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Review: Jarrad Marshall’s Orbx Innsbruck (FSX/P3D)

Eigentlich bin ich kein Freund von Personenkult. Aber der Name Jarrad Marshall als Qualitätssiegel – das hat sich bewährt. Seine Umsetzung eines meiner Lieblingsflughäfen ist gut! Wie gut, das erfahrt ihr unter 

Innsbruck-Kranebitten ist, meiner Ansicht nach, eines der lohnendsten Ziele für Feierabendflieger: Nicht weit weg von den großen und kleinen deutschen und österreichischen Flughäfen. Traumhaft eingebettet in das Inntal vor dem Alpenhauptkamm und mit einem besonders anspruchsvollen Anflugverfahren auf die Bahn 08 mit einer Platzrunde nah an den Bergen. Das sehe nicht nur ich so, sondern offensichtlich viele Feierabendpiloten. Bei meinem Wiedereinstieg in die Flugsimulation vor einigen Jahren kam ich relativ bald auf Johannes Kimla’s und Steffen Lindemann’s „Approaching Innsbruck“, das ich damals – es war ja schon ein paar Tage alt – auf Ebay gefunden hatte. Diese Szenerie hat mich über die Jahre begleitet, bis zu den Tagen von Prepar3d V2 und V3. Mit den dort nicht ganz funktionierenden Lichtern konnte ich gut leben, aber die tollen Züge, die mir beim Endanflug im Inntal entgegen kamen haben da schon lange nicht mehr funktioniert. Und mit der Zeit, als die anderen Flugplätze in der FluSi-Welt immer detaillierter wurden, wirkte das Terminalgebäude und anderes in LOWI – so der ICAO-Code – immer mehr altbacken.

Vor über einem Jahr ging es dann los mit dem großen Innsbruck-Karussel: Kimla kündigte ein Remake von „Approaching Innsbruck“ an, JustSim schritt zur Tat (mein Kollege Tom schrieb damals aber, dass die Szenerie nicht für den VFR-Flieger geeignet ist), aber trotzdem konnte ich mit der Ursprungsversion noch gut leben. Um Karneval 2017 herum zeigte – nach langen Gerüchten – Jarrad Marshall aber dann erste Fotos seiner Umsetzung, und das hat dann doch mein Interesse geweckt: wird das neue Innsbruck auf meinem vier Jahre alten Rechner eine akzeptable Performance bringen, und lohnt sich denn der Umstieg auch aus optischen Gründen?

Wo stehen wir? Approaching Innsbruck

Da ich doch einige Jahre ausgesprochener Fan von Approaching Innsbruck war, ein paar Impressionen: Zunächst gab es das Review, dass damals auf simFlight.com erschien und mich zum Kauf auf eBay bewogen hat.

Für die Szenerie in Aktion hatten wir in unseren News schon das exzellente Youtube-Video von SkySurfer007. Dieses Video hatte mich damals motiviert, den anspruchsvollen Anflug mit verschiedenen Maschinen zu üben (Danke nochmal).

Die Performance von „Approaching Innsbruck“ war im FSX akzeptabel, ich kam immer so auf knapp unter  20 Frames mit der PMDG 737 und der Dash 8 (dort nur gelockt!). In Prepar3d V3 wurde das besser, aber leider verschwanden damit die Features von AES lite. Eine Sache ist nicht gealtert: Die Fototextur großer Teile des Inntals war bis zum Erscheinen von Austria Professional HD West Stand der Technik.

Warum Orbx’s Innsbruck? Das verspricht der Hersteller

Die Features von Orbx LOWI sind wie so oft umfangreich:

  • Ultra-detailed rendition of LOWI
  • Enormous 2500km2 coverage area at 1m/60cm/30cm with 10m DEM
  • Five additional heliports including LOJO, LOIU, LOJT, LOIN
  • Over 160+ Landmarks and POI in coverage area
  • 30km of animated train routes
  • Custom HD GSE exclusive to Innsbruck
  • Crisp 2048 textures for priority buildings
  • Highly detailed and AI-ready APX by Graham Eccleston
  • Advanced AO, rendering and night lighting techniques
  • City centre and many other focus areas in high detail
  • Over 20 custom bridges and overpasses
  • All-new static aircraft types unique to Innsbruck Airport
  • Ultra-HD groundpoly
  • Huge extended coverage area 275km diameter
  • Painstakingly optimised for best performance across all sims

[Quelle: Orbx-Website]

Besonders aufhorchen lässt dabei die Detaillierung und die große Coverage Area des Luftbildes von 2500 Quadratkilometern (das entspricht einem Streifen von 100 km Länge und 25 km Breite) und der erweiterten Abdeckung von fast 300 km Durchmesser. Es gibt eine große Anzahl von Objekten in der Umgebung und – endlich wieder animierte Züge, wenn auch „nur“ über etwa 30 km Streckenlänge (und leider während meines Reviews nicht im westlichen Endanflug, wie ich es aus dem FSX gewohnt war). Ein Blick ins Handbuch zeigt, dass das Luftbild von Orbx LOWI im Wesentlichen das Inntal im Bereich vom Achenpass und Zillertal im Osten bis weit nach Westen im Bereich Seefeld abdeckt, in Richtung Süden ein gutes Stück den Brenner hinauf.

Überblick über die Fotoszenerie (Quelle: Handbuch)

Für das Gebotene verlangt Orbx – nun im eigenen Shop – knapp 40 australische Dollar, etwa 28 € ohne Mehrwertsteuer. Der Download ist auch nach heutigen Maßstäben sehr umfangreich (ca. 3,4 Gb ist der Airport entpackt groß!) und dauerte – trotz schneller Anbindung – über eine Stunde. Von der eigentlichen Installation bekommt man in Orbx‘ umhüllender Software FTX Central V3 nichts mehr mit. Wichtig ist noch, dass die Reihenfolge der Szeneriebibliothek stimmt, zum Beispiel Austria Professional vollständig „unter“ der Orbx-Szenerie liegt. Eine Anpassung des Höhenprofils mit FTX Vector war nicht erforderlich – ging bei mir aber ohnehin nicht ohne Absturz des Vector-Config-Tools bei der automatischen Anpassung.

Nach der Installation lassen sich das Handbuch und ein Konfigurationstool direkt aus FTX Central aufrufen – für dieses Review habe ich die Standardeinstellungen beibehalten.

Das Handbuch enthält keine Charts, mit der Begründung, dass die Rechte nicht zur Verfügung stehen. Das ist soweit in Ordnung (ich verwende in Österreich ohnehin immer die exzellente Seite von VACC Austria), aber eine knappe Beschreibung des Visual Approach auf Runway 08, wie sie oben von SkySurfer007 geflogen wird, das wäre schon nett gewesen.

Es gibt weiterhin allgemeine Hinweise und Informationen zur Installation, leider nicht zur Kompatibilität mit Austria Professional HD (mir sind keine Probleme aufgefallen), und eine Liste der Hubschrauberlandeplätze, die zusätzlich zu LOWI modelliert sind, leider ohne eine Lagekarte (später mehr dazu).

Performance mit Airlinern? Anflüge mit der PMDG 737

Der Flug aus Salzburg ist nur ein kurzer Hüpfer, den ich euch mal komplett aufgezeichnet habe. Es geht dabei auch nicht so sehr hoch hinaus, so dass die offenen Frachttüren sicher nicht so schlimm waren. Leider hatte mein Prepar3d V3 die Controllerzuordnung verändert und mir dann liebenswürdigerweise im Short Final das Fahrwerk automatisch eingefahren…

Für diejenigen ohne Sinn oder Zeit für Videos ein paar Fotos bis zum Ende Downwind:

Der Endanflug sieht dann so aus:

Was fällt auf? Zunächst: die Performance ist völlig unauffällig, und die Aussicht ist vertraut. Es scheint keine Probleme mit Austria Professional zu geben und auch keine Probleme mit Speicherausnutzung, und die Bebauung vor dem westlichen Bahnende ist toll!

Ein kurzer Flug reicht für die Beurteilung von Speicher und Performance nicht: gehen wir der Sache mal auf den Grund und fliegen aus Frankfurt an – diesmal ohne zusätzliche Fotoszenerien, aber vom nicht ganz „leichten“ Mega-Airport Frankfurt v2. Hier ist einiges los:

Der Flug führt uns heute auf über die 25C auf 30.000 Fuß ziemlich direkt nach Süden, kurz vor München beginnen wir den Anflug über Rattenberg. Ein paar Fotos als Appetizer bis zum Verlassen der Reiseflughöhe:

Ab Verlassen der Reiseflughöhe steigt der Workload ziemlich stark an, bis er beim Turn auf Short Final das Maximum erreicht. Ab da gilt es nur noch, die Landebahn zu zentrieren, sanft aufzusetzen und rechtzeitig zu bremsen.

Die Performance auf dieser Strecke ist gefühlt OK, die Analyse zeigt: die FPS bleiben stets sehr stabil, im Inntal zum Endanflug sind sie dann bei etwa 22 FPS (dargestellt ist die Framerate für die letzten 100 km echte Flugstrecke).

Das sind in Anbetracht des Detaillierungsgrades gute Werte.

Sightseeing – Sichtflug um Innsbruck

Das Inntal ist eine nette Gegend, in dem ich die eine oder andere Motorradstunde verbracht habe (natürlich nur, um von einem Pass zum nächsten zu kommen), und auch im Flugsimulator kann man sich hier nett herumtreiben, was ich für dieses Review auch ausgiebig getan habe. Starten wir mit einem kleinen Rundflug, der uns zunächst quer über die Stadt und dann weiter nach Osten durch das Inntal führt. Die Grenze der Fotoszenerie von Orbx LOWI liegt am Achenpass – den fliegen wir hoch und drehen dann wieder Richtung Westen, am nördlichen Rand des Inntals geht es dann zurück auf die kurze Graspiste von Innsbruck.

Besonders gefallen haben mir die detaillierten Hochhausviertel (sicher in der Realität nicht halb so schön wie hier dargestellt):

Falls ihr euch fragt, wie es denn abseits des Inntals aussieht: ein Flug den Brenner hinauf bis ans südliche Ende der Szenerie.

Die Fotoszenerie ist gut getroffen, unterscheidet sich aber nicht sehr von der guten Austria Professional HD West (ATPHDW) – weder bei der Qualität des Fotomaterials, noch bei der Platzierung des Autogens. Einen Vorteil gibt es: LOWI kommt mit Texturen für fünf Jahreszeiten (Frühling, Sommer, Herbst, Winter, harter Winter), während Austria Professional nur den Sommer bietet. Der Übergang zu ATPHDW ist unauffällig und am ehesten noch erkennbar an der unterschiedlichen Färbung des Inn – dunkelblau im Orbx-Land, heller bei Flugwerk:

Bevor wir uns nun der Szenerie im Detail widmen, noch ein paar Impressionen meines ersten Fluges hier mit der Piper Cub.

Erstes (Zwischen-)Fazit

Nach all diesen ersten Eindrücken ein paar zusammenfassende Worte: Jarrad Marshall zeigt (wieder), dass er Szenerien ausgezeichnet im Rechner modellieren kann, und dabei die Performance im Rahmen bleibt (das ist natürlich besonders wichtig für Anflüge mit Linienmaschinen!). Der größte Performancefresser in meinem Hangar, der auch nach Innsbruck fliegen darf ist PMDG’s 737 (Aerosoft’s Airbus ist harmlos dagegen, und Maschinen größer als 757 sind zu schwer), und damit komme ich auf echte Frameraten größer / gleich 22 FPS im Endanflug.

Rundflüge mit kleinen Maschinen machen auch überaus viel Spaß aufgrund der vielen Details besonders im Stadtgebiet. Außerhalb der Stadt Innsbruck ist die Umgebung in etwa auf dem Niveau von Austria Professional HD dargestellt, allerdings mit mehr Jahreszeiten, dafür natürlich in der Größe der Abdeckung keinesfalls vergleichbar.

Details – Flughafen

Innsbruck-Kranebitten verfügt über eine 2000 m lange Asphaltbahn in Richtung 08-26, nördlich davon über eine 300 m lange unbenannte Graspiste, Terminal mit Apron südöstlich der Bahn, einen Bereich mit Hangars und Werften westlich des Aprons. Nördlich der Bahn befindet sich der General Aviation-Bereich. Fast direkt hinter dem westlichen Ende der Bahn verläuft der Inn, und nördlich des Flughafenzauns die Inntal-Bundesstraße 171.

Das Terminal ist fast schon fotorealistisch, davor stehen einige schön modellierte statische Flugzeuge, und dazwischen stehen – wie von Orbx bekannt – unter anderem GPUs, Schlepper, Busse, Tankfahrzeuge. Das alles ist vom Terminalgebäude durch eine aufgemalte Straße getrennt, und zwischen Straße und Terminal ist es auch relativ voll – offensichtlich werden hier Container, Treppen und Gepäckfahrzeuge geparkt. Jetways gibt es nicht.

Die direkt angrenzenden Gebäude sind auch exzellent dargestellt, bis hin zum Parkhaus.

Selbst das Bezahlen oder der Weg zum Parkplatz wird uns noch versüßt, man erkennt lediglich die Parktarife nicht:

Das Werftgelände westlich des Aprons ist meiner Meinung nach der Teil, bei dem der Kontrast zwischen „alt“ (Approaching Innsbruck) und „neu“ von Orbx am meisten auffällt: Johannes Kimla hatte diesen Teil eher weniger detailliert, aber dem Terminal schon auch einige statische Personen spendiert. Bei Orbx sieht einfach alles gut aus:

Das gilt auch für den General Aviation-Bereich, der erstmals zum Verweilen einlädt.

Die Texturen im Flughafenbereich lassen – wie erwartet – wenig zu wünschen übrig, genau wie die modellierten 3D-Lichter.

Alles in allem ist der Flugplatz insgesamt sehr liebevoll detailliert wiedergegeben – ohne Kompromisse für die Performance bis hin zum General Aviation-Bereich und dem mit statischen Flugzeugen gefüllten Werftbereich. Wir sprechen hier also tatsächlich von einem Klassenunterschied gegenüber der älteren „Approaching Innsbruck“-Szenerie (klar, nach all den Jahren), und alleine das reicht mir als alten Fan schon, um dennoch eine Kaufempfehlung auszusprechen.

Aber es geht ja noch weiter:

Details – Stadt Innsbruck

Schauen wir uns mal ein paar Details in der Stadt an, die mit sehr vielen eigens modellierten Objekten glänzen kann. Zunächst eine Übersicht: Blick etwa vom Brenner über Innsbruck nach Norden. Links zu erkennen ist der schon abgehandelte Flughafen Innsbruck-Kranebitten, im Vordergrund die Brenner-Straße und Autobahn, darüber die Stadt Innsbruck mit dem Zick-Zack-Verlauf des Inn.

Die Bergiselschanze ist natürlich detailliert modelliert worden – und meiner Meinung nach deutlich besser getroffen als der Holmenkollen damals bei FTX Norway.

Nähern wir uns dem Stadtgebiet: Schön, wie selbst banale Wohngebäude (erstes Bild) mit Liebe zum Detail getroffen sind, oder auch der Bahnhof und das Bahnbetriebswerk, bis hin zum Fußballstadion.

Auch die Objekte in der Stadt sind somit up-to-date und mit liebevoll detailliert dargestellt.

Futter für Hubschrauberpiloten

Ein passionierter Hubschrauberpilot bin ich leider nicht, weswegen ich euch diesmal mit Videos meiner bescheidenen Flugkünste verschone. Aber da Orbx in der Szeneriebeschreibung explizit auf die modellierten Hubschrauberlandeplätze hinweist sollten wir das Thema zumindest streifen (übrigens auch eine gute Beschreibung meiner Landeversuche).

Los geht’s mit der Helikopterwerft am Flughafen Innsbruck selbst – diesmal alles im Winter, um euch die Szenerie auch bei Kälte zu zeigen.

Dieses Heli-Pad war in meinem Test übrigens leider auch das einzige Heli-Pad, dass ich in P3D V3 direkt anwählen konnte – alle anderen Kürzel, die im Handbuch angegeben sind ließen sich nicht finden. Damit ist die Suche gerade nach dem Heli-Pad Hat Tux / Alpin 5 sehr mühsam; gefunden habe ich diesen Platz nur anhand der GPS-Koordinaten (11° 42′ E / 47° 8 ‚ N). Aber so sieht er aus:

Mitten in der Stadt und nicht zu verfehlen hingegen ist das Krankenhaus des Universitätsklinikums.

Fehlt uns noch die Feuerwehrschule in Telfs, westlich von Seefeld (und noch weiter westlich von Innsbruck):

Da diese Flugplätze schon schwierig zu finden sind habe ich mich dann nicht mehr auf die Suche nach der unbenannten Basis bei Buch-in-Tirol gemacht, die ja ohnehin nur mit „Low Detail“ im Handbuch referenziert ist.

Innsbruck bei Nacht

Beim nächtlichen Anflug (wer das probiert sollte wissen was er tut!) kommt zunächst die Stadt in Sicht, geschmückt durch die violett angestrahlte Bergisel-Schanze (gehen wir mal davon aus, dass das so korrekt ist).

Im Überblick von Osten (Flughafen im Hintergrund) stellt sich das folgendermaßen dar:

Die Bundesstraße 171, die direkt am Flughafenzaun entlang verläuft, wird von den üblichen FTX-Global-Lichtern geschmückt.

Passieren wir den Zaun, diesmal aus der Luft und an Bord einer Twin Otter aus Salzburg. Der Anflug – wieder mal auf Runway 08 – wird optisch ebenfalls bestimmt durch die FTX-Global-Nachtbeleuchtung.

Kommen wir dann dem Apron näher, tauchen wir in die gut gemachte Nachtatmosphäre ein. Die Lichtmasten werfen Lichtkegel, insgesamt fand ich die Nachtbeleuchtung nicht zu aufdringlich, sondern so, wie ich sie (leider) von meinen Dienstreisen von anderen Flugplätzen kenne.

Es ist halt leider etwas zu voll, was sicher daran liegt, dass zu den statischen Maschinen von Orbx noch die AI-Flieger kommen, für die bei mir MyTraffic 6.0 verantwortlich ist (erkennbar an den angeschalteten Logo-Lights). Es fällt schwer, zwischen all den Flugzeugen noch ein Plätzchen für die Twin Otter aufzutun.

Das findet sich dann ganz im Westen, und auch hier ist es für die Uhrzeit ungewöhnlich belebt mit Personal und Maschinen.

Nach getaner Arbeit geht’s nun raus aus dem Sicherheitsbereich. Die Landseite von LOWI ist nachts auch plausibel illuminiert.

Sonstiges – Was sagt der Forumsfunk?

Im Orbx-Forum gibt es wirklich vergleichsweise wenige Diskussionen zum Thema Innsbruck. Was ich gefunden habe war eine Diskussion und Lösung zum Thema AI-Traffic – bei einigen Kunden landeten manche Flieger (vor allem gesteuert durch Ultimate Traffic) auf der Graspiste, was bei einer 737 etwas eigenartig aussieht, und manche Maschinen aus MyTraffic zogen nur Kreise in 7000 Fuß Höhe, ohne zur Landung anzusetzen. Für beide Probleme scheint es eine Lösung zu geben durch von Jarrad Marshall zur Verfügung gestellte AFCAD-Dateien (mehr dazu in diesem Thread).

Fazit

Mein Fazit habe ich im Prinzip diesem Review bereits vorangestellt: Diese Szenerie ist gut und es lohnt sich, sie zu kaufen. Warum? Weil sie meiner aktuellen Lieblingsszenerie, der ich trotz JustSim bisher die Treue gehalten habe, in vielen Aspekten überlegen ist: Performance, Detaillierung der Objekte, des Flughafens, Texturen, natürlich Nachtbeleuchtung und endlich in P3D vorhandene bewegte Züge und Objekte. Nicht überlegen ist sie meiner Meinung nach bei der Fototextur, auch im Vergleich zum sehr guten Austria Professional HD West, aber die Liebe zum Detail, die im Landeanflug und beim Rollen zur Parkposition aufblitzt, die fasziniert mich. Deshalb: klare Kaufempfehlung!

Trotzdem gibt es noch Verbesserungspotential: das Handbuch könnte die Liebe zum Detail durch eine Beschreibung der spezifischen Anflugverfahren widerspiegeln und aus irgendeinem Grund waren bei mir die Hubschrauberlandeplätze außerhalb von LOWI nicht direkt anwählbar (getestet hatte ich das zwar mit Version 1.0, aber auch die kürzlich veröffentlichte Version 1.05 scheint das laut Release Notes nicht zu korrigieren.

Informationen

Pro Contra
  • Gute Performance
  • Ungekannte Detaillierung dieses Gebiets
  • Große Abdeckung mit Fotoszenerie in allen Jahreszeiten
  • Szenerie vielseitig nutzbar (Airliner, Hubschrauber, General Aviation); Orbx LOWI wird sicher lange Spaß machen
  • Hubschrauberlandeplätze nicht direkt anwählbar
  • Handbuch ohne Infos über den Anflug auf RW 08
  • Achtung: beides ist schon Meckern auf hohem Niveau!
Informationen Testsystem
  • Intel Core i5 3570K, 4 Ghz
  • GeForce 970, 4 Gb
  • Windows 10×64, 24 Gb Hauptspeicher
  • Intel SSD
  • Prepar3D V3.4 letzter Hotfix, FTX Trees HD, FTX Global, FS Global 2010

Patrick Seiniger


9 comments to Review: Jarrad Marshall’s Orbx Innsbruck (FSX/P3D)

  • ChrisKl

    Wie ist es denn mit der Anflugblitzlichtkette die sich durch die ganze Stadt zieht und sehr wichtig ist bei schlechter Sicht. Ist die vorhanden ? Sind die Obstacle Lights auf den Bergen vorhanden ? Kannst du dazu vielleicht noch ein Paar Bilder Posten…

  • Andi

    Ich würde mir gerne wünschen, das diese Szenerie auch für X-Plane veröffentlicht werden würde.

    • Das wird wohl (je nachdem, wie man zu OrbX steht, leider oder glücklicherweise) nicht geschehen. Aber für XP gibt es LOWI von JustSim, und die Freeware von x-plane.at ist auch nicht zu verachten.

  • Chris

    Glücklicherweise? Der böse böse Kapitalist aus Amerika darf nicht für X-Plane entwickeln? Ihr Kommis seit echt lustig : )

    [Dieser Kommentar ist unterstellend und sachlich falsch. Niemand hat hier gegen Amerika argumentiert, noch hat irgendjemand sich als Kommunist geortet, noch ist Kommunist ein Schimpfwort.

    Außerdem ist Orbx aus Australien, nicht aus Amerika.

    Bitte keine weitere Diskussion auf diesem Niveau,

    d. Red.]

    • Marcel

      Das hat auch technische Gründe Chris. In X-Plane darf immer nur ein Entwickler eine „Kachel“ anfassen. Im Moment harmonieren die Daten wunderbar. In der Vergangenheit gab es keine gute Erfahrungen, was die Zusammenarbeit mit konkurrierenden Entwickler angeht. Das macht uns Entwicklern ein wenig Sorge…

      Dazu kommt, dass ORBX es schwer haben würde, die Landschaft so weit aufzuwerten, dass jemand bereit ist, dafür Geld auszugeben. Bei Flugplatzszenerien, wie dieser von Jarrad Marshall, ist das natürlich wieder etwas anderes. Aber ob die „Kleinen“ sich ohne eine Flächenszenerie so gut vermarkten lassen…

      John Venema dürfte ja schon für X-Plane entwickeln. Er will nicht.

      Austin kommt auch aus Amerika. Aber z.B. sein Engagement gegen die Patenttrolle macht ihn doch etwas sympathischer. Und nicht jeder sozial veranlagte Mensch muss gleich als „Kommi“ beschimpft werden.

    • @Chris: Ist doch immer wieder schön, wie präzise Kommentare gelesen werden.

      Ich habe geschrieben „JE NACHDEM, WIE MAN ZU ORBX STEHT, leider oder glücklicherweise“, schließlich wird OrbX ja auch häufig sehr kritisch gesehen.

      Ich persönlich finde es schade, dass sie sich letzten Endes doch gegen XP entschieden haben, kann es aber aus wirtschaftlichen Gründen nachvollziehen.

  • Commander-AUT

    Sehr informatives Review, DANKE!