Review: FlyTampa Boston Rebooted v4 (P3D)

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Bereits in der vierten Version haben die Entwickler von FlyTampa den Flughafen Boston Logan umgesetzt –  dieses Mal exklusiv für Prepar3D v4. Wie sich die Neuauflage des Dauerbrenners am atlantischen Ozean im Simulator macht, hat sich Tom Götz angeschaut. Nach meinem letzten Review über die Umsetzung der Stadt Seattle und ihrer vielen naheliegenden Flughäfen habe ich mich im Winter ein wenig im pazifischen Nordwesten der USA niedergelassen. Da lockte der Werkverkehr eines großen Flugzeugherstellers, Erkundungstouren über eine großartige Stadt und Linienflüge zu globalen Zielen vom Drehkreuzflughafen Seattle/Tacoma. Ich hatte mich fast schon an das trübe, nasskalte und eigentlich sehr uneinladende Wetter in Washington gewöhnt, da kamen die Entwickler von FlyTampa mit ihrer lang ersehnten Umsetzung des Flughafens Boston-Logan um die Ecke. Seit langer Zeit hatte ich mich schon auf die Neuauflage des Atlantikflughafens gefreut, der mit seiner Nähe zu Stadt und Meer tolle Motive für Bilder bzw. Screenshots bereithält und ein Netz an Flugverbindungen in die ganze Welt bietet. Außerdem ist das Wetter freundlicher als auf der anderen Seite der Staaten. Passenderweise gibt es von Seattle aus mehrmals am Tag Direktverbindungen nach Massachusetts, sodass die Entscheidung für mein nächstes Review schnell getroffen war. Mit dem Nachtflug AS24 sollte es dann noch am selben Abend auf zum neuen Ziel gehen.

Kauf, Installation und Umfang

Zuvor will der heimische Simulator selbstverständlich mit der neuen Software ausgestattet werden. FlyTampa – Boston Rebooted v4, wie sich das Produkt in Gänze nennt, gibt es im simMarket für 30.94€ und kann nach dem Kauf von dort direkt heruntergeladen werden. Die zwei Dateien, ein .exe und ein .dat-File, sind zusammen weniger als einen Gigabyte groß und daher auch bei einer langsameren Internetverbindung zügig zuhause angekommen. Die Installation verläuft mit einer Registrierung per Serial ganz FlyTampa-typisch ab und endet mit der Konfiguration der Szenerie über den „FlyTampa Configurator“. Hier lassen sich zahlreiche Optionen wie animierte Personen, Fahrzeugverkehr, 3D-Grass, statische Flugzeuge, die Betriebsrichtung des Bahnsystems, und, und, und einstellen. Außerdem werden hier die Jahreszeiten definiert. Neben der Szenerie hat man nach erfolgter Installation auch Zugriff auf ein Manual, das einige Hintergrundinformationen zum Flughafen enthält und einen Link zu aktuellen Charts beinhaltet.

Erster Eindruck

Auf meinem knapp sechs Stunden Flug von Seattle hatte ich mehr als genug Zeit das mitgelieferte Handbuch zu lesen. Ich kam also top-vorbereitet an der Ostküste an und freute mich auf den ersten Anflug seit langer Zeit auf die Bahn 22L des Flughafen Logans. Pünktlich zum Sinkflug ging auch die Sonne über der dichten Wolkendecke auf, was zwar wunderschön anzusehen war, aber auf eine entsprechend „undurchsichtige“ Ankunft in Boston hindeutete. Für meinen ersten Eindruck hätte ich mir andere Bedingungen gewünscht…

Zusätzlich zum düsteren Wetters gab es vor der Landung schon den ersten Dämpfer in meine Vorfreude: Die Performance in Endanflug, wenn der gesamte Flughafen samt Traffic und Details, sowie die Stadtszenerie von Boston im Blickfeld liegen, war nicht sonderlich gut. Auf meinem System rutschten die Frames auf niedrige 20er Werte hinunter, während andere Szenerien wie beispielsweise San Francisco, Shanghai, Frankfurt oder das jüngst rezensierte Seattle Werte um die 30 Bilder pro Sekunde in ähnlichen Situationen stemmen. Wirklich Schade, doch ich werde später darauf zurückkommen.

Bei schlechter Sicht und stürmigen Winde gab es im Endanflug auf Bahn 22L am Flughafen Logan kaum Zeit, um einen Blick über FlyTampas neuestes Werk zu erhaschen. Meine ersten Impressionen habe ich dann also erst beim Ausrollen und Verlassen der Bahn sammeln können. Im kalten Winter sind Rasenflächen, Rollwege und Vorfelder mit viel Eis und Schnee bedeckt. Das haben die Entwickler wirklich stark umgesetzt und es schafft sofort Atmosphäre.

Selbstverständlich zeigen die Entwickler von FlyTampa auch bei den Terminalgebäuden ihre Fertigkeiten. Am Gate angekommen erkennt man viele Details und Feinheiten, die feinsäuberlich ausgearbeitet worden sind. Man kann durch die Scheiben in den Subway-Shop gucken, die Texturen sind scharf umgesetzt und mit aufwendigen Modellen passend aufeinander abgestimmt.

FlyTampa Boston macht, wie man es von den Entwicklern gewohnt ist, einen erstklassigen Eindruck und punktet mit einer detailreichen und gesamtheitlichen Umsetzung. Abgesehen von der etwas ruckeligen Performance hat mir der erste Besuch in Massachusetts viel Spaß bereitet. Was die jüngste Szenerie der Macher weiterhin für uns bereithält, schauen wir uns nun genauer an.

Der Flughafen Boston Logan

Die Betreiber von Boston Logan schaffen etwas, was in der Luftfahrtindustrie nahezu einzigartig ist: Der Flughafen wächst und gedeiht, fertigt eine immer größer werdende Zahl an Passagieren ab und weist dabei trotzdem eine rückläufige Zahl an Flugbewegungen auf. Jetzt muss man kein Verkehrstechniker sein um zu erkennen, dass ein solcher Effekt (praktisch) nur durch eine Vergrößerung der Gefäßgrößen möglich ist. Von Logan starten also nicht nur immer mehr Menschen, sondern auch immer größere Maschinen. Ab Sommer darf der Flughafen den ersten regelmäßigen A380-Service aus London begrüßen und Emirates wird auf kurz oder lang wohl auch den Doppelstockbus aus Dubai schicken. Natürlich (soviel muss ich hier schon noch richtig stellen) erzielt der Flughäfen seinen besonderen Wachstums-Effekt nicht über den Umstieg von 747- oder 777-Flügen auf A380-Angebote, sondern hauptsächlich durch größere Flugzeuge im Kontinental- und Regionalflugangebot. Die fortlaufende Entwicklung der Passagierzahlen bei weniger Flugbewegungen kommt allerdings auch nicht von ungefähr. Logan liegt nahe der Innenstadt von Boston, ist umringt von Wasser und unterliegt strengen Lärmschutzauflagen. Viel Raum für Expansion gibt es nicht und etwaige Pläne für Landgewinnungen müssen zunächst von Anwohnern und Politikern abgesegnet werde. So ist der Flughafen seit Jahren auf ein extrem kompliziertes Bahnsystem beschränkt, dass zahlreiche Kreuzungen und Beschränkungen aufweist. Nur eine Runway verläuft ohne physische Überschneidung einer anderen Start- oder Landebahn und keine der sechs Pisten ist vollkommen unabhängig zu betreiben. Hinzu kommt, dass einige Bahnen so klein sind, dass sie nur von einem Bruchteil des Verkehrs genutzt werden können. Oftmals dienen sie deshalb nur als Taxiway im laufenden Betrieb.

Der Flughafen Logan ist Drehkreuz der US-Fluggesellschaft JetBlue und Focus City für Delta Airlines. Es gibt Verbindungen in jede größere Stadt der Vereinigten Staaten und zudem zahlreiche Internationale Verbindungen, zum Beispiel nach London, Dublin, Tokyo, Hong Kong und Dubai. Lufthansa fliegt den Flughafen mit der Boeing 747-8I aus Frankfurt an. Im Simulator bietet Logan Optionen für kurze Feierabendflüge, wie New York, Washington oder Charlotte, sowie diverse Langstrecken, die mit Boeing 777 oder 747 geflogen werden können.

Terminals

Bei FlyTampas vierter Version von Boston gefällt mir besonders, dass die unterschiedlichen Terminalmodule in ihrer jeweils ganz eigenen Charakteristik umgesetzt sind. Während einige Gebäude bereits jahrzehntelang am Flughafen bestehen, gibt es andere Bauwerke, die nach modernen Architekturmaßgaben in unmittelbarer Nachbarschaft entstanden sind. Die Entwicker von FlyTampa haben genau dieses Wechselspiel zwischen den verschiedenen Gebäudeelementen fantastisch aufgegriffen und plastisch umgesetzt. Detaillierte Modelle und passende Texturen ergänzen sich hervorragend und erzeugen ein tolles Bild, sowohl direkt am Gate, als auch aus größerer Entfernung. Durch den Configurator lassen sich auf dem Vorfeld zudem noch animierte Personen zuschalten, die den Bereich spürbar beleben.

Allerdings fällt erst aus näherer Emtfernung auf, wieviel Mühe sich die Entwickler mit der Terminalmodellierung tatsächlich gegeben haben. Nicht nur das Innenleben, samt Shops und Restaurants ist passend umgesetzt worden, auch viele Details, wie Rohre, Klimaanlagen oder Kameras sind dreidimensional abgebildet worden. Besonders auf den Dachkonstruktionen der Gebäude schafft das einen unheimlich plastischen Effekt, der die Bauwerke glaubhaft und realistisch wirken lässt.

Viele Szenerien punkten mit ansehlich umgesetzten Terminalgebäuden, die ein großartiges Gesamtbild erzeugen, aber einen wichtigen Detailbereich nur durch eine zweidimensionale Fototapete abbilden: Das Erdgeschoss der Abfertigungsgebäude. Hier liegen Koffersortieranlagen, Durchfahrten für Fahrzeuge, überdachte Bushaltestellen, Briefingräume, Parkplätze und noch viel mehr. Ein wahnsinnig lebhafter Bereich, der auch aus dem Cockpit am Gate meist direkt einsehbar ist und von FlyTampa mit viel detailarbeit umgesetzt wurde. Unterhalb der Abfertigungsräumen findet man Abstellflächen, Unterführungen, Büros und viele weitere Details, die den Gatebereich rund um den Flughafen unheimlich vielfältig und abwechslungsreich machen.

Auch die Landseite der Aberftigungshallen ist anständig umgesetzt worden. Wer mag kann hier animierten An- und Abreiseverkehr rollen lassen, ich habe diese Option im Configurator allerdings deaktiviert. Gut gefallen mir besonders die vielen Fußgängerbrücken, die von Parkhäusern zu den Check-In-Hallen führen. Zudem sind Texturen von Schildern, Plakaten und Werbetafeln sehr scharf umgesetzt worden. Zwar findet man auf dieser Seite der Gebäude weniger Details, wirkliche Qualitätsunterschiede zur Airside sind aber nicht festzustellen.

Bodentexturen

So beeidruckend die Gebäudemodellierung auch ist, die Bodentexturierung der jüngsten Szenerie von FlyTampa setzt noch einmal neue Maßstäbe. Ich zeige euch warum:

Gate- und Apronberreiche sind extrem überzeugend gestaltet. Nicht nur das richtige Maß an Verschmutzung, auch verschiedenste Bodenbeläge, Ausbesserungen und Flicken machen aus langweiligem Grau viel mehr als nur eine fade Farblosigkeit. Markierungen, Linien und Schriftzüge setzen sich scharf und mit passender Farbwahl vom Untergrund ab. Hier und da gibt es Pfützen und Flüssigkeitsrinnsäle. Verschiedene Kennzeichnungsvarianten sind ebenfalls umgesetzt. Man findet gemäß der ICAO-Richtlinien gestrichelte, durchgezogene, gelbe, weiße und rote Linien. Warnhinweise für Runwayholdingpoints, Pfeilmarkierungen und in den Charts verzeichnete Meldepunkte. Auch der Taxiway Mike, der zwischen den beiden Parallelbahnen liegt, und somit das Potential zur Verwechslung mit einer Runway hat, trägt die charakteristischen Schriftzüge “TAXI”. Dabei wirkt das Gelb, wie auch bei allen anderen Schriften und Linien, nicht wie frisch aufgemalt, sondern ist schon ordentlich verwittert und verschmutzt.

Aber auf einem Flughafengelände gibt es ja nicht nur Asphalt und Beton, sondern auch tausende Quadratmeter Grasflächen. Und die sind FlyTampa einfach phänomenal gelungen. Das muss ich an dieser Stelle so sagen, weil ich die Darstellung der Grünflächen wirklich absolut überzeugend und beeindruckend finde. Hier ist nicht ein monotones Grün verwendet worden, und es ist auch nicht in geraden Linien oder portionenweise 3D-Gras verteilt worden. Es gibt Bereiche, da wächst kräftig grüner Rasen und andere Stellen, da sind blaße Flecken zu erkennen. An Schhildern, Lichtern oder anderen kleinen Einrichtungen auf den Rasenflächen sind kleine Pflasterflächen zu erkennen und Trampepfade, die von der nächsten Straße dort hin führen. Diese Darstellung wirkt wirklich extrem natürlich und überzeugend und ist für mich ein wirkliches Highlight der Szenerie.

Noch beeindruckender ist, dass dieser Eindruck auch im Winter bei Schneefall erhalten bleibt. Die Grünflächen sind nicht regelmäßig zugeschneit. Hier und da erkennt man noch etwas braun unter der weißen Decke und Einrichtungen wie Lichter und Navigationsanlagen wurden freigeräumt. Selbes gilt auch für Runways und Taxiways, die mehr oder auch mal weniger sorgfältig geräumt wurden. Der beiseite geschobene Schnee türmt sich auf einer Vielzahl von Anhäufungen zwischen den Taxiways. Auf den Rollwegen sind klar die Spuren  der Flugzeuge zu erkennen und von den Rändern her gibt es viele Schneeverwehungen. Im Configurator lässt sich dafür auch die Option “Snow Drift” aktivieren, die wehenden Schnee auf den Pisten darstellt.

Auch die Terminalberreiche sind im Winter überzeugend umgesetzt. Dort gibt es Spuren von Fahrzeugen und Flugzeugen. An manchen Stellen liegt kein Schnee mehr, an anderen, an denen nicht soviel Fahrbetrieb herrscht, gibt es noch ordentlich Weißflächen. Einzig und allein die Terminaldächer sehen noch aus wie im Sommer. Hier würde ich mir auch noch etwas Schnee wünschen. Aber das ist Jammern auf astronomischem Niveau…

Flughafengelände

Auf dem gesamten Flughafengelände gibt es aber noch einiges mehr zu sehen als nur Terminals, Gras und Rollwege. Zunächst einmal ist zu erwähnen, dass das Team von FlyTampa eine dreidimensionale Küstenmodellierung umgesetzt hat. Das ist besonders im Anflug schön anzusehen und macht den Flughafen sehr sehr plastisch. Dabei reicht die Art der Wassergrenze von Böschung und Betonpfeilerwerk bis zu seichten Uferbereichen. An vielen Stellen sind zudem auch noch 3D-Objekte wie Leitplanken, Pfeiler oder Zäune platziert.

An jedem Flughafen muss es eine Übungseinrichtung für die Flughafenfeuerwehr geben. Auch in Boston liegt eine entsprechende Anlage irgendwo auf dem Gelände. Die meist unförmigen Flugzeugimitationen werden mehrfach pro Woche in Brand gesetzt und anschließend wieder gelöscht. So sehen die Teile in der Realität dann eben auch aus. In Flugsimulatorszenerien sind die Anlagen meist nur rudimentär umgesetzt. Von meiner Seite aus völlig okay, ich kümmere mich als FS-Pilot wenig darum ob meine Flughafenfeuerwehr nun so eine Trainingseinrichtung hat oder nicht. Hier kommt aber wieder FlyTampa ins Spiel: Man schaue sich einmal die Qualität von Modell und Texturen an, die hier verbaut wurde. Es sei bemerkt: Das Teil steht fernab jeglicher Rollwege und ist aus nächster Nähe niemals zu sehen wenn man im Cocpkit sitzt. Mit welcher Sorgfalt und Liebe zum Detail die Entwickler hier trotzdem gearbeitet haben, zeigt erneut den Anspruch des Entwicklerteams von FlyTampa.

Natürlich dürfen sich auch mal Fehler einschleichen. So gibt es beispielsweise diese Navigationseinrichtung, die in Kombination mit dem umliegende Zaun durchsichtig wird.

Die vielen weiteren Gebäude auf dem Flughafengelände bieten allsamt eine ähnliche Qualität wie die großen Terminals. Texturen und Modelle sind erstklassig, Details wie Lampen, Schilder oder Kameras ergänzen das Gesamtbild und individualisieren jeden einzelnen Gebäudekomplex.

Ich merke es gerade selbst: Ich komme aus dem überschwänglichen Schwärmen und Loben ja gar nicht mehr heraus. Aber wie sollte ich auch, wenn man bei jedem Unterpunkt, den man rezensiert wieder eine großartige Detailarbeit findet.  So eben auch die zahlreichen Fahrzeugmodelle auf dem Flughafen. Zum Teil animiert, zum Teil statisch. Da stimmt alles. Texturen, Modellierung, Feinschliff. Googelt mal den CAT950H, die Umsetzung ist super getroffen, obwohl die Fahzeuge am Rand des Vorfelds, quasi als Raumfüller rumstehen. Gleiches gilt auch für die beiden Flugfeldlöschfahrzeuge die, natürlich mit unterschiedlicher Nummerierung versehen, vor einer Feuerwache in Position stehen.

Flughafenumfeld

Die alte FlyTampa-Fassung von Boston enthielt, zu einem niedrigeren Preis, auch noch den Innenstadtbereich. Der ist bei v4 nicht mehr mit dabei. Trotzdem wurden einige (im Vergleich zur alten Version aber wenige) Bereiche abseits des eigentlichen  Flughafengeländes von FlyTampa mit ein wenig Dedtailarbeit bedacht. So sind Hafenbereiche umgesetzt und einige Industrieanlagen abgebildet worden. Im Anflugbereich stehen zudem animierte Windräder. Leider ist der Anflugbereich der Bahnen 22L/R nicht speziell angepasst worden. Hier liegen viele Wohn- und Gewerbegebiete am Wasser, die recht nah an den Flughafen grenzen. An dieser Stelle muss man sich aber mit Standardszenerie oder eben ORBX zufrieden geben.

Für Nutzer, die auch Aerosofts US Cities X – Boston nutzen, gibt es im FlyTampa Forum eine handvoll Schritte, die durchzuführen sind, damit zwischen den beiden Szenerien keine Komplikationen auftreten. Das ist aber schnell erledigt und funktioniert im Anschluss tadellos. Unser Review zur Stadtszenerie findet ihr übrigens hier.

Nachtdarstellung

Mit Prepar3D v4 kam ein lang erwartetes Feature für nächtliche Ausflüge in den Simulator: Dynamische Beleuchtung. Soll heißen, Lichter strahlen auch tatsächlich Oberflächen an und “beleuchten” einen Bereich. Allerdings auf Kosten der Performance. Diese neue Gestaltung der Lichteffekte macht viele Probleme, die vormals bei der Nachtdarstellung einer Szenerie auftraten, obszolet. So ist FlyTampas Boston bei Nacht ein beeindruckendes Lichtermeer mit hell ausgeleuchteten Vorfeldern. Die Farbgebung stimmt, und auch Verteilung wirkt passend. Wie bei allen dynamischen Effekten fordern die Lichter natürlich ihren Performance-Tribut. Das liegt aber nicht an der Szenerie.

Allerdings finde ich persönlich das Innenleben der Gebäude ein wenig zu dunkel geraten. Gerade bei den langen Glasfassaden der Passagiergänge hat man das Gefühl, das Gebäude sei gar nicht in Betrieb und die Lichter deshalb ausgeschaltet. An dieser Stelle überzeugt die Szenerie nicht wie gewohnt mit atmosphäre und natürlicher Darstellung, sondern wirkt ein wenig unnatürlich.

Die Beleuchtung von Runways und Taxiways ist hingegen wieder absolut überzeugend gelungen. Die Farben und Intensitäten stimmen und ermöglichen eine gute Orientierung auch zu nächtlicher Stunde. Da bleibt nicht viel zu kommentieren.

Performance

Ich hatte Eingangs erwähnt, dass auf diesen speziellen und auch wirklich wichtigen Punkt noch zurück komme: Die Performance.

Wenn ich FlyTampa Boston anfliege merke ich einen deutlichen Einbruch in den fps gegenüber anderen, ähnlich komplexen Flughafenszenerien. Dabei sind besonders ressourcenhungrige Optionen im Configurator bereits abgeschaltet. Mein AI (UTLive) läuft allerdings auch auf verhältnismäßig hohen 50%. Dennoch wäre ein flüssiger Anflug bei circa 30 Frames wünschenswert, zumal das bei fast allen anderen Szenerien auf meinem System geht. Das schafft mein System aber mit meinen Einstellungen und FlyTampa Boston nicht. Das liegt gar nicht unbedingt an der Szenerie. In unmittelbarer Nähe (und damit meine ich wirklich direkt daneben) liegt die Innenstadt von Boston, die über eine von optimierte Standard-Cityscape verfügt. Solche Regionen ziehen standardgemäß ordentlich Leistung. In Seattle oder Sydney zum Beispiel ist das ähnlich. Leider zieht das die Szenerie von FlyTampa ordentlich mit in den Keller. Durch die unmittelbare Nähe werden die Gebäude immer mit geladen und sind auch während An- und Abflug stetig im Blickfeld. Ein wenig Abhilfe schafft allerdings die Anschaffung von Aerosofts US Cities Boston. Sie ersetzt die Standardszenerie und hat auf meinem System einen Schub um knapp fünf Frames erwirkt. Dieses Verfahren wird auch vom Entwickler selbst als Performance-Tipp verbreitet. Ich fliege in Boston nun mit Werten mittig der zwanzig Bilder pro Sekunde. Schade ist das trotzdem. Das Entwickler-Team sich nach eigenen Angaben viel Mühe gegeben die Szenerie soweit es geht zu optimieren. Demächst soll zudem ein Update erscheinen, das unter anderem auch SODE-Jetways enthält und die Performance weiter verbessert. In Boston wird es bei mir trotzalledem wohl immer ein bisschen ruckeln. Das ist, ob der herausragenden Qualität, zwar ärgerlich, aber nicht unbedingt auf die Szenerie selbst zurückzuführen.

Fazit

Die Qualität, die FlyTampa in Boston verbaut hat, hat das Potential, einen wirklich von den Socken zu hauen. Da stimmt alles von Modell bis Textur, von Schleppstange bis Flugzeughangar. Darunter leidet allerdings die Performance. Wenn man sich FlyTampa Boston anschafft, wird man von einer hochgradig realistischen und stimmungsvollen Szenerie begrüßt. Die Atmosphäre stimmt zu jeder Tages- und Jahreszeit und man findet immer wieder kleine Details, die von den Entwicklern ganz großartig umgesetzt sind. Allerdings sollte man darauf gefasst sein, in der Ablaufgeschwindigkeit einige Abstriche hinzunehmen, oder eben die eigenen Einstellungen ein wenig runterschrauben zu müssen. Leider können nur Nutzer in Prepar3D v4 die Szenerie nutzen, da auf eine Entwicklung für 32-bit Simulatoren verzichtet wurde – Oder ist das vielleicht auch ein Schritt in die richtige Richtung?

Informationen

Pro Contra
  • Feine und detaillierte Modelle
  • Abwechslungsreiche und individuelle Texturen
  • Viele Einstellungsmöglichkeiten
  • Aufwendige Umsetzung von Wintertexturen
  • Fahrzeuge und Menschen beleben das Vorfeld
  • Ausführliches Konfigurationstool
  • Charts
  • Spürbare Performanceeinschnitte durch die Nähe zu Downtown Boston
Informationen Testsystem
  • Entwickler: FlyTampa
  • Versionen: P3Dv4
  • Preis: 30,94€
  • Kauf: simMarket
  • Größe: knapp 1 Gb in 2 Dateien

 

  • Intel I7-4790K @ 4,7 Ghz
  • Geforce GTX 1080
  • Windows 10  64Bit
  • Prepar3D 4.2

 

 Tom Domenic Götz

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wussa

Danke für das REview. Nach dem hier http://www.flytampa.org/forum/viewtopic.php?f=1&t=10502 sollen zukünftige Produkte nur noch für den P3d 4 und neuere Versionen kommen.

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