Erster Eindruck: Franz Luftfahrt Paramotor (FSX / P3D)

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Dieser Tage ist ein für den Flugsimulator bisher eher als ungewöhnlich zu bezeichnendes Fluggerät im Simmarket gelandet. Franz Luftfahrt veröffentlichte den Paramotor für FSX und P3D. Braucht man sowas?

Anbetrachts immer detailreicherer Szenerien könnte man auf jeden Fall mal einen Blick darauf werfen. Schließlich jagt man meistens ja doch über all die schönen Details hinweg und das meist mit den VFR-üblichen 100 Stundenkilometern. Da wäre es doch mal eine schöne Sache einfach mal in gemütlichem Tempo über die Landschaft zu gleiten und dabei nicht total abhängig zu sein von Aufwinden und Thermiken. Also habe ich mich mal ins virtuelle Gurtzeug gelegt und ein wenig die Beine baumeln lassen.

Ein Paramotor ist im Grunde nichts anderes als ein Gleitschirm in Kombination mit einem Motor. Oft sieht man Trikes am Gleitschirm hängen. Es gibt aber auch den einfachen Rucksackmotor. Diese Version wurde von Franz Luftfahrt für den Flugsimulator umgesetzt. Für 11,98 Euro ist der 74 MB große Download erhältlich. Die Installation fragt eine Serial ab und schon kann man das neue Fluggerät im virtuellen Hangar finden. Ein Handbuch rundet die Installation ab. Und da ich absolut keine Ahnung hatte wie ich diesen “Vogel” in die Luft bekomme habe ich mich erstmal in die Lektüre vertieft.

Der Einstieg

Auf 21 Seiten führt einen das englischsprachige Manual an den Gleitschirm heran und fasst übersichtlich einige Grundbegriffe zusammen. Die wenigen vorhanden Instrumente werden erklärt und auch die weiteren Komponenten wie der Rucksack oder der Motor. Dem interessierten Simulanten fehlt es also nicht an Lesestoff. Aber auch einem schnellen Einstieg steht nichts im Wege. Übersichtlich wird der Startvorgang erläutert und wie sich das Gerät in der Luft kontrollieren lässt.

Ab in die Luft

Lädt man den Paramotor steht der Pilot ready for Take-off. Der Schirm liegt hinter uns. Ein wenig Gas und ein sanfter Druck nach vorn am Joystick und schon hebt sich der Schirm und wir sind quasi in der Luft. Das Variometer ertönt und zeigt an das wir steigen. Vor dem Start sollte man nicht vergessen noch die mobile Wetterstation anzuschalten. Hier bekommt man Infos über die Höhe und den vorherrschenden Luftdruck. Auch die Temperatur wird angezeigt. Vielleicht nicht ganz unwichtig wenn man ohne schützende Kabine unterwegs ist. Hat man eine sichere Höhe erreicht fährt man das Fahrwerk ein. In dem Fall führt ein Druck auf G dazu, dass der virtuelle Pilot die Beine anzieht und eine bequeme Sitzhaltung einnimmt. In der Luft verhält sich der Paramotor angenehm und gerade bei hochwertigen VFR-Szenerien genießt man den gemächlichen Flug über die Landschaft. Schaltet man den Motor ab, wird aus dem Paramotor ein Gleitschirm und man gleitet ruhig durch den Himmel. Eine kurze Eingewöhnungszeit reicht um die wichtigsten Eigenarten herauszufinden und einen schönen Flug samt eleganter Landung abslovieren zu können. Der Schirm selbst verhält sich starr und bedarf einmal in der Luft keiner weiteren Aufmerksamkeit. Genug Zeit also für die Navigation nach Sicht und den Blick nach unten. Dabei geraten immer wieder die Hände, Füße und Oberkörper des Piloten ins Blickfeld sowie die Leinen und beim Blick nach oben natürlich der Schirm selbst. Der Blich nach hinten sorgt für die Sichtkontrolle des Motors. Wenn er läuft ist er stets zu hören. Das Modell ist schön gearbeitet und unterstützt damit das Gefühl frei über den Wolken zu schweben. Auch von Außen betrachtet machen Pilot und Schirm eine gute Figur. Es kann dabei insgesamt aus 8 Schirmdesigns und 3 Helmdesigns gewählt werden. wobei 2 Helme einen festen Schirm haben, der nicht weiter auswählbar ist. Fliegerisch macht es keinen Unterschied welchen Schirm man auswählt.

Fazit

Ob man einen Paramotor im Hangar braucht oder nicht, bleibt am Ende sicher jedem selbst überlassen. Wer gerne VFR und dabei auch mal gerne gemächlicher unterwegs ist der kann hier beherzt zugreifen. Man erhält ein gut aussehendes und gut funktionierendes Fluggerät, das zum einen oder anderen Feierabendentspannungsflug einlädt. Auf der Homepage des Entwicklers gibt es zusätzlich kleine Gratis-Szenerien, die jedoch jeweils das Vorhandensein einer bestimmten Orbx-Szenerie voraussetzt.

Grobe Fehler konnte ich auf den Testrunden nicht entdecken. Die Steuerbewegungen wurden bei mir leider nicht ganz fließend, sondern etwas zittrig dargestellt, aber das hat dem Flugspaß keinen Abbruch getan. Natürlich fehlt mir die reale Erfahrung und die Joysticksteuerung kommt der eigentlichen Steuerung des Gleitschirms sicherlich in keiner Weise nahe, aber für gemütliche Erkundungsflüge über detailreichen VFR-Szenerien kann ich mir gerade nichts besseres vorstellen. Die Investition von knapp 12 Euro ist für VFR-Fans mit einem gelegentlichen Hang zur Einfachheit definitiv lohnenswert.

Informationen

Pro Contra
  • Ideal für VFR-Entdeckungsflüge
  • Schön umgesetztes Pilotenmodell
  • Hoher Funfaktor
Informationen Testsystem
  • Intel Core i5 4570, 3,2 Ghz
  • AMD Radeon R9 200
  • Windows 8.1×64, 8 Gb Hauptspeicher
  • FSX
2 Comments
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Das ist ja mal ein Spaß! Vielen Dank für das Kurz-Review, ich habe mir das Teil gleich mal geholt und bin die ersten Runden geflogen – klasse! Leider lassen sich die kleinen Zusatz-Szenerien auf meinem System (Win 10/64) nicht installieren, aber da wird sich der Support sicher noch zu melden.

Echt mal was anderes und wirklich bestens dazu geeignet, sich die ganzen detailgetreuen Flugplätze, die so auf der Platte gelandet sind, mal genau anzusehen. Ich bin jedenfalls begeistert!

Werde ich mir gleich mal holen. Das Teil kann ich gut zur Entwicklung gebrauchen.