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Review: MK Studios GCFV Fuerteventura 2017 (Prepar3d v3/4)

GCFV_titelDer Name MK Studios ist vielleicht noch nicht jedem geläufig, da sie bislang ihre Szenerien über Aerosoft publiziert haben. Mitgewirkt haben sie unter anderem am Mega Airport Rome, an Madeira X Evolution und Napoli X. Nach Bologna X kommt jetzt eine weitere, komplette Eigenentwicklung zu uns, die auch erstmals alleinig vertrieben wird: Fuerteventura 2017. Unser Rezensent Frank Schmidt lässt alte Urlaubserinnerungen wieder aufleben.

Nachdem es lange Zeit ruhig in dieser Region war, kommt nun endlich Bewegung in die Kanarischen Inseln. Der Platzhirsch sim-wings hat zwar mit La Palma sein Revier markiert, aber die Kanaren haben noch einige weitere Inseln zu bieten, die seit Jahren sträflich vernachlässigt wurden. Das Canary Islands Paket von sim-wings war schließlich nur für den FS2004.

Da ist es doch erfreulich, dass die MK Studios sich diesem Dilemma angenommen haben und mit Fuerteventura 2017 eine weitere Insel der Kanaren auf den neuesten Stand der Technik gebracht haben. Und neuester Stand ist hier ernst gemeint, denn die Szenerie ist ausschließlich mit Prepar3d v3 und v4 kompatibel. Nutzer des FSX schauen in die Röhre, für sie gibt es weiterhin keine Alternative.

Kauf und Installation

Die ersten Tage war Fuerteventura 2017 nur über den eigenen Shop des MK Studios erhältlich, mittlerweile ist die Szenerie auf für 24.99 € im simmarket erhältlich. Der Download ist mit einem halben Gigabyte erfreulich klein. Falls nicht sowieso schon geschehen, sollte vor der Installation von Fuerteventura 2017 die aktuelle Version von SODE installiert werden. Die anschließende Szenerie-Installation dauert nur wenige Sekunden und verlangt lediglich nach Eingabe der Seriennummer. Der Rest läuft automatisch ab, inklusive der Anmeldung in der Szeneriebibliothek. Zusätzlich zur Szenerie wandern noch ein Configurationstool und eine kurze Anleitung auf Festplatte. Passende Karten werden nicht mitgeliefert, die Suche im Netz lieferte aber durchaus brauchbare Ergebnisse.

Erster Eindruck

Mein letzter Live-Besuch auf Fuerteventura liegt schon 25 Jahre zurück und meine Erinnerung an den Airport sind doch stark verblasst und dürften mit dem heutigen Ausbau-Stand nicht mehr viel gemeinsam haben. Damals waren die Zustände auf dem Flughafen ziemlich chaotisch, mussten doch drei Maschinen gleichzeitig durch eine einzige Metalldetektor-Schleuse abgefertigt werden. Anschließend ging es zu Fuß übers Vorfeld zum Flieger.

Mitte der 90iger Jahre wurde der Flughafen jedoch weiter ausgebaut und muss mittlerweile über 6 Millionen Passagiere im Jahr verkraften, in der Saison über 3000 Passagiere pro Stunde. Dafür wurde das neue Terminal mit Fluggastbrücken ausgestattet und verfügt mittlerweile (hoffentlich) über ausreichende Kapazitäten bei der Sicherheitskontrolle.

Der Flughafen wird überwiegend von Chartergesellschaften angeflogen, die ganzjährig zahlreiche Touristen auf die Insel bringen bzw. wieder zurück nach Hause. Die Iberia-Tochter Binter Canarias fliegt zudem noch auf die Nachbarinseln Teneriffa-Nord und Gran Canaria.

Von meinem Heimathafen Hamburg sind es ca. viereinhalb Flugstunden bis nach Fuerteventura. Nach dem Überfliegen von Frankreich und Spanien geht es hinaus auf den Atlantischen Ozean, bis nach ungefähr vier Stunden zunächst die Insel Lanzarote vor dem Cockpitfenster auftaucht. In der Realität überwiegend von dunklem Vulkangestein bedeckt sieht sie im Simulator alles andere als natürlich aus. Kurz darauf kommt die Nordspitze Fuerteventuras in Sicht, die Dank der mitgelieferten Fototapete sehr viel ansprechender aussieht. Windbedingt steht eine Landung auf Piste 01 an, sodass der Flug zunächst einmal am Airport vorbei wieder weiter hinaus aufs Wasser geht. Danach wird zurück nach rechts gedreht und die Piste schließlich von Süden her angeflogen.

Der Anflug ist unspektakulär, es gibt keine Hindernisse und auch landschaftlich ist außer kargen Hügeln nicht viel zu entdecken. Die einzige Landebahn 01/19 ist beidseitig mit einem ILS ausgestattet, sodass auch hier im Zweifel kein großes Können vorausgesetzt wird. Der Airport an sich ist sehr übersichtlich und bietet kaum Möglichkeiten, sich zu verfahren bzw. zu verrollen.

Beim Rollen ans Gate sehe ich zwar das Visual Docking Guidance System, welches auch in der Realität vorhanden ist, doch leider ist dies in der Szenerie ohne Funktion. Somit muss das Flugzeug ohne diese Hilfe in die finale Partposition gebracht werden. Dank SODE gibt es vor Ort animierte Jetways, die sich korrekt an die vordere Flugzeugtür bewegen.

Beim Versuch, die Maschine mittels GSX zu entladen, stieß ich zunächst auf ein Problem. Offenbar hat sich bei der Version für P3D v4 ein Problem mit dem AFCAD-File eingeschlichen. Eine kurze Supportanfrage im Forum von MK Studios brachte schnelle Abhilfe und es wurde zugesagt, dass dieses Problem in einem späteren Update auf jeden Fall behoben wird. Wer darauf nicht warten möchte, bekommt ein funktionierendes File über das Support-Forum (vorherige Anmeldung erforderlich!).

Der Flughafen und seine Umgebung

Wie schon erwähnt, gibt es auf diesem Flughafen nicht allzu viel zu entdecken. Es gibt neben dem Terminal kaum Nebengebäude. Hier hat man sich auf das Wesentliche beschränkt. Es gibt keine Wartungshangars oder ähnliches. Dieser Flughafen dient in erster Linie dazu, die zahlreichen Touristen abzufertigen, die hier ganzjährig herkommen, um die Sonne zu genießen.

Das Terminalgebäude wurde von MK Studios recht ansprechend umgesetzt, sofern man das von so einem zweckmäßigen Glas- und Betonklotz überhaupt behaupten kann. Die Fensterfront zum Vorfeld wurde transparent umgesetzt und erlaubt Einblicke in das Innenleben des Terminals. Man sieht Anzeigetafeln, Sitzbänke und so weiter. Auf übermäßigen Klimbim, der nur Frames kostet, wurde allerdings verzichtet.

Der landseitige Bereich des Terminals ist relativ schmucklos. Hier gibt es ein paar Parkplätze und einen Ankunftsbereich für die Busse, die die Touristen zu ihren Hotels bringen. Das Luftbild, was im Bereich des Flughafens verwendet wurde, ist leider nicht besonders hoch aufgelöst, sodass diese Seite des Terminals recht schmucklos wirkt. Aber im Normalfall bekommt man diese Seite beim Fliegen ja auch nicht zu Gesicht.

Die verwendeten Gebäudetexturen finde ich hingegen recht gelungen. Bei näherer Betrachtung sieht man sehr deutlich, dass die Seeluft schon deutliche Spuren der Witterung hinterlassen hat und das Terminal mittlerweile auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat.

Ebenfalls positiv finde ich, dass MK Studios die Möglichkeit bietet ein paar statische Flugzeuge auf dem Vorfeld zu platzieren. Das ist nicht nur für Online-Flieger interessant. Denn zu den Flugzeugen gibt es auch noch ein bisschen „Leben“ dazu. Neben einer Maschine von Ryan Air steht ein Bus, der gerade einige Passagiere ausgeladen hat und die nun darauf warten, das Flugzeug besteigen zu können. Das ist wirklich nett gemacht.

Die Insel

Da uns MK Studios ein Luftbild der gesamten Insel spendiert hat, lohnt es sich, eine kleinen Rundflug über die Insel zu starten. Dafür wechsle ich das Fluggerät und starte mit einer Cessna zu einem kleinen Erkundungsflug.

Beim Start in Richtung Norden überfliegt man zunächst Puerto del Rosario, die Hauptstadt der Insel. Hier lebt ca. ein Drittel der rund 100.000 Einwohner. Obwohl Fuerteventura die zweitgrößte Insel der Kanaren ist, ist sie recht dünn besiedelt.

Ganz im Norden der Insel liegt die Ortschaft Corralejo und südlich davon der Naturpark Corralejo mit seinen beeindruckenden Sanddünen. Inmitten davon liegen die beiden RIU-Hotel-Anlagen Oliva Beach und Palace Tres Islas. Auch wenn diese Hotels nicht realitätsgetreu nachempfunden wurden, sind sie dennoch gut zu erkennen.

Beim weiteren Flug über das Landesinnere sind Straßen und Siedlungen erkennbar, aber mehr auch nicht. Die Autogen-Gebäude wurden nicht akkurat platziert, sodass dies alles nur aus einer gewissen Entfernung gut aussieht.

Ziemlich genau in der Mitte der Insel findet sich noch ein kleines Flugfeld, zu dem ich allerdings keinerlei nähere Informationen finden konnte. MK-Studios hat ihm ein paar kleine Hangars spendiert und ein paar Objekte platziert. Das Ganze ist aber ohne weitere Überarbeitung auf das grobe Luftbild gesetzt worden, was den Untergrund sehr uneben macht und die Grenzen der Piste sind am Boden nur sehr schwer auszumachen.
Eine Landung dort ist möglich, macht aber aus den oben genannten Gründen aber ehrlich gesagt keinen Spaß.

Ganz im Süden gibt es noch einen Leuchtturm zu entdecken. Und wer sich verflogen hat und dort eine Zwischenlandung hinlegt, findet vielleicht auf dem dort aufgestellten Hinweisschild die verlorengegangene Orientierung wieder.

Fazit

MK Studios haben mit Fuerteventura 2017 eine solide Szenerie der Insel abgeliefert, die kaum Wünsche offen lässt. Das Luftbild ist zweckmäßig und gibt ein naturgetreues Abbild der Insel wider und ist hierfür ausreichend aufgelöst. Für ausgiebige VFR-Entdeckungstouren reicht es hingegen nicht wirklich, da exakt platziertes Autogen und akkurate Hotelnachbildungen fehlen. Das war aber sicherlich auch nicht die Absicht der Szenerie-Designer. Der Flughafen von Fuerteventura wurde dafür schön umgesetzt und im Prepar3d v4 mit Dynamic Lighting macht er vor allem in der Dämmerung viel Freude. Die Bildwiederholrate ist dabei stets im grünen Bereich. Den dafür aufgerufenen Preis von 25 Euro halte ich für angemessen. Mit der Qualität von sim-wings La Palma kann Fuerteventura 2017 zwar nicht ganz mithalten, dennoch würde ich jeden weiteren Kanaren-Airport von MK Studios sofort kaufen. Besonders Lanzarote wäre „nice-to-have“, da diese Insel, die nur 12 Kilometer von Fuerteventura entfernt liegt, zur Zeit im Simulator noch wie ein Fremdkörper aussieht.

Informationen

PRO CONTRA
  • Moderne Umsetzung mit SODE-Jetways
  • Gute Performance
  • Luftbild für die komplette Insel
  • Nicht FSX-kompatibel (nur P3Dv3/v4)
  • Funktionsloses Docking Guidance System
INFORMATION TESTSYSTEM
  • ENTWICKLER: MK Studios
  • DISTRIBUTOR: simmarket
  • HOMEPAGE: MK Studios
  • PREIS: 24,99 € im simmarket
  • Intel i7-4790k @ 4,4 GHz
  • 16GB RAM
  • Geforce GTX970 4096 MB
  • Windows 10 / Prepar3d v4

Frank Schmidt

 

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11 Kommentare An "Review: MK Studios GCFV Fuerteventura 2017 (Prepar3d v3/4)"

Benachrichtigungen:

Gutes Review, man kann bzw sollte sich den Anflug auf die Insel(n) übrigens hiermit deutlich aufwerten: https://forums.vatsim.net/viewtopic.php?f=8&t=71699 aka „Free Photographic Scenery of Spain“. Läuft auf jeden Fall unter V3, V4 noch nicht getestet,

Rainer (nicht simmershome)

Danke für das Review.

Aber mal ganz ehrlich: Ist es wirklich negativ zu werten, dass ein Entwickler mit der Zukunft geht und nicht mehr für den FSX entwickelt? Damit unterstützt ihr doch das viel kritisierte ’stehen bleiben‘, weil viele nicht vom FSX weg kommen. P3D v4 oder XP11 heisst die Zukunft, warum ist das für euch ein Contra-Punkt?

Hallo Rainer!

Die Auslegung von Pro & Contra ist immer auch ein stückweit persönliches Empfinden. Ich verschließe mich ganz und gar nicht einer Entwicklung, die in die Zukunft ausgerichtet ist. Und wenn ein Entwickler beschließt, alte Zöpfe abzuschneiden und nur noch für Prepar3d zu entwickeln, dann begrüße ich das sogar. Mein FSX ist mit Erscheinen von P3D v4 von der Platte geflogen.

Dennoch gibt es in unserer Leserschaft noch eine Menge Leute, die ausschließlich mit dem FSX unterwegs sind und auch (noch) nicht planen, auf P3D oder einen anderen Simulator umzusteigen. Und für diesen – wirklich nicht geringen – Anteil von Lesern ist es nun mal ein großer Nachteil, dass ihnen diese Szenerie verwehrt bleibt! Daher ein Contra-Punkt.

Oftmals werden die in „Pro & Contra“ aufgeführten Punkte aber von jedem einzelnen ganz anders bewertet und dienen lediglich als Denkanstoß bei der Entscheidungsfindung, ob ein Produkt gekauft werden sollte, oder nicht.
Einem P3D-User kann es herzlich egal sein, ob die Szenerie auch im FSX zu verwenden ist und kauft sie trotzdem – umgekehrt wird dies wohl eher nicht der Fall sein! Also ist ein Contra-Punkt nicht automatisch eine Abwertung des Produkts! Das muss jeder für sich entscheiden.

Viele Grüße
Frank

Hm soweit so gut,
aber gibt es auch Abzüge wenn einer nichts gleichzeitig für X-Plane anbietet? P3D v4 und FSX unterscheiden sich inzwischen gewaltig. Ich mache auch keine FSX Varianten mehr, aus reinen Zeitgründen und weil ich den Usern nicht FSX für P3D „verkaufen“ will.

Der FSX dürfte allerdings einen erheblich höheren Marktanteil haben als X-Plane – immer noch. Und ja, ich gehöre zu diesem Marktanteil auch weiterhin. Ich kann leider nicht mal eben die Zeit und das Geld aus dem Hut zaubern, mir von jetzt auf gleich einen neuen P3Dv4-tauglichen Rechner zu kaufen und für sämtliche (oder wenigstens die meisten) meiner Add-Ons Updates zu organisieren oder sogar zu kaufen. Darüber hinaus warte ich lieber noch ein bisschen, bis (neben einigen anderen Add-Ons) z.B. auch die Aerosoft-A320-Familie für P3Dv4 vorliegt.

Ich finde Franks Erläuterung jedenfalls nachvollziehbar: Jeder kann doch selbst entscheiden, ob dieses oder jenes Bewertungskriterium für ihn relevant ist oder nicht. Bewertungen sind zwangsläufig immer subjektiv, daher auch die Kriterien.

Rainer (nicht simmershome)

Deine Argumentation ist soweit gut, einig werden wir uns nicht werden, Frank.

Hier muss ich „dem richtigen“ Rainer aber völlig recht geben, nach eurer bzw deiner Logik müsste „nicht XP kompatibel“ auch bei Contra auftauchen ;-). Natürlich hat der FSX (leider) noch den grösseren Marktanteil, aber im Gegenteil zu FSW oder AF2 ist XP sehr wohl ernst zu nehmen.

Ausserdem, mit einem Bezug auf XP statt auf den FSX würdest du eher Entwickler anspornen, sich tatsächlich mehr auf die neuen Simulatoren zu fokussieren! 🙂

Ich denke, dass die Analogie nicht passt. P3D und FSX sind klar verwandt, der P3D wird quasi als Nachfolger des FSX gehandelt. Da erwartet oder erhofft man zumindest Kompatibilität auch zum Vorgänger. Früher wäre „nicht für FS2004“ ein Contrapunkt einer FSX-Szenerie gewesen. Andere Simulatoren sind da (zurecht) außen vor.

P3D v4 native hat noch soviel mit dem FSX gemeinsam wie Windows10 mit Windows7. Das geht schon damit los , dass v4 eine völlig andere Beleuchtungsbehandlung hat. Gleiches trifft für die Schattendarstellung aller Objekte zu.
Wer native P3D arbeitet wird sehr schnell nicht mehr für den FSX Zeit haben. Wer natürlich im FSX entwickelt und den P3D Kunden das als P3D mit verkauft , schon.
Also es ist ein anderer Simulator und die 64Bit erwähne ich nicht mal.
Völlig korrekt und keine Abwertungsgrund wenn jemand für diesen Simulator und nur für diesen entwickelt. Im Gegenteil, bei diesen Entwicklern kann man sich darauf verlassen keine Mogelpackung zu bekommen. Bei denen ist in jedem Falle P3D drin wenn P3D drauf steht.

Das ist die Entwicklersicht und wenn das auch die Nutzer von Software immer so sehen würden, würde es einiges einfacher machen. Die Nutzersicht ist aber meistens viel naiver: „Meh, jetzt wird nur noch der Nachfolger von XYZ unterstützt, das ist gemein, ich fühl mich ausgeschlossen, usw. Dabei wäre es doch SO einfach, auch noch den Vorgänger zu unterstützen!“ Dass das oft nicht stimmt, ist erstmal egal. Natürlich wird so eine Sicht gefestigt, wenn man in einem Review das als Kritikpunkt aufführt.

Danke für das Review!

Danke für das objektive Review und die entspr. Beurteilung. Man merkt doch gleich wer auch für das FSMagazin schreibt.

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