge an. Das Terminal, die Concourses und das gemeinsame Empfangsgebäude von NetJets und Signature Flight Support wurden innen möbliert, die Scheiben sind transparent.

Erkannte Probleme

Die Beleuchtung der Aprons an Terminal und Concourses erschien im Test mit dem MSFS 2024 zu hell. Außerdem fehlen die Gehäuse aller PAPI. Beim Designer nachgefragt, ließ dieser wissen, dass die Beleuchtung tatsächlich so hell sei und die Gehäuse simulatorbedingt fehlen. Mit dem kommenden SU 5 des MSFS 2024 sollte das erledigt werden.

Profil für GSX Pro

Verticalsim liefert ein GSX Pro-Profil von „Lt. Mulder“ mit. Es kann ebenfalls via der Contrail-App installiert werden.

Ergänzung

„salasnet“ hat bei flightsim.to eine Bereinigung von Fehlern in der Ufer- und Wasserdarstellung des MSFS 2024 als „Florida Waterfixes“ eingestellt: FL Waterfixes auf flightsim.to. Damit ist etwa die South Boulevard Bridge über die Lake Worth Lagoon nach Mar-a-Lago nicht mehr versunken.


Fazit

Gut gemacht, Verticalsim! Das Label bleibt seinen hohen Ansprüchen an die Qualität des Designs auch mit diesem neuen Airport treu und zeigt viele sehenswerte Details.

Mit KPBI haben wir den International Airport von Miami (MIA/KMIA) von Glideslope Pro*, den Airport Fort Lauderdale-Hollywood International (FLL/KFLL) von LatinVFR und jetzt auch West Palm Beach von Verticalsim auf relativ engem Raum im virtuellen Süd-Florida zur Verfügung. Das „Tripel“ lädt zu kurzen Hüpfern ein – oder zu den regulären Flügen, die von hier aus tagtäglich stattfinden.

Der Palm Beach International Airport ist ein vollständig unpolitischer „Deal“ für Freunde der USA und der dortigen Airports abseits der US-Magistralen. Die Anschaffungsempfehlung und die Goldmedaille der Redaktion für KPBI!

Bert Groner

…im Februar 2026


Flugnavigationskarten

Freeware

Payware

  • Navigraph (Abomodell auf Wunsch mit Flugnavigationsdaten)

* Glideslope Pro (glideslopepro.com) ist der Nachfolger des Labels AmSim. Nach Recherchen von FS Reviews hat Glideslope Pro nichts mit dem Fehlverhalten von Beautiful Model of the World (BMW) zu tun, das zum Verschwinden dieses Labels am Markt geführt hat.

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