Review: Antarctica X von LimeSim/Aerosoft

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Nach drei Jahren Entwicklungszeit hat LimeSim vor kurzem ihr größtes Projekt AntarcticaX released. Die Umsetzung des gesamten Kontinents mit seinen vielen Stationen, Bergen etc. ist Inhalt des Projektes. Unser Rezensent Lukas Fabel hat sich auf den Weg in den kalten Süden gemacht und hat herausgefunden, inwiefern die Erwartungen erfüllt wurden. Seine Erfahrungen kann man erfahren durch

Kauf, Download, Installation

Wer sich für einen Kauf entschieden hat, kann ihn bei simMarket tätigen. Es ist möglich die Szenerie entweder als Download oder als Box zu beziehen. Sie kostet inkl. MwSt. 34.95 bzw. 34.99 Euro für die Box. Besitzer der Twin Otter von Aerosoft erhalten 10% Rabatt.

Wer den Kauf abschliesst und sich für den Download entschieden hat, kriegt einen Downloadlink und kann sich das gut 7.4 GB schwere RAR-Paket herunterladen. Man braucht also ein wenig Geduld und eine gute Leitung!
Nach dem Download startet man die Installation, welche, wie gewohnt bei Aerosoft, recht schnell und problemlos von statten geht. Nach der Installation muss man das Produkt mit dem Aerosoft Launcher aktivieren, was bei mir auch keinerlei Probleme verursachte.

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Informationen

Nach der Installation findet man im entsprechenden Installationsordner zwei verschiedene Manuals. Das Handbuch der Scenery (je in Deutsch und English) und das Manual für die kostenlos beiliegende Twin Otter ist auch dabei.
Das Manual für die Scenery ist sehr ausführlich und sehr interessant geschrieben. Neben den sachlichen Informationen zum Addon, erzählt ein realer Pilot (der in der Antarktis fliegt) von den Erlebnissen und den speziellen Gegebenheiten, auf welche man in der Antarktis achten muss. Interessierte erfahren so recht viel von einer Flugregion mit einigen einzigartigen Eigenschaften. Es lässt sich sagen, dass das 96-seitige Informationswerk sehr gelungen ist und man durch die Erzählungen des realen Piloten richtig Lust aufs Fliegen in der Antarktis bekommt. Ein klarer Pluspunkt für die Scenery!

Ein gekürztes, englisches Manual ist auf der Produktseite im simMarket zum freien Download verfügbar und gibt einen kleinen Einblick in das große Manual.

Das Manual für die Twin Otter ist nur in Englisch verfügbar und da es nicht richtig zur Scenery gehört, gehe ich nicht näher darauf ein.

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Die Antarktis in der realen Welt

Das Festland der Antarktis ist insgesamt 13.2 Millionen Quadratkilometer groß und ist somit gut 2.7 Millionen Quadratkilometer grösser als die Landmasse von Europa. Im Gegensatz zur Arktis, zählt die Antarktis als Kontinent, da sie nicht nur aus Eis besteht, sondern größtenteils Festland unter dem Eis liegt.
In der Antarktis liegt der Südpol, welcher Roald Amundsen vor fast genau 100 Jahren als erster Mensch erreicht hat. Der Norweger erreichte ihn nur einen Monat vor dem Briten Scott.
Natürlich gab es auch schon vor dem Erreichen des Südpols Expeditionen zur und in die Antarktis.
Die Antarktis gehört keinem Land – da sie zur wirtschaftlichen Nutzung eh (vermeintlich) nicht zu gebrauchen war, hatten viele Staaten auch kein Interesse an ihr.

Die heutige Nutzung unterliegt dem weltweit einzigartigen Antarktisvertrag. Dieser legt fest, dass die Nutzung des Festlands der Antarktis nur zu friedlichen Zwecken erlaubt ist. Er wurde 1959 abgeschlossen und trat 1961 in Kraft. Seither ist die Antarktis nur für die wissenschaftliche Forschung nutzbar.

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Einführung in die Szenerie

Aerosoft bzw. LimeSim verspricht, dass Antarctica X ein „ganz besonderes Addon“ sei. Es sei das Addon für „alle, die auf der Suche nach einer besonderen Herausforderung sind und einmal den südlichsten Kontinent der Erde entdecken möchten.“ Bereits im Voraus kann ich sagen, dass diese Ankündigungen wirklich zutreffen.

Beim Rezensieren einer Szenerie muss man immer aufpassen, dass man sich nicht zu sehr in die reale Landschaft verliebt und so die eigentliche Szenerie durch „die rosarote Brille“ sieht. Normalerweise habe ich da keine grossen Probleme, doch bei der Antarktis war es schwierig, da mich die Gegend da unten im Süden schon immer ein wenig begeistert hat. Ich habe allerdings versucht, das Review möglichst sachlich und auf die Fakten bezogen zu schreiben.

Die schönen Seiten der Antarktis

Nach dem Lesen aller Informationen ist man bereit, um in der Szenerie die erste Flugerfahrung zu sammeln. Die Entscheidung von wo und wohin die ersten Flüge gehen, fällt einem zuerst einmal nicht leicht. Es sind insgesamt 40 verschiedene Stationen umgesetzt worden und dementsprechend groß ist die Wahl. Diese Vielfalt und die Größe der Szenerie, im Vergleich zum Preis, ist ein absoluter Pluspunkt!

Die Gebäude der Stationen wurden mit vielen Details gespickt und mit Liebe umgesetzt. Sie passen ins Bild und zur Atmosphäre des Eises.

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Die herumstehenden und –knienden Personen, sowie die Flugzeuge sind ebenfalls sehr nett umgesetzt und füllen die Szenerie mit Leben. Die Schiffe, welche in einem genauen Fahrplan fahren, sind natürlich noch das i-Pünktchen und sie gefallen auch sehr.

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Beim genauen Betrachten erkennt man auch einige schöne kleine Details und Gimmicks, wie den Mann, der einen Vogel füttert.

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Generell lässt sich also sagen, dass die Entwickler beim Modellieren der Szenerie gute Arbeit geleistet haben und das Gesamtbild stimmt.

Es wurde nicht der gesamte Kontinent mit Fototapeten überdeckt, was anhand der Speichergrösse und den vielen großen Schneeflächen auch keinen Sinn gemacht hätte. Bei den Stationen und an den anderen Stellen, an welchen Fototapeten auf der Landoberfläche liegen, ist diese, zumindest wenn man sie fliegend überquert, scharf.

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Wer „as real as it gets“ durch die Flusiwelt fliegt, kann dieses Addon ausschließlich im Winter gebrauchen, denn im Nordsommer ist es in der Antarktis den ganzen Tag dunkel und in der Realität läuft dann nahezu nichts und geflogen wird dann auch nicht. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Szenerie besitzt keine guten beziehungsweise gar keine Nachttexturen. Dies stört nicht, da es ja eigentlich nie Nacht sein sollte, wenn man da unten fliegt.

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Die eher negativen Seiten der Szenerie

Das verwöhnte FSX-Auge findet doch einige Sachen in der Szenerie, was nicht sehr schön ist. Allerdings können die meisten Kritikpunkte entschuldigt werden und vieles wird dazu auch im Manual erklärt.
Einerseits ist da die Tatsache, dass viele Objekte im Anflug beziehungsweise mit größerer Entfernung noch unscharf erscheinen. Dies liegt daran, dass an den Süd- und Nordpolen alle Landclasses der gesamten FSX-Erde zusammenkommen und so der FSX “meint”, dass die Distanz zu einem Objekt größer wäre, als sie tatsächlich ist. Dies ist auch die Erklärung dafür, dass der Südpol nicht umgesetzt wurde. Wer Näheres zu diesem Problem erfahren möchte, kann die Erklärung der Entwickler im Manual nachlesen.

Ich gehe nicht weiter auf diese Punkte ein, deren Ursache in der Programmierung des FSX zu suchen sind.
Weitere Kritik fällt sehr kurz aus: Alles, was in der Szenerie umgesetzt wurde, wurde genügend gut umgesetzt. Allerdings wurden doch einige Stationen fast gar nicht realisiert. Das heißt, man landet auf einer Landebahn mitten im Nirgendwo und parkt neben  einer anderen Twotter. Zelte und Gebäude, welche es in der Realität gibt, sucht man vergebens. Man kann hier auf Updates der Entwickler hoffen. Bis dann, muss man sich damit begnügen und herausfinden, an welchen Stationen man Leben vorfindet und an welchen gähnende Leere herrscht.

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Perfomance

Die Performance ist wirklich beeindruckend gut. Auch bei den größten Stationen, mit höchsten Einstellungen, fallen die Framerates bei mir nie unter 20 Bilder in der Sekunde (bei mir normalerweise der maximale Wert!). Natürlich ist das ohne AI-Traffic, große Flughäfen etc. zu erwarten, aber es zeigt trotzdem, dass die Entwickler auch bei ihren Modellen gute Arbeit geleistet und auf die Bedürfnisse der Benutzer geachtet haben.
Auch Piloten mit schwächeren Computern, wie meinem, haben keinerlei Probleme und werden die Szenerie in vollen Zügen geniessen können.

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Fazit

Das Addon ist sehr gelungen und macht ein, eigentlich uninteressantes, Gebiet zu einer Landschaft, die man unbedingt erkunden möchte. Die Stationen, welche umgesetzt wurden, sind sehr interessant und detailreich gestaltet und man braucht seine Zeit, bis man den Großteil davon gesehen hat.
Es gibt jedoch einiges, was dem verwöhnten Flugsimauge nicht gefallen wird! Beschäftigt man sich allerdings mit dem Manual und informiert man sich im Internet, so wird man erfahren, dass viele der Probleme ohne einen komplett neuen Flugsimulator zu programmieren, unmöglich zu lösen sind. Es fällt jedoch sehr leicht über diese Probleme hinwegzusehen, denn es ist ein wirklich tolles Addon mit einer sehr speziellen Landschaft.
Für „alle, die auf der Suche nach einer besonderen Herausforderung sind und einmal den südlichsten Kontinent der Erde entdecken möchten“ ist es in der Tat das richtige Weihnachtsgeschenk! Für diejenigen, die „as real as it get’s“ fliegen, ist die Benutzung sowieso nur noch ein gutes Vierteljahr möglich.

Pro Contra
  • Qualitativ und Quantitativ gutes Informationswerk
  • Schöne Details
  • Gimmicks
  • Allgemein gute Atmosphäre
  • Gutes Preis-Leistung-Verhältnis
  • Außerordentlich gute Performance
  • Nicht sämtliche Stationen umgesetzt
  • (Einige würden hier „Launcher“ hinzufügen. Ich lasse das, da man das verschieden sehen kann und ich bitte euch Leser, die leidige Diskussion darüber zu unterlassen.)
Informationen Testsystem
  • ATI Mobility Radeon HD 4500 Series
  • 4.0 GB RAM
  • Pentium Dual-Core T4400 mit 2.2 GHZ
  • Microsoft Windows 7 Home Premium 64-bit

 Lukas Fabel

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10 Comments
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Danke für diese informative Review! Dann werde ich wohl nicht mehr länger zögern… 😉

hatte schon mit dem Gedanken gespielt, jetzt gibt es kein Halten mehr. Mal etwas ganz anderes! Sehr gute Review!

Ich besitze Antarctica X seit Release und kann dieses Review voll bestätigen. Es vergeht kein Tag an dem ich nicht einen Flug in der Antarktis mache. Einfach Fantastisch wenn man das Szenario mag !

Hallo Lukas,

Danke für das schöne Review!

Ein kleiner Hinweis noch, da du schreibst:
“Bis dann, muss man sich damit begnügen und herausfinden, an welchen Stationen man Leben vorfindet und an welchen gähnende Leere herrscht.”

Diese Info gibt es in der Tat auch im Handbuch, wenn auch – wie ich zugeben muss – etwas versteckt. Siehe hier auf den Seiten 30 und 31:
http://www.aerosoft2.de/downloads/antarcticax/Manual-AntarcticaX-Short.pdf

In der letzten Spalte steht, welchen Detailgrad eine Station hat. Unter der Liste wird dann erläutert, was unter den entsprechenden Detailgraden genau zu verstehen ist.

Meinem eigenen Gefühl nach bin ich mit der Szenerie längst noch nicht fertig, muss aber die Verkäufe noch einige Monate beobachten, um zu sehen, ob sich ein kostenloses Update mit zusätzlichem Inhalt lohnt. Momentan sieht das noch ganz vielversprechend aus. 🙂

Guten Abend,

Freut mich, dass das Review gefällt!

An Sascha: Das habe ich doch tatsächlich überlesen 😀 Danke für den Hinweis! Ich würde mich sehr über Updates freuen, denn die Szenerie ist einfach top!

Gruss

Lukas

Also wenn ich die Möwe wäre, ich würde von dem Typen garantiert kein Futter annehmen. Der sieht ja aus, wie ‘ne Mischung aus Hannibal Lecter und dem Roboter-Pianisten von Kraftwerk… -.- :/

Ansonsten… auf in den kalten weißen Süden! 🙂

Ich kann diesem Review nur voll und ganz zustimmen! Ich liebe Antarctica X! Mich hat dieses Addon derart inspiriert das ich tiefer in das Thema eingestiegen bin. Da kann ich jedem das folgende Buch empfehlen:

http://www.amazon.de/gp/product/3866869584/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&tag=oliraicasgam-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=3866869584

Da steht schlicht und ergreifend alles über die Antarktis drin!

@ klonzi: Sicherlich hätte ich es anders aus gedrückt, aber grundsätzlich frage ich mich auch, was derartige (nicht wirklich gelungene) Details sollen. Kann man soetwas nicht einfach der Fantasie des users überlassen?
Antartica X wäre auch ohne diesen etwas krank wirkenden ‘Forscher’ ein Knaller!

@albatross: ach komm. das ist doch ein schoener gag. ausserdem wuerde es mich wundern, wenn man den “typen” beim erkunden der szenerie ueberhaupt jemals zu gesicht bekaeme.
und soooo schlimm sieht er ja auch nicht aus. 😉