Review: Switzerland Professional X

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Die Switzerland Professional Szenerie von Flylogic ist ein wahrer Klassiker in Sachen Photoszenerien. Auch über die Grenzen der Schweiz hinweg hatte sie trotz des hohen Anschaffungspreises eine große Fangemeinde. Nun steht seit einiger Zeit die Neuauflage für den FSX, die auch eine überarbeitete Fassung für den FS2004 enthält, in den Regalen der Softwareläden. Unser Rezensent Frank Schmidt hat das Schifferklavier gegen ein Alphorn getauscht und sich in das für ihn ungewohnte Terrain der Schweizer Alpen gewagt. Die Eindrücke dieses Ausfluges schildert er auf den nachfolgenden Seiten.


Switzerland Professional X von Flylogic

An Photoszenerien scheiden sich nach wie vor die Geister. Zu Zeiten des FS2004 waren sie zwar teilweise hübsch anzusehen, doch vielfach wurde fehlendes Autogen oder die Einschränkung auf meist nur eine Jahreszeit bemängelt. Die relativ geringe Auflösung brachte nicht immer den gewünschten Aha-Effekt, der die angesprochenen Unzulänglichkeiten vergessen ließ. Nur mit großflächiger Abdeckung einer interessanten Gegend ließen sich vereinzelte User locken. Eine dieser Szenerien, die damals schon recht früh für entsprechenden Wirbel gesorgt hat, war die Switzerland Professional von Flylogic. Fehlende Nacht- und Jahreszeitentexturen konnten ebenso wenig wie fehlendes Autogen darüber hinwegtäuschen, dass die Schweiz als Fototapete einfach grandios aussieht. Die Szenerie hatte trotz ihres hohen Preises eine große Fangemeinde, die sich sogar daran machte, das fehlende Autogen in einem selbstorganisiertem Projekt zu ergänzen.

Die neuen Möglichkeiten des FSX – gerade im Bereich der Texturauflösung – verlangten förmlich nach einer Nachfolge. Diese ist kürzlich in Form der Switzerland Professional X erschienen. Zum gleichen Preis wie die Vorgängerversion ist das Paket für CHF 199,99 bzw. € 129,99 ausschließlich als Box erhältlich. Beim Umfang von mittlerweile 5 DVDs ist die fehlende Downloadversion nachvollziehbar. Besitzer der Vorgängerversion können gegen Einsendung der alten Datenträger und Zahlung von CHF 80,– / € 50,– ein Update auf die neue Version bestellen.

Das Switzerland Professional X Paket enthält neben der neuen Version für den FSX auch eine komplett überarbeitete Version für den FS2004, sodass ein Update auch für diejenigen interessant sein kann, die (noch) nicht auf den FSX umgestiegen sind. Natürlich spielt das Produkt nur im FSX sein volles Potenzial aus, trotzdem möchte ich die Version für den FS2004 nicht unbeleuchtet lassen, denn selbst in der alten Generation des Flight Simulators übertrifft die Neuauflage die bisherige Switzerland Professional um Längen. Die Auflösung von 4,7m/Pixel konnte natürlich simulatorbedingt nicht weiter gesteigert werden, aber die neue Version enthält jetzt ebenso wie die FSX-Version Nachtlichter, Wintertexturen und Autogenobjekte für das gesamte Gebiet.

Installation

Wie bereits erwähnt, sind im Lieferumfang der Switzerland Professional X insgesamt fünf DVDs enthalten, wobei eine zur FS2004er-Version gehört und die restlichen vier DVDs dem FSX vorbehalten sind. Die Installation im FS2004 verläuft unkompliziert und schnell. Lediglich die auf der Hülle angegebene Seriennummer muss an vorgesehener Stelle eingetippt werden, der Rest ­– einschließlich der Registrierung im Flight Simulator – erfolgt automatisch und ohne Onlineregistrierung. Gleiches gilt im Prinzip auch für die Installation im FSX und eine gute halbe Stunde später ist die Szenerie einsatzbereit.

Handbuch

Nicht nur die Installationsroutine ist mehrsprachig, auch das mitgelieferte, gedruckte Handbuch gibt nachfolgend wahlweise in Deutsch, Englisch oder Französisch sinnvolle Tipps zu den Einstellungen der jeweiligen Simulator-Version. Ebenso wird auf die richtige Reihenfolge der einzelnen Einträge in der Scenery.cfg hingewiesen, die aber in der Regel schon bei der Installation korrekt eingefügt wurden.

Zusätzlich zum gedruckten Handbuch finden sich nach der Installation noch weitere PDF-Dokumente auf der Festplatte, die dieses ergänzen. Neben einer Übersichtskarte der in der Szenerie befindlichen Sehenswürdigkeiten gibt es zusätzlich noch eine genaue Liste, die alle 784 Objekte aufzählt. Aufgeteilt in verschiedene Kategorien gibt sie schnell darüber Auskunft, ob ein gesuchtes Objekt von den Entwicklern eingebunden wurde oder nicht.

Die Neue für den Alten

Da ich nicht im Besitz der Vorgängerversion war, interessierte mich natürlich auch die Version für den FS2004. Ich war gespannt, ob es mittlerweile möglich ist, mit einem Rechner der neuesten Generation eine solch großflächige Photoszenerie mit einem Airliner zu benutzen. Aus diesem Grund bin ich aus Süden kommend mit der Level-D 767 nach Zürich (inkl. FSDreamteam Zürich) aufgebrochen. Die nachfolgenden Bilder zeigen das Ergebnis:

Am Übergang von der Standard-Szenerie (mit Verwendung von Ultimate Terrain Europe) zur Switzerland Professional fällt zunächst auf, dass die Photoszenerie perfekt mit der Standardszenerie verschmilzt. In der oberen linken Ecke des Bildes erkennt man die typische Darstellung von Ultimate Terrain mit seinen grauen Straßenzügen. Ohne sichtbare Trennlinie geht die Darstellung in die Photoszenerie über – phantastisch!
Rechtzeitig bei Erreichen der Grenze zur Schweiz waren die Texturen geladen, trotz der hohen Fluggeschwindigkeit. Doch diese scharfe Darstellung erreicht man nur beim Blick nach unten. Beim Blick nach vorn bekommt man eine deutlich weniger detaillierte Auswahl von Texturen zu sehen, wie das nächste Bild zeigt.

Verlässt man schließlich die Reiseflughöhe und geht in den Sinkflug über, hat der Rechner wieder Gelegenheit, ein paar Daten nachzuschaufeln. Die zu zeigenden Texturen werden aufgrund der geringeren Höhe weniger und die abnehmende Fluggeschwindigkeit erlaubt zudem eine höhere Detailstufe.

Kurz darauf überfliege ich bereits den Flughafen Zürich Kloten, wie das nächste Bild zeigt. Auch hier gibt es eine gelungene Verschmelzung der unterschiedlichen Textursätze. Auch wenn das Bodenlayout vom Zürcher Flughafen farblich nicht ganz stimmig ist, so sind zumindest die Übergänge absolut perfekt.

In einer weiten Schleife Richtung Norden fliege ich weiter an die Grenze zu Deutschland um schließlich auf der Piste 16 zu landen. Auch hier fällt die geschickte Abgrenzung zur Standard-Szenerie (nicht) auf. Der Übergang ist so unauffällig, dass ich zunächst gar nicht bemerkt habe, dass ich mich kurzzeitig gar nicht mehr in der Schweiz befunden habe.

Im Endanflug entfaltet die Szenerie schließlich ihre volle Pracht, die Texturen haben die im FS2004 maximal zu erreichende Schärfe und die Autogen-Objekte vermitteln ein tolles Bild.

Geflogen bin ich mit realem Wetter und die Bilder sind allesamt „im laufenden Betrieb“ entstanden. Das soll heißen, dass ich zwischendurch nicht auf „Pause“ gedrückt habe um den Rechner die Gelegenheit zu bieten, schärfere Texturen nachzuladen. Die gezeigten Bilder lassen sich also im normalen Flug reproduzieren, wenn ein entsprechend potenter Rechenknecht zur Verfügung steht.

Abschließend noch ein Bild des Genfer Flughafens von DreamFactorystudio, welcher sich ebenfalls gut in die Switzerland Professional Szenerie einfügt. Es zeigt zusätzlich die erstmals auch im FS2004 verfügbaren Wintertexturen.

Zu guter Letzt noch ein Blick auf einen der mitgelieferten Kleinflugplätze zur FS2004er-Version. In diesem Fall ist es der Flugplatz Birrfeld. Man sieht deutlich, dass die Entwicklung dieser Plätze schon eine Weile zurück liegt, dennoch sind sie ein nettes Beiwerk und allemal besser als die Standard-Flugplätze des FS2004. Wer sie trotzdem nicht leiden mag, kann sie über die Szeneriebibliothek auch separat abschalten.

Fazit (FS2004)

Die Neuauflage für den FS2004 kann sich durchaus sehen lassen. Mit modernen Rechnern kann man auch mit Dickblechfliegern das Gebiet der Schweiz bereisen. Das neu hinzugefügte Autogen und die zusätzlichen Wintertexturen bieten einen erheblichen Mehrwert gegenüber der Vorgängerversion. Es gibt also keinen Grund, die Version für den FS2004 nicht zu installieren, falls man noch ab und an im „Alten“ unterwegs ist. Die Bildwiederholrate ist durchweg unbeeinträchtigt von dieser Szenerie und die eventuell vorhandenen Airport-Addons von Zürich und Genf bereiten keinerlei Probleme.

Switzerland Professional X im FSX

Nach dem kurzen Ausflug in die FS2004er-Version möchte ich jetzt natürlich ausgiebig auf die FSX-Version eingehen. Gerade im visuellen Bereich hat der FSX ja bekanntlich einiges mehr zu bieten als sein Vorgänger. Allein die Möglichkeit, Phototexturen in einer deutlich höheren Auflösung darstellen zu können, macht ihn zur perfekten Basis für VFR-Szenerien. Die Switzerland Professional X bringt hier die besten Voraussetzungen mit, denn das verwendete Bildmaterial hat die Auflösung von 1,2 m/Pixel. Auch hier werden für das gesamte Gebiet Sommer- und Wintertexturen bereitgestellt.

Um die Vielfalt, die diese Szenerie zu bieten hat, am besten zeigen zu können, möchte ich zu einem ausgiebigen Rundflug durch die Schweiz einladen. Aufgrund der trüben Aussichten des derzeit vorherrschenden Herbstwetters habe ich einen schönen Sommertag im August ausgewählt und das FS-Standardwetter „Schönes Wetter“ eingestellt, damit die Berge nicht im Nebel oder den Wolken verschwinden. Gestartet wird in Zürich, die dazugehörige Airport Szenerie von FSDreamteam ist auch im FSX aktiviert. Auf geht’s…

Wir starten zunächst mit einem Helikopter und werden dann über Zürich, den Zürichsee und Vierwaldstätter See in die Berner Alpen fliegen. Nach dem Start vom Airport Zürich Kloten fällt zunächst auf, dass in der näheren Umgebung des Flughafens zwar hochauflösende Bodentexturen zu sehen sind, aber leider kein Autogen. Schuld daran ist das Airport Addon von FSDreamteam, was auch im weiteren Umfeld des Flughafens das Autogen unterdrückt. Es bleibt zu hoffen, das hierfür noch ein Patch erscheint, der diese Misere aus der Welt schafft.

Nähert man sich schließlich dem Stadtkern von Zürich, kommt man denn auch in den uneingeschränkten Genuss des Autogens, was in Zürich noch von einigen individuell platzierten Objekten unterstützt wird.
Und dieses Autogen hat es in sich! In keiner anderen Photoszenerie habe ich so viel und so exakt positioniertes Autogen gesehen, wie bei Switzerland Professional X. Städte und Ortschaften wirken sehr real und plastisch. Die Bodentexturen von Switzerland Professional X sind farblich sehr angenehm und haben keinen Blaustich, wie es oftmals bei anderen Produkten der Fall ist. Die Waldgebiete wirken durch das vorhandene Licht- und Schattenspiel von Haus aus sehr plastisch, die in üppiger Menge vorhandenen Autogen-Bäume verstärken diese Wirkung zusätzlich. Die Verteilung der Autogen-Objekte ist sehr ordentlich, nur äußerst selten entdeckt man ein Haus, was auf eine Straße ragt oder einen deplatzierten Baum.

Diese Präzision macht auch an den Wasserflächen nicht halt. Die Uferlinien der Seen und Flüsse wurden äußerst exakt ausgearbeitet, jeder noch so kleine Yachthafen wurde mühevoll hervorgehoben. Zudem wurde oftmals der Flachwasserbereich nicht abgeschnitten, sodass der Seegrund an vielen Stellen schemenhaft zu erkennen ist.

Nächste Station ist die Stadt Luzern, deren Wahrzeichen – die Kapellbrücke und der Wasserturm – ebenfalls in die Szenerie mit eingebunden wurden.

Nach Luzern fliegen wir am Pilatus vorbei und erreichen wenig später den Flugplatz Kägiswil (LSPG). Von dort fliegen wir weiter bis Schattenhalb um schließlich noch tiefer in die Berner Alpen vorzudringen.

Wir arbeiten uns auf über 4000 Meter Höhe hinauf, um in der Nähe des Jungfrauen-Gipfels im Gebiet des Aletsch-Gletschers eine Zwischenlandung zu machen und den Ausblick zu genießen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter. Wir fliegen den Aletsch-Gletscher entlang und weiter über Brig nach Zermatt inmitten der Walliser Alpen.

Schließlich wollen wir noch einen Blick auf das Matterhorn werfen, bevor es wieder zurück in eher flachere Regionen der Schweiz geht. Über St. Nikolaus arbeiten wir uns nach Zermatt vor…

…wo wir dann schließlich einen ungestörten Blick auf das Matterhorn werfen können.

Anschließend fliegen wir weiter durch die Berge nach Sion, wo wir eine Zwischenlandung einlegen und das Fluggerät wechseln.

Von Sion starten wir zum zweiten Teil des Rundflugs, den wir mit einer Do-27 zurück nach Zürich antreten. Wir starten und fliegen entlang der Rhône in Richtung des Genfer Sees.

Nach einem kurzen Flug entlang des Ufers vom Genfer See erreichen wir das Schloss Chillon in der Nähe von Montreux und wenig später schließlich die Stadt Lausanne.

Von dort machen wir einen Abstecher über den Neuenburger See (ohne Bilder) und fliegen weiter nach Bern, wo wir in Bern-Belp einen Zwischenstopp einlegen.

Im Zentrum von Bern wurde besonders die Altstadt mit ihren typischen Häusern und dem Zytgloggeturm nachgebildet. Die Altstadt wird von dem Fluss Aare schwungvoll umflossen und die zahlreichen Brücken, welche die Uferseiten miteinander verbinden, wurden ebenfalls originalgetreu modelliert.
Ein weiteres, aufwändig modelliertes Gebäude ist das Inselspital in Bern, das darüber hinaus auch einen Hubschrauberlandeplatz besitzt.

Nach dem Zwischenstopp in Bern-Belp brechen wir schließlich zur letzen Etappe des Rundflugs auf, der uns zurück nach Zürich bringt. Allerdings nicht auf dem direkten Weg, denn vorher fliegen wir noch ein Stück die Aare entlang über Grenchen und machen einen Abstecher nach Basel.

Nach einer Runde über Basel fliegen wir zunächst ein kleines Stück den Rhein entlang, der an dieser Stelle die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz bildet. Hier sieht man, dass auch bei der Umsetzung für den FSX ein äußerst unauffälliger Übergang zur Standard-Szenerie geschaffen wurde.
Hinter dem Atomkraftwerk in Leibstadt drehen wir schließlich südöstlich in Richtung Zürich um zu unserem Ausgangspunkt zurückzukehren.

Was mir gefallen hat…

Die Switzerland Professional X ist die erste großflächige Photoszenerie für den FSX, die mich wirklich überzeugt hat. Die Farben der Phototexturen sind äußerst angenehm und sehr kontrastreich. Sie haben keinen Blaustich und halten im gesamten Gebiet der Schweiz ihre gleichbleibend hohe Qualität. An keiner Stelle während meiner ausgiebigen Erkundungsflüge habe ich eine „Nahtstelle“ erkennen können, wo eine Textur aufhört und eine neue Textur anfängt. Die komplette Szenerie wirkt „wie aus einem Guss“.
Die Autogenobjekte sind sehr akkurat platziert und wirken überwiegend sehr harmonisch auf den Bodentexturen. Nur ganz selten kommt es vor, dass Häuser ineinander stehen oder mit ihren Begrenzungen in Straßen oder ähnliches hineinragen. Die Wälder sind nicht nur durch ihre kontrastreiche und satte Darstellung auf den Bodentexturen gut erkennbar, sie werden zusätzlich noch durch dichte Autogenbestückung unterstützt, wobei je nach Höhenlage Misch- und Nadelbäume zum Einsatz kommen. Deplatzierte Bäume sind sehr selten zu finden, ein Umstand, der in anderen Photoszenerien wesentlich häufiger zu bemängeln ist.
Neben den Autogen-Objekten sind vielerorts zahlreiche Sehenswürdigkeiten als spezielle Objekte hinzugefügt worden, welche die Orientierung im Sichtflug zusätzlich erleichtern.

Ebenso positiv fällt die Szeneriegrenze auf, denn eigentlich fällt sie eben nicht auf! Die Übergänge zur Standard-Szenerie sind äußerst geschickt gewählt und nicht schnurgerade, sondern den örtlichen Gegebenheiten – wie beispielsweise dem Lauf eines Flusses – angepasst. Ist ein solch deutliches Grenzmerkmal nicht gegeben, ist die Kante zumindest abgesoftet worden, sodass sie mit der darunter liegenden Standardtextur verschmilzt. Zumindest im Sommer und im Winter sind die Übergänge auch farblich unauffällig.

Apropos Winter: Ein komplettes Set Wintertexturen ist natürlich ein weiterer, bemerkenswerter Pluspunkt dieser Szenerie. Auch wenn es dank der Klimaerwärmung selbst in der Schweiz nicht immer verlässlich Schnee gibt, so ist zumindest die Möglichkeit gegeben, im Flugsimulator diese „heile Welt“ zu erleben. Und die winterlichen Alpen sind ein ganz besonderes Erlebnis, was auch fliegerisch sehr eindrucksvoll ist, wie die nachfolgenden Bilder beweisen.

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…und was mich nicht so begeistert hat

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und wo kein Licht ist, ist es dunkel. Hier liegt ein Schwachpunkt in der Photoszenerie, denn wirkliche Nachttexturen gibt es nicht. Es wurde versucht, durch das Setzen spezieller Lichtpunkte, eine Orientierung bei Nacht zu ermöglichen. Diese ist aber zu unpräzise und nicht aussreichend, sodass eine Verfolgung eines Straßenzuges nur schwer möglich ist. Auch die Ortschaften wirken nicht so, wie man es von richtigen Nachtaufnahmen gewohnt ist. In der Dämmerung hingegen haben diese Nachtlichter durchaus ihren Reiz, daher möchte ich sie nicht als überflüssig bezeichnen. Und mal ehrlich, eigentlich ist das Szeneriegebiet viel zu schön, als es in der vollkommenen Dunkelheit zu durchfliegen.

Ein weiterer kleiner Wermutstropfen sind die fehlenden Heliports, die ich auf dem Flug durch die Alpen vermisst habe. Die zahlreichen Kleinflugplätze der Schweiz sind zumindest als Standardflugplätze des FSX in der Szenerie zu finden und passen zu den Texturen des Untergrundes. Aber die in der VFR-Karte eingezeichneten reinen Helikopter-Landeplätze fehlen ausnahmslos. Hier hätte ich zumindest ein einfaches Landefeld begrüßt.

Und damit sind wir an dem Punkt angelangt, der wirklich ein wenig die Freude an diesem ansonsten grandiosen Addon trübt. Es fehlen die liebevoll gestalteten Flugplätze und Heliports, die dieses Addon ergänzen. Das kann natürlich kein wirklicher Kritikpunkt für die Macher der Switzerland Professional X sein, die dieses Produkt ansonsten wohl nie fertig bekommen hätten. Es soll vielmehr eine Aufforderung an die Airportdesigner sein, sich möglichst bald daran zu setzen, die Schweiz mit solchen Flugplätzen zu bereichern.

Fazit (gesamt)

Switzerland Professional X zeigt erstmals, welches Potenzial im FSX verborgen steckt, wenn man ein akkurates Mesh mit hochauflösenden Phototexturen großflächig zur Schau stellt. Die Nachteile, die bei anderen Produkten oftmals zu sehen sind (Farbstiche und -schwankungen, harte Kanten im Grenzübergang, ungenaue Uferlinien an Seen und Flüssen) sind bei diesem Addon nicht vorhanden. Jeder Winkel der Schweiz ist in gleichbleibend hoher Qualität dargestellt und mit sauber platziertem Autogen versehen worden. Die knapp 800 zusätzlich dargestellten Landmarks erleichtern dabei die Navigation nach Sichtflugregeln. Die Bildwiederholrate zeigt sich trotz der Detailfülle meist unbeeindruckt, lediglich in den großen Städten und bei gleichzeitiger Verwendung der Zürich Szenerie von FSDreamteam bricht sie spürbar ein, bleibt aber stets fliegbar.
Das einzige, was wirklich vom Kauf abschrecken mag, ist der Preis. Eine Szenerie für CHF 199,99 bzw. € 129,99 nimmt man nicht mal eben im Vorübergehen mit. Vergleichbare Produkte anderer Hersteller kosten nur ein Drittel dessen. Allerdings halten sie in Sachen Qualität dem Vergleich auch nicht Stand und verblassen gegenüber der buchstäblichen Schweizer Präzision. Wer trotz des hohen Preises zuschlägt, bekommt meines Erachtens die beste Photoszenerie für den FSX (und den FS2004), die es gibt. Somit bleibt die Switzerland Professional X weiterhin das Vorzeigeobjekt in Sachen Photoszenerie. Und wie so oft, ist das Beste meist nicht gerade günstig. Dennoch bin ich der Meinung, dass das Preis-/Leistungsverhältnis in diesem Falle stimmt.

PRO CONTRA
  • Hoch aufgelöste Phototexturen
    mit 1,2 m/Pixel
  • Genaues und fehlerfreies Mesh
  • Sommer- und Wintertexturen
  • Akkurates und reichhaltiges
    Autogen
  • Knapp 800 zusätzliche Sehens-
    würdigkeiten
  • Keine Farbschwankungen
  • Kaum merkliche Szeneriegrenzen
  • 2 Versionen für FSX und FS2004
  • Nachtlichter kein Ersatz für echte
    Nachttexturen
  • Fehlende Heliports
  • Hoher Preis
INFORMATION TESTSYSTEM
  • Intel Core2Duo E8500 @ 3,17 GHz
  • 4092 MB RAM
  • Geforce 8800GTS 512 MB
  • Windows Vista Home Premium

Frank Schmidt

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