Review: Airsimmer A320

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Für viele Simmer war der 7.11.09 ein gefühlter 24.12. – Grund genug am 24.12. endlich die Rezension zur Basic Edition des Airbus von Airsimmer zu veröffentlichen. Andreas Pinheiro, Oskar Wagner und Ingo Voigt haben versucht das Produkt möglichst differenziert zu bewerten – wie weit das gelungen ist, lässt sich herausfinden durch …

Um dem langersehnten „Messias“ für alle Airbus Fans in der Flusi Szene auf den Zahn zu fühlen haben wir uns alle Mühe gegeben und können im Folgenden nun hoffentlich das Geheimnis lüften, ob Airsimmer (schon) den weiten Wurf gelandet hat.

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Normalerweise wird an dieser Stelle einiges zur Geschichte des Flugzeuges, welches rezensiert wird gesagt. Das sollte aber bei einem so bekennten Muster wie dem Airbus A320 entbehrlich sein. Auch die Airbus Problematik in der FS Szene ist sicherlich jedem Simmer bestens bekannt, so dass ich auch hier auf einen historischen Abriss verzichte.

Einzig die Beweggründe und auch die Erwartungen müssen hier präzisiert werden. Denn es handelt sich um kein normales Produkt, welches einfach nur auf Funktionalität abgeklopft werden soll. Airsimmer verspricht uns eine Revolution – zumindest auf Raten.

Das ist es auch, was uns die Rezension so schwer macht: Das vorgestellte Produkt ist eine sogenannte „Basic Edition“ und laut Airsimmer nur ein „abgespeckter“ Airbus, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Toll, mag sich mancher Leser denken; erarbeitet sich Airsimmer mit dem Titel Basic Edition wohl ein Schlupfloch bei allzu negativen Bewertungen auf eben den Umstand hinzuweisen, dass eine Basic Edition veröffentlicht wurde.

Mitnichten. Aber wir dürfen auch nicht mehr verlangen, als Airsimmer uns verspricht. Und daher werden wir den Airbus an den Maßstäben messen, die Airsimmer auf der Homepage vorgibt! Das ist der fairste Weg.

Installation und Dokumentation

Die Installation erfolgt über den Flight1 Wrapper. Das gesamte Paket kann auf www.airsimmer.com heruntergeladen werden. Nachdem man seine Zahlungsinfos angegeben hat erhält man einen Code und kann die Version über den Airbus Tablet PC freischalten!

Das alles klappt problemlos. Nach der Installation steht der Airbus zu freien Verfügung.

An Dokumentation wird dem Piloten ein 50seitiges Flight Tutorial und ein 17 Seitiges Quick Reference Guide angeboten. Das ist etwas mau, richtig. Airsimmer bietet die detaillierte 1500-Seiten Doku eben nur in der Advanced Version (irgendwann) an! Insgesamt muss ich aber sagen, dass zu einem solch komplexen Airliner auch in der Basic Edition mehr gehört als nur eine rudimentäre „da sind die Knöpfe“ Einführung. Einem ungeübten Airbus-Simmer wird das sicherlich Probleme bereiten (und das ist ja gerade gegen das Basic Konzept!!). Vielleicht besinnt sich Airsimmer ja eines besseren und bietet auch ein etwas umfangreicheres Handbuch für alle Basic Kunden an.

Wer dennoch mehr Hilfe braucht, findet im Forum von Airsimmer weiteren Zuspruch.

“Manage Your AirSimmer Content with Ease
Our unique
Tablet PC program is the centerpiece of AirSimmer content management: downloading and installing liveries, updates, and extra content is as easy as making a few clicks!” –Airsimmer-

Der sogenannte “Tablet PC” stellt sich im Test wirklich als eine revolutionäre Neuerung heraus. Zunächst einmal ist es ein Standalone Programm mit dem man außerhalb des FS2004 nutzen kann um Tastaturbelegungen zu ändern, seine Airsimmer Accounts zu verwalten, Liveries und updates downzuloaden oder aber auch um die Beladung und den Sprit festzulegen. Auch ein Sprit Rechner ist mitgeliefert!

Besonders machen den Tablet PC die „Live“ Funktionen. Im Cockpit kann so ebenfalls der TPC (über Shift-0) aufgerufen werden und sehr realistisch eine Fuel Berechnung, die Beladung und schließlich auch eine Takeoff Daten Berechnung durchgeführt werden.
Außerdem übernimmt der PC vorher berechnete Daten (z.B. das ZFW in die Fuel Berechnung, dann den Fuel in die TOW Berechnung und diese Zahl dann in die Takeoff Berechnung!)

Endlich ein komplettes Paket, was es einem ermöglich alle wichtigen Berechnung im Cockpit vorzunehmen, ohne dauernd aus dem FS springen zu müssen. Allerdings müssen bei der Validität der Daten Abstriche gemacht werden!

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Beim Fuel wird kein Contingency hinzugerechnet. Hier ist auch vorgesehen, dass ein Flugplan eingelesen werden kann und die benötigte Entfernung übernommen wird. Dieses tolle Feature funktioniert (noch) nicht.

Der im „Fuel Manager“ errechnete Sprit wird automatisch als Vorschlag in den „Load Manager“ übernommen.
Für den „Take-off Calculator“ muss man sich das Gesamtgewicht dann allerdings merken. Hier wird zwar eine „Take-off Calculation“ ausgeführt. Allerdings hat diese wenig mit einer mathematisch korrekten Berechnung zu tun. Hier wurden von uns mehrere Fehler entdeckt, die z.T. gravierend sind (bspw. die errechnete Flex-Temp bei verschiedenen Startbahn-Längen). Allerdings dürfte das dem normalen Simmer egal sein, denn er bekommt sein Ergebnis (die Take-off Speeds) und muss auch nicht mit behördlichen Untersuchungen im Falle eines Fehlers rechnen.

“Explore the World’s Airlines
With over a hundred FREE
High Definition Liveries available, you will never get bored flying the same aircraft! Plus, you can create your own liveries by using the free AirSimmer Paint Kit.–Airsimmer-

Über 50 Liveries stehen zum Download bereit. Diese sind allesamt sehr realistisch und schön anzusehen! Außerdem können auch Designer über das Paint Kit selbst aktiv werden!

Alle Liveries können über den Tablet PC heruntergeladen und installiert werden – auch eine gute Lösung, finden wir.

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“Enjoy the Ultimate A320 Visual Model on your PC
Our
Visual Model shows the A320 exterior to the smallest detail. No compromise.” –Airsimmer-

Das Außenmodell ist wirklich erste Sahne! Viele Details sind animiert! Man kann alle Türen und auch die Cargo Doors über das FMGEC Menü öffnen!

Viele kleine Details erfreuen das Auge, wie beispielsweise die herunterhängenden Ailerons und Elevator, wenn die Hydraulik ausgeschaltet ist. Auch die Ratte (RAT, Ram Air Turbine) ist zu sehen, sobald sie ausgefahren wurde. Die Reverser für die CFM und IAE Triebwerke sind korrekt verschieden dargestellt und der Airbus sieht auch nach einem Airbus aus.

Der Sound ist, so finde ich, sehr gut gelungen! Alle Schalter sind mit einem kleinen Geräusch versehen, die APU gibt ihren etwas schrillen Ton ab. Außerdem sind die Lüfter und das Cockpitgeräusch sehr real! All das trägt zum Airbus-Feeling bei.

Einzig fehlt der Sound der Hydraulik-Pumpen beim Starten der Triebwerk. Das hat Wilco besser gemacht als Airsimmer. Es ist zwar ein Detail, aber ein sehr Airbus-typisches Geräusch beim Anlassen der Triebwerke.

Außerdem verschluckt sich die APU, besser gesagt deren Sound, wenn man „Pause“ drückt. Das Problem ist aber bekannt und soll mit dem Patch behoben werden.

Wenn man die Gase zum Take-off reinschiebt erlebt man das typische Airbus-Röhren! Außerdem flattert Das Bugrad etwas beim Abheben und macht auch am Boden Geräusche, wenn man rollt! Insgesamt alles sehr stimmig und realistisch!

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“Get in the Pilot’s Seat
Step inside the
Virtual Cockpit or switch to the 2D Panel and experience being at the controls of a modern airliner.”

Der Airsimmer Airbus hat neben dem Virtuellen Cockpit auch eine 2D Version zu bieten. Beide sind in ihrer Optik nichts anderes als hervorragend!

Die 3D Version ist meines Erachtens nach das Beste, was auf dem FS9 Markt zu bekommen ist. Hier wurden alle Teile des Cockpits liebevoll designt. Auch das Overhead Panel ist absolut realistisch und nicht verzerrt. Die Texturen sind scharf und sowohl in Farbe als auch Plastizität hervorragend. Alle Schalter sind beweglich, haben eine realistische Verzögerung und geben ein Geräusch von sich, das dem Echten nachempfunden ist. Man hat hier wirklich das Gefühl in einem Airbus zu sitzen! Außerdem lassen sich auch noch das Fenster öffnen und der Tisch ausklappen. Besonders zu erwähnen ist, dass die Anzeigen der Copiloten Seite gesondert zu schalten sind! Das bedeutet, man kann auf dem Copiloten ND („Navigation Display“, Monitor neben dem künstlichen Horizont) auch eine andere Range anwählen als auf der Seite des Kapitäns. Das ist bei vielen Payware Addons nicht möglich. Hier wird einfach nur die Kapitäns Einstellung übernommen.

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Das 2D Cockpit enthält mehrere Zusatzbildschirme, die über die „Shift-„ Kombinationen zu erreichen sind. Andere Panels wie beispielsweise die Steuerung der Lichter erfolgt über ein Zusatzpanel, das über einen Klickspot unterhalb des Whiskey-Kompasses an der Mittelsäule aufgerufen werden kann. Ebenso lässt sich das ECAM auch über einen Klickspot am Rand des EICAS (der obere Bildschirm) aufrufen. Natürlich hat man bei dem Fenster für das ECAM daran gedacht, die Select-Knöpfe mit einzublenden – hier findet man auch den wichtigen TO Config Knopf.

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Die Performance des VC ist sehr gut! In einer komplexen Simulation mit mehren Addons sind die Framerates am Boden auf meinem System konstant bei ca. 30 (alle Regler voll rechts im Anzeigemenü!). Nur bei einem Flug zwischen den Wolken bricht das etwas ein! Insgesamt lässt Airsimmer hier keine Wünsche offen. Die Performance wird wohl in der „Advanced“ Version etwas mehr leiden….

Systemtiefe

Hier macht Airsimmer auf seiner Homepage keine Werbung. Also erwarte ich einen Flieger, der die Normal Ops. beherrscht – also alle Funktionen des täglichen Gebrauches umsetzt.

Airsimmer hat meines Erachtens nach schon jetzt alle Airbus Umsetzungen, die auf dem Markt sind, überholt! Der Startvorgang ist fast realistisch, alle Ventile werden in der richtigen Reihenfolge gefahren, dieser Vorgang ist vollautomatisch und wird von der FADEC (Full Authority Digital Engine Control) gesteuert. Der Light-up ist allerdings viel zu schnell. Hier glaubt man in einem Default Flieger zu sitzen. Ein Triebwerksstart mit Zapfluft vom gegenüberliegenden, schon gestarteten, Triebwerk ist korrekt umgesetzt. Das „Cross Bleed Valve“ fährt und man kann den Vorgang schön auf dem SD (Status Display – unterer Monitor in der Mitte des Panels) verfolgen, wenn man den entsprechenden System Button (hier die Bleed-Page) anwählt.

Auch elementare Dinge, wie eine funktionierende Druckkabine, ein Fuel System, welches eine System Logik hat und auch ein Hydraulik-System sind da und funktionieren. Kleinigkeiten wurden ebenfalls umgesetzt, wie z.B. , dass die „Crew Oxy“ Message im SD amber wird, wenn sie an dem entsprechenden „push-button“ (pb) am Overhead Panel deaktiviert wird. Ein Öffnen der Cargo Tür bewirkt ein Auto-on der „Yellow elec pump“ des Hydraulik systems.
Der „Ditching“ pb ist spätestens seit Cpt. Sully und der USAir im Hudson bekannt. Er soll alle Klappen an Flieger schließen (man benutzt in eigentlich eher bei der Enteisung). Aber auch dieses System ist gut abgebildet!

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Etwas problematischer ist die Umsetzung des Bremssystemes. Ist kein Hydraulik-Druck auf dem „grünen System“, so sollte sich beim Bremsen eigentlich das Reserve-Reservoir (Accumulator) entleeren, wenn auch das „gelbe Hydrauliksystem“ keinen Druck hat. Der Accumulator wird zwar drucklos gemacht, allerdings kann man trotzdem ncoch Bremsen. Vielleicht ist das aber auch nur ein Problem mit der FS9 Schittstelle..

Erweiterte Systeme, sowie Fehler gibt es nicht, das ist dann der „Advanced“ Version vorbehalten. Ich muss auch noch einmal ausdrücklich sagen, dass die Abnormal Darstellung eines Airbus sehr komplex ist, da quasi alle Checklisten programmiert werden müssen! Daher hat sich Airsimmer hier auch ganz schön was vorgenommen!

Insgesamt ist die Systemtiefe als für einen normalen Flug gut umgesetzt. Im Vergleich mit allem, was es bisher auf dem Airbus-Sektor gab, setzt Airsimmer hier neue Maßstäbe!

“Enjoy the Sensation of Flight
Our
Flight Dynamics Model recreates the authentic feeling of flying and matches real-world aircraft performance.

Hier ist bei einem Airbus vor allem auf die Besonderheit des Auto Trim (fälschlicherweise immer als „Fly By Wire“ bezeichnet) hinzuweisen. Dieses Feature verleiht einem Airbus Flug etwas leichtes, lockeres, da der Flieger sich immer optimal trimmt und eine einmal eingestellte Pitch somit auch stehen bleibt!

Dieses System ist noch nie richtig für den FS (-X oder 2004) umgesetzt worden (s. Wilco Airbusse).
Hier hat Airsimmer meines Erachtens nach sein Meisterstück abgeliefert! In meinem ersten Take-off habe ich mich sofort zu Hause gefühlt, wie in einem richtigen Airbus. Auch der manuelle Flug macht so einfach Spaß! Man kann den FPV („Flight Path vektor“ oder auch „Birdie“ genannt) anwählen. Setzt man diesen einfach auf die 0-Linie des Horizonts wird der Airbus seine Höhe halten. So kann man auch einen 3° Glide sehr einfach abfliegen! Einfach den „Birdie“ mit den Flügeln auf -2,5° Pitch setzen – fertig!

All das klappt und ist für mich auch die größte Errungenschaft von Airsimmer! Hierauf lässt sich aufbauen! Natürlich stimmen die Parameter nicht immer hundertprozentig mit der Realität überein, aber was ist schon die absolute Realität, also das Vorbild? Auch hier fliegt sich jeder Flieger ein wenig anders.
Ach ja, wer meint der Airsimmer Airbus sei zu „feinfühlig“ soll sich nicht täuschen! Das ist sehr Airbus-like!

Der Flight Envelope ist eine weitere Airbus Besonderheit. So soll der Pilot im „Normal Law“ nicht in der Lage sein über 30° Bank zu fliegen, ohne dass gewisse Sicherungen eingebaut sind. Der Flieger versucht ab 30° Bank immer wieder in diese Lage zurückzukehren. Ab 45° schaltet er den Flight Director ab.
Fliegt man zu schnell und ist der A/THR aktiviert, reduziert dieser die Geschwindigkeit. Ist der A/THR nicht aktiviert nimmt der Airbus von alleine die Nase nach oben um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Im Low Speed Bereich gibt es dann die Alpha-Protection, die in einem maximalen Powersetting endet ohne dass der Pilot die Geschwindigkeit selbst reduzieren kann. All diese Sicherungen sind im Endeffekt ein Eingriff in die Autorität des Piloten, aber sie verhindern auch verheerende Unfälle!

Die oben beschriebenen Charakteristiken sind von Airsimmer zu meiner vollsten Zufriedenheit gelöst worden! Man kann hier von einer realistischen Simulation sprechen!

Der Autopilot /FMGEC

In einem Airbus findet sich nicht einfach nu rein simpler Autopilot. Das ganze System ist sehr komplex und nennt sich FMGEC (Flight Management Guidance and Envelope Computer). Unter der Flight Guidance wird das verstanden, was wir gemeinläufig als Autopilot bezeichnen. Dieser ist im Airbus auch wieder etwas speziell durch sein Design. So drückt man die entsprechenden Knöpfe an der FCU (Flight Control Unit, Autopilot Bedienpanel), wenn man die Führung (Guidance) dem Flight Management System überlassen will (dann nimmt der Flieger z.B. die im Flight Management System vorgeschriebene Geschwindigkeit an) und zieht den selben Knopf, wenn man die Führung selbst übernimmt (dann stellt man die Speed eben an der FCU ein).

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Dieses grundlegende Prinzip kann aber im Airsimmer Bus nur rudimentär eingesetzt werden, weil der gesamte vertikale Teil der FG fehlt. So gibt es keine berechneten Speeds, keine Höhen-Restriktionen etc. die man dem Flight Management System mitteilen könnte. Die gesamte Steuerung über die MCDU ist daher sehr beschnitten. Nur einige wenige Seiten funktionieren. Im Folgenden will ich einfach mal exemplarisch aufzählen was geht, und was nicht geht:

Abfliegen des lateralen Flugweges über NAV

ja

 

Ein „Open Climb“*

ja

 

Ein „Managed Climb“**

 

nein

Fuel Vorhersage

 

nein

zeitl. Vorhersagen an einem Wegpunkt

 

nein

Berechnung opt. Höhe

 

Nein

Windeingaben

 

Nein

Abspeichern einer Route

 

nein

Fliegen über V/Speed

ja

 

Auomatischer Anflug

ja

 

* Der Pilot bestimmt die Flughöhe an der FCU, der Autopilot erreicht sie mit ClbPower

**Ein Modus der FG, in der alle Höhen Restriktionen berechnet und in einen Steigflug zur optimalen Flughöhe umgesetzt werden.

Also, die Möglichkeiten des Autopiloten sind wirklich sehr stark eingeschränkt. Außerdem funktioniert dieser nicht gerade zuverlässig. In einigen Flügen hatte ich mit argen Problemen zu kämpfen.

Positives gibt es aber auch hier zu vermelden:

Zum einen ist die Bedienung fantastisch! Genau so habe ich mir das immer gewünscht! Man kann eine Höhe durch Klicken über dem Wert oder über das Rollrad, wenn man den Maus Zeiger über den entsprechenden Knopf fährt, anwählen! Die Kollisionsabfrage ist sehr gut und macht die Bedienung zu einem Kinderspiel!

Der Autopilot selbst ist nur so mäßig programmiert. Jede Kurve leitet er mit 30° Bank ein und außerdem macht er das viel zu rabiat! Der Flight Director dagegen ist sehr schön! Man kann auch komplexe Verfahren abfliegen und sich auf die Führung dieses Hilfsmittels verlassen!

Der Autothrust ist sehr gut umgesetzt! Er hält die Geschwindigkeit in jeder Fluglage. Das Airbus System mit den 3 verschiedenen „Notches“, in denen die Power Einstellungen bestimmt werden (CLB, FLX/MCT, TOGA), ist analog zu Wilco, benutzerfreundlich umgesetzt worden. Auch die Bedienung des Thrusts im manuellen Flug ist exakt und macht Spaß!

BUGS

Leider muss ich auch zu diesem Punkt kommen: Der Airsimmer Airbus ist weit davon entfernt Bugfrei zu sein! Ich selbst habe einige Probleme, mal mit der APU oder dem Engine Start, mal mit dem Autopiloten gehabt! Manchmal verschluckt sich das Bleed System und ich schaffe es nicht die Triebwerke zu starten..

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Der mitgelieferte Pushback (in der MCDU anzuwählen) ist einfach nur Schrott und erfordert einen Neustart!
Außerdem scheint sich der Airbus mit einigen Zusatzprogrammen nicht zu vertragen! Bei mir klappte alles mit dem AES Paket, aber das ist stark Konfigurationsabhängig.

Viele User berichten in den Foren über CTD’S (Crash to Desktop). Auch das passiert für eine Vollversion relativ häufig, wobei ich es bisher nur einmal während eines Fluges erlebt habe. Da keine Panel-States zu sichern sind ist das dann besonders ärgerlich! Airsimmer verspricht uns mit Hochdruck dran zu arbeiten und bis Weihnachten sollen alle Probleme behoben sein… Wer‘s glaubt… Allerdings ist der Bus spielbar und die Probleme sind zu beherrschen, wenn man weiß, was einen Absturz verursacht! Ich konnte damit leben und hoffe auf Besserung. Im Übrigen sind verbuggte Programme nicht nur eine Spezialität von Airsimmer – auch die CaptainSim Produkte kann man meistens erst ab v1.3 richtig gut spielen. Da ist Airsimmer schon besser!

Fazit

Die wirklich schwere Aufgabe liegt in dem Fazit. Ich denke einige Simmer werden von den fehlenden Möglichkeiten des Autopiloten enttäuscht sein. Auch die vielen Fehler, die das Programm leider noch hat, sind unschön. Allerdings sehe ich das ganze etwas anders:

Zum allerersten Mal bekommt man für sein Geld ein echtes Airbus Erlebnis. Außerdem ist die Idee rund um den Tablet PC wirklich großartig und lässt den Realismus noch einmal steigen. Die vielen verschiedenen Liveries sehen perfekt aus und auch im Cockpit erlebt man den „alten“ FS2004 so gut wie nie zuvor!

Kann das alles über die Nachteile hinwegtrösten? Es kann! Ein Flug ist gut durchführbar und lässt den Simmer endlich einmal Airbus Luft schnuppern. Natürlich gibt es noch viel zu verbessern, aber die Produktreife ist meines Erachtens absolut gegeben. Wer endlich mal Airbus FLIEGEN will und nicht nur einen Autopiloten bedienen möchte ist hier richtig! Die anderen können weiter mit ihrem Wilco-Büsschen spielen…

Vieles muss noch verbessert werden und da ist Airsimmer in der Schuld! Aber ich bin nach dieser Programmierleistung überzeugt, dass die Kollegen das hinbekommen. Ob und wie eine „Advanced“ Version aussieht ist eine andere Frage. Diese Antwort steht in den Sternen!

Pro

Contra

  • Außenmodel / VCockpit grafisch überragend (für den FS9)
  • „Fly by Wire“ gut umgesetzt
  • Tablet PC eine sehr gute Idee
  • Flight Management und Autopilot stark „beschnitten“
  • noch sehr Fehlerbehaftet
  • Tablet PC leider auch sehr „verbuggt“
  • teilweise Kompatibilitätsprobleme mit Addon Software

Informationen

Testsystem

  • Andreas Pinheiro
    • Intel Core Duo E8400, 3,0 GHz
    • 4 GB DDR2
    • NVidia Gforce 9800 GTX 512 MB, latest drivers 186.07
    • Windows 7 Premium 64bit
  • Ingo Voigt
    • AMD 6000+
    • GF 8800GT 512MB
    • 4 GB RAM
    • FS9.1 auf Win7 64 Bit

Andreas Pinheiro und Ingo Voigt

Gedanken eines weiteren (ehemaligen) Airbus Piloten zum Produkt (danke an Oskar Wagner für den Beitrag)

Noch nie ist ein Flight Simulator Produkt derart kontrovers beurteilt worden. Angefangen damit, dass seit nunmehr über 3 Jahren häppchenweise etwas scheinbar Gigantisches angekündigt wurde bis hin zum unausgegorenen „Schnellschuss“ mit der Veröffentlichung der Basicversion hat sich AirSimmer mit ihrem Airbus Projekt immer wieder im Fokus der FlightSimmer Gemeinde halten können.

Was ist nun aber wirklich davon zu halten? Ich habe mir mit meiner Beurteilung aus bestimmten Gründen etwas Zeit gelassen. Erstens, weil ich meinen Ärger über die überraschende und übereilte Markteinführung der Basic-Version verrauchen lassen wollte und zweitens weil ich als ehemaliger Airbus-Kutscher das Produkt etwas genauer unter die Lupe nehmen wollte. Zu ersterem: Ja, auch ich bin mir als „veräppelt“ vorgekommen. Wenn man schon zwei Versionen publizieren will, dann sollte man dies wenigstens mit einer gewissen Vorlaufzeit ankündigen. Die von AirSimmer gewählte Tatktik hat ganz klar darauf abgezielt, die Käufer im unklaren über das verkaufte Produkt zu lassen. Darüber sollte man keine Worte mehr verlieren. Eine laue Entschuldigung hinterher hilft da wenig. Wie viel Goodwill damit verspielt worden ist, wird sich noch weisen.

Ob es nun sinnvoll war, zuerst die FS9 Variante zu forcieren, kann wohl nicht abschliessend beurteilt werden. Im AirSimmer-Forum tummeln sich zu 70% FS9-Freaks, deshalb hat auch die forums-interne Abstimmung eine klare Mehrheit für FS9 ergeben. Dies hängt aber natürlich auch damit zusammen, dass das Projekt gestartet wurde, als der FSX gerade mal richtig laufen lernte.

Was ist nun besonders am AirSimmer Airbus? Es hat einiges, das wohl durchaus als richtungsweisend bezeichnet werden kann, so z.B. der Tablet-PC, der für das gesamte Setup sowie Updates, Liveries und Flugplanung verwendet wird. Nur – hier kommt schon wieder der erste Wermutstropfen: Wenn sowas ausgeliefert wird, das – notabene – schon seit Beginn des (bezahlten) Betatests zum Testen freigegeben war, dann ist es für mich unverständlich, dass alle drei Planungsutilities immer noch zum Teil schwerwiegende Fehler aufweisen. Dies spricht aber auch für die Qualität der sogenannten „Betatester“.

Das Flugzeug-Modell an sich stellt sicher einen neuen Standard für FS9-Modelle auf, der durchaus auch in der höchsten Kategorie des FSX noch seinen Platz findet. Da ist alles sauber verarbeitet und nahezu perfekt in jedem Detail dargestellt. Dies gilt meiner Ansicht nach auch für das VC, das eine bis anhin noch nie gekannte Qualitätsstufe im FS9 erreicht.

Ein weiteres Highlight ist die qualitativ auf hohem Niveau stehende fly-by-wire Darstellung – die erste überhaupt, die diesen Namen verdient. Sie mag für den normalen Flugbetrieb durchaus zu überzeugen und macht das manuelle Fliegen zum reinen Airbus-Vergnügen – wie es auch in Wirklichkeit ist. Erstaunlicherweise ist aber die Envelope-Protection im Alpha-Speed Bereich ungenügend. Das hätte ich nicht erwartet. Ebenso ist die Autopilot-Führung im NAV-Modus um Längen viel zu rauh und ungenau. Es stellt sich die Frage, ob dies im ganzen Betatest niemandem aufgefallen ist oder ob dies ein „Abfallprodukt“ der stark eingeschränkten FMGC-Funktionen ist. Wie dem auch sei, für ein Produkt, das sich im Untertitel „The Mathematics of the Sky“ beimisst, kann dies nur als ungenügend beurteilt werden.

Salopp gesagt, machen drei Dinge einen Airbus aus: Fly-by-wire, FMGC und (lower) ECAM. Der FMGC ist in seinen Funktionen sehr stark eingeschränkt und das eigentliche ECAM ist nicht existent. Leider sind auch die eingeschränkten Funktionen des FMGC darüberhinaus noch fehlerbehaftet, sodass hier keine Freude aufkommen kann. Da hilft der Hinweis im Forum, dass „no operational significant bugs“ vorhanden sein sollen, sehr wenig, wenn die Maschine schon im ersten Holding auf die falsche Seite dreht. Wie auch schon oben angetönt, ist die Autopilot-Führung im NAV-Modus schlecht. Kurven werden in mehreren Raten geflogen und meistens sogar mit 30° Bank. Modifikationen des Routings inflight sind auch nicht über alle Zweifel erhaben. Ich habe mehr als einen Fall erlebt, wo neu eingesetzte Waypoints auf dem NAV-Display ein heilloses Durcheinander angerichtet haben. Ich wage nicht daran zu denken, was passiert, wenn in der Vollversion noch Pseudo-Waypoints wie TOC, TOD etc. Dazu kommen. Die sind dann programmtechnisch noch eine weitere Klippe, die es zu umschiffen gilt.

AirSimmer hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Man darf nicht vergessen, dass praktisch kein Add-On Hersteller Vollzeit-Programmierer angestellt hat. Deswegen aber das AirSimmer Team als Feierabend-Amateure zu bezeichnen, ist natürlich vollkommen ungerecht und auch nicht relevant. Es steckt sicher bereits eine Unmenge von Arbeitsstunden und Herzblut in diesem Projekt. Würden Profi-Arbeitsstundensätze für ein solches Projekt verrechnet, dann könnte das Endpodukt nie auf dem FS-Markt verkauft werden. Dies gilt aber natürlich für die meisten Flugzeug-AddOns. Szenerien haben es da unvergleichlich leichter. Wenn ich sehe, dass das Bug-o-Meter im AirSimmer Forum seit längerer Zeit um die 60% verharrt, dann weiss ich eben nicht, was ich davon halten soll. Ich bin immer noch geneigt, zu glauben, dass das fertige Produkt – ob das jetzt advanced oder sonstwie heisst – eine gute Sache würde. Ob AirSimmer die Manpower und die finanziellen Mittel hat, um das Projekt zu einem guten Ende zu führen, weiss wohl im Moment niemand so genau. Zu wünschen wäre es, denn die vorgelegte Basic-Version ist für mich keine Alternative.

Oskar Wagner

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