Erster Eindruck: Drzewiecki Design New York City (X-Plane 10)

Title

Drzewiecki Design hat sein neuestes Projekt New York City jetzt auch für X-Plane portiert, allerdings besitzt X-Plane eine vollkommen andere Ausgangslage als die FSX und P3D Welt.

Voraussetzungen

Während in der FSX- und P3D-Welt sowohl Aerosoft wie auch Drzewiecki Design sich bereits zuvor an dieser komplizierten Stadt versuchten, war New York für X-Plane noch sehr stark eine Sache von automatischen Algorithmen. Zwar hat man für New York ausgesprochen genaue OSM Daten, ist ihre Aussagefähigkeit aber beschränkt.
Eine der besten Darstellungen lieferte bislang das HD Mesh V3 mit seinem AutoGen. Hier haben wir eine kleine Auswahl von Bildern , die im Zusammenhang mit dem New York Airports Review gemacht haben.

Dann gibt es auch noch verschiedene Versionen von OSM-Karten:

Außerdem kann man in X-Plane.org verschiedene Gebäudekomplexe , wie auch eine Fotoszenerie von Manhattan finden um sich damit die Stadt mehr oder minder zusammen zu puzzeln.

Das war es eigentlich, was bislang in X-Plane zur Verfügung stand, wenn wir mal von Leuten absehen die ihre Aerosoft New York Version mehr oder weniger gut nach X-Plane konvertierten.

Doch nun versuchte sich Drzewiecki Design an dieser Szenerie erstmals für X-Plane. Allerdings war es nicht ihr erster Versuch mit dieser Stadt, aber auch nicht ihre erste Portierung für X-Plane.

Mit ihrer Miami City Szenerie bekamen sie jedoch nicht nur Lob. Die hohen Gebäude sahen zwar gut aus, besaßen jedoch eine sehr mangelhafte Ausleuchtung und auch das Hinterland ließ sehr große Zweifel aufkommen. Und zu allen Überfluss verbriet sie übermäßig viel Speicher, bei hohen Texturauflösungen.

Dass sie es auch anders können, wenn auch zu ganz anderen Kosten zeigten sie mit Warsaw City.

Dieses Produkt kann wohl mit guten Grund als Generalprobe für New York City bezeichnet werden das in kommerzieller Hinsicht weitaus interessanter ist. Warsaw City deklassiert die World2XP Ansätze, nicht nur in Bezug auf die speziellen Custom Gebäude, sondern auch die normale Bebauung ist an ortstypische Gegebenheiten angepasst worden. Dazu hat man eine recht große und gleichzeitig detaillierte Fototextur und zugleich eine Reihe von kleineren Flughäfen integriert.

Und das dieses Projekt fast alle Resourcen mit Drzewiecki Designs New York City v2 für FSX/P3D teilt sollte offensichtlich sein.

Installation

Unter Windows bekommt man einen 1,2 GB, der sich nach dem Start erst mal mit über 3 GB Daten verteilt über drei Ordner im Custom Scenery Ordner verewigt. Wie in vielen anderen Fällen macht er seinen Job jedoch fehlerhaft, denn einer der drei Ordner ist ein Custom Mesh. Wenn man jetzt also X-Plane startet, fehlen in der Region alle Flughäfen, und das sind einige.

Allerdings hat Drzewiecki Design inzwischen einige Erfahrung mit X-Plane. Daher hat man zumindest bei der Benennung der Ordner daran gedacht, das Custom Mesh mit zzz zu beginnen, so dass auch X-Plane erfahrene Nutzer das Problem erkennen.

Dieser Ordner muss in der scenery_packs.ini Datei im Custom Scenery Ordner von X-Plane nach unten verschoben werden, als oberstes Mesh. Dann hat man auch wieder alle anderen Flughäfen.

Allerdings stellt sich in dem Zusammenhang die Frage nach dem Sinn eines Installationsprogrammes, wenn man erst noch per Hand nacharbeiten muss. Doch hier würde Drzewiecki Design wohl auf die Aussagen von Laminar verweisen, dass es irgendwann einmal eine bessere Möglichkeit zum Organisieren der scenery_packs.ini Datei geben soll. Zumindest Meshes könnte man auch automatisch erkennen und richtig einsortieren.

Außerdem sollte man darauf achten, das die Anzahl von Objekten in den X-Plane Einstellungen mindestens auf „A Lot“ eingestellt ist, andernfalls fehlen einige der Custom Gebäude. Das dürfte allerdings bei den meisten der Fall sein, schließlich folgt diese Einstellung direkt auf „Default“

Der Flug

Car_Bonanza_141Wir wollen eigentlich den Flug außerhalb von New York beginnen, aber nicht stundenlang in der Luft herumgondeln. Daher starten wir von Westchester County Airport (KHPN) , obwohl damit die gesamte New York City Scenery bereits vorgeladen ist, doch mit eingeschalteten Extended DSFs würde es mit einer kleinen und nicht besonders schnellen Maschine wie der F33A Bonanza wirklich länger dauern.
In Bezug auf Komplexität befinden wir uns hier in einem echten Alptraum, schließlich sind hier zusätzlich zu den Drzewiecki New York Airports  auch noch Jeff Muellers KJFK Airport,  den wir bereits hier genauer behandelten, mit allen
Optionen aktiv. Doch diese sollten uns beim Start nicht stören.

Doch kaum in der Luft erleben wir eine Überraschung: die Manhattan Skyline zeichnet sich am Horizont ab. Im Gegensatz zu den automatischen Lösungen machte sich Drzewiecki Design bei seinen Custom Gebäuden natürlich Gedanken, ab wann man sie sehen kann.

Das sorgt gleichzeitig dafür dass diese Gebäude mit Vorrang geladen werden, während es mit den alten OSM basierten Gebäuden immer wieder passieren konnte, das die ganzen kleinen Gebäude der Umgebung das Laden der weiter entfernten Giganten verhinderten, weil einfach die Anzahl der darstellbaren Objekte bereits ausgeschöpft war.

Auch sonst wirkt die Umgebung anders als zu Zeiten des New York Airport Scenery Reviews, doch das haben wir zum Teil auch X-Plane zu verdanken.

Wenn wir uns die alten Bilder ansehen, können wir erkennen, das wir damals noch recht stark auf die Hilfe von Urban Maxx zurückgriffen, um gerade in der Umgebung so vieler Objekte nicht in die Knie zu gehen. Inzwischen kann man die Anzahl der Objekte merklich vergrößern, ohne Performance-Einbrüche zu befürchten. Dadurch können wir auf Urban Maxx verzichten.

Wenn wir uns langsam der Stadt nähern, kommen wir schließlich auch in Bereiche, wo wir statt der normalen Bodentexturen plötzlich über Fototexturen fliegen, ohne dass dieser Unterschied sofort auffällt. Genauso wenig fällt ins Auge das hier nicht mehr das AutoGen die Gebäude platziert.

Car_Bonanza_128

Wir fliegen zunächst nicht Manhattan selbst an, sondern halten Teterboro zu. Zum einen wollen wir einen Eindruck von der Performance eines Vorbeifluges zu bekommen und zum anderen müssen wir noch das Custom Mesh richtig einsortieren.

Nach dem Neustart haben wir jetzt den Flughafen um uns und nehmen Kurs auf New York, wobei wir auch gleich einen ersten Blick auf New York bei Nacht werfen. Schließlich gilt New York nicht umsonst, als die Stadt die niemals schläft.

Wie wir sehen hat Drzewiecki Design inzwischen gelernt. Trotz Nachttexturen haben wir eine ordentliche Verschmelzung mit den aktiven HDR Lichteffekten.

Wieder bei Tag wird deutlich, wie stark die Stadt sich verändert hat.
Nicht nur, das die wichtigeren Gebäude jetzt Custom Objekte mit speziellen Texturen sind, auch unwichtigere Gebäude sind immerhin mit speziellen Lego Bricks umgesetzt worden. Die Szenerie scheint sich dabei bis zum Horizont zu erstrecken. Die freien Lücken sind häufig auf die Beschränkung der Objektanzahl zurück zu führen.
Dabei hat sich interessanterweise die Geschwindigkeit nicht verringert. Wir sind immer noch bei über 20 FPS. Das war selbst mit der OSM Szenerie nicht immer der Fall. Erst wenn wir daran gehen Manhattan direkt zu überfliegen haben wir einen Performance Abfall von etwa 5 fps.

Wie wir jedoch bei der Nachtansicht erkennen haben wir eine derart gute Fernsicht, dass auch die John F Kennedy Szenerie mit ihren sehr starken Lichteffekten ins Auge springt.

Davon abgesehen wirkt alles wie aus einem Guss! Sogar in der Dämmerung wirkt alles real.

Auch Governors und Liberty Island wurden gut umgesetzt. Das gilt umso mehr, wenn man sich ansieht, wie manche OSM Szenerie dabei verrückt spielte.

Wir orientieren uns um und nehmen Kurs auf La Guardia, der als Teil der New York Airports mit der ihn umgebenden Szenerie regelrecht verschmilzt.

Hier und da fallen uns leichte Fehlplatzierungen von 3D-Objekten gegenüber der Fotoszenerie auf, doch der Gesamteindruck bleibt harmonisch und in sich stimmig.

Wir setzen zur Landung an.

Wie man sieht sind die Gebäude in diesen Aussenbereichen der Szenerei etwas einfach gehalten, aber immer noch in sich stimmig.

Und auch vom Flughafen selbst haben wir einen Eindrucksvollen Blick in alle Richtungen. Ein sehr deutlicher Unterschied zur OSM Szenerie.

Allerdings ist auch die Szenerie nicht perfekt. Wie Drzewiecki Design inzwischen einräumen mußte, wurden zwei Brücken im Umkreis vergessen und bei einem noch in der Planung  befindlichen Gebäude wurde ein älterer Entwurf verwendet. Letzteres jedoch nicht aus Versehen, sondern Drzewiecki Design fand einfach den alten Entwurf deutlich schöner. Wenn das Gebäude fertig gebaut ist, wird man es umtauschen

Fazit

Man mag ja über den normalerweise etwas gesalzenen Preis herum meckern, aber Drzewiecki Design hat eindrucksvoll bewiesen, wie viel sie im Laufe der Zeit auch in der X-Plane Welt gelernt hat. Wenn wir das mit ihrer ersten X-Plane Szenerie, dem Flughafen Moskau Scheremetjewo vergleichen, wo man noch mit regelrechten Falschfarben konfrontiert wurde, oder den ersten Schritten in der Verwendung von World2XPlane ,über die man vor allem in Tallinn oder bei den Polish Airports 1 und 2 stolperte, hat sich der ganze Eindruck deutlich geändert.

Drzewiecki Design hat es inzwischen geschafft aus den Fähigkeiten von X-Plane vieles heraus zu holen ohne dabei die Technik über Gebühr zu beanspruchen.
Es wird gerne über den enormen Ressourcenverbrauch von X-Plane und Konsorten herum gejammert, doch das was X-Plane vor allem braucht ist eher VRAM. Eine Grafikkarte mit 4 GB oder mehr ist noch nicht unbedingt Standard, aber sonst. Der RAM Verbrauch blieb bei dem gesamten Flug unter 6 GB RAM, das heißt mit 8 GB System-RAM sollte man noch halbwegs zurechtkommen.
Zwar wurde die Anzahl der Objekte nicht ganz nach oben genommen und die Carenado Bonanza F33 v3.1 ist auch kein besonders Ressourcen fressendes Flugzeug, allerdings läuft das Programm hier immerhin auf einem 8 Jahre alten Prozessor. Heutige Prozessoren und Motherboards sind inzwischen mehr als doppelt so schnell.
Alles was diesen alten FSX Rechner nach vorne holte war die Vergrößerung des RAM von ursprünglich 6 auf 18 GB (die i7 9XX Architektur besaß 3 RAM Bänke) und ein Upgrade der Grafikkarte.
Manche Macs dürften aufgrund ihrer Notebook Architektur hier ins Schwitzen kommen, genauso wie manche 2 GB Grafikkarte, doch man kann hier nicht wirklich von exorbitanten Leistungsbedarf sprechen. Vor allem nicht in einer derart mit Objekten angefüllten Stadt wie New York.
So eine Leistung erfordert einen gehörigen Optimierungsaufwand, der auf den ersten Blick nicht auffällt, aber die Kosten extrem erhöht. Noch erheblich schlimmer ist es in der FSX/P3D Welt wo man auch noch auf solche Dinge wie den Bedarf an virtuellen Adressraum optimieren muss, ansonsten würde man auch unter P3D v3 in dieser Stadt eine Bauchlandung hinlegen.
Die Ansprüche sind gestiegen und zwar in einem Maße, wo man mit automatischen Optimierungen nicht mehr weiter kommt. Doch Personalkosten sind der dominierende Kostenfaktor in jedem Softwareprojekt.
Insofern kann man den an sich gepfefferten Preis sehr gut verstehen. Unter den momentanen Preisen ist hingegen die Empfehlung sehr einfach: Wer momentan bei New York City und den New York Airports nicht zugreift ist schlichtweg selbst schuld, wenn man auch nur gelegentlich in dieser Gegend fliegt.
Bei Tag ist der Eindruck überwältigend und in der Nacht gibt es höchstens Manchester ,das sich noch etwas besser in Szene setzen kann.

Informationen

Pro Contra
  • Sehr hohe Anzahl von Objekten
  • Sehr ausgewogene Nachtbeleuchtung
  • Sehr gut optimiert
  • Große, wenn auch wenig detaillierte Bodentextur
  •  Vergleichsweise teuer
  • Zwei Brücken fehlen
Informationen Testsystem
  • Intel Core i7 950, 3.1 Ghz
  • GeForce 770, 4 Gb VRAM
  • Windows 8.1×64, 18 Gb RAM
  • X-Plane 10.42RC1

Karsten Schubert

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Zur Performance möchte ich anmerken, dass man definitiv einen starken Rechner braucht. Bei “very high”-Texturauflösung, mit HD-Mesh, mit den Flughäfen, mit SkyMaxx Pro und ohne HDR war mein Texturspeicherverbrauch je nach Flugzeug zwischen 5 und 6 GB. Dass das bei einer 2GB-Karte unfliegbar war, kann man sich vorstellen. Doch auch bei “high”-Texturen und “very low”-Sichtweite hat sich an den FPS kaum was verbessert. Zumal die Szenerie scheinbar nicht durch die Einstellungen zur Objektanzahl beeinflussbar ist.

Doch, wird sie, aber erst bei “default” (siehe Hinweis bei Installation), was doch etwas sehr niedrig ist.

Oh, okay. Wobei das natürlich auf bestimmte Flughäfen (!) Negativeffekte hat, z.B. bei TropicalSim oder DAIMedia, die dann gerne mal Gebäude, Fluggastbrücken, Bodenequipment usw. ausblenden (und zwar eben nicht basierend auf den Airport Details, sondern auf der Objects-Einstellung -.-)

Allerdings mache ich gerade noch ein paar mehr Beobachtungen und bin nun doch in der Lage, über Manhattan mit mehr als 20 FPS zu fliegen — interessanterweise macht der Blick auf die vielen Gebäude meinem Computer weniger Probleme als wenn ich ins Umland schaue — da nimmt die Framerate dann ab. Vielleicht kämpft der PC also gerade eher mit der Region allgemein und X-Planes Autogen statt der Drzewiecki-Szenerie… die da evtl. noch der geringste Leistungsfresser ist. So ganz hab ich das noch nicht ermitteln können.

Jep, das entspricht auch meinen Beobachtungen. Es ist nicht so sehr die Szenerie selbst, sondern New York an sich, das Tonnen an Leistung zieht. Schon mit OSM Maps und dem Auto-Gen wurde es in einigen Bereichen heftig. Da hat Drzewieckis Eingriff tatsächlich geholfen.
Ich denke sie haben massiv mit dem Indexing von Objekten gearbeitet. Ursprünglich brachten sie zwar hier und da halbwegs glaubhafte Städte zusammen, aber meist auch mit einem nicht gerade geringen Performancebedarf.. Doch mit Warsaw City hatten sie diese Probleme plötzlich im Griff. Die Dtadt war plötzlich besser und glaubhafter, als die Standard OSM Packs.IMHO war das kein Zufall, sondern sie haben sich ihre Fähigkeiten erarbeitet.
DIe Polish Airports hatten eilweise eine extrem unterschiedliche Qualtität, gerade bei der Darstellung der Umgebung. Es war so, als hätten sie bei jedem Airport die Umgebung anders dargestellt.mit teilweise eher erschreckenden, als guten Ergebnssen (Ich bin mehrfach bei Review-Ansätzen verhungert. Auf der einen Seite konnte man darüber herziehen, auf der anderen Seite stand der experimentelle Charakter. Das war nicht bloß dahingeschleudert, sondern man versuchte Forschung zu finanzieren). Doch dann kam Warschau mit dem Chaupin Fughafen (die ich mir gerade mal vor drei Wochen kaufte) und sie spielten in einer anderen Liga und dieses Wissen haben sie jetzt angewendet. Denn wer kauft Warschau und wer kauft sich New York.
New York geht jetzt durch die Streams und Testberichte.

Sehr schönes Review!

Ich habe mir noch zusätzlich die “Hell Gate Bridge” installiert (zu finden auf x-plane.org) um die Szenerie noch etwas zu vervollständigen. Dabei ist zu beachten dass man nach h### Gate Bridge suchen muss, weil die US-Amerikaner anscheinend Probleme mit dem “teuflischen” Namen haben.