Review: GSX Level 2 Expansion (FSX/P3D)

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Das Groundhandlingtool “GSX” von FSDreamTeam gehört bei den meisten Simmern vermutlich schon seit langer Zeit zur Grundausstattung des Simulators. Nun haben die Macher ihre erste Erweiterung veröffentlicht, die zwei ansehliche und nützliche Neuerungen auf den virtuellen Flugplatz bringen. Allerdings auch zu einem stolzen Preis. Unser Rezensent Tom Götz hat sich die “Level 2 Expansion” angeschaut und zeigt uns seine Eindrücke.

Der Aufstieg des GSX

Anfang 2012 veröffentlichten die Entwickler von FSDreamTeam die erste Version von “Ground Services X“. Ein Tool, das die Bodenarbeiten rund um das Flugzeug während des Turnaround simuliert und dem Nutzer eine präzise Einparkhilfe sowie einen realistischen Pushback zur Verfügung stellt. Bereits zuvor gab es für diese Zwecke das überaus beliebte “AES” von Oliver Pabst, welches, zusätzlich zu den oben genannten Funktionen, auch speziell animierte Jetways an unterstützten Airports auf den heimischen Rechner brachte und schon seit FS2004-Zeiten ein “must-have” für die meisten Simmer war.

Anders jedoch als AES war die Idee von Ground Services X, kurz GSX, realistische Abfertigungsprozesse nicht nur an aufwändig angepassten Third-Party Airports, sondern auf jeder beliebigen Default- oder Addon-Szenerie zur Verfügung zu stellen. Während man als Nutzer von AES oft monatelang auf eine entsprechende Anpassung des Programms für eine neuerschienene Szenerie warten musste, war GSX von Beginn an, out-of-the-box, mit jeder Szenerie kompatibel und konnte auch sofort nach Installation auf einer Neuerscheinung verwendet werden. Zwar haben sowohl die Entwickler von FSDreamTeam als auch Oliver Pabst mehrfach in Foren und Interviews betont, dass sie ihre Produkte nicht als direkte Konkurenten sehen, sondern beide Tools einen eigenen Zielmarkt bedienen, jedoch gab es in der Flusi-Community vielfache Vergleiche zwischen den beiden, zugegebenermaßen, schon sehr ähnlichen Addons. Auch in unserem ausführlichen Review, das nach Release von GSX auf simFlight.de erschien, haben wir die Unterschiede zwischen den beiden Tools aufgezeigt.

GSX entwickelte sich nach und nach zum Must-Have für den heimischen Simulator. Nicht zuletzt auch wegen der laufenden Verbesserungen und Anpassungen. Während AES aus technischen Gründen bis heute nicht mit Prepar3D kompatibel ist, haben die Entwichler von FSDreamTeam ihre Ground Services zügig “prepared” – und nicht nur das: Bei Erscheinen einer neuen Version des Lockheed-Simulators gehört GSX regelmäßig zu den ersten kompatiblen Addons. Eine bessere Produktpflege kann man sich als Nutzer kaum wünschen.

Im Laufe der Jahre hat GSX zahlreiche Verbesserungen erhalten. Dazu gehören zusätzliche Fahrzeugmodelle um mehr Abwechslung in den Turnaround zu bringen, eine De-Icing-Funktion, die Unterstützung von Vollfrachtern und einiges mehr. Zuletzt haben die Entwickler den letzten großen Unterschied zum altehrwürdigen AES zerstreut und mithilfe der Sim Object Display Engine (kurz SODE) in Szenerien, die über entsprechend programmierte Jetways verfügen, die Steuerung von Fluggastbrücken in das Abfertigungssystem implementiert.

Die Level 2 Expansion

Mit der “Level 2 Expansion” kommt nun erstmals eine kostenpflichtige Erweiterung für GSX auf den Markt, die mit 32,13€ zu Buche schlägt. Ein stolzer Preis. Besonders wenn man bedenkt, dass die “Grundversion” selbst nur knapp zehn Euro teurer ist. Und da es sich bei GSX Level 2 um eine Expansion, also “nur” eine Erweiterung handelt, muss das vierzig Euro teuere Grundpaket auch vorhanden sein um auf Level 2 aufzusteigen. Es ist allerdings zu betonen, dass GSX auch weiterhin ohne die Expansion treu seine Dienste verrichtet, mit kostenlosen Updates versorgt und von FSDreamTeam supportet wird. Die GSX Level 2 Expansion ist also für alle Nutzer ein Kann, kein Muss.

Dass es sich hier um eine reine Erweiterung handelt, bedeutet allerdings auch, dass mit GSX Level 2 keine Verbesserungen des Grundaddons kommen. Man darf an dieser Stelle keine Bugfixes oder anderweitige Fehlerkoprrekuren der Bodenverkehrsdienste erwarten, denn dafür ist das Produkt schlichtweg nicht gedacht.

Jetzt aber Butter bei die Fische: Wofür ist Level 2 denn nun gedacht? Im Grunde geht es um zwei Neuerungen. Zum Einen liefert die Erweiterung animierte Passagiere, die über Treppe und Fluggastbrücke das Flugzeug betreten und verlassen. Die Anzahl soll individuell für das jeweilige Flugzeug passen und sich sogar über den Load Manager im FMC von Thrid-Party Addons definieren lassen.

Die zweite Neuerung ermöglicht es dem Nutzer beliebige Standard-Jetways (STRG-J) durch einen der bereits erwähnten SODE-Jetways zu ersetzen. Zu diesem Zweck beeinhaltet GSX Level 2 eine ganze Bibliothek von Fluggastbrücken, die nach Belieben auf Flughäfen positioniert werden können. Die Liste mit allen Features liest sich noch etwas länger, grundlegend geht es aber um diese zwei zentralen Neuerungen.

  • Animated Passengers, boarding/unboarding the airplane using either Staircases or Jetways.
  • Many different characters, each one with his own different animation and walking style.
  • Visible Pilots and Crew boarding/unboarding the airplane.
  • Loadmaster assistant replaces the Crew on Cargo airplanes.
  • SODE replacement Jetways at every airport.
  • Complete Jetway editor, to fully customize the Jetway appearance at each parking spot.
  • More than 80 different Jetway types, modeled after real-world specification, each one avabile in different variations.
  • Jetway Numbers using DX11 (Prepar3D 4 only).
  • Jetway with Air and Power units, which can keep the airplane battery charged.
  • Default Jetways are replaced automatically.
  • 3rd party Jetways using the default animation system can be excluded on demand, in the airport customization.

Kauf und Installation

GSX Level 2 kostet 32,13€ und ist direkt bei FSDreamTeam oder im simMarket erhältlich. Die Installation empfand ich persönlich als ein wenig undurchsichtig. Im Normalfall bekommt man bei FSDreamTeam Produkten im simMarket einen Link zur Downloadseite der Entwickler. In diesem Fall gab es aber keinerlei Hinweise. Ich habe also selbst die FSDreamTeam Webseite aufgerufen und mir dort den Download gesucht. Die anschließende Installation verlief problemlos. Was man bei FSDreamTeam zudem wissen muss, ist dass man sich bis hierher lediglich eine Demoversion installiert hat. Wenn man nun den Simulator startet, funtkioniert GSX Level 2 nur auf FSDT-Szenerien und auf einigen, ausgewählten Default-Flughäfen. Das ändert sich erst, wenn man den “Addon Manager” aufruft und dort seine Seriennummer eingibt. Für alle, die das nicht wissen, installiert FSDreamTeam ein “Installation Guide” auf den Desktop, der den Prozess noch einmal genau beschreibt.

Hat man die Installation und Registrierung von GSX Level 2 geschafft, kann man frohen Mutes mit den neuen Features der Erweiterung spielen. Ein ausführliches Manual erklärt zudem noch einmal alle Einzelheiten des Addons und gibt Hinweise für Entwickler, die GSX mit in ihr Produkt einbinden wollen. Wir schauen uns jetzt aber sofort im Simulator an, was ein Gigabyte an Daten auf den Rechner gezaubert haben!

Das animierte Boarding

Wer kennt das nicht: Man steht mit seinem Flieger zum Feierabendflug auf einer Außenposition bereit, wartet auf seine Fluggäste, der Bus kommt, die Türen öffnen sich und dann … fährt er irgendwann wieder weg. Getreu nach dem Motto “Stell dir vor, es ist Boarding und keiner geht hin.” Klar, wer nur das reine Fliegen simulieren möchte und sich nicht für das ganze drumherum am Boden interessiert, der hat hier auch nie etwas vermisst. Der kommt aber vermutlich auch mit den bordeigenen Pushback-Tools der zeitgenössischen Addon-Flugzeuge aus (die sind zum Teil wirklich gut umgesetzt!) und wird GSX wahrscheinlich nicht unbedingt als wesentlichen Bestandteil seines Flusi-Hobbys bezeichnen. Aber mal ehrlich: Der Großteil von uns genießt es doch schon vor dem Flug einmal nach draußen zu schauen, zu sehen, dass das Gepäck eingeladen wird, dass kleine Männchen das Catering bringen und der Tankwagen unter der Tragfläche andockt. Leider war das Boarding und Deboarding bisher eben immer ein bisschen statisch. Da gabs schlichtweg nichts zu sehen.

Das ändert FSDreamTeam jetzt und fängt damit schon bei der Crew an. Ich stehe mit meinem Airbus A319 in Wien auf dem Vorfeld, starte das Boarding und als erstes kommt ein kleiner Crewbus, der die im FMC vorher definierte Besatzung zum Flugzeug bringt.

Ich persönlich habe mich ein wenig über das Modell des Crewbusses gewundert. Irgendwie scheint mir die Fahrerkabine etwas zu kurz. Ich habe den Eindruck, als wenn die Fahrertür da halb weggeschnitten ist. Das mag aber auch beim Original (eventuell Ford?) so sein. Die Idee zuerst die Crew einzuladen finde ich trotzdem gut.

Im Anschluss kommt dann der Passagierbus. Für Flugzeugentwickler gibt es die Möglichkeit, dass Flugzeugaddon direkt mit GSX zu verbinden. So ließt das Groundhandlingtool die eingestellten Passagierzahlen aus dem Loadmanager und bringt die exakte Anzahl an Fluggästen zum Boarding. Das unterstützt zur Zeit jedoch nur FSLabs. Ich gehe aber stark davon aus, dass kurz- bis mittelfristig auch weitere Flugzeuge diese Funktion bekommen werden. Bei allen übrigen Flugzeugen, also allen, die nicht direkt mit GSX kommunizieren, wird man vor dem Boarding über eine Kommandozeile nach der Anzahl der Passagiere gefragt, die man schnell und schmerzlos eingeben kann. Blöd nur, dass sich GSX auch beim FSLabs vorsichtshalber noch einmal die Anzahl bestätigen lässt. So macht das Feature bis hierhin nicht ganz so viel Sinn…

Eine weitere Funktion der möglichen Kommunikation zwischen Flugzeug und Bodenabfertigung ist allerdings die Beladung in Echtzeit. So springt die Passagierzahl des FSLabs A319 zu Beginn des Boardings auf Null und jeder animierte Passagier, der das Flugzeug betritt wird einzeln aufgenommen. Ein nettes Feature, das strenggenommen aber keinen wirklichen Mehrnutzen für die Simulation bietet. Eine tolle Idee ist es meiner Meinung nach aber trotzdem.

Die Boardinganmiation an sich finde ich gut gelungen. Im Video steht die “Dichte” der Fluggäste auf Medium. Man kann sie noch um zwei Stufen erhöhen, dann erfolgt der gesamte Prozess schneller und es steigen mehr Personen gleichzeitig, bzw. in kurzer Abfolge aus dem Bus. So herrscht dann auch ein ganz schönes Gewusel. Auf den Treppen geht es übrigens trotzdem immer flüssig voran. Ein realistisches Stocken ist nicht umgesetzt, ich denke, das würde den Programmieraufwand auch deutlich erhöhen und die Performance unseres Simulators nicht unbedingt fördern.

Unter den Passagieren gibt es viele verschiedene Charaktere, unterschiedliche Laufbewegungen und -geschwindigkeiten und auch verschiedene Bekleidungen. Ja, da läuft eben eine Dame mit dicker Winterjacke über das Vorfeld und wird von einem Geschäftsmann im Hemd überholt.

Was die Erweiterung noch nicht kann, ist die Simulation mehrerer Busse, die Passagiere bringen, zur gleichen Zeit. Es gibt eine Option im GSX-Menü, über die man auswählen kann, ob man quasi einen unendlich großen Bus hat, der alle (egal wie viele) Passagiere auf einmal bringt, oder nur soviele Passagiere mit einem Bus gebracht werden, wie das auch tatsächlich möglich wär. Wählt man letztere Funktion aus, so verlässt der erste Bus nach dem Aussteigen der Fluggäste die Position, und ein weiterer kommt kurz darauf an. Es sind allerdings nie zwei Busse gleichzeitig an der Parkposition.

Ein weiteres fehlendes Feature ist (zumindest im Moment noch) das Boarding über flugzeugeigene Mittel. Also Ein- bzw. Aussteigen über eingebaute Treppen wie zum Beispiel bei CRJ, MD-80 oder auch bei einigen Boeing 737. Außerdem funtkioniert das ganze im Moment nur, wenn die Passagiere von einem Bus abgeholt werden. Das Boarding oder Deboarding über Fußwege vom Terminal, wie es auf vielen kleinen Flughäfen praktiziert wird, kann GSX 2 also noch nicht darstellen. Beide Features sollen aber noch implementiert werden.

Schade finde ich zudem, dass nach wie vor nur ein großes Busmodell umgesetzt ist. Ich glaube es ist Neoplan, bin mir aber nicht ganz sicher. So kommt eben an jedem Flughafen immer und immer wieder das gleiche Modell in unterschiedlichen Farben an. Wenn sich die Erweiterung um ein realistischeres, animiertes Boarding dreht, dann hätte ich mir von den Entwicklern erwartet, dass das auch schon mit zumindest einer kleinen Auswahl an verschiedenen Bussen umgesetzt wird. Ein Gelenkbus von MAN oder ähnliches würde das ganze schon deutlich aufwerten. Bitte liefert hier nach, liebes FSDreamTeam.

Leider, so zeigt das Video vom zweiten Bus, funktionierte bei mir die als besonderes Feature aufgezeigte Kommunikation zwischen Flugzeug und GSX nicht. Nachdem der erste Bus verschwunden ist, springt der Passagierzähler wieder auf Null und alle gerade eingestiegenen Fluggäste haben sich in Luft aufgelöst. Zwar beginnt GSX mit dem Boarding jetzt nicht wieder ganz von vorn, mein Flugzeug ist nun aber falsch beladen und ich muss das wieder manuell korrigieren. Allerdings gehe ich stark davon aus, dass es sich hier um eine Kinderkrankheit handelt, die eher schnell als langsam behoben sein wird.

Ein weiteres Problem zeigt sich bei der Ankunft in Athen: Hier kommt ein Bus angefahren, das FMC zeigt auch aussteigende Passagiere, eine Animation gibt es aber nicht. Irgendwie klappt das noch nicht so wie gewollt.

Nach abgeschlossenem Deboarding kommt dann auch direkt der Crewbus und nimmt meine Besatzung mit. Aber soll er das überhaupt? Das Passagierboarding und -deboarding ist direkt mit dem Ein- bzw. Aussteigen der Crew gekoppelt. Die beiden Vorgänge lassen sich nicht getrennt schalten. Das heißt, dass auch bei einem kurzen Turnaround, bei dem ich eigentlich direkt wieder das nächste Ziel ansteuern möchte, zunächst die Crew abgeholt wird, und im Anschluss wieder eine neue Besatzung ankommt. Hier wäre eine getrennte Steuerung wünschenswert,

Offiziell ist die Erweiterung mit FSX, Prepar3D v3 und v4 kompatibel. Aufgrund der hohen Speicherlast, die die kleinen Personen mit sich herumschleppen, empfielt FSDreamTeam jedoch ausdrücklich den 64-bit Simulator Prepar3D v4 zu nutzen.

SODE Jetways Everywhere

Mit SODE kam vor einigen Jahren ein tolles Tool für Entwickler, mit dem sich allerhand anstellen lässt. Das Schalten von Lichtern und Jahreszeiten, Windsäcke und auch realistisch animierte Fluggastbrücken lassen sich damit umsetzen. Ich gehe an dieser Stelle nicht auf das für und wider von SODE ein und warum es von manchen geliebt und von anderen kritisch betrachtet wird, der Punkt ist: der Großteil der Community begrüßt die Möglichkeit an mehr als einer Fluggastbrücke anzudocken und genießt die schönen Animationen der Jetways ohne das berüchtigte versinken der Räder. Für viele Szenerien ist SODE deshalb mittlerweile ein Qualitätsindikator, doch Flächendeckend sind die Jetways noch lange nicht umgesetzt.

Mit GSX Level 2 lässt sich jeder beliebige Standardjetway in der Simulatorwelt ohne Wenn und Aber durch einen SODE-Jetway ersetzen. Und zwar relativ schnell. Man entfernt über eine Funktion im GSX – Customize – Menü die vorhandenen Jetways, die als BGL in der Szenerie abgelegt sind (roter Kasten). Das kann man für eine spezielle Position machen, für ein ganzes Terminal oder den gesamten Flughafen (blauer Kasten). Dabei wird das Original nicht gelöscht oder in irgendeiner Form bearbeitet, sondern lediglich deaktiviert. Auf diese Weise greift GSX in keinerlei Hinsicht in die Arbeit anderer Szenerieentwickler ein.

Hat man den Haken im Menü gesetzt, muss man den Simulator einmal beenden und das GSX Control Panel starten. Hier werden nun die entsprechenden BGLs “excluded”. Das ist nicht möglich während der Simulator läuft. Im Anschluss startet man den Simulator wieder und an den zuvor ausgewählten Positionen sind die Fluggastbrücken verschwunden.

Nun kann man mit der Implementierung der SODE-Brücken beginnen. Wer mag, kann in diesem Arbeitsschritt auch gleich die Positionen der Fahrzeuge mitbearbeiten. Ich finde es zum Beispiel besser, wenn mein Pushback-Truck direkt vor dem Noselandinggear steht.

GSX setzt auf Knopfdruck an jede Postion, an der sich vorher ein Standardjetway befand einen SODE-Jetway. Das passt ziemlich genau und man muss die Ausrichtung der Replacements kaum bearbeiten. Man kann aber wenn man will. Hat eine Szenerie bereits über SODE animierte Fluggastbrücken, so lassen sich diese Modelle nicht ersetzen.

FSDreamTeam wirbt damit, über achtzig verschiedene Jetwayvarianten realer Hersteller für die Anpassung anzubieten. Das ist an sich auch richtig, allerdings sind dabei die verschiedenen Längen der unterschiedlichen Modelle mitgezählt. 21 bis 33 teleskopierbar, 23 bis 36, 18 bis 24 und so weiter und so fort. Was es eben alles so gibt…  Die Auswahl an Grundtypen liegt deutlich niedriger als 80. Allerdings reichen die vorhanden Modelle bereits aus, um einen Großteil der Flughäfen mit passenden Brücken einzudecken, die mit dem Vorbild übereinstimmen. Soviele unterschiedliche Hersteller und Varianten der Jetways gibt es dann eben doch nicht.

Entscheidet man sich, wie ich in Zürich, für “Crystal”-Jetways, so kann man durch das Glas auch den Boardingvorgang beobachten. Ich habe im folgenden Video einmal die höchste “Dichte” an Passagieren eingestellt und man merkt am regelmäßigen Stocken, dass die Performance deutlich darunter leidet. Die Massen an animierten Personen drücken besonders dann auf die Bremse, wenn ein neuer “Schub” an Fluggästen nachgeladen wird.

Schön finde ich, dass auch flache Modelle, für Regionalflugzeuge, und statische Varianten, die nur in Höhe und Länge flexibel sind, mitgeliefert werden. Hat man sich schließlich für ein Modell entschieden, lässt sich die Fluggastbrücke mit Acsesoirs, wie Werbetafeln (mehrere realistische Werbepartner sind verfügbar), einer Klimaanlage oder einem Bodenstromaggregat ausstatten. Letzteres kann die Flugzeugbatterie der eigenen Maschine aufladen, bietet aber keine Interatkion mit Addons als External Power Source.

Ein von FSDreamTeam besonders beworbenes Feature ist die Ausstattung der Jetways mit Schildern, die das jeweils passende Gate anzeigen. Das ist in dieser Form durch flexibles Texutrenrendering erst in Prepar3D v4 möglich geworden und für die Entwickler sicherlich ein toller Fortschritt, für den User aber maximal ein beiläufiges kleines Gimik. Viele Flughäfen beschildern ihre Positionen gar nicht an den Fluggastbrücken, sondern an anderer Stelle.

Dank SODE kann man an großen Flugzeugen auch zwei (oder mehr) Jetways zum Boarden benutzen. Zu diesem Zweck lässt sich beim Entfernen der Jetways der Radius erweitern, mit dem BGLs deaktiviert werden. Auf diese Weise können bei vielen Szenerien auch die statischen Fluggastbrücken entfernt werden. Vorraussetzung dafür: Das Modell muss eine eigenständige .bgl sein und darf nicht Bestandteil des Terminals sein. Letzteres ist zum Beispiel in Frankfurt der Fall. So lassen sich dort nur die beweglichen Jetways ersetzen, alle anderen sind Teil des Gebäudes und können von GSX nicht deaktiviert werden. Schade eigentlich. Vor allem, weil das in den ersten Versionen von MA Frankfurt Professional noch nicht der Fall war. Vermutlich wurde das der Performance zuliebe geändert. Generell lässt sich sagen, dass dieses Prozedere eigentlich bei allen Szenerien funktioniert, die durch AES unterstützt werden. Den die Herangehensweise für die Anpassung durch Oliver Pabst fußte auf einem ähnlichen Ansatz.

Was ich im obigen Video auch versucht habe aufzuzeigen ist, dass es nicht möglich ist, die Höhe der Jetways anzupassen. Jedes Modell hat eine definierte Höhe. So sind die normalen Fluggastbrücken für die E-Gates in Zürich etwas zu niedrig. Das sieht am Ansatz dann etwas unschön aus. Ich habe daraufhin dann die “Upper Deck”-Variante gewählt, die sich allerdings, vollkommen korrekt nach dem realen Vorbild, weder mit Groundpower, noch mit Klimaanlage ausstatten lässt. Ich würde es begrüßen, wenn zumindest eine eingeschränkte Apassung der Höhen möglich sein würde.

Zuletzt sei noch der Support von FSDreamTeam erwähnt. Nach einigen Tests mit der BGL-Deaktivierung hat sich meine Couatl-Engine zerschossen und wollte nicht mehr starten. Auf einen Post im Forum bekam ich innerhalb von wenigen Minuten eine Antwort, die nach zwei kurzen Nachfragen binnen einer halben Stunde in der Problemlösung mündete. So wünscht man sich doch Support!

Fazit

Natürlich ist GSX Level 2 primär “Eye Candy”.  Um die Cockpitarbeit für einen Flug von A nach B zu simulieren muss es uns nicht kümmern ob jetzt tatsächlich 200 animierte Figuren in unser Flugzeug steigen und an was für einem Jetway wir stehen. Aber Hand aufs Herz: Die meisten von uns genießen doch, sich nicht mehr ganz so doll auf die eigene Vorstellungskraft verlassen zu müssen als noch zu FS4-Zeiten. Wir haben mittlerweile sogar Käfer auf der Windschutzscheibe, warum also nicht auch Passagiere auf dem Vorfeld? FSDreamTeam hat schöne Animationen umgesetzt und Features eingebaut, die eine Interaktion zwischen dem verwendeten Load Manager des Flugzeugs und GSX zulassen (Sofern vom Addon unterstützt). Die Möglichkeit an Terminalpositionen SODE-Jetways zu platzieren macht auch die Abfertigung ohne Bus interessanter, zumal die mitgelieferten Fluggastbrücken wirklich toll modelliert sind. Dank dieser Funktion lassen sich sogar Szenerien, die bisher den Minuspunkt von fehlenden Jetwayanimationen verkraften mussten, schnell aufwerten. So zum Beispiel bei PacSims Manila oder Taipei.

Die GSX Level 2 Expansion weißt noch einige kleinere Ungereimtheiten auf und lässt an der ein oder anderen Stelle auch noch Raum für Verbesserungen. So, wie man die Updatephilosophie von FSDreamTeam jedoch kennen gelernt hat, werden viele Bugs schnell beseitigt werden und über kurz oder lang auch der ein oder andere Wunsch der Community übernommen werden.

Letztendlich muss allerdings die Frage gestellt werden, ob die reine Implementierung von animierten Passagieren und eine erweiterte Funktion zur Bearbeitung von Parkpositionen die Investition von über 30€ rechtfertigen. Ich wage an dieser Stelle keine Aussage zum Entwicklungsaufwand dieser beiden Features, der sicher enorm gewesen sein wird, für den Nutzer ist das Preis-Leistungsverhältniss aber vermutlich nicht nur auf den ersten Blick sehr fraglich. Mit GSX Level 2 kann man den Passagieren beim Einsteigen zugucken und die grobmotorischen Standardjetways durch schicke und variantenreiche SODE-Fluggastbrücken austauschen. Nicht mehr und nicht weniger. Ob sich das “aufleveln” beim Preis von 32,13€ dafür lohnt, muss am Ende jeder für sich entscheiden.

GSX Level 2 kann man übrigens kostenlos herunterladen und testen. Es funktioniert mit sämtlichen FSDT-Szenerien unbegrenzt und ohne Zusatzkosten und lässt sich außerdem auf einigen Default-Flughäfen ausprobieren.

Informationen

Pro Contra
  • Animiertes Boarding mit vielen unterschiedlichen Charakteren
  • Crewbus mit Besatzung
  • Konfigurierbare “Dichte”
  • Kommunikation zwischen Addon-Flieger und GSX
  • Kinderleichtes Platzieren von SODE-Jetways
  • Große Auswahl an detailierten Jetway-Modellen
  • Auch statische Jetways können entfernt werden
  • Immer nur ein Bus gleichzeitig verfügbar
  • Lediglich ein Busmodell
  • Animierte Passagiere nur mit Bus oder Jetway
  • Crewboarding und Passagierboarding/Deboarding nicht getrennt schaltbar
  • Jetways lassen sich nicht in der Höhe anpassen
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
Informationen Testsystem

 

  • Intel I7-4790K @ 4,6 Ghz
  • 32GB DDR3-Ram
  • Geforce GTX 1080
  • Windows 10  64Bit
  • Prepar3D 4.3

 

 Tom Domenic Götz

Benachrichtigungen:
David H.

Hallo,

danke für das ausführliche Review. Mir persönlich bringt es zwar nix, da ich selbst gleich zugeschlagen habe. Im Großen und Ganzen sind das auch meine Erfahrungen. Zwei kleine Anmerkungen:

Ich habe die Dash 8 Q400 bereits über die boardeigene Treppe geboarded. Das klappt ganz gut. Allerdings musste ich das Flugzeug vorher konfigurieren (was recht einfach funktioniert)

Diese Abfrage, wieviele Passagiere man laden möchte, kommt bei mir nicht. Bei mir wird entweder das geladen, was ich dem FSL angegeben habe oder eben eine geschätzte Anzahl aufgrund des Gewichts. Ist das eine Option?

Die Option, die Crew getrennt zu boarden wurde im Forum bereits so oft angefragt, dass die ziemlich sicher bald kommen wird.

Was mir persönlich auch noch fehlt, ist die Möglichkeit, auf kleineren Flughäfen auch ohne Bus zu boarden. Oft läuft man ja direkt aus dem Terminal zum Flieger. Soll aber wohl auch noch irgendwann kommen.

Janne

Danke für das schöne Review.

Kann man mit dem Expansion Pack die Gates auf ORBX’s ESSA bewegen?
Der Airport hat ja zwei Verschiedene Typen von Gates – die die sich nur in der Höhe bewegen und den Teleskop-Typ

ORBX verspricht ja schon seit Jahren das da mal was mir den Gates passieren soll, aber ….

tom - simFlight

Wenn man die statischen Brücken ausgeblendet bekommt wird das funktionieren. Die Modelle sind in GSX 2 zumindest vorhanden.

Rainer Kunst

Schönes Review Tom.
Allerdings sehe ich im Preis-Leistungsverhätlnis kein Contra, weil FSDT über alle P3D Versionen das Tool kostenlos und immer als einer der Ersten eingepflegt hat. Das wird sicher auch in Zukunft so bleiben.
Die Jetways in der Höhe anzupassen, wird eher technisch gar nicht machbar sein.
Bei der Modellvielfalt Bus etc, bin ich mir sicher, dass es da Updates geben wird.

tom - simFlight

Allerdings sehe ich im Preis-Leistungsverhätlnis kein Contra, weil FSDT über alle P3D Versionen das Tool kostenlos und immer als einer der Ersten eingepflegt hat

Das stimmt, das habe ich ja auch als sehr großen Pluspunkt im Review beschrieben. Meiner Meinung nach sollte das Preis-Leistungs-Verhältnis aber dennoch zumindest hinterfragt werden, da der Preis nah am Preis für das “gesamte GSX” liegt und im Grunde nur zwei neue Features bringt, die nicht für alle Usergruppen unbedingt einen Mehrwert für die Simulation bringt,

Die Jetways in der Höhe anzupassen, wird eher technisch gar nicht machbar sein.

Das habe ich auch gelesen. Wünschenswert wäre irgendeine Art von Lösung für den User aber ja trotzdem 😉 Alternativ vielleicht verschiedene Höhen-Modelle?

Bei der Modellvielfalt Bus etc, bin ich mir sicher, dass es da Updates geben wird.

Ganz bestummt! 🙂

David H.

Ja im Zweifel sollen sie da halt neue höhere/niedrigere Modelle machen. So machen sie es ja auch mit der Länge. Klar wird es dann irgendwann mal unübersichtlich aber da kann man ja auch noch an dem Menü was optimieren, dann passt das wieder.

Rainer Kunst

Passende Jetway kann nur der Szenerie Entwickler liefern, nicht jedoch so ein Automatiktool. Deswegen wäre es auch ausgesprochen dumm, wenn Entwickler auf die Idee kämen nunmehr GSX das zu überlassen. Die Faulen werden das vielleicht trotzdem machen.
Außerdem passt es zu 95% ,wenn sich der User auch an ein Gate stellt, was für seinen Aircrafttyp bestimmt ist.
Interessant wäre ein Tool was mal im FS die ganzen AFCAD realistisch anpasst und monatlich aktualisiert mit Radien und Airlines Codes, so wie das Navigraph mit den Nav Daten macht. Wenn dann noch der FS nach der Flugzeugauswahl (die zwingend vor der Airportauswahl getroffen werden müsste) alle nicht passenden Parkings gar nicht mehr anbietet und auch dabei die Livery analysiert würde die Frage gar nicht mehr auftauchen. Also für sinnvolle Sachen gibt es noch viel Betätigungsraum für kluge Köpfe, die Ihre Zeit manchmal lieber in Immersion stecken und damit den schnellen Groschen machen.

Chris

Danke fürs Review. Betreffend Preis möchte ich noch anmerken: ja, als Addon zu GSX ist es eher teuer, wenn man sich aber überlegt, dass weltweit auch sämtliche Default-Szenerien damit ordentlich aufgewertet werden und man bspw. auch einfache Freeware-Szenerien, welche auf Ctrl-J Jetways aufbauen so aufmöbeln kann, dann finde ich selbst die 70€ für GSX plus Addon noch nicht viel. Oft bezahlt man soviel für zwei Airports. Da hat man aber dann nur die zwei Airports und Schluss. Man darf auch nicht vergessen, dass versprochen wurde, das Produkt laufend zu verbessern und zu ergänzen, und so wie GSX Level 1 unterhalten worden ist, wird das wohl auch zutreffen. Sprich: es wird sicherlich laufen neue Jetway-Modelle geben, die dann vielleicht auch von der Höhe her besser passen. Andere Anpassungen wurden ja schon genannt. Ich persönlich würde bspw. noch begrüssen, die Default-Position der GSX Fahrzeuge anpassen zu können, damit man nicht bei einem Airport mit 50 Gates 50 mal manuell die GSX Fahrzeuge rumschieben muss, sondern man sagen könnte: übernimm das Layout von Gate A1 für alle anderen Gates. Das wäre praktisch. Ansonsten läuft das Tool 1A.

Philipp S.

Hallo, wie kann man denn auswählen, dass mehrere Busse kommen, anstelle nur einem (unendlich) großen Bus ? finde dazu im GSX Settings nichts dazu… Danke für Hilfe !

Peter

Das wurde auch oben im Review unter “Contra” angesprochen: es kann immer nur ein Bus da sein. Aber wir bleiben optimistisch: sicherlich wird das mit einem der späteren Service-Packs noch geändert. Wenn ich ehrlich bin: mir ist das gar nicht aufgefallen… ich staune immer noch, das wir draußen PAXE herumlaufen haben. Ich kann mich da noch an SubLogic Simulator Zeiten auf dem C64 erinnern. Passagiere… unglaublich. ^^

Philipp S.

aber man sieht ja in dem einen Video, dass der eine Bus fährt und ein weiterer 2. kommt. Bei mir gibt es immer nur einen der anscheinen so voll gestopft sein muss dass da auch mal gut über 300 Menschen rein passen. Das muss man irgendwie umstellen können

Günter - simFlight

Seite 28 GSX Manual:
“Multiple Trips
Some GSX services might need more than a trip to complete their task, for example a Refuel Truck with a 7000 gallons tanker, won’t be able to refuel the plane completely, if the amount of fuel requested is larger than what the tank contains, requiring multiple trips. This option can be turned off, if you prefer a faster turnaround. In this case, the tanker will act as if it were of an “Infinite” capacity, and will always refuel with a single trip.

Was für den Tanker gilt, gilt nun auch für die Passagierbusse. Da kommen dann entsprechend mehr. Aber leider (derzeit) immer nur einer und wenn da ein langer Anfahrtsweg ist, dann kann das Boarding auch mal ne halbe Stunde dauern.
Deswegen behalte ich den einen Bus und die wundersame Paxvermehrung aus demselben.