Boeing 777 von Captain Sim released – optisch hui, Systeme hä?

Das Entwickler-Team von Captain Sim hat ohne große Ankündigung und ohne Tam-Tam ein durchaus legendäres Dickschiff für den Microsoft Flightsimulator veröffentlicht: Die als Triple Seven bekannte Boeing 777 in der Ausführung 200ER (Extended Range).

Dass das Ganze ohne viel Aufsehen erfolgt, hat durchaus seine Gründe. Das Modell ist eine Portierung der P3D-Version (diese ist unter anderem im Simmarket erhältlich), das auch eine umfassende und detaillierte Nachbildung der Kabine beinhaltet.

Auch das Cockpit sieht aus, wie das einer 777. Wer damit arbeitet, runzelt allerdings schnell verwundert die Stirn. Denn die Systeme entsprechen denen der Standard-747 des MSFS. Das wird spätestens dann absurd, wenn vier Triebwerke in der Übersicht angezeigt werden, die Triple Seven aber bekanntlich nur zwei hat.

Dazu sei aber erwähnt, das Captain Sim dies nicht komplett heimlich macht, sondern diesen Umstand als einen von vielen in der Feature-Liste erwähnt – nur nicht eben gerade prominent. Stichwort Features: Hier ist die Übersicht (Angaben wie immer ohne Gewähr):

Aussenmodell
• Detailliertes Außenmodell der Boeing 777-200ER mit GE90B-Triebwerken
• 4K Texturen
• Kabine mit 3D-Fenstern, detaillierte Einrichtung, Flugbegleitern und animierten Piloten
• Hunderte Animationen inklusive Wing-Flex

Cockpit und Kabine
• Funktionalität gekoppelt an das System der Standard-Boeing 747
• Angepasste voreingestellte Kameraperspektiven

• Unterstützt die meisten Features des MSFS 2020 (Regen, Eisbildung, Sounds etc.)

Anders als für den Prepar3d ist bei dieser Umsetzung grundsätzlich also keine Systemtiefe zu erwarten. Daher ist der Preis im direkten Vergleich auch deutlich niedriger. Wer die Captain Sim 777 in der gegenwärtigen Form fliegen möchte, muss im hauseigenen Shop derzeit 30 US-Dollar hinblättern. Zu möglichen Updates gibt es derzeit keine Angaben – lediglich die Aussicht, dass ab Werk ein Update-Tool vorhanden ist und es immer mal wieder neue Lackierungen kostenlos geben wird.

16 Comments
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Eine 777 mit tape enginge gauges im EICAS hat was. 😀 Gab es aber leider bei Boeing nicht mal beim Vorbild als Option in der Software wie bei der MD11. Insofern etwas befremdlich.

Für mich ein klassischer Fall von:
“Ich nehme auch ganz schnell was vom dicken Kuchen mit”.

Unfertiger “Schrott”, der dem User das Geld aus der Tasche ziehen soll.

Bringt CS eigentlich nur Halbfertiges auf den Markt? Egal für welche Plattform?

Scheint ja seit über 20 Jahren, gut zu funktionieren.

Da ist wohl kein unerheblicher Teil der Entwicklungskapazitäten in die Innenraummodellierung geflossen *Facepalm*

Eigentlich nahezu schon fast unglaublich so eine Aktion 😀

Keine animierten Türen. Die Jetways koppeln nicht an, weil sie “denken”, das steht eine 747. Da gibt es noch mehr. Das ist einfach nur Leute abzocken. Problem ist: Es spricht sich rasend schnell herum und Captain Sim ruiniert sein letztes bisschen Image komplett. Ich werde da auch in Zukunft einen Bogen herum machen. Bin bei denen zu MSFX Zeiten schon mal mächtig auf die Nase gefallen. Scheint wohl deren Stil zu sein. Dieses Teil ist noch nicht mal was für Leute, die unbedingt eine 777 im Hangar haben möchten. Dagegen ist Bredok ja schon fast High End…..

Ich hatte bisher mit CaptainSim nie gute Erfahrungen gemacht. Hatte die Boeing 767 & die 777. Im Vergleich zu PMDG total absurder Kram. Schlechte Sounds, Systeme….soll ich überhaupt weiter machen.

Dies grenzt wirklich daran “wo kann ich den Kunden noch schnell Geld aus der Tasche ziehen?” “Ah eine 777 gibt es noch nicht im MSFS, komm wir bauen schnell ein neues Modell und sahnen ab”.

Das Schlimme dabei: Viele MSFS Nutzer sind leider wirklich auf dem “Gaming” Niveau und finden das Klasse. Auf Facebook werden ohne Ende tolle Screens gepostet. Super Flieger….

Ja sicherlich….

Ich persönlich kann dem Verhalten von CS auch nichts Positives abgewinnen, auch wenn ich es nicht ganz so eng sehe, wie dies in einigen Foren zu lesen ist (Betrug usw.).

Dass es allerdings Kunden gibt, die dieses Produkt kaufen, ist kein Nachteil und vielleicht müssen auch wir, die seit Jahr(zehnt)en den harten und zahlungskräftigen Kern der Szene darstellen, uns damit arrangieren, dass das Simulator-Geschäft jetzt eine breitere Basis anspricht, die wiederum für mehr Liquidität und damit für mehr Wettbewerb sorgt. Das kann mittelfristig ja durch aus sehr gut für alle Seiten sein. Irgendwo gibt es noch unentdeckte Talente. Dass dies nur mit einer “Gameifizierung” unseres Genres klappt, war absehbar.

Ich habe deshalb auch nichts dagegen, dass es Kunden gibt, die die Frankensteins 777 von CS kaufen und damit Spaß haben. Der Markt reguliert sich. Wir, die wir schon etliche zigtausend virtuelle Flugstunden haben, werden noch dabei sein, wenn der Großteil der neuen Kundschaft sich gelangweilt neuen Spielen zuwendet. Und die, die bleiben, bleiben, weil sie mehr Realismus suchen und damit zukünftig auch keinen Bedarf für Produkte dieser Art haben werden.

Ja das Außenmodell sieht klasse aus, auch die Bredok 737 sieht von außen hui aus. Bisher hat aber noch niemand was an vernünftigem Dickblech umgesetzt. Scheint auch am SDK zu liegen, da gibt es wohl noch große Lücken. Aber dafür 30 Euronen zu verlangen ist schon mutig. Scheint aber aufzugehen. Mal sehen wie der erste PMDG Flieger umgestetzt wird? Zwischenzeitlich nutze ich die Standardflieger oder meine Carenados im MSFS die ganz gut umgesetzt wurden. Insbesondere die beiden Twin Piper.

Die CS – Flieger waren früher meiner Meinung nach nicht immer sooo wahnsinnig schlecht, wie sie manchmal dargestellt wurden. Und hätte es nie jemand gekauft, dann gäbe es Captain Sim in der Form heutzutage nicht mehr.
Aber nun für einen solch lauwarmen Aufguss eines P3D – Modells ohne jegliche Systemsimulation so einen Preis zu verlangen – das nimmt schon irgendwo abstruse Züge an.

Mir kommt es ein klein wenig so vor, als hätten CS einen “Testballon” gestartet, um zu sehen, ob sie sowas erfolgreich bringen können. Das bisherige Feedback in MSFS- Foren und Facebook – Gruppen scheint Captain Sim recht zu geben.
Ich schätze mal, die 777 war nicht der letzte Flieger dieser Art und Aufmachung.

Ich für meinen Teil werde erstmal von CS die Finger lassen.
Aber jeder nach seinem gusto… 🙂

Also auf FSElite wird der Flieger zerpflückt. Ich bin nicht bei Facebook, aber bei dem was ich so mitbekommen habe, scheint das Feedback eher negativ zu sein.

na immerhin haben Sie nicht das Airbus Cockpit als Twin implementiert – das Boeing 747 passt da schon besser (in den Farben ??)

ein Lichtblick am Horizont ???

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Ich hoffe, der hat dann keine solchen Spritverbrauchsprobleme wie sein P3D – Pendant. Bei dem hatte ich (war wohl irgendwie glaube ich nicht bei allen so) teilweise das Gefühl, dass er den Verbrauch bei jedem Flug neu auswürfelt. Langstrecke war -unabhängig von der Beladung, der Flughöhe, der Geschwindigkeit oder dem Wetter- eigentlich nicht möglich, da die Tanks meist nach maximal 3000nm leer waren.
Mit dem waren für mich leider nur Kurzstrecken möglich.

Daher habe ich den Bus irgendwann stehen gelassen und bin auf Langstrecke nur noch mit PMDG – Fliegern unterwegs gewesen…

eine Klasse für sich eben PMDG…….