Review: Jo Erlend Sund / Aerosoft Köln-Bonn Professional (P3Dv4)

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Jetzt ist es passiert: Jetzt lohnen sich die 64 Bit, mit denen Prepar3d v4 Speicher addressieren kann, denn so ein detailliertes Addon auf kleinem Raum habe ich noch nicht gesehen. 64 Bit entsprechen übrigens 128 Kölsch: Jo Erlend Sund hat für Aerosoft eine neue Fassung des Flughafens von Köln (nach Bonn sind es von hier aus noch ca. 20 Kilometer, und je nach Verkehr auf der A59 kann sich das ziehen!) veröffentlicht. Nachdem die alte Version aus den German Airport 2, zuletzt von 2012, ja schon im Prepar3d v3 nur noch begrenzt funktionierte, war es dann mit Prepar3d v4 endgültig vorbei. Die rudimentäre Umsetzung von Köln aus Orbx Germany South ist natürlich nur ein schlechter Ersatz, also habe ich mich – als Nachbar, der mit dem Fahrrad zum Flughafen fährt, aber auch im Sommer nachts manchmal von Frachtmaschinen genervt ist – sehr darüber gefreut, dass das Warten endlich vorbei ist.

Und wie: Jo Erlend Sund’s Köln-Bonn Professional ist sicher nicht nur meiner Meinung nach ein unfassbar detailliertes Addon, wie ich es im Simulator noch nicht gesehen habe. Dinge, die nicht umgesetzt sind, lassen sich fast schon an einer Hand abzählen (auf dem Niveau von: die Fahrradständer an der S-Bahn-Station fehlen, und die Treppe zum Parabelflugzeug auf dem Parkplatz ist auch noch nicht dabei).

Auf der Negativseite gibt es aber auch einen ganz großen Punkt: die meiste Zeit des Jahres stimmen die Farben der Bodentextur nicht mit der Umgebung überein, wenn ihr – so wie ich und vermutlich die meisten anderen Simmer hier in der Umgebung – Orbx FTX Germany South verwendet. Das ist – um bei den Superlativen zu bleiben – ein unfassbar vermeidbarer Fehler. Und Jo Erlend Sund hat das Problem in der Vergangenheit ja gelöst: Seine Szenerie von Svolvaer X ließ sich über das Konfigurationstool an FTX Norway anpassen. Warum nicht hier?

Das Vorbild: Flughafen Köln-Bonn “Konrad Adenauer” (EDDK/CGN)

Ein paar Eckdaten: Köln-Bonn ist Nummer 3 bei der Luftfracht in Deutschland, mit 12 Millionen Passagieren im Jahr nur Nummer 7. Es gibt drei Bahnen, die Interkontinentalbahn 14L/32R mit 3815 m Länge, die Querwindbahn 06/24 mit 2459 m, und die “kleine” Bahn 14R/32L ist knapp unter 2 km lang. Üblicherweise findet nur ein Fünftel der Landungen auf der Querwindbahn in Richtung 24 statt (bei entsprechenden Windverhältnissen oder aber für Ankünfte aus dem Osten), der Rest auf der großen Bahn. Entsprechend verfügen auch nur 14L, 32R und 24 über ILS. Fun fact: Seit eine Antonov vor einigen Jahren mal das Dach eines Bauernhofs im Bergischen Land abgedeckt hat sind Heavies auf der Querwindbahn nicht mehr so gern gesehen.

Da die Interkontinentalbahn aber gerade renoviert wird läuft der Verkehr derzeit anders (wir Anwohner wurden da freundlicherweise auch per Wurfzettel informiert): Zu Randzeiten und am Wochenende kann es schon mal vorkommen, dass Anflüge und Starts über die kleine Bahn und in beiden Richtungen auf der Querwindbahn stattfinden; das habe ich in den 8 Jahren vorher nie erlebt. Ist halt etwas lauter im Kölner Süden und führt gelegentlich dazu, dass die Flieger wegen der Länge der Bahn nicht voll beladen abheben können.

Die Flieger werden abgefertigt in zwei Passagierterminals, Terminal 1 von 1970 und Terminal 2 von 2000, einem sehr großen Frachtbereich mit kleinerer Werft und der Luftwaffenbasis, auf der die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums (BMVg) stationiert ist – Überreste aus einer Zeit, in der Bonn noch einzige Hauptstadt war. Hier kommen gelegentlich auch die Heimflüge der Bundeswehrsoldaten mit C-17 der US Air Force an, und auch Transalls sind über Köln gelegentlich mal zu sehen. Als weitere Besonderheit sind in Köln-Bonn einige Forschungsflugzeuge des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) stationiert, und vom – nicht umgesetzten – Gelände des DLR gibt es direkten Zugang zu einem eigenen kleinen Vorfeld. Hier fand bis 2015 alle zwei Jahre das Flughafenfest statt, vielleicht kommt es ja mal wieder. Aber hey, mit der geeigneten Software könnt ihr ja jetzt euer eigenes Flughafenfest machen. Für mehr Details und zum Einstimmen kann ich die Dokumentation “Geheimnis Kölner Flughafen” (zum Beispiel auf YouTube) empfehlen – viel Spaß damit.

Das verspricht der Hersteller, Kauf, Installation

Der Hersteller verspricht einiges. In Summe einen extrem detaillierten Flughafen mit Fotoszenerie-Abdeckung der weiteren Umgebung (Köln, Bonn, Leverkusen), mit animierten Passagieren im Terminal und draußen beim Boarden der statischen Flugzeuge, die es auch nach langer Zeit mal wieder in einem Flughafen-Addon gibt. Es gibt auch Wintertexturen mit Schneeeffekten (ich komme mit scharfem Nachdenken schon auf 2-3 Tage Schnee pro Winter), vollmetrisches Gras, und extrem detaillierte Bodentexturen.

Das alles gibt es für 27,95 € zum Beispiel im simMarket oder direkt bei Aerosoft, der Download ist 3,3 Gigabyte groß. In den 3,3 Gigabyte versteckt sich ein Config-Tool und eine knappe Anleitung. Die Charts, die bei der Installation über ein zusätzliches Tool angeboten werden, erfordern einen Login, ich bevorzuge die Charts von Vatsim Germany. Für mich neu ist das sehr sinnvolle Update-Tool von Aerosoft, das einfaches Aktualisieren ganz ohne Deinstallation und Neuinstallation erlaubt. Toll, weil alleine in den ersten zwei Wochen schon drei Updates gekommen sind.

Was mich beim Lesen des Handbuchs verblüfft hat: Ich hatte erwartet, dass ein derart detaillierter Flughafen von einem Team entwickelt wird. Namentlich genannt ist aber nur Jo Erlend Sund. Die Fototextur ist übrigens vom Land NRW zur Verfügung gestellt worden; die Bewegung hin zur Freigabe von Daten der öffentlichen Verwaltung ist also für uns Flight-Simmer konkret eine gute Sache. Das Luftbild scheint mir von 2016 oder 2017 und damit sehr aktuell zu sein.

Der Kritikpunkt: Jahreszeiten und Orbx FTX Global South

Fangen wir mit dem Unangenehmen an, bevor wir die unfassbar tollen Details beleuchten. Bei Verwendung von Orbx FTX Germany South passt die Farbgebung perfekt nur im Januar und Februar (beides verschneit). Juni, Juli, August passen auch noch sehr gut, da die Flughafenwiesen im satten Grün erstrahlen. Im Frühling fängt das Farbdebakel dann an.  Da sind die Wiesen am Flughafen deutlich zu bräunlich. Auch im September ist die Umgebung des Airports noch ziemlich grün, während die Flora des Flughafen schon anfängt braun zu werden. Die Bäume werden bei Orbx erst im Oktober braun, daher passt es hier wieder halbwegs. Gleiches gilt für den November. Die virtuellen Fluggäste werden im Dezember bei der Anfahrt zum Flughafen vom Schnee verschont, denn diesen wiederum gibt es in der Ecke hier bei Orbx erst im Januar. Das böse Erwachen lauert an der Flughafengrenze. Denn hier liegt bereits Schnee im Dezember en masse.

Hier ein paar Bilder, bei denen ich zum Zeigen des Kontrasts natürlich die direkte Umgebung des Flughafens ausgeblendet habe:

Nun könnte man argumentieren, dass die Abstimmung ja zur Default-Szenerie passen sollte. Andererseits: Der Prepar3d V4 (und genau für den ist der Flugplatz ja bisher veröffentlicht) ist nun keine Software, die in Kaufhausregalen liegt. Nutzer sind also vermutlich eher keine Einsteiger, die mit Default-Szenerie fliegen. Und obwohl ich Aerosoft’s VFR Germany immer toll fand, Hand auf’s Herz: Orbx FTX Germany South ist halt die einzige ernstzunehmende Flächenszenerie für Deutschland, momentan. Im Vorschauforum wurde auch genannt, dass Köln-Bonn kompatibel dazu sein sollte, und dann fände ich es schon passend, wenn die Texturen angepasst sind. Und das sind sie ja eigentlich; die Jahreszeiten sind halt etwas verschoben. Vielleicht könnte man in einem Update ja einfach die Zuordnung der Luftbilder zu den Monaten anpassen.

Etwas abgemildert wird das Problem dadurch, dass tatsächlich ein Großteil des Anflugs um Köln-Bonn über der Fototapete stattfindet, so dass der Übergang zwischen Umgebung und Fototextur in großer Entfernung vom Flughafen stattfindet. Ich hatte die Umgebung bei meinen ersten Flügen vor allem deshalb  ausgeblendet, weil die Performance mit Oculus Rift und hohen Autogeneinstellungen etwas gelitten hatte.

So, das war der größte Kritikpunkt – ab jetzt geht es steil bergauf!

Terminalgebäude

Und dafür schauen wir uns erstmal die Gebäude an. Zunächst zum Layout: das alte Terminal 1 beschreibt ein Fünfeck, in dessen Innerem (noch) das Parkhaus P1 liegt, und in der Mitte ragt ein buntes Lüftungsbauwerk auf. Auf der “Luftseite” gibt es an der kurzen Seite ein vorgelagertes Glasgebäude, von dem aus ein paar Jetways einige Bus-Gates abgehen, sowie zwei sternförmige Gebäudeteile an den Ecken, von denen ebenfalls Jetways abgehen. Der “rechte” Stern, auf dem Bild im Vordergrund, beherbergt die Lufthansa-Lounge, der “linke” Stern ist durch eine Passkontrolle zu erreichen, von hier gehen die Flüge nach außerhalb des Schengen-Raums der Star-Alliance ab (zumindest, nach meiner Erinnerung, nach London).

An Terminal 1 schließt sich der Glasbau des Terminals 2 an, dem gegenüber Parkhaus 2 liegt. Parkhaus 3 ist im rechten Bildrand zu erkennen.

Auf dem Bild sind die statischen Flugzeuge deaktiviert; alle Flugzeuge, die zu sehen sind, sind von MyTraffic hingezaubert. Die Zuordnung der Fluglinien zu Gates passt grob: GermanWings und Lufthansa an Terminal 1, AirBerlin (ja, die fliegen bei MyTraffic 6 noch!) und Ferienflieger an Terminal 2.

Terminal 1

Aus der Nähe betrachtet zeigt sich der Detailreichtum: Überall steht was rum, die Fenster des Sterns sind gut getroffen, und auch die Strukturen auf dem Dach sind sehr detailliert.

Die Liebe zum Detail zeigt sich für mich bei der Detaillierung der Besucherterasse: Die Farbe der Bänke passt!

Etwas näher ans Geschehen: Hier die Luftseite von Terminal 1, zu sehen sind Busgates, die aber – siehe die extrem hoch aufgelösten Bilder auf dem Vorfeld – zum Boarden zu Fuß genutzt werden.

Die Jetways sehen sehr gut aus, aber als Beispiel der Qualität der Modellierung würde ich gerne diesen belanglosen Mast des Flutlichts heranziehen, dessen leichte Lackschäden doch echt nett anzusehen sind.

Innenausstattung interessiert mich normalerweise weniger, aber aufgrund der großen Glasfronten ist es toll, dass sie enthalten ist. Und sie passt bis auf wenige Details sehr gut zur Realität. Auf Dinge wie animierte Passagiere habe ich in der Regel verzichtet, zu diesen kleinen Features kommen wir später.

Die etwas abgelegeneren Ecken des Flugfeldes sind übrigens nicht weniger detailliert umgesetzt.

Zu guter Letzt befindet sich die Vorfeldkontrolle in einer Kanzel auf dem Dach von Terminal 1.

Terminal 2

Terminal 2 ist – zumindest im Fluggastbereich – vollständig verglast, da ist die Modellierung des Innenraums deutlich wichtiger für den Gesamteindruck als bei Terminal 1.

Also ab in den Innenraum! Und der sieht extrem realistisch aus, so kenne ich es von meinem Air-Berlin-Flügen.

Landseite des Terminalbereichs

Die Qualität eines Flughafen-Addons zeigt sich eigentlich besonders da, wo sie nicht erforderlich ist – zum Beispiel an der Landseite der Terminals, die man aus einem Flugzeugcockpit doch eher selten sieht. Und da passt wirklich nahezu alles. Bis auf: Fehlende Fahrradständer am Eingang zur S-Bahn, und ein paar Details an der Parabel-A300, die auf dem ehemaligen Kurzzeitparkplatz vor Terminal 2 steht (deshalb sollten da nämlich keine Autos sein, vor allem nicht unter dem Bugfahrwerk).

Etwas weiter ab von den Terminals sind dann zwar die Gebäude noch detailreich dargestellt, aber keine Strukturen mehr. Mir fehlt dann beispielsweise – auf einem sehr hohen Niveau! – das Heckleitwerk vor der GermanWings-Zentrale, dafür gibt es die Bayer-Werbung am Autobahnzubringer.

Zwischenfazit für den Terminalbereich: Einfach klasse!

Eindrücke im Video

Zugegeben, das waren jetzt relativ viele Fotos, mit denen ich euch die Menge an Details nahebringen wollte. Zur Auflockerung habe ich aber einige Videos, die die Szenerie in Aktion zeigen.

Fangen wir mit einer Platzrunde in der A2A Bonanza von Bahn 32R an. Die Einstellungen habe ich generell eher etwas konservativ gewählt: Keine Spielereien, und bis auf Szeneriekomplexität alles auf Medium. Performance-Probleme hatte ich – auch in 4k-Auflösung – keine. Bei Nutzung der Oculus Rift wird es – auf meinem alten Rechner – etwas unscharf bei der Fototextur, aber es ging, ohne dass mir aufgrund zu langsamer Grafik schlecht geworden wäre.

Wer es eher mit den Jetlinern hält:

Mit der iFly 747 bei Regen (Wassereffekte aktiviert!) eine ausgedehnte Platzrunde 32R (auch in 4k):

Bei Winter sieht es so aus (beachtet die tollen Schneeeffekte!), PMDG 737, 14L, auch in 4k:

Falls euch VR mehr interessiert: Hier eine Runde über 14L – NOR – 14L mit Durchstarten und Anflug auf 06 über Bonn; Coolsky DC-9.Bei VR fällt auf, dass mein Rechner nicht ganz mit dem Nachladen der Bodentextur nachkommt. Abgesehen davon ist die Performance in VR durchaus akzeptabel.

Und zu guter Letzt ein Anflug mit der iFly 747 in VR auf Runway 24 über das Bergische Land.

Mein Fazit aus den Bewegtbildern: Jo Erlend Sund’s EDDK ist tatsächlich ein richtig tolles Addon, und auch die Performance – so die Einstellungen weise gewählt werden – ist ausreichend. Mit der Oculus Rift hat der Rechner noch ein wenig zu tun, so dass die Umgebung eher unscharf bleibt, aber ohne 3D-Brille gibt es bei vernünftigen Einstellungen eher wenig Probleme.

Andere Gebiete: Fracht, Militär, DLR

Wie oben schon kurz erwähnt: Die Qualität eines Flughafen-Addons zeigt sich an der Detaillierung an Stellen, die nicht so “wichtig” sind. Als da wären: Fracht, GA und Militärbereich.

Beginnen wir mit dem Frachtbereich. Köln ist ein UPS-Hub, einer der wenigen Flughäfen, an dem montags eine große Anzahl von MD-11ern aufgereiht steht und morgens um 5 gerne mal eine voll geladene 747-400F in den Himmel donnert.

Die Auswahl der statischen Flugzeuge passt daher leider nicht: 747-400F stehen in der Realität zwar herum, aber – meiner Erinnerung nach – selten mehr als eine, die Mehrzahl der UPS-Flieger sind MD-11. Und weiter rechts, bei Fedex, da stehen in der Realität eher 777 als die hier nachgebildeten 767er. Wirklich schlimm ist die Auswahl der statischen Flieger aber nicht, denn es könnte ja auch so sein wie dargestellt.

Neben der Airside des Frachtbereichs ist auch die Landseite exzellent dargestellt. Als ich hier mit dem Avatar für die Bildschirmfotos unterwegs war habe ich das erste Mal überlegt, ob Jo Erlend Sund vielleicht vollständigen Zugang zum Flugplatz hatte; hier sind Geländeteile extrem scharf umgesetzt, die eher schwierig zugänglich sind. Besonders schön finde ich den 3D-Schriftzug auf dem Cityline-Gebäude.

Schön auch der militärische Teil. Der ist nicht ganz so spektakulär, es gibt ein paar Hallen und ein Gebäude, aber alleine die Umsetzung dieses sehr weit vom Geschehen entfernten Empfangsgebäudes finde ich schon toll. Die abgebildeten Flugzeuge sind von MyTraffic; statische Flugzeuge stehen hier hinten nicht.

Nicht umgesetzt ist leider das Gelände des DLR; immerhin befindet sich hier das europäische Astronauten-Trainingszentrum. Hier ist es leider nur auf der 2D-Fototextur zu erkennen. Die weiße Halle im Bildmittelpunkt müsste es sein:

Umgebung

Das Addon bildet nicht nur den Flughafen ab, sondern liefert auch eine Fototextur mit Autogen-Abdeckung für die Umgebung, von Leverkusen im Norden über Bergisch-Gladbach, das gesamte Kölner Stadtgebiet bis hinunter zur Bonner Rheinaue. Eigene Gebäudemodelle sind mir nicht aufgefallen, aber ich möchte euch ein paar Detailaufnahmen der Umgebung nicht vorenthalten.

Direkt an der Flughafengrenze am Ende der Landebahn 14L befindet sich ein beliebter Spotter-Punkt in der Wahner Heide:

Hier der Tunnelausgang des Flughafenbahnhofs; die Platzierung der nicht ganz zutreffenden Bahn-Oberleitungsmasten passt nur grob.

Der nächstgelegene Stadtteil / Bezirk von Köln ist Porz.

Unweit vom Flughafen, im Endanflug aus Richtung 14, liegt das Hofgut Leidenhausen mit der charakteristischen Pferderennbahn. Der helle Teil des Bildes ist in echt ein sehr schöner Waldspielplatz.

Durch die Abdeckung mit Fototexturen gewinnen natürlich auch die beiden Flugplätze im Abdeckungsbereich. Leverkusen EDKL:

Bonn-Hangelar EDKB:

Hier noch ein Beispiel der Abdeckung im Kölner Stadtgebiet: Bahnbetriebswerk, Herkulesberg und Mediapark, im Hintergrund Rhein und Innenstadt. Die Abdeckung mit Autogen-Bäumen passt gut; Autogen-Gebäude hatte ich aus Performance-Gründen eingespart. Da wo sie zu sehen sind passen sie zur Fototextur.

Eine deutlich größere Übersicht über die Umgebung gibt es für die Geduldigen unter euch im Video:

Nachts

Für einen ersten Eindruck der Nachtdarstellung habe ich mich in’s Cockpit einer 777 geschwungen und den Anflug ab Nörvenich aufgezeichnet.

Die Beleuchtung des Flugplatzes ist ausgewogen.

Nach Ankunft passt auch alles; die statischen Flugzeuge haben sogar ihr Logo-Licht eingeschaltet, damit wir besser erkennen, was hier alles rumsteht.

Gerade in der Nacht ist die tolle Modellierung der Inneneinrichtung natürlich wichtig, weil: Die Terminals sind halt zum großen Teil Glashäuser.

Performance und Spielereien

Die Bildrate, die ich bei meinen Flügen hatte, war stets im angenehmen Bereich. Mit 4k und etwas höheren Autogen-Einstellungen lag ich stets im – noch flüssig erscheinenden – Bereich um 20 Frames pro Sekunde. In der Oculus Rift mit entsprechend eingeschränkter Autogen-Dichte war es vermutlich mehr, ein Ruckeln ist mir nicht negativ aufgefallen. Aber: Ich war auch sparsam mit den Flughafen-Einstellungen und habe auf Spielereien verzichtet, denn damit hätte ich mein System mit guter Grafikkarte, aber sehr alter CPU sicher in die Knie gezwungen. Grundsätzlich finde ich den Ansatz von Aerosoft, viele Konfigurationsoptionen zu haben, daher ziemlich gut. Auch toll in dem Kontext sind die statischen Flugzeuge, denn die Generierung von computergesteuerten Flugzeugen habe ich bei meinen Profilen für VR stets abgeschaltet. So ist es nicht ganz so leer – schön!

Alle Anpassungen werden über das folgende Config-Tool vorgenommen. Für jede Schalterstellung gibt es ein informatives Bild, das die Auswirkugnen der Einstellung zeigt. Die hier dargestellten Einstellungen sind so, wie sie beim Großteil dieses Reviews waren.

Interessant wird es, wenn die statischen Flugzeuge und passende Passagiere eingestellt sind. Dann ist nämlich bei allen Fliegern Boarding. Komischerweise werden auch Maschinen, die an einer Jetway parken, über die (dann hintere) Treppe geboarded, das kenne ich so aus Köln nicht.

Nett anzuschauen, aber mir war es die mögliche Beeinflussung der Performance zunächst nicht wert. Ähnliches gilt auch für Passagiere im Terminal.

Weitere “Spielerei”: Die Regen- und Schneeeffekte (Schnee hatte ich euch schon im Video gezeigt). Die Pfützen sind nett aus dem Cockpit anzusehen, aber ich kann nicht sagen, ob das starke Glänzen der Realität entspricht oder ob die Bahnen schon so gebaut sind, dass das Wasser abläuft.

Fazit

Jo Erlend Sund’s Umsetzung von Köln-Bonn ist eine unfassbar gute Szenerie mit einem ausgezeichneten Preis-Leistung-Verhältnis, die ich jedem ans Herz legen kann, der gelegentlich mit Verkehrsflugzeugen fliegt. Und auch für die reinen VFR-Flieger ist die Abdeckung der Umgebung um meine derzeitige Heimatstadt gut nutzbar. Oder um noch ein Superlativ dranzuhängen: Eine derart detaillierte Szenerie eines großen Verkehrsflughafens habe ich noch nicht gesehen.

Der Schwachpunkt ist ganz klar die Farbgebung der Fototextur, von der ich mir erhoffen würde, dass da zumindest durch Verschiebung der Jahreszeiten eine Kompatibilität zur Orbx’ FTX Germany South hergestellt wird.

Die Komplexität und damit die Ablaufgeschwindigkeit ist gut einstellbar; ein paar Optionen mehr hätte ich mir gewünscht, aber man kann zum Beispiel von Hand dafür sorgen, dass der Flughafen hochaufgelöst ist und die Umgebung nur auf niedriger Stufe, sollte es ein Problem mit Grafikkartenspeicher oder ähnlichem geben.

In der Gesamtschau: Ganz ganz klare Kaufempfehlung von meiner Seite! Und das trotz meiner angesprochenen Probleme mit der Fototextur.

Informationen

Pro Contra
  • Unfassbar detaillierte Umsetzung des Flughafens von Köln
  • Viele Spielereien (animierte Passagiere)
  • Wahlweise statische Flugzeuge
  • Sehr große Abdeckung der Umgebung mit Fototextur
  • Ausgezeichnete Konfigurierbarkeit
  • Farbgebung der Bodentextur nicht an FTX Germany South angepasst
  • Im Frühling und Herbst ist der Boden neben der Bahn zu matschig (unabhängig von der Anpassung an FTX Germany)
Informationen Testsystem
  • Entwickler: Jo Erlend Sund & Aerosoft
  • Preis: 27,95 €
  • Kauf: simMarket
  • Intel Core i5 3570K, 4.5 Ghz
  • GeForce GTX 1080, 8 Gb
  • Windows 10×64, 16 Gb Hauptspeicher
  • Intel SSD
  • Oculus Rift CV1
  • Prepar3D V4.3, FTX Trees HD, FS Global 2010

Dr. Patrick Seiniger

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Dirk Wittig

Besten Dank für dieses umfangreiche Review. Es ist in der von Patrick gewohnten und erwarteten Qualität verfasst. Viele Stunden an Arbeit sind dafür aufzubringen, und am Ende steht eine klare und belastbare Einstufung eines Add-On. Eine klare Richtlinie für mich zu kaufen, oder es zu lassen. Besten Dank!!

Christian

Super Review, zeigt die Schwächen und Stärken gleichermaßen. Danke dafür!

Hätte ich doch den Bericht viel früher gelesen, dann hätte ich mich nicht blamiert: “… und die Treppe zum Parabelflugzeug auf dem Parkplatz …”

Dachte nämlich, dass das Flugzeug auf dem Parkplatz ein Platzierungsfehler gewesen wäre oder eine ganz gemeine Art den Autofahreren den Parkplatzraum zu klauen 🙂

Harald

Nachteil sind aber auch ganz extreme Nachlade Ruckler! Des weiteren frage ich mich was das dumme DOS Fenster für das config Tool soll? Das Starten des P3Dv4.4 dauert zusätzlich 3 mal so lange wie vorher.Und dann wieder XML Anmeldung. Mal bei Fly Tampa gucken wie die das machen, da sind Corfu und St.Maatens auch mit einer dermaßen gute Optik versehen und das seit dem FSX ohne das System so zu belasten. Mit einem I7 -8700K / Asus 1080Ti und Cosair 32 GB dürfte es so ein Problem nicht geben zumal seit der Version 4.3 alles Problemlos läuft- auch ein FSLAB A320.