Review: Rise of Flight – The First Great Air War

Rise of Flight_3D_dtRise of Flight, ein WW1 Flugsimulator der vor einiger Zeit von ‘neoqb’ veröffentlicht wurde bringt frischen Wind in die Flugsimulator-Landschaft. Es ist thematisiert auf den Ersten Weltkrieg und verfolgt ein neues Vertriebskonzept;  das alles schaut sich Rene Lorenz von der Website homedrome.de an und wir veröffentlichen seine Gast-Rezension gerne:

Seit der Mensch begonnen hat die Natur zu beobachten, ist es sein größter Traum es den Vögeln gleichzutun und sich in die Lüfte zu erheben. Die Gabe des Fliegens schien ein so hohes Gut zu sein, dass es in der Antike nur ein Privileg der Götter war. Jeder kennt die Sage von Ikaros, der mit seinen selbstgebauten Schwingen von Kreta flüchtete und dies mit seinem Leben bezahlte. Über die Jahrhunderte hinweg versuchten es Viele und trugen durch ihren Wagemut und Erfindergeist nach und nach dazu bei, diesen Traum vom Fliegen Wirklichkeit werden zu lassen. Im ausgehenden 18. Jahrhundert erkannte schließlich Otto Lilienthal, das Auftrieb und Vortrieb voneinander unabhängig zu betrachten sind. Dieses Wissen und seine Kenntnisse vom Vogelflug inspirierten ihn zum Bau von „manntragenden Flugapparaten“. Um sie zu testen, errichtete er 1893 seine „Fliegestation“ und das Jahr darauf einen künstlichen „Fliegeberg“. Getragen vom Erfindergeist der Gebrüder Wright und anderer Fliege- begeisterten, entwickelte sich das zivile Fliegen von da an zu einer Freizeit-beschäftigung betuchter Frauen und Männer. … /….

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Mit dem Beginn des 1. Weltkrieges nahm die technische Entwicklung der Flugapparate rasant an Fahrt auf und führte von der zivilen Nutzung der ersten motorisierten Flugzeuge, über den Einsatz als unbewaffnete Frontaufklärer hin zu Jagdflugzeugen und Bombern.

Mit „Rise of Flight“ versucht die russische Spieleschmiede „neoqb“, den Spieler mit auf die Reise in diese bewegenden Fliegerjahre zu nehmen. Ob dies in historisch dokumentarischer Art gelingt, soll dieses Review erhellen. Auf in die Lüfte, dem Reich der ersten Fliegerasse!

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Der erste Eindruck
Einem Flugbegeisterten ist der Besitz des Spieles nicht genug. Ein schickes Handbuch muss her, eine Kurzanleitung wäre schön und in diesem Spielgenre darf eine Karte nicht fehlen. Überraschung, Überraschung, Überraschung! Für 39 € erhält man die Spiele DVD, verpackt in einer Standard DVD Box, welche in einer liebevoll gestalteten Pappkartonhülle eingeschoben ist. Das vorhandene Handbuch fällt durch das hochkant geheftete Format und dem, mit viel liebe zum Detail auf Hochglanzpapier dekorierten, Inhalt auf. Es ist kompakt aber dennoch mit ausreichend Informationen versehen. Zusätzlich enthält die Box eine im Stil passende Unterlage mit Tastatur- und Joystickbelegung, sowie eine historische Flugkarte auf hochwertigem Papier. Für Nutzer des MS Vista Betriebssystems wurde ein wichtiger Hinweis für die Installation beigelegt. Der Lizenzschlüssel ist sicher mit einem Aufkleber auf der Handbuchrückseite untergebracht und blieb auch nach mehrmaligem, fest mit dem Finger darüber wischen, lesbar. Ohne Zweifel hat mich der Inhalt der Standard-Box und dessen Qualität zufrieden gestellt.

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Installation und Registrierung
Nach dem Einlegen der DVD startet automatisch der Installationsdialog. Die DVD selbst bewegt sich im Laufwerk sehr ruhig, was auf einen sauber durchgeführten Aufdruck und die Verwendung eines Qualitätsrohlings schließen lässt. Somit scheint mir eine Beschädigung der DVD, durch häufige Nutzung im Laufwerk, ausgeschlossen zu sein. Sie wird ohnehin nur für die Installation benötigt und kann danach schonend im Spielregal platz nehmen. Die Installation selbst verläuft, auch dank des beigelegten Hinweises für MS Vista Nutzer, reibungslos. Notwendige Software und der Mission-Editor werden auf Wunsch mit installiert. Nach der erfolgreichen Installation kann „Rise of Flight“ gestartet werden und zeigt dann sofort das Vorhandensein eines Updates auf den aktuellen Patch-Status an. Dieses muss durchgeführt werden und verläuft recht schnell. Hier ist nur die ungewöhnliche Darstellung und Aktivierung des Update-Vorgangs etwas störend. Eine einfache „Update durchführen“ Schaltfläche hätte wohl auch genügt. Nach dem Start des Spieles und der Erledigung der ersten kleinen Spieleinstellungen über ein leicht zu bedienendes Einstellungsfenster, erwartet den Unvorbereiteten Spieler eine kleine Hürde. Man steht im Log In Bildschirm des Spieles und soll einen Benutzernamen und ein Passwort eingeben. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Da war doch was mit dem Lizenzschlüssel? Genau, die Nutzung von „Rise of Flight“ bedarf einer erfolgreichen Anlage eines Benutzerkontos auf www.riseofflight.com und der dortigen Eingabe des Lizenzschlüssels. Hat man dies durchgeführt, wird eine Bestätigung per E-mail zu gesendet und ab da an kann sich der Spieler mit seiner E-Mail Adresse und dem selbst gewählten Passwort im Spiel anmelden. Bei dieser Registrierungsprozedur ist zu bemerken, dass der Lizenzschlüssel fest an die angegebene E-Mailadresse gekoppelt wird. Ein eventueller späterer Weiterverkauf des Spieles ist somit nicht mehr so leicht möglich. Eine Rückgabe des Spieles wird sich wohl auch als schwer erweisen.

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Der zweite Eindruck
Nun aber rein in das Spiel und umgeschaut. Nach dem ersten Spielstart erscheint der Dialog für die Erstellung eines Fliegerprofils und dort muss der Spieler nun eines, von insgesamt drei gleichzeitig möglichen Profilen, anlegen. Hat man sich hier erfolgreich „durchgefummelt“, führt „Rise of Flight“ den Spieler, unter Verwendung des angelegten Profils, in den virtuellen Hangar. Dem Hauptmenü. Hier angekommen fällt sofort auf, dass die Menüeinträge sehr spartanisch aber doch passend am unteren Bildschirmrand positioniert sind. Über diese gelangt der Spieler in die einzelnen Bereiche wie z.B. den Einzelspieler-, Karriere- und Mehrspieler-Modus oder eben auch in den Bereich der Profilstatistik und dem Untermenü für die Profilverwaltung. Ich habe kurz zuvor die Formulierung „durchgefummelt“ verwendet. Nicht ohne Grund. Die Bedienung der Menüs fühlt sich im Gesamten etwas „unrund“ und ab und zu auch sehr träge an. Dafür wird der Spieler aber durch die wirklich tolle Grafik und die Darstellung des im Hangar stehenden, aktuell ausgewählten Flugzeuges, entschädigt. Ich persönlich bin immer wieder von dieser Detailtreue der Flugzeuge beeindruckt und ertappe mich ab und zu selbst dabei, wie ich verspielt bei einem Besuch im Hauptmenü auf das Flugzeug klicke und es einfach mal etwas in Drehung versetze, nur um mir zum hundertsten Mal die Bemalungen und kleinen Raffinessen anzuschauen. Im Hangar werden übrigens auch, die während des Spieles erworbenen Auszeichnungen eingeblendet. Welche genau sichtbar und wo positioniert werden, entscheidet der Spieler selbst über das eigens dafür vorgesehene Untermenü. Für mich ist das ein kleines aber feines Feature von Vielen, die hier einen positiven Eindruck hinterlassen aber sich gar nicht alle samt in diesem Review erwähnen lassen

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Flugmodi
Es gibt die unterschiedlichsten Flugmodus in „Rise of Flight“. Unter Anderem den wichtigen Trainingsmodus. In diesem können verschiedenste, im Schwierigkeitsgrad ansteigende Missionen zum Erlernen der Grundlagen des Fliegens absolviert werden. Jene Missionen führen einen neuen Piloten langsam und mit animierten Sequenzen an das Fliegen heran. Ich kann jedem empfehlen das Training zu besuchen. Es ist interessant und deckt den Großteil aller zu bewältigenden Aufgaben eines Fliegers, wie z.B. das Starten, Landen und Steuern ab. So erfährt man auch Grundlegendes zum Thema Aerodynamik, Geschwindigkeit, Flug- und Steigverhalten. Frei nach dem Motto: „Laut, leise, große Häuser, kleine Häuser.“. Im Karrieremodus fliegt der Spieler vorgegebene Missionen und kann seine Erfolge in einer eigenen kleinen Karrierestatistik im Auge behalten. Der Einzelspieler-Modus hingegen lockt mit frei wählbaren Missionen für jeden einzelnen Flugzeugtypen. Die verschiedenen Missionstypen bringen hier etwas Abwechslung. So steht der „Freie Flug“, „Bodenangriff“ und der Typ „russisch Roulett“ zur Auswahl. Der Kernmodus in „Rise of Flight“ ist jedoch der Multiplayer-Teil, in welchem der Spieler sich virtuell gegen und mit Gleichgesinnten in heiße Gefechte stürzen kann. Leider steht hier nur der sogenannte Kooperationsmodus zur Nutzung bereit, welcher zu teilweise langen Wartezeiten bis zur nächsten Missionsrotation führt. Auch die Anzahl der verfügbaren Server ist noch sehr gering. Dies liegt jedoch nicht am Unwillen der Spieler, sondern vielmehr am Hardwarehunger der verfügbaren Serversoftware und der noch geringen Verbreitung des Spieles. Auch der Umstand, dass der willige Betreiber zum Bereitstellen dauerhafter Server und gleichzeitigem Fliegen einen weiteren Lizenzschlüssel benötigt, trägt zur niedrigen rund um die Uhr Serveranzahl

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Der Weg aufs Rollfeld
Hat sich der Spieler entschieden in einem der Spielmodi loszufliegen und ein Flugzeug ausgewählt, so stehen ihm vor jedem Missionsstart, ausgenommen im Multiplayermodus, die Optionen zur Beeinflussung des Spielrealismus zur Verfügung. Hier kann zwischen „Ich schaue wie der PC fliegt“ bis hin zu „Finger weg von meinem Flugstil“ alles selbst eingestellt werden. Das macht es auch Fluganfängern besonders leicht sich auch einmal an schwerere Missionen heranzuwagen und die komplette Vielfalt der Spielwelt erleben zu können. Welche nebenbei bemerkt, über 120.000 km² umfasst!
Nach dieser Einstellung beginnt die Mission zu laden. Nun ist die Zeit gekommen, sich ein Brötchen zu schmieren, den Kaffee nachzufüllen und wer es braucht auch noch einmal schnell eine Rauchen zu gehen. Ich überspitze hier natürlich aber die Grundaussage lautet: Die Ladezeiten sind extrem lang. Und das vor jedem Missionsstart. Im ungünstigsten Fall ist der Einsatz nach einer Minute, durch küssen des für Flieger ungeliebten Bodens, gescheitert und die Mission muss neu gestartet werden. Gefolgt von 3 Minuten auf den Ladebildschirm schauen. Darüber trösten dann etwas die Einblendungen schicker Momentaufnahmen einzelner Flugzeuge und die Hoffnung, das nächste Mal länger durchzuhalten, hinweg. Positiv ist der Umstand zu erwähnen, dass es in einer laufenden Mission keine Nachladezeiten gibt.

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Wow! ich glaub ich bin im Himmel
Im „Cockpit“ angekommen wird man von einer Grafikpracht überrascht, welche ich noch in keiner Flugsimulation gesehen habe. Höchste Grafikeinstellungen auf meinem AMD Dualcore 3 GHz Testrechner mit GeForce 9800 GTX (756 MB) Grafikkarte, lassen die Bilder flüssig über meinen TFT huschen. Eine Auflösung von 1680×1050 Pixeln. Ein pures Feuerwerk für meine Augen. Selbst nachdem ich alle Grafikeinstellungen testweise komplett auf das Niedrigste Niveau eingestellt habe, bin ich immer noch von der Grafikqualität erfreut. Hier punktet „Rise of Flight“ auf jeden Fall auf der Habenseite.
Nun aber mal gefühlt, wie es mit dem Realismus ausschaut. Je nach eingeschalteten Flughilfen muss man hier ein bis vier Tasten drücken, um den Motor an zuwerfen und los zurollen. In keinem Fall benötigte ich eine Checkliste, um die Flugzeuge abheben zu lassen. Das hat mich aber nicht sonderlich überrascht. So war es früher halt. Motor an, Vollgas und los. Schwieriger wird es dann schon beim Flugverhalten und den wirkenden physikalischen Kräften. Man spürt deutlich den Unterschied zwischen Umlauf- und Reihenmotoren. Den wehenden Winden und ihren Kräften. Ja selbst die Flughöhe hinterlässt Spuren am Flugverhalten. Hier ist alles mit viel Interesse zum physikalischen und historischen Detail beachtet und nachgebildet. Das Feuern und erwünschte Treffen mit dem MG, ist eine wahre Kunst. Wer es irgendwann einmal als langweilig empfindet über die wunderschöne und detailreiche Landschaft mit Städten, Dörfern, Wäldern und Flüssen zu schweben, der könnte Versucht sein, nach den originalgetreu nachempfundenen Instrumenten zu fliegen. Eine Wahre Herausforderung – So ohne Fluglagekontrolle!
Mein von mir verwendeter Flightstick, ein einfacher Saitek ST290 Pro und das 6DOF Track IR¹ funktionierten sofort. Die Steuerbefehle dieser Eingabegeräte werden exakt und sehr empfindlich umgesetzt. Hier ist meist eine Desensibilisierung in den Treibereinstellungen von Nöten. Gerade das Fliegen mit Track IR steigert die Freude am Überfliegen der Landschaft noch einmal enorm. Auf der Suche nach dem Haar in der Suppe, bleibt mir nur ein verkehrt angezeigtes Instrument in einem der vielen verfügbaren Flugzeuge und einige vertrauensvolle Meldungen aus der Community, welche von einigen Spielabstürzen und dem manchmal nicht erkannten Track IR berichten, aufzuzählen. Ich selbst habe solche Abstürze jedoch noch nicht erlebt. Am Flugverhalten habe ich nichts Störendes feststellen können. In diesem Punkt werden sich aber alle Geister scheiden. Das muss wirklich jeder für sich selbst herausfinden. Ich meine: Absolut gelungen. Die Grafik ist in jedem Fall unbeschränkt und ohne Zweifel fantastisch.

¹ Track IR (Infrarot Verfolgung) – Ein Steuergerät zur Erfassung und Umsetzung von Kopfbewegungen des Spielers (hier erhältlich)

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Die Künstliche Intelligenz (KI)
Die KI wirkt auf mich extrem herausfordernd. Sie überzeugt durch klares und erkennbares ausnutzen der flugzeugeigenen Vorteile und im konsequenten Anwenden der dazu passenden Kampftaktiken. Schnelle Flugzeuge werden mit „Zoom & Boom“ geflogen und langsame verwickeln den Spieler in Kurvenkämpfe. Manche mögen es für stur und einfallslos halten. Ich sage: „Wenn ich Taktiken so perfekt fliegen könnte, würde ich es genau so machen.“. Und der Erfolg in der Taktikwahl gibt der KI oftmals recht. Allein die überragende Treffgenauigkeit, besonders die der Flakabwehr und der Heckschützen von Bombern, sorgt teilweise für Frust. Diese Fähigkeit der KI ist doch arg übertrieben.
Und da ich nun schon beim Thema bin, ja es gibt auch noch andere computergesteuerte Einheiten, welche sich als Ziele von Flugeinsätzen anbieten. Fahrende Fahrzeuge wie LKW, Jeeps und sogar Panzer. Beobachtungsballons, Artillerie und Flakstellungen. Soldaten mit Gewehren und Bazookas, welche einen über der Front in das Visier nehmen. Krieg ist die Hölle auf Erden. Das spürt man in „Rise of Flight“ eindeutig an den Chancen heil nach Hause zu kommen. Sie sind über der umkämpften Front sehr gering.

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Das Feeling
In diesem Kapitel, so muss ich gestehen, werde ich sehr subjektiv. Es geht leider nicht anders, da es wirklich auf die Sensibilität und die Lebenserfahrung ankommt. Ich persönlich muss sagen, dass jedes Kampfgeräusch doch wirklich sehr realistisch wirkt und schon allein ein Flug über die Frontlinie mit Flakfeuerbegleitung erschreckend realistisch an das Ohr getragen wird.
Der Spiel-Sound ist druckvoll und durch die offene Kanzel hörbar, bilden die Windgeräusche, zusammen mit dem Motorklang, eine wunderbare und ungewohnt „offene“ Geräuschkulisse. Wer empfindliche Nachbarn hat, sollte sich Kopfhörer zu legen. Ein durchladendes MG 08/15 könnte für Irritationen sorgen.

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Historisches
Ich habe es in der Einleitung angesprochen. „Neoqb“ versteht „Rise of Flight“ als historische Flugdokumentation. Also werde ich auch hier einmal genau hinschauen.
Und genau in diesem Punkt gibt es die meisten Abstriche. Es ist nicht die Vielfalt an Informationen. Nein diese sind vorhanden. Jedes Flugzeug, jeder Orden und sonstige Auszeichnung. Die Missionen, Schaltflächen, Piloten-, Staffel- und anderen Beschreibungen sind sehr detailliert. Nur fällt dem etwas Kundigen hier sofort auf, das viele Angaben einfach falsch und unerträglich schlecht in das Deutsche übersetzt sind. Hier können nur die versprochenen Updates Abhilfe schaffen. Die Flugzeuge in „Rise of Flight“ sind originalgetreu nachgebildet und mit den bekannten aerodynamischen Eigenschaften versehen. Ich empfehle hier den Besuch auf www.youtube.de und der Suche nach „Rise of Flight Crashtest“. Anschauen lohnt sich.

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Ein ungewöhnlicher Weg
Vertriebskonzept mal etwas anders: Nach dem Kauf des Hauptspieles und der Onlineregistrierung des Lizenzschlüssels, stehen dem Spieler in der Grundversion vier Spielerflugzeuge zur Verfügung. Die Albatros D.5a, Fokker D.VII, Spad S.XIII und die Nieuport 28. Jedes weitere Spielerflugzeug ist dann online über die Herstellerwebseite für unter 8 US$ beziehbar, wird nach dem Kauf in Sekundenschnelle und voll automatisiert an das Spielerkonto geknüpft. Hier offenbart sich dann ein großer Vorteil des Konzeptes. Es benötigt keinerlei herunterladen von Dateien, um das frisch erworbene Flugzeug zu nutzen. Einfach „Rise of Flight“ neu starten und schon steht der Flugapparat zur Nutzung im Hangar bereit. So einfach kann es sein. Wenn da nicht die berühmte Kehrseite der Medaille frohlocken würde. Um „Rise of Flight“ spielen zu können, muss man ständig mit dem Internet verbunden sein. Dies soll vor Raubkopien schützen, den Komfort bei der Nutzung der erworbenen Spielinhalte ermöglichen und das automatische Statistiksystem mit diversen, zu erreichenden Auszeichnungen, ermöglichen. Ein „offline“ Fliegen, auch im Einzelspieler-Modus, ist nicht möglich. Diese technische Umsetzung lässt, bei allem gebotenen Komfort, die stechende Frage im Raum stehen: Wie kann ich „Rise of Flight“ spielen, wenn der Hersteller seine Server einmal abgeschaltet hat? Auch die Frage nach der vertretbaren Nutzbarkeit für Spieler ohne Internet-Flatrate, muss sich „neoqb“ gefallen lassen.

 

Fazit
„Rise of Flight“ ist ein marktreifes Produkt und die 39 € Anschaffungspreis wert. Dennoch gibt es eine Menge kleiner und großer Baustellen. „Neoqb“ muss hier in der nächsten Zeit viel Energie in die deutsche Übersetzung einfließen lassen. Die Tatsache der gekoppelten Lizenz an das E-Mailkonto und der damit verbundenen erschwerten Weiterverkaufsmöglichkeit, sowie der fehlende Dogfightmodus im Multiplayer-Spiel trüben den Gesamteindruck etwas ein. Objektiv betrachtet hat dies jedoch keinen Einfluss auf das Gameplay selbst. Dieses ist sehr stabil und sorgt immer wieder für Spielgenuss. Achtung Suchtgefahr!
Die Offenheit von „neoqb“ und des deutschen Distributors Aerosoft lassen die Hoffnungen auf eine dauerhafte Weiterentwicklung dieses Spieles zu. Den Weg für eigene Modifikationen und neue Spielinhalte sind bereits geöffnet worden und langsam strömen auch die ersten neuen Spielinhalte, wie z.B. selbst erstellte Flugzeugbemalungen in den virtuellen Himmel.
Dieses Spiel ist wirklich mehr eine Action-betonte Dokumentation als eine reine Simulation.
„Neoqb“ hat es erkannt. Reine Simulationen genügen den Fans dieser Spielesparte nicht mehr. Die heutigen Spieler haben auch vermehrt Interesse an geschichtlichen und technischen Zusammenhängen. Wir erleben mit „Rise of Flight“ die Geburt eines neuen Genres im Bereich der Computerspiele – den Dokumentationsspielen.
Bleibt noch zu erwähnen, dass es seit dem ersten Release in Russland am 7.Mai 2009 sechs umfangreiche und erweiternde Updates gab.
Ich kann mit bestem Gewissen jedem Begeisterten „Rise of Flight“ ans Herz legen. Es lohnt sich auf jeden Fall hier die Lüfte zu erobern

Rene Lorenz
http://homedrome.de/

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