Review: JustSim Innsbruck (FSX/Prepar 3D)

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Noch vor einem Jahr war das Entwicklerstudio JustSim ein unbeschriebenes Blatt in der Flugsimulatorszene. Nach den Veröffentlichungen von Linz, Girona, Varna und Nizza, die alle im Jahr 2016 erschienen sind, konnte das russische Team jedoch schnell auf sich aufmerksam machen und sich im Bewusstsein der Branche etablieren. Nun veröffentlichte JustSim einen regelrechten Klassiker der Flugsimulation: Den Flughafen Innsbruck Kranebitten.

Vermutlich haben sich meisten Flugsimulatorpiloten schon einmal am Anflug auf den Flughafen Innsbruck Kranebitten versucht. Der steile Sinkflug in das Inntal und das darauffolgende Circling zum Final Turn auf die Landebahn 08 gehören definitiv zu den größeren Herausforderungen der virtuellen Luftfahrtwelt. Der Ausblick auf die nahen Alpengipfel und das Überfliegen der Berghänge in niedrigster Höhe bringen einzigartige Spannungsmomente, die das fliegerische Feingefühl fordern. Geschwindigkeit und Höhe wollen akribisch genau eingehalten werden, Terrain und Karten genauestens studiert sein. Wer seine Maschine schließlich erfolgreich auf dem Flughafen Innsbruck aufgesetzt hat, wird mit einem beeindruckenden Alpenpanorama belohnt, das seinesgleichen sucht. Um all das auch tatsächlich im Simulator genießen zu können, veröffentlichte Aerosoft vor mehr als sechs Jahren das Addon „Approaching Innsbruck“ für FS9 und FSX. Dank weitläufiger Fototextur des Umlandes, wichtigen Landmarken und einer akkuraten Umsetzung des Flughafens wurde die Ankunft in Tirol nicht nur ein fliegerisches, sondern auch ein visuelles Erlebnis. Die Entwickler von JustSim haben nun ihr eigenes Innsbruck veröffentlicht. Ausgestattet mit zeitgemäßen Effekten und Funktionen und kompatibel mit Prepar 3D.

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Das verspricht der Hersteller

Vom Entwickler gibt es eine Liste an Features, die den vorherigen Veröffentlichungen von JustSim sehr ähnlich ist. Aufwendige Texturen, exzellente Nachteffekte, animierte Fahrzeuge und Reflektionen im Prepar 3D. Hinzu kommen saisonale Vegetation und eine fotorealistische Umsetzung der Umgebung. Kurz gesagt, eine detaillierte Szenerie auf dem Stand der Technik 2016.

Kauf, Installation und Umfang

JustSim Innsbruck ist im simMarket erhältlich und kostet gut 20€. Nachdem man den 1,3 Gigabyte großen Installer heruntergeladen hat, lässt sich die Szenerie mit wenigen Klicks im FSX oder Prepar 3D (V2 & V3) installieren. Die Registrierung erfolgt mit einem Key über die bekannte simMarket-Verifizierung. Nach geglückter Installation landen die Dateien im simMarket-Ordner des Simulator-Hauptverzeichnisses. Hier findet sich eine kurze Anleitung zum Produkt, die neben Informationen zu Flughafen und Entwickler auch einige Details zur Installation von SODE bereithält, sowie den freundlich gemeinten Hinweis Please fully uninstall all previous versions of LFMN airport you may have installed before …. Leider mit Verweis auf das Vorgängerprojekt Nizza…. Schön wiederum: Die Entwickler stellen einen kompletten Satz Jeppesen Charts vom Juni 2016 zur Verfügung, der sämtliche Prozeduren für den Flughafen Innsbruck beinhaltet.

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Der Flughafen Innsbruck Kranebitten

Der Flughafen Innsbruck ist weit über die Landesgrenzen Österreichs bekannt für seine einzigartige Lage. Die 2000 Meter lange Landebahn liegt inmitten des Inntals, in unmittelbarer Nähe zum gleichnamigen Fluss und zu Füßen kilometerhoher Alpengipfel. An- und Abflüge müssen präzise durchgeführt werden, da zwischen den mächtigen Bergmassiven nur wenig Platz für Korrekturen oder gar Fehler bleibt. Dennoch bietet der Flughafen (und der Luftraum in Tal) genug Kapazitäten für Flugzeuge bis zur Größe einer Boeing 767. Die Condor-Gruppe ist des Öfteren mit Boeing 757 zu Gast, Austrian, Niki und weitere bekannte europäische Fluggesellschaft bahnen sich ihren Weg durch die Berge mit typischem Mittelstrecken-Gerät wie Boeing 737 und Airbus A320. Besonders im Winter gibt es von und nach Innsbruck zahlreiche Charterflüge aus verschiedenen europäischen Großstädten, um den vielen zahlungsfreudigen Winterurlaubern eine schnelle und direkte Anbindung an die angrenzenden Skigebiete zu ermöglichen. Zwar ist der Sommerflugplan tendenziell weniger stark ausgeprägt, doch gerade zu spanischen und griechischen Zielen findet man auch in der warmen Jahreszeit verschiedene Flugverbindungen von Innsbruck aus. Die spektakuläre Kulisse der Alpen und die Tatsache, dass das Inntal als Föhntal optimale thermische Bedingungen bietet, machen den Flughafen jedoch auch für Segelflieger interessant. Innsbruck ist einer der wenigen Flugplätze, auf denen ziviler Verkehr und Segelflugsport in großem Ausmaß parallel betrieben werden. Der nördliche Teil des Flughafens hält entsprechende Einrichtungen samt Graslandebahn parat.

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Genug Argumente für einen Abstecher in die österreichische Großstadt finden sich also. Ob sich der Besuch im szenischen Innsbruck dank JustSim nun auch im FSX und Prepar 3D lohnt schauen wir uns nun an.

Erster Eindruck

Also angeschnallt und losgeflogen: Ich habe für den Anfang Majestics Dash-8Q400 aus dem Hangar gerollt und bin als Austrian 903 von Wien in Richtung Innsbruck aufgebrochen. Der Flug dauert um die 60 Minuten und führt bei meinem heutigen Routing von Osten her über Salzburg und die Salzburg 3A STAR zum VOR Rattenberg RTT. Bereits hier muss man auf die richtige Höhe achten, 9.500 Fuß dürfen nicht unterschritten werden, sonst kommt man mit den nahen Berggipfeln in Konflikt. Nach anschließender Rechtskurve ist der Localizer eingefangen und man folgt dem Gleitpfad hinab in das Inntal. Das gesamte Tal ist mit einer Fototapete und passend verteiltem Autogen ausgestaltet, sodass sich der Sinkflug bereits stimmig gestaltet.

4,2 Meilen vor Localizer OEV dreht man nach links, Kurs 230, wenig später geht’s in den Downwind, Heading 264. Allerdings war ich auf Anhieb enttäuscht, als ich bei diesem Manöver festgestellt habe, dass die Bergiselschanze nicht umgesetzt wurde. Dass die Kirche Axams, die mir laut Chart als Orientierungspunkt für den letzten Rechtsturn dienen soll von JustSim konstruiert und abgebildet worden ist, habe ich in dieser Situation dann auch schon bezweifelt. Dennoch; aus dem Cockpit heraus betrachtet ist Innsbruck mit einem mehr oder weniger scharfen Luftbild umgesetzt worden, dass mit individuellem Autogen angereichert worden ist. Man erkennt Bahnhof und Stadtzentrum, auch die Brennerautobahn schlängelt sich gut erkennbar durch die Landschaft.

Da in der Tat keine Kirche zu sehen ist, erfolgt die 180 Grad Wende wenig später nach Orientierung am gegenüberliegenden Bergmassiv und in 3,5 Meilen Entfernung zu OEV. Im Short Final fehlen leider die erwarteten PAPIs. Nach erfolgter Landung auf Bahn 08 geht es vorbei an einigen statischen GA-Maschinen durch saftig-grünes 3D Gras in Richtung Terminal. Die umliegenden Gebäude sind akkurat modelliert worden und haben scharfe Texturen. Verschiedene Fahrzeuge (Modelle und Varianten wie man sie auch auf einem österreichischen Flughafen erwartet) runden das Gesamtbild ab. Das gesamte Flughafengelände macht einen guten ersten Eindruck und gestaltet die Ankunft in Innsbruck bei hervorragender Performance sehr angenehm. Leider scheint die AFCAD-File der Szenerie fehlerhaft, sodass kein AI-Traffic vorhanden ist und, für mich deutlich unangenehmer, GSX abgesehen von den beiden Startbahnen keine Daten, also auch keine Parkpositionen für LOWI findet. Dieses Problem wurde allerdings bereits durch einen Fix behoben, wie mir mein Email-Konto wenige Minuten später verriet.

Terminal

Im Jahr 2015 passierten das Terminal am Flughafen Innsbruck erstmals über 1 Million Passagiere. Der Weg vom Parkplatz bis zur Schalterhalle ist nicht weit und das richtige Gate ist unter den 11 verfügbaren Ausgängen auch schnell gefunden. Der Luftverkehr im Inntal folgt eben gemütlichen, kleineren Maßstäben. Auch geboarded wird in Innsbruck ganz klassisch auf dem Rollfeld. Fluggastbrücken sucht man vergebens. Dementsprechend sind am Vorfeld die nötigen Gerätschaften zur Flugzeugabfertigung abgestellt. Treppen, Cateringfahrzeuge und Tanker sind äußerst detailliert konstruiert worden und geben sich in authentischem Gelb.

Die Abfertigungsanlagen sind im Simulator aber trotz (oder gerade wegen) ihrer kleinen Ausmaße ein Hingucker. JustSim hat bei der Modellierung des Gebäudes gute Arbeit geleistet. Der Schriftzug „Flughafen Innsbruck“ fällt sofort ins Auge und ist plastisch und sauber abgebildet worden. Die Dächer sind mit Fenstern, Klappen, Klimaanlagen und Antennen ausgestattet. Das finde ich persönlich anstelle von unscharfen Fototexturen immer sehr schön. Auf der Besucherterrasse stehen drei Sitzgarnituren mit Sonnenschirm, verschiedene Treppen stellen einen guten Zugang zum Rollfeld sicher. Zwar verfügt das Terminal über kein modelliertes Innenleben, dafür haben die Entwickler die (verhältnismäßig) große Glasfassade mit einem Spiegeleffekt versehen. Leider ohne Unterstützung von Dynamic Reflections im Prepar 3D. Das eigene Flugzeug sucht man dort also vergebens. Die Texturen sind schlicht, aber stimmig gewählt.

Auf der Terminalrückseite wurden einige Autos auf den Parkplätzen platziert. Zuwege, Straßen und Einmündungen sind rudimentär dargestellt worden; an manchen Stellen blockiert ein deplatzierter Bordstein den Straßenverlauf, vom Vorfeld aus ist der Bereich aber nicht einzusehen. In den Randbereichen des Parkplatzes geht die graue Bodengrundierung recht abrupt in das zugrundeliegende Luftbild über. Die Fußwege zwischen Parkhaus und Terminal sind in Innsbruck mit einer gläsernen Dachkonstruktion überspannt, die meiner Meinung nach wirklich beeindrucken umgesetzt worden ist. Am Himmel ziehen einige Vögel ihre Kreise. Derartige Effekte, transparentes Glas und detaillierte Modelle auf der Landside findet man nicht in vielen Szenerien. Dank der bescheidenen Größe des Flughafens in Innsbruck schlagen diese Details auch nicht auf die Performance.

Flughafengelände

Die Austrian Airlines Tochter Tyrolean betreibt am Flughafen Innsbruck eine Wartungseinrichtung. Hier wird beispielsweise die Dash-8-Flotte der österreichischen Fluggesellschaft gewartet. Die vier großen Hangars des Unternehmens geben ein gutes Bild ab. Die Gebäude sind, wie auch in der Realität, zweckmäßig umgesetzt und bieten wenig Details. Konstruktion und Texturierung gefällt gut. Am Rande des Vorfelds steht eine statische Austrian Dash-8 mit entsprechenden Gerätschaften. Zwar gibt es die Austrian-Arrows soweit ich weiß seit einiger Zeit nicht mehr, dennoch sind auch hier Modell und Texturen scharf, detailliert und akkurat umgesetzt.

Im Norden des Flughafens gibt es eine großräumige Einrichtung für den Segelflugsport. Parallel zur Start- und Landebahn wurde hier ein markierter, 350 Meter langer Grasstreifen angelegt, den die Segelflieger exklusiv nutzen. Leider sind die angrenzenden Hallen und Gebäude nicht sehr detailliert dargestellt. Die Modelle sind einfach und besonders die Texturen sind im Gegensatz zum restlichen Flughafen sehr grob und wenig detailliert. Besonders schade im Fall der alten Backsteinhangars, die so nur einen traurigen Eindruck machen.

Im südöstlichen Bereich des Flughafens, in direkter Nachbarschaft zum Terminal befinden sich Parkpositionen für die allgemeine Luftfahrt. Um dem Areal ein wenig Leben einzuhauchen haben die Entwickler an dieser Stelle statische Flugzeuge verteilt. Die sieben Maschinen tragen zwar alle die gleiche Registrierung, stehen aber nicht in Reih- und Glied sondern sind leicht versetzt abgestellt. Ein nettes Detail, das übrigens auch bei allen Fahrzeugen auf dem Gelände auffällt. Die Situation wirkt so authentischer und nicht wie am Reißbrett kreiert.

JustSim überzeugt in dieser Disziplin mit aufwendigen Modellen und komplexen Konstruktionen. Ob Gebäude, Fahrzeuge oder Flugzeuge, Innsbruck präsentiert sich im Prepar 3D markant, scharf und plastisch. Der Charakter des Flughafens kommt wunderbar zum Tragen und bereitet eine angenehme Stimmung.

Bodentexturen

Die Bodentexturen in JustSims Innsbruck gefallen aufgrund der stimmigen Farbgebung. Gras und Beton harmonieren gut und Übergänge sind scharf abgebildet. Die verschiedenen Bodenbeläge präsentieren sich in unterschiedlichen Schattierungen und Mustern. Zwischen den Asphalt- und Betonflächen entsteht aufgrund von Streifen und Abdrücken auf dem Gras ein realistisches und abwechslungsreiches Bild. Leider findet man an verschiedenen Stellen noch Überbleibsel des zugrundeliegenden Luftbildes. So sind auf dem Boden unscharfe Bilder von Antennen, Navigationsanlagen oder einem Schleppflugzeug zu erkennen. Schade, plastisch umgesetzt hätten diese Details die Szenerie hervorragend ergänzt. Zwar wird das Flugerlebnis durch diese kleinen Ungenauigkeiten kaum gestört, trotzdem trüben sie das Gesamtbild des Flughafens. Es fehlt ganz einfach der letzte Schliff. Ein wenig mehr Detailarbeit wäre an diese Stelle willkommen.

Die Vorfelder sind nicht überschwänglich mit Details ausgestattet, tatsächlich ist der Innsbrucker Beton in der Realität aber auch nicht sonderlich verschmutzt (vgl. Wikipedia). Zudem gibt es am Flughafen Innsbruck keine Centerline an den Parkpositionen. Dieses Detail wurde entsprechend von JustSim umgesetzt. Die Aufsetzpunkte der Landebahn haben einige Nutzungsrückstände von den zahlreichen Landungen der Vergangenheit. Die  Verschmutzungsspuren wirken allerdings recht einfach und teilweise etwas verwaschen. Linien und Markierungen sind jedoch scharf und deutlich abgebildet. Es gibt keine unschönen Sprünge, Kanten oder Ecken.

Für den Fall, dass es im Inntal einmal regnen sollte, haben die Entwickler das Vorfeld, sowie Taxi- und Runways mit einem Nässeeffekt versehen. Bei aufkommenden Tropfen bekommt der Bodenbelag eine leichte Reflexionseigenschaft, die zwar zum Teil eine fragwürdige Spiegelung eines großen Baumes erzeugt, jedoch trotzdem für Abwechslung sorgt und der Szenerie bei schlechtem Wetter eine entsprechende Atmosphäre verleiht.

Innsbruck ist das Tor zu zahlreichen Wintersportgebieten. Damit es mit der erfolgreichen Talabfahrt zur anschließenden Einkehr in die Alm aber auch etwas wird, brauchen die fleißigen Sportler in der kalten Jahreszeit natürlich eins: viel Schnee! Und den gibt es selbstverständlich auch bei JustSim. Alle vier Jahreszeiten wurden mit entsprechenden Farben und Sättigungen individuell gestaltet. Der saisonale Texturwechsel erfolgt automatisch nach eingestellter Jahreszeit. So erstrahlt die Szenerie im Sommer kräftig Grün und im Winter bitter kalt in klarem Weiß.

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Zusammengefasst muss man anmerken: im Gegensatz zu den Gebäuden, Fahrzeugen und anderen Objekten wirken die Bodentexturen einfach und zum Teil leider etwas plump. Zwar überzeugen Farben und Kontraste, doch hätten einige Details der Szenerie einen individuelleren Touch gegeben. Der Flughafen wirkt keinesfalls steril oder unbenutzt, doch würde eine ebenso schöne Detailbearbeitung der Bodentexturen wie bei sie der Modellierung der Gebäude erkennbar ist, die Szenerie noch einmal um eine Klasse verbessern.

Der Flughafen bei Nacht

Die Nachtdarstellung der Szenerie präsentiert sich mit heller Taxi- und Runwaysbefeuerung und volumetrischen Lichtkegeln. Das Lichtermeer auf dem Gelände ist weithin sichtbar, die Centerlinelights auf der Runway sind allerdings etwas dunkel geraten. Im Anflug auf Rwy 26 fehlen leider die Lead-In-Lights (FSL), die auf den letzten Meilen aufgrund des versetzten Localizers, den Weg zur Piste weisen. Die Lichtverteilung auf dem Vorfeld wirkt sehr gleichmäßig, entlegene Bereiche sind ebenso ausgeleuchtet wie Bereiche unmittelbar unter den Flutlichtmasten. Die weiterführende Umsetzung der schön dargestellten, dreidimensionalen Leuchtkegel auf der entsprechenden Bodentextur und somit ein Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit auf dem Vorfeld würden den Flughafen bei Nacht realistischer gestalten.

Einen tiefen Einschnitt in das Gesamtbild des nächtlichen Innsbruck stellt leider das 3d-Gras dar. Die weitläufigen Rasenflächen gleichen einem Chaos aus knallgrünen Linien auf dunklem Untergrund. Die einzelnen Grasreihen heben sich extrem von der umliegenden Szenerie ab und sind leider aus jeder Situation allzu deutlich zu erkennen. Trotz der guten Lichteffekte und Farbenspiele macht diese Tatsache das Flughafengelände bei Nacht extrem unrealistisch und künstlich.

Flughafenumfeld

Der Flughafen ist eingebettet in eine weiträumige Fotoszenerie des Inntals. Aufgrund der umliegenden Berge sind keine „harten“ Brüche vorhanden. Die Übergänge fallen somit nicht ins Auge. Das Luftbild ist ausreichend gut aufgelöst, Autogenobjekte sind individuell platziert worden, sodass der Stadt vorgelagerte Dörfer und Straßen gut erkennbar sind. Wie bereits im ersten Eindruck beschrieben gestaltet sich der Anflug aufgrund der netten und sauber abgebildeten Umgebung sehr szenisch und atmosphärisch. Allerdings ist es wirklich schade, dass keinerlei Landmarken umgesetzt worden sind. Dom, Bergiselschanze oder Fußballstadion hätten das Gesamtbild der Szenerie passend abgerundet.

Fazit

JustSims Innsbruck bringt eine detaillierte Flughafenszenerie mit einer fotorealistischen Abbildung des Umlandes. Eine tolle Umsetzung des Flughafens mit aufwendig modellierten Gebäuden, passenden Details und Effekten schaffen auf dem ohnehin schon szenisch gelegenem Flugplatz eine gute Atmosphäre. Leider merkt man der Szenerie in einigen Bereichen die schnelle Fertigungsrate der JustSim Szenerien an. Ob es nun der übrig gebliebene Verweis auf das Vorgänger Projekt Nizza LFMN im Manual ist, die grob aufgelösten Luftbilder von Radaranlagen neben der Runway, fehlende PAPIS oder eine AFCAD-File ohne Parkpositionen; all das sind keine dramatischen Fehler, jedoch wären sie mit größtenteils überschaubarem Arbeitsaufwand vermeidbar gewesen. Löblicherweise haben die Entwickler bereits einen Tag nach Release einen verbesserten Installer bereitgestellt, der AFCAD und PAPIs berichtigt. Schade, dass die Beta-Phase derart offensichtliche Fehler nicht im Vorfeld der Veröffentlichung aufdeckt.

Letztendlich punktet JustSims Innsbruck vor allem mit stabiler Performance und einem umfangreichen Gesamtpaket. Neben Charts und Fototextur des Umlandes darf man auch einige nette Effekte genießen, die dem Erlebnis der Szenerie sehr zuträglich sind. Zwar muss man mit einigen Ungenauigkeiten leben, bis auf das 3D-Gras hat die Szenerie allerdings keine groben Fehler aufzuweisen. Nachts bietet die Szenerie aufgrund des grünen Chaos aus unpassenden Grasstreifen meiner Meinung nach jedoch nur wenig Charme. Wer JustSims Innsbruck kauft muss wissen, dass die Szenerie nicht für den VFR-Ausflug in die Alpen oder den Helikopterflug in die Innenstadt gemacht ist. Für zwanzig Euro bekommt man allerdings einen solide Szenerie des Flughafens, die an einigen Stellen zu beeindrucken weiß, inklusive passender Fototextur des gesamten Inntals. JustSim Innsbruck liefert eine gut ausgestattete Destination für alle Airlinerpiloten, die den spannenden Anflug auf den Alpenflughafen mit einer realitätsgetreuen und zeitgenössischen Szenerie abschließen möchten.

Informationen

Pro Contra
  • detaillierte Modelle
  • passende Effekte
  • sehr gute Performance
  • weiträumige Abbildung des Inntals als Fototextur
  • Charts mitgeliefert
  • faires Preis-Leistungsverhältniss
  • zum Teil ungenaue Bodentexturen
  • unpassendes und störendes 3D-Gras bei Nacht
  • kleine Unzulänglichkeiten
  • leider keine Landmarks
Informationen Testsystem
  • Entwickler: JustSim
  • Versionen: FSX/P3D
  • Preis : 20.83€
  • Kauf: simMarket

 

  • Intel I7-4790k @ 4,4 Ghz
  • Geforce 970 GTX
  • Windows 10, 64Bit
  • Prepar 3D V3.3

10 Comments
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Grundsätzlich sei gesagt: schön, dass es endlich eine P3D-kompatible Innsbruck-Szenerie gibt. Wir von der VACC Austria freuen uns jetzt schon über (noch mehr) Traffic in Innsbruck auf VATSIM. So wie es auf den Screenshots aussieht, fehlt allerdings die Runway-Centerline-Beleuchtung (siehe z.B. Youtube-Video https://www.youtube.com/watch?v=j95BOMvedN8) UND es fehlen leider auch die Lead-In-Lights. Diese Blitzlichter leiten bei schlechtem Wetter vom Localizer zur Piste und sind im Stadtgebiet installiert. Das sind für mich zwei große Negativpunkte – weil es nämlich keine Schönheitsfehler sind, sondern weil das beim Fliegen ein Problem darstellen kann, wenn das Wetter schlecht ist. Ich finde, dieser Punkt sollte noch im Review erwähnt werden.

Hallo Philipp,
die Centerlinelights sind tatsächlich installiert, nur etwas dunkel geraten. Allerdings fehlt der Farbenwechsel von Weiß auf Rot im letzten Teilabschnitt der Runway. Ehrlicherweise muss ich zugeben,dass ich die Lead-In-Lights, FSL, übersehen habe, da sie in meinen Charts (Navigraph) nur beiläufig verzeichnet sind. Ich habe aber beide Informationen im Review ergänzt. Vielen Dank für deinen Hinweis!

Bitte gerne – und danke für die Ergänzung. Dass da auf den Screenshots eigentlich eh Rwy-Centrelights zu sehen sind… da hab ich nicht genau genug hingeschaut. 😉

Ich persönlich warte lieber auf die Szenery von ORBX. Diese sieht wesentlich besser aus bzw. detailreicher.

sehr informativer Kommentar an dieser Stelle!

Weitaus besser als deiner, oder?

Jarrad Marshall gehört ohne Frage zu den talentiertesten Entwicklern. Daher freue ich mich auch schon sehr auf FTX Innsbruck

das ist bestimmt richtig – hier geht es aber um JustSim

Nochmal zurück zu der Befeuerung: Seht Ihr im FS X unter DX 9 oder 10 (mit und ohne Steves DX 10 Scenery Fixer) die Anflugbefeuerung leuchten? Ich nicht… Körperlich anwesen ist sie.

Man könnte auch mal abweichende Meinungen oder Geschmäcker akzeptieren, Wolfgang… Und Christoph und Doug beziehen sich ja auch auf die JustSim-Szenerie, wenn sie sagen, dass sie die geplante ORBX-Szenerie besser finden. Off-topic-Kommentare sehen jedenfalls anders aus.

Und im Übrigen teile ich ihre Meinung. Wer dringend Innsbruck im P3D braucht oder einfach eine günstige Variante dieses Flughafens haben möchte, ohne allzu viel Wert auf Atmosphäre und Akkuratesse zu legen, ist mit JustSim sicherlich gut bedient. Alle anderen warten dann lieber auf ORBX oder das ebenfalls in Entwicklung befindliche Update der Aerosoft-Szenerie…

Das AFCAD-Problem scheint aber nur für P3D gelöst zu sein, beim FSX gibt es immer noch keine Parkplätze, zumindest findet nicht nur FSX, sondern auch GSX keine. Schade….