Review: FlyTampas Corfu (X-Plane 11)

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Fly Tampa haben ihre erste Szenerie für X-Plane11 veröffentlicht, die griechische Ferieninsel Corfu. Im Gegensatz zu vielen anderen Szenerien hat FlyTampa dabei nicht nur den Flughafen umgesetzt, sondern die gesamte Insel inkl. Landmarken und orstsypischer Bebauung für 25€.

Flughafen und Insel in der Realität

Die Insel Korfu liegt südöstlich des italienischen Stiefelabsatzes und hat eine Fläche von 580 Quadratkilometern. Damit ist sie die zweitgrößte ionische- und die siebtgrößte Insel Griechenlands.

Sie zeichnet sich durch ein gemäßigtes mediteranes Klima aus, wie auch durch ihre hügelige Landschaft. Während der Flughafen gerade einmal 2 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist der größte Berg immerhin 960 Meter hoch.

Der Flughafen Ioannis Kapodistrias besitzt eine 2700 Meter lange Landebahn und hat, seit seiner Übernahme durch Fraport (2015), eine deutliche Steigerung hingelegt. Im Jahr 2014 fertigte er 2,3 Millionen Passagiere ab und 2017 fast 3 Millionen. Darüber hinaus sind zahlreiche neue Verbindungen für dieses Jahr angekündigt.

Installation

FlyTampa liefert seine Szenerie ungewöhnlicherweise als 730 MB großes RAR File aus. Nach dem Entpacken finden wir, wie bei den meisten Neueinsteigern, einen Installer. DIeser installiert drei verschiedene Verzeichnisse in den Custom Szenerie Ordner von X-Plane 11, einmal den Flughafen selbst, einen Objects Ordner und ein Mesh File.

Wirklich interessant wird es jedoch wenn wir uns die Größen der Verzeichnisse ansehen.

Der Flughafen ist 800 MB groß, die Objekte 100 MB und das Mesh schließlich mehr als 2 GB!

Was sagt uns das: FlyTampa ist so ziemlich der einzige große FSX/P3D Szenerie Designer der sich wirklich etwas mit X-Plane beschäftigt hat!  Klingt drastrisch, entspricht aber den Tatsachen. Sie haben ihre Fototextur in das Mesh verfrachtet, was für X-Plane die ganze Sache deutlich einfacher macht.

Das Problem, dass sie sich damit einhandeln ist jedoch, dass sie im Prinzip die ganze Kachel mit Daten versorgen müssten. Normalerweise kaum finanzierbar, allerdings ist Korfu eine Insel und das nächste Land (gerade mal 2 Kilometer entfernt) ist Albanien. Nicht wirklich eine sehr wichtige Gegend im Simulator. Da kann man durchaus mal eine kleine Überdeckung ohne zusätzliche Daten und AutoGen riskieren.

Der Flughafen und die nähere Umgebung

Zunächst wollen wir uns die Szenerie selbst ansehen. Was hat FlyTampa auf die Beine gestellt? Dafür ist ein GA Flugzeug besser geeignet als ein Airliner. Wir nutzen dafür Carenados CT 210 für X-Plane 11, zusammen mit dem neu erschienenen passenden Reality Expansion Pack von SimCoders. Auf diese Kombination gehen wir im Anschluß noch einmal näher ein.

Der Flughafen sieht gleichzeitig beeindruckend und ernüchternd aus. FlyTampa hat den Flughafen und seine Umgebung sauber umgesetzt, doch irgendwie wirkt der Flughafen recht einsam und verlassen. Der Boden ist einerseits überzeugend, doch die Markierungen wirken recht gedämpft.

Doch man hat ja noch World Traffic 3, das keine großen Probleme hat den Flughafen zu füllen.

Doch wenn wir etwas die Belichtungsverhältnisse ändern, ist der Eindruck gleich ein vollkommen anderer. Im Gegensatz zu einigen anderen Designern (genau Orbx, und vor allem Turbulent Design ist damit gemeint!) nutzt man wirklich die PBR Effekte und Reflektionen. Und das macht sich eindrucksvoll bemerkbar.

Wie man sieht hat World Traffic den Flughafen wirklich mit weit mehr Verkehr ausgestattet. Da es sich jedoch die GroundTraffic Pfade erst selbst  generieren muss, haben wir einen Stau auf der Startbahn.

Doch was FlyTampa hier auffährt ist wirklich beeindruckend. Lauter Custom Gebäude die in unterschiedlichen Leveln sitzen, dabei die langsam anrückenden Flugzeuge und immer wieder ein herumwuselndes Bodenfahrzeug.

Wenn man genau hinsieht, zeigt sich auch, dass der Boden nicht wirklich gerade ist. Kunststück, wenn man sowieso ein eigenes Mesh mitliefert. Wie sich das genau äußert wird man sowieso nachher im Video sehen.

Auch nach dem Start und etwas Abseits von der Stadt zeigt sich die Landschaft von ihrer besten Seite. Doch wenn man ehrlich ist wirken diese ganzen Standbilder nicht einmal halb so eindrucksvoll wie in Bewegung.

Erst hier sieht man mit wie vielen Nuancen das Licht hier arbeitet. Außerdem steht die Umgebung nicht still. Die Bodenfahrzeuge sind an sich nur Kleinigkeiten, doch sie lockern die Szene doch auf. Es ist wieder anzumerken: Alle Bildwackler werden durch die gleichzeitige Anfertigung von Standbildern verursacht. Im ganzen Test zeigte sich, dass Corfu die Simulation nur schwach belastet.

Erst im Video sieht man wirklich wie viele Flugzeuge World Traffic 3 wirklich mobilisiert hat. Auch wenn die Generierung des Bodenverkehrs zu einem Chaos auf dem Spawnpunkt gesorgt hat, durch den laufend landende Flugzeuge durchstarten durften wie man gleich nach dem unruhigen, aber sehr realistischen Start sieht.

Allerdings zeigt sich auch das REP Plug-in wieder ein wenig sensibel, mit seinen  Warnmeldungen. Andererseits soll es natürlich Piloten auch dazu erziehen sensibel zu fliegen und potentielle Schäden bestmöglich zu vermeiden.

Im weiteren Umfeld kommen dann stärker landestypische Gebäude und Gewächse aus der Objects Liste zum Vorschein. Wenn wir uns jedoch der Küste nähern, übernehmen die Custom Gebäude wieder die Kontrolle.

Im Küstenbereich spielen wieder die Fototexturen eine größere Rolle, was auch den Wahrzeichen der Stadt mehr Platz gibt. Die Standardstraßen von X-Plane sind vorhanden, doch sie sind in Wirklichkeit transparent. Dadurch bleibt die Fototextur ungestört und X-Plane kann trotzdem die Default Autos fahren lassen.

Vor allem bei Nacht ist diese Tatsache klar zu sehen, weil auch die unsichtbaren Straßen sichtbare Straßenbeleuchtungen haben.

Auch hier nutzen wir ein Video:

Auch wenn stellenweise sehr viele Bilder geschossen wurden und es damit im Video ruckelt, ist es hier wesentlich einfacher den Überblick zu behalten.

Der Rest der Insel muss natürlich etwas generischer dargestellt werden. Man verwendet gezwungenermaßen immer wieder die gleichen Modelle. Dennoch zieht man sich überraschend gut aus der Affäre. Zumindest so lange wie man es nicht mit nahezu vertikalen Anstiegen zu tun bekommt. Da X-Plane bei jeder normalen Landclass die Texturen mittels Drehung über das Mesh legt, fallen solche Überdeckungsfehler bei einer Fototextur deutlich stärker ins Auge

Wir kehren zum Flughafen zurück und landen, sehr vorsichtig. Doch das Reality Expansion Pack macht den ganzen Vorgang unerwartet einfach. SimCoders übersteuert einfach die defekte Bodenphysik von X-Plane 11.

Wir fahren zurück zum Hauptterminal, wobei wir wieder einmal die Nachtperspektive kontrollieren. Allerdings sieht man auch, dass Korfu keine Jetways besitzt, was den Einsatz von Airlinern deutlich vereinfacht.

Wir nutzen die Gelegenheit die Landung noch einmal in der Aufzeichnung zu betrachten.

Doch in Einzelbildern kann man so eine Landung nur unvollkommen nachvollziehen, daher greifen wir wieder auf ein Video zurück.

Man muss FlyTampa zugestehen, dass sie ihre Szenerie ausgesprochen gut in X-Plane 11 integriert haben. Es fällt ,von kleinen Ausnahmen abgesehen, nicht auf, dass diese Szenerie für den FSX/P3D gefertigt wurde. Ein deutlicher Unterschied zu so manchen Konkurrenten.

Wir ändern unsere Perspektive und wechseln zur IXEG 737 Classic.

Auch mit dieser Maschine zeigt die Szenerie, wie sie mit dem Licht spielt. FlyTampa hat sich eindeutig Mühe gegeben die Stärken von X-Plane heraus zu arbeiten. Mangels Jetways ist es natürlich am Terminal deutlich einfacher. Man hatte es einfach nicht nötig AutoGate zu installieren

Doch wir wollen nicht auf dem Flugfeld herumstehen, sondern wir geben Gas um Höhe zu gewinnen. Wie  nicht anders zu erwarten war, macht sich die Insel auch aus größerer Höhe recht gut. Und natürlich gibt es auch hier ein Video.

Fazit

Mit 25€ ist FlyTampa Corfu nicht als billig zu bezeichnen, doch wie dieser Artikel zeigt, hat FlyTampa auch einiges an Arbeit in ihr Projekt gesteckt.

Im Vergleich zu ihren Konkurrenten hat man eine geradezu unglaubliche Leistung erbracht. Im Grunde hat jeder andere Hersteller bei ihren ersten Veröffentlichungen eine Reihe von mehr oder weniger großen Fehlern begangen. Man sehe sich nur einmal an, wie lange UK2000 gebraucht hat, damit ihre Flughäfen nicht mehr auf den ersten Blick wie heftig gekürzte Konvertierungen wirken.

Auch Turbulent Design und OrbX mussten Lehgrgeld zahlen, obwohl sich OrbX sogar recht positiv über ihre X-Plane Verkaufszahlen äußerte.

Allerdings sollte man auch nicht übertreiben, in einem Albuquerque oder St. Marten steckt doch noch ein wenig mehr drin, als in Corfu.

Es ist nun einmal ein Unterschied zwischen einer Konvertierung und einer native Implementierung. Man möchte nun einmal nicht von vorne Anfangen um die letzten 10% heraus zu holen. Doch FlyTampa hat zweifellos geschafft sich an die Spitze der konvertierten Flughäfen zu setzen. Hier können sich auch Stairway Sceneries nicht messen und auch die allermeisten für X-Plane geschaffenen Flughäfen, wie zum Beispiel Salt Lake City, müssen sich geschlagen geben.

Verwendete Flugzeuge

Carenado CT 210 Centurion II mit SimCoders Reality Expansiuon Pack

Mit der 33€ teuren X-Plane 11 Version der Carenado CT210M Centurion II hat Thranda Designs mal wieder gezeigt, dass sie ganz vorne bei den GA Flugzeugen von X-Plane 11 stehen. Nicht zuletzt die blau lackierte Version gehört zu den absoluten Highlights in Bezug auf PBR Lackierungen.

Und sie haben so viele Dinge überarbeitet, dass ihnen inzwischen Besitzer der Originalflugtzeuge vorwerfen, dass sie es mit dem Realismus ein wenig übertreiben. Als Beispiel das einschalten einiger Lichter:

Sobald die Strobe Lights eingeschaltet werden, hört man einige lästige Tonstörungen. Doch wer jetzt sagt: “Ein Fehler von Carenado!”, irrt. Die CT210M hat häufig das Problem, dass das reale Strobe Licht nur unzureichend elektrisch abgeschirmt ist und Störungen in die Kopfhörer induziert…

Dann noch solche Dinge, wie die Unterstützung von GoodWay oder dem Reality XP GTN 750. Desweiteren haben die Alabeo Ovation und die Carenado CT210M jetzt ein verstecktes Weight & Balance Menü.

Doch dieses erscheint erst, wenn man dem entsprechenden Thranda Command eine Taste zugewiesen hat.

Doch Thranda geht nur soweit wie X-Plane 11 es im Moment unterstützt. SimCoders wiederum versucht mit seinem Reality Expansion Pack da weiter zu machen, wo X-Planes Simulation nicht ausreicht. Wie momentan beim Taxiing und bei der Landung, oder auch dem Motor. Genauso greift man noch etwas feinfühliger bei den Windgeräuschen ein, als es Thranda sowieso schon tut.

Wie bei anderen Flugzeugen mit SimCoders Reality Expansion Pack ist es wichtig einen Walkaround zu machen.

Man kann die Maschine warten, Checklists sind vorhanden, genauso wie etwas übertriebene Tipps während des Fluges, die man natürlich auch abschalten kann. Doch die Absicht ist klar: Der Pilot sollte wissen, was er falsch gemacht hat, wenn die Maschine oder Komponenten von ihr ausfallen.

Die größte Klage die ich bislang hörte ist, dass der an Bord vorhandene Sauerstoff nicht korrekt angezeigt wird, doch den Vorwurf gab SimCoders weiter an Thranda, die den schwarzen Peter an X-Plane weitergaben. Die Sauerstoffmenge ist momentan für X-Plane 11.30 vorgesehen.

Wie schon bisher zeigt sich: Die Kombination von der Leistung der X-Plane 11 Carenado CT210M und des dazu passenden SimCoders Reality Expansion Pack ist weit mehr als die Summe ihrer Teile. Thranda hat ihre Maschine entsprechend der neuesten Standards angepasst und SimCoders kümmerst sich darum soweit möglich Beschränkungen von X-plane 11 aufzubrechen und zu verbessern.

Zusammen kostet das Paket also etwa 50€, doch dafür erhält man auch wirklich ein Flugzeug, das sich in vielen Fällen nicht mehr vor A2A zu verstecken braucht.

IXEG 737-300

Die IXEG 737-300 war lange Zeit eines der großen Leuchtturmprojekte von X-Plane. Von der Systemtiefe war man besser als FlightFactor. Doch inzwischen hat FlightFactor den A320 und ToLiSs die A319, die noch etwas tiefer gehen und außerdem Projekte wie die FlyJSim 737-200 oder die Rotate MD-80 die von unten deutlich aufholen.

Sie gehört immer noch zu den guten Maschinen, aber sie steht nicht mehr alleine auf weiter Flur.

Informationen

Pro Contra
  • EIgenes Mesh mit eingebetteter Bodentextur
  • Viele Gebäudemodelle und Landmarks
  • komplette Insel wurde umgesetzt
  • Gute Performance.
  • Gute Unterstützung von X-Plane eigenen Features.
  • Es fehlt vereinzelt nocvh der letzte Schritt, doch ob sich dieser finanziell lohnen würde muss bezweifelt werden.
Informationen Testsystem
  • Entwickler: FlyTampa
  • Preis : 24,99 €
  • Kauf: simMarket
  • Größe: 726 MB
  • Intel Core i7 950, 3.1 Ghz
  • GeForce 770, 4 Gb VRAM
  • Windows 8.1×64, 18 Gb RAM
  • X-Plane 11.20beta 5

Karsten Schubert

 

 

 

 

 

 

 

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