Erster Eindruck: Aerosoft Dortmund XP (X-Plane 11)

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Aerosoft hat für X-Plane 11 Dortmund XP zu einem Preis von 20€ veröffentlicht. In seiner Entstehung hat es einiges mit Approaching Dortmund P3Dv4 zu tun, doch was Christian Bahr, Agnes Schwalm, Peter Hiermeier und Stairport Sceneries gemeinsam abgeliefert haben geht in weiten Teilen schon in die Richtung von OrbX TrueEarth England, wenn auch über ein kleineres Gebiet.

Der Default-Zustand

Wir starten zum Vergleich mit einer Carenado Piper Navajo vom Flughafen DOrtmund aus, um die Umgebung zu erkunden. Noch ist alles im normalen X-Plane Default Zustand, wenn wir vom Einsatz des HD Mesh absehen.

Wir erinnern uns:  X-Plane hat für diese Umgebung einzig die Straßenkarte, eine Angabe der mittleren Gebäudehöhe in einem Gebiet, eine grobe Karte der Geländenutzung und des lokalen Klimas, sowie Polygone für Wälder und sehen und Vektoren für Flüsse. Aus diesen Daten bastelt das AutoGen ein eine plausible Umgebung.

Einzig die Community Airports sind Hand platziert, dabei dürfen diese Flughäfen jedoch nur Gebäude und Objekte nutzen, die zum Auslieferungszustand von X-Plane gehören.

Installation

Wie üblich erhält man ein komprimiertes ZIP-Archiv, das sich auch wie gewohnt in X-Plane installieren lässt. Das einzig ungewöhnliche ist die Größe. Das Archiv ist schon mal größer als 2 GB und nach dem Entpacken finden sich über 6,4 GB an neuen Daten auf der Festplatte wieder, wovon 5,63 GB alleine auf das Terrain mit ihren fotografischen Bodentextur entfallen.

Dortmund aus der Nähe

Wir starten mit unserer Navajo wieder vom Flughafen Dortmund aus, allerdings mit einer anderen Bemalung.

Der Flughafen ist auf den ersten Blick deutlich besser und auch die Umgebung  profitiert von der Fotoszenerie, dem verbesserten AutoGen und den Custom-Bäumen. Alles zusammen macht einen merklich besseren Eindruck als das normale AutoGen.

Doch eines der wesentlichsten Elemente sind die Custom-Gebäude. Stellenweise schafft der Rechner es nicht überall AutoGen Gebäude zu platzieren, doch dank der Fototextur fällt dies nicht sofort auf. Auch in der Nacht machen die Gebäude einen ordentlichen Eindruck.

Auch die Straßenverläufe wurden korrigiert, damit sie sich sauber in die Fotoszenerie einfügen. Von Haus aus orientieren sich diese Straßen nämlich nur an einigen Ankerpunkten die vom AutoGen miteinander verbunden werden. Auch die Brücken wurden etwas verfeinert. Alles in allem wirkt die Umgebung dadurch weitaus realer, nicht zuletzt durch die ganzen Custom-Gebäude wie im letzten Bild der Turm einer Zeche.

Allerdings gibt es auch Probleme, wie auf diesen Bildern. Eine schwarze Rauchsäule über einem Kühlturm is6t schlichtweg falsch. Da hilft es auch nichts dass es eine kleine Animation von aufsteigenden Rauch aus dem Kühlturm in die Rauchsäule gibt. Glücklicherweise sollen irgendwann, nach X-Plane 11.30 auch Szenerien in den Genuß der Particle Engine gelangen und damit wäre eine vernünftige Umsetzung wie im FSX/P3D kein Problem mehr.  Auch die Animation der Windräder ist nicht ganz Standard sondern sie arbeiten nur bei Windgeschwindigkeiten zwischen 5 und 25 Knoten. Allerdings scheint es vor allem bei der Verwendung mit anderen Wetterprogrammen immer wieder zu Interpretationsfehlern zu kommen und sie stehen, trotz ausreichend hoher Windgeschwindigkeiten.

In vielen Fällen passen die verschiedenen Elemente sauber zusammen, doch an anderen Stellen hapert es an Kleinigkeiten, wie der richtigen Auswahl von Gebäuden, oder ihrer Ausrichtung, doch das lässt sich in der Praxis kaum vermeiden.

Eine weitere Herausforderung sind natürlich sehr eng bebaute Gebiete, wie der Stadtkern von Dortmund, für den es auch zahlreiche Custom-Gebäude gibt, die auch noch nachts plausibel ausgeleuchtet werden. So ist auch der Iduna-Park beleuchtet

Doch es ist an der Zeit zum Flughafen zurück zu kehren um auch ihn etwas genauer zu betrachten. Er ist zwar nicht wirklich das Highlight der Szenerie, doch immerhin einer der Kerne.

Zum schnellen dran vorbei fahren und abfertigen der Maschine reicht der Flughafen durchaus, aber sind wesentlich mehr. Vor allem die Vorderseite wirkt ein wenig so wie eine Theater Attrappe. Und auch auf dem Flugfeld selbst gibt es einige Ungereimtheiten.

Auch hiervon gibt es ein Video ,auch wenn die Grafikkarte bei diesen Datenmengen ein wenig ins Straucheln kommt.

Gleichzeitig ein Video aufnehmen, Screenshots schießen und mit Szeneriewechseln zu hantieren bringt die 4GB VRAM der alten GTX 770 ziemlich in Stress.

Dortmund aus der Höhe

Doch bislang haben wir die Szenerie nur aus der Perspektive eines VFR-Piloten betrachtet. Wie sieht die Szenerie aus der Höhe aus? Dafür nutzen wir die soeben neu erschienene FlyJSim 727-200Adv V3. Die erste 727 die wirklich an X-Plane 11 angepasst wurde.

Diese hat sowohl bei der Optik, wie auch den Soundeffekten aber auch den internen Instrumenten einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Mit einem Preis von 59.95$ scheint sie auf den ersten Blick kein Schnäppchen zu sein, doch da Käufer des Vorgängers eine Ermässigung von 50% erhalten sieht die Sache ganz anders aus. 29.97 $ ist dieses Museumsstück mehr als Wert. Um die genaue Untersuchung dieses Fliegers kümmert sich natürlich wieder Jonas.

Die ungewöhnlich tief liegenden Jetways sind keine Fehler der Designer, sondern gehören genauso wie die rückwärts eingeparkten Flugzeuge zu den Besonderheiten des Flughafens. Allerdings ist der Flugbetrieb mit einem sehr hohen Defizit verbunden, der von den Stadtwerken Dortmund getragen werden muss.

Schon kurz nach dem Start kann die Landschaft überzeugen, aber wenn man noch höher geht ist der Effekt fast noch besser. Sehen wir uns mal die Umgebung des Phoenix See an.

Es kommt immer weniger auf die einzelnen 3D-Objekte an, sondern 3D Objekte und Gelände helfen dabei der Fototextur zu einer dreidimensionalen Struktur zu werden.

Und nach einiger Zeit tritt der normale Approach Effekt ein. Man ist soweit von der weiteren Umgebung entfernt, dass man überhaupt nicht in der Lage ist Details zu erkennen. Wir sehen statt dessen nur noch die Details unserer direkten Umgebung und wir glauben, dass auch die weiter entfernte Umgebung dieses Niveau hat.

Natürlich haben wir auch hier ein Video das weit weniger technische Probleme hat:

Hengsen-Opherdicke

Doch die Szenerie hat noch eine zweite, etwas detaillierter aufgelöste Umgebung. Die Gegend um den Segelflugplatz Hengsen-Opherdicke.

Wieder kommt die Navajo zum Einsatz. Der Flughafen selbst ist recht detailliert gezeichnet. Wieder lebt die Szenerie von der Verschmelzung von Fototextur, Custom-Bäumen, AutoGen, Custom Gebäuden und dem Terrain selbst.

Der Übergang zum Landclass Terrain ist jedoch relativ fließend und fällt kaum auf. Man hat in Europa nun einmal das Problem, dass anders wie in den USA bestimmte Klassen von Satellitenaufnahmen hier nicht frei verfügbar sind. Daher hat man hier nicht, wie in X-Plane üblich die gesamte Tile mit einer Fototextur versehen, sondern nur die Gegenden, für die man die Bildrechte besitzt. Dafür hat man die Texturen und Objekte auch für 4 Jahreszeiten versehen, falls jemand TerraMaxx im Einsatz hat.

Die eigenen Objekte kann man jedoch auch außerhalb der Grenzen der Fototextur einsetzen.

Auf jeden Fall bietet diese Gegend etwas Abwechslung zur Stadt Dortmund, auch wenn diese Fototextur nur 20 km² bedeckt, während die Fototextur 280 km² einnimmt.

Fazit

Wer sich für diese Gegend interessiert wird mit dieser Umsetzung durchaus gut bedient. Allerdings ist auch nicht zu übersehen, dass es sich im Kern immer noch um eine Portierung von Approaching Dortmund handelt.

Sowohl die stehenden Windkraftanlagen wie auch die stehende Rauchsäule über dem Kühlturm waren deutliche Zeichen. Aber welcher Szenerie Designer hat heute noch die Lust sich in die Uralt Mechanismen einzuarbeiten, die  in X-Plane heute noch die Windturbinen und Rauchwölkchen animieren, wenn in absehbarer Zeit X-Plane auch dort geeignete Mittel zur Verfügung stellen will?

Es wird auch sehr interessant sein, die Unterschiede zu OrbX TrueEarth England zu sehen, wenn diese Szenerie auf dem Markt ist. Während auf Seiten der Aerosoft Szenerien versucht wird die alten Jahreszeitentechniken zu unterstützen, gibt es bei OrbX Überlegungen diese für den P3D auf Sommer und Winter zu reduzieren, um den Speicherplatz im Griff zu halten.

Nicht zuletzt geht OrbX etwas experimenteller vor, denn TrueEarth England wird direkt für X-Plane entwickelt, um die Portierung zu den anderen Plattformen, wird man sich erst später Gedanken machen. Man legt es also gezielt darauf an Stärken und Schwächen der jeweiligen  Plattformen aufzuspüren um damit neue Ansätze für die Weiterentwicklung zu finden.

Allerdings investiert man auch für AeroFly FS 2 dem man die beste Rendering Engine von den drei Flugsimulatoren (P3Dv4, X-Plane 11 und AFS2) zubilligt, allerdings haben sie gleichzeitig die kleinste Entwicklungsmannschaft und im Moment die kleinste Zahl an Anhängern, so dass es vermessen wäre nur auf dieses Pferd zu setzen. Und in dem Maß wie AFS2 neue Flugzeug-Feastures erhält können die Konkurrenten auch ihre Grafikroutinen verbessern.

Benachrichtigungen:
FlyAgi

Die Windkraftanlagen sind durchaus animiert, benötigen dazu aber eine Windstärke von mindestens 5 und höchsten 25 Knoten um sie rotieren zu lassen. Davon unabhängig drehen sie die Flügel in Windrichtung. Wenn das unter genannten Umständen funktioniert ist alles in Ordnung – man kann dann möglicherweise über die Konfiguration streiten, wobei diese je nach WKA-Modell halbwegs passt. Meinen Infos nach braucht eine solche Anlage durchschnittlicher Bauart etwa 3,5m/sec Wind, was etwa 6,8 Knoten entspricht.

simmershome

Ich würde mal in einem Review nicht soviel philosophieren, zu Dingen die einfach noch in den Sternen stehen und keinerlei fundierten Background oder Zusammenhang zum Produkt haben.Es sei denn Dein zweiter Stuhl steht in Australien.
Statt dessen würde ich das machen, was man für ein solides Review tun müsste, nämlich richtig testen. Denn Windmühlen stehen ohne Wind generell still. Und den gibt es nun wirklich in X-Plane.