Review: Accu-Sim Cessna 172 Trainer (FSX)

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Im September veröffentlichte das A2A-Simulations Team die von vielen Simmern schon lange erwartete C172 Trainer für den FSX. Wer sich einmal mit A2A und deren Konzept Accu-Sim auseinandergesetzt hat, weiß, daß den geneigten Käufer nicht nur eine optisch ansprechende Umsetzung des Flugzeugs erwartet, sondern auch die inneren Werte akkurat umgesetzt wurden. Zugegeben, bei einer C172 hält sich die Zahl dieser inneren Werte sicherlich in einem begrenzten Rahmen, trotzdem oder gerade deshalb darf man hier besonders viel Liebe zum Detail erwarten. Ob der kleine Hüpfer den großen Erwartungen gerecht wird, erfahrt Ihr unter

Bezug, Installation und Dokumentation

Erhältlich ist die C172 entweder direkt bei A2A in deren Store für $49,99 oder im Simmarket für €45,08. Damit liegt der kleine Flieger deutlich in der oberen Preisklasse.

Die Installation geht rasch und problemlos über die Bühne. Das zum Flugzeug passende Accu-Sim-Modul wird hier direkt mitinstalliert. Im Startmenü findet man nach erfolgreicher Installation einen neuen Eintrag mit dem mitgelieferten Handbuch.

Öffnet man dieses, offenbart sich zum ersten Mal, dass man es hier nicht mit einer simplen Umsetzung des Klassikers zu tun hat. Auf stolzen 102 Seiten gibt A2A dem Kunden die Möglichkeit sein neues Flugzeug theoretisch kennenzulernen. Und das Kennenlernen beginnt hier mit einer gar nicht mal so kurzen Geschichtslektion. Daneben gibt es wertvolle Tipps und Hinweise zur Einstellung des FSX und natürlich zu den zahlreichen Features der C172.

Außenmodell und Innenraum

Beim ersten Außencheck fällt sofort auf, dass hier mit viel Sorgfalt gearbeitet worden ist. Viele kleine Details fallen ins Auge, jede  Antenne und jede Niete ist da, wo sie sein sollte. Standardmäßig werden drei Lackierungen mitgeliefert. Im Netz finden sich jedoch bereits eine große Zahl an weiteren Lackierungen auch mit deutscher Registrierung.

Im Innenraum setzt sich die Liebe zum Detail sichtbar fort. Das Panel ist – wie von einem solchen Flieger zu erwarten – übersichtlich und beschränkt sich auf die wichtigsten Instrumente. Zur Navigation steht das FSX-interne GPS zur Verfügung. Wer möchte, kann an dieser Stelle auch das GPS von RealityXP nachrüsten. Hier hat man die Auswahl zwischen: GPS im Radiostack integriert, per Saugnapf am Seitenfenster oder gar kein GPS an Bord.

Die Geräuschkulisse wirkt stimmig auf mich. Läuft der Motor, vibriert das Panel und auch die Instrumente zeigen lebhaft ihre Werte an. Spürbar ist die Realitätsnähe beispielsweise bei Kaltstarts oder unpassender Gemischeinstellung.

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Vorflugkontrolle 

Ja, ihr habt richtig gelesen: bevor wir mit diesem Flieger in die Luft können, sollten wir erstmal einen Außencheck machen. Laut A2A wird hier ein ganzes Flugzeugleben simuliert.

Es gibt neben Schäden durch Fehlbedienung daher auch ganz normalen Verschleiß. Um während des Fluges keine bösen Überraschungen zu erleben, empfiehlt es sich also vor dem Flug einen Außencheck zu machen. Nun wandern wir jedoch nicht mit der Kamera ums Flugzeug herum, nein! Der Außencheck wurde als zentrales Feature in Form eines speziellen Menüs umgesetzt.

In verschiedenen vordefinierten Kamerapositionen wird nach und  nach der Zustand des Flugzeuges geprüft. Wir checken die Qualität und Quantität des Motoröles, rütteln an den Klappen, schauen ob Wasser im Tank ist, prüfen den Luftdruck der Reifen und machen uns auch insgesamt einen Eindruck vom Flugzeug. Wer einfach nur fliegen möchte, kann das Schadensmodell auch per Mausklick deaktivieren.

Um euch einen kleinen Eindruck zu vermitteln, machen wir einige Punkte des Check jetzt einmal zusammen:

Wir starten im Cockpit und arbeiten die Checkliste ab. Das ist wichtig, sonst können wir nachher bestimmte Dinge nicht richtig prüfen.

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Dann gehen wir raus und halten den virtuellen Finger an das Staurohr. War die Heizung gemäß Checkliste eben an und hat funktioniert, dann erscheint hier beim Halten der Maustaste auf dem Feld unten jetzt ein roter Punkt. Ist das Staurohr kalt, bleibt der Punkt blau.

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Ich überspringe einen kleinen Teil und wir kommen zum Heck. Erfahrungsberichte aus dem A2A-Forum zeigen schon, dass man diesen Bildern tatsächlich ein wenig Aufmerksamkeit schenken sollte. Hier ist nicht immer alles so wie es sein sollte. Mit der Zeit bekommt man ein Auge dafür wie es richtig ist. Nach Überbelastung z.B. kann hier auch ein Schaden entstanden sein der sich im Flug dann sehr nachteilig auswirken kann. Es heißt also aufpassen!

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Auch die Funktionsteile der Klappen werden optisch geprüft.

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Da wir der Anzeige im Cockpit nicht ganz trauen, schauen wir auch direkt in den Tanks nach wieviel Treibstoff noch vorhanden ist.

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Auch den Ölstand sollten wir regelmäßig überprüfen. Alle 25 Stunden sollte ein Ölwechsel gemacht werden. Mein Öl sieht noch ganz gut aus, sie ist ja auch erst knapp 10 Stunden gelaufen.

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Vorne schauen wir ob die Lufteinlässe frei sind und der Propeller keinen Schaden aufweist.

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Zurück im Cockpit können wir uns dann daran machen, den Motor anzulassen. Dieser ist realistisch umgesetzt und möchte auch gerne so behandelt werden. Einfach Schlüssel rumdrehen und anlassen sollte man hier nicht machen.

Viel mehr Spass macht es, sich an die Checkliste zu halten. Sollte doch einmal etwas kaputtgehen, schieben wir den Flieger eben in den Hangar. Hier lassen sich Reparaturen durchführen und sogar direkt ohne neu Laden zu müssen, Anbauteile konfigurieren. So kann z.B. ein anderer Propeller eingebaut werden, Radabdeckungen montiert oder demontiert werden oder eine andere Bereifung aufgezogen werden.

Der Mechaniker weist uns zudem auf Mängel am Flugzeug hin. Ich habe die linke Bremse wohl ein wenig zuviel beansprucht. Auch interessant: Im Hangar lässt sich eine Motorheizung anbringen. Vor allem in der kälteren Jahreszeit spart uns das Zeit und Sprit bis der Motor warm ist. Es gilt: Je besser ich meinen Motor behandele, umso länge habe ich Freude daran.

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Beladung und Betankung

Bevor es in die Luft gehen, brauchen wir Sprit, einen Piloten und vielleicht auch zahlende Passagiere. Das alles lässt sich im FSX über Menüs konfigurieren. Wir können das Flugzeug beladen und betanken. Dabei können bis zu 3 Passagiere frei auf den Sitzplätzen platziert werden. Man hat die Auswahl, wer wo sitzen soll und welchen Piloten man gerne nehmen möchte. Auch Heidi ist wieder mit dabei und darf diesmal sogar auch vorne rechts sitzen.

Auch Kleinigkeiten wie Sonnenbrille und Headset lassen sich hier steuern. Schön gemacht: Setzt man das Headset auf, klingt das Motorengeräusch gedämpfter als vorher. Alle Änderungen die wir vornehmen sind sofort sichtbar ohne vorher neu laden zu müssen.

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Flugverhalten

Das ist ein durchaus kontroverser Punkt, zumindest wenn man die Diskussionen im A2A-Forum ein wenig verfolgt hat. Die einen meinen, hier liegt A2A vollkommen daneben, die anderen sagen, es ist wie es sein muss.

Da ich selber keine real-Erfahrung auf der 172 habe, kann ich mich dazu im Grunde nicht abschließend äußern. Wer A2A jedoch kennt und schätzt, wird jedoch nicht daran zweifeln, dass das Team hier akkurat gearbeitet hat, zumal man das reale Flugzeug zur Verfügung stehen hatte. Ich vermute, dass hier das Problem ist, dass jeder seinen FSX und die Steuerelemente unterschiedlich konfiguriert hat und die Diskrepanzen daher rühren.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass ich durchaus noch ein wenig an meinem Setup herumgeschraubt habe und nunmehr das Gefühl habe nah dran am realen zu sein. Ganz der Wahrheit wird das Erlebnis im FSX wahrscheinlich sowieso nie entsprechen.

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Fazit

Auf den ersten Blick kommt die 172 mit einer stolzen Zahl auf dem Preisschild daher.

Schaut man aber näher hin, offenbart sich die Liebe zum Detail und die Fülle an Funktionen die hier mitgeliefert werden. Wer gelegentlich mal mit einer Cessna rumdüsen möchte, der ist sicherlich bei der Konkurrenz die schöne aber einfache Modelle baut besser aufgehoben.

Wer sich für die 172 interessiert und sich gerne auch am Boden mit seinem Flugzeug beschäftigt, darf hier gerne zuschlagen. Die Befürchtungen aus dem Vorfeld, dass hier der Pilot langsam zum Schrauber wird, haben sich nicht bestätigt. Vielmehr wird genau das simuliert, was der echte Privatpilot eben auch vor jedem Flug machen sollte. Und dazu benötigt man keine tiefgehenden technischen Kenntnisse. Vielmehr ensteht mit der Zeit eine Art Identifikationsgefühl mit seinem Flugzeug. Man fliegt sie nicht nur, man kümmert sich um sie.

Das hat mir bisher noch kein anderes Add-On geliefert. Daher freue ich mich besonders, hier A2A Simulations den “Editor’s Choice”-Award überreichen zu dürfen.

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Benachrichtigungen:
Alex

Schönes Review, danke schön! Leider kann ich weder vom iPad (Chrome, Safari) noch vom Android Handy (Chrome) auf den Artikel zugreifen, da er mir auf der Mainpage nicht angezeigt wird.

Miguel Blaufuks

eben probiert vom i5 chrome und safari, konnte alles ohne probleme sehen und lesen.

Chris

Gibt nicht viel zu sagen, einfach top was A2A da abliefert. Ich persönlich benutze nur noch Flieger mit Systemtiefe. 🙂

Olli

Danke Sascha für das ausgewogene und hilfreiche Review. Obwohl ich alle vorherigen A2A-Produke besitze, habe ich wegen der erwähnten Maintenance-Vorbehalte bei diesem “Tamagotchi für Flugsimulanten” lange gezögert. 😉 Gönne ich mir dann aber doch in Kürze…