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Review: FlyTampa – Amsterdam (FSX/P3D)

Der Flughafen Schiphol in Amsterdam gehört zu den größten Luftfahrtdrehkreuzen Europas. Im jüngst vergangenen Jahr ist er 100 Jahre alt geworden und wurde vom König der Niederlande mit dem Prädikat „koninklijk“ – königlich geehrt. Passend dazu veröffentlichten die Entwickler von FlyTampa noch im Jahr 2016 ihre eigene Auflage des Amsterdamer Flughafens. Tom Götz hat sich die Szenerie für uns angeschaut und zeigt eine Umsetzung des Luchthaven Schipol die, wie ihr Vorbild, einer Auszeichnung würdig ist.

Amsterdam ist weithin bekannt als Stadt der Fahrradfahrer. Laut Spiegel werden in der niederländischen Hauptstadt pro Tag zwei Millionen Kilometer auf dem Zweirad zurückgelegt. Mehr als die Hälfte der Amsterdamer schwingt sich täglich aufs Rad und nutzt die gut ausgebaute Fahrradinfrastruktur entlang der weltberühmten Grachten, die seit 2010 zum UNESCO-Welterbe gehören. Die kleinen Kanäle umschließen den Stadtkern in vier Ringen und sind durch mehr als 160 sogenannte Quergrachten verbunden. 1300 Brücken überspannen die 40cm unter dem Meeresspiegel gelegenen Wasserstraßen, die im 17. Jahrhundert zu Transport- und Entwässerungszwecken entstanden sind. Amsterdam war zu dieser Zeit die wohlhabendste Stadt Europas, was nicht zuletzt den lukrativen Handelsgeschäften aus Indien und dem Pazifikraum zu verdanken war. Die Kontore Amsterdams beherbergten Kostbarkeiten wie Seide, Tee und Gewürze. Damals war die Hauptstadt des kleinen Königreichs ein belebter Handelsplatz und Anlaufpunkt für Waren aus aller Welt. Bis heute zeugen die prächtigen Kaufmannshäuser in der Innenstadt von den blühenden Zeiten der Ostindien-Kompanie.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts verlor Amsterdam durch zahlreiche Kriege und Konflikte, sowie durch die wachsende Konkurrenz der aufstrebenden Seemacht Großbritannien nach und nach an Bedeutung. Zwar konnte sich die Stadt im weltweiten Handel nicht mehr behaupten, mit der Zeit entstand in Amsterdam jedoch ein wichtiges Geld- und Finanzzentrum. Bis heute befinden sich zentrale Geld- und Diamantmärkte in der niederländischen Hauptstadt. Auch der traditionelle Blumenhandel der Niederländer prägt die Stadt bis heute. Tulpen aus Amsterdam sind in der weiten Welt nicht nur aufgrund des Walzers von Mieke Telkamp bekannt. Die kunterbunten Pflanzen werden auf großflächigen Feldern im ganzen Land gezogen und von Amsterdam aus über den gesamten Globus verteilt. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Internationale Fughafen Schiphol im Südwesten von Amsterdam. Er belegt den vierten Platz der größten Flughäfen in Europa und ist das Zuhause der königlichen Luftfahrtgesellschaft KLM mit ihren charakteristischen blauen Flugzeugen. Frachtcarrier wie Martinair und Singapore Airlines Cargo bringen wie zur Zeit der Ost-Indien-Kompanie, Waren aus aller Welt in das Königreich der Niederlande. Dank FlyTampa ist der Großflughafen mit seinen markanten Pistennamen wie der Polderbaan oder Fokkerbaan nun in aktueller Version für die Simulatorwelt erhältlich.

Kauf, Download und Installation

FlyAmsterdam ist auf der Webseite der Entwickler FlyTampa und im simMarket erhältlich. Zuzüglich Steuern werden 33,32€ für den 2,1 GB großen Download fällig. Mit bereitgestellter Seriennummer geht die Installation einfach und zügig vonstatten. Im Anschluss befindet sich, wie bei FlyTampa üblich, neben der Szenerie an sich auch ein Manual mit verschiedenen Einstellungshinweisen, sowie das Konfigurationstool „FlyTampa Configurator“ auf der Platte.

Über den FlyTampa Configurator können neben Einstellungen hinsichtlich der Performance, beispielsweise mehr oder weniger Vorfeldverkehr oder animierte Personen, auch AFCAD und Bodentexturierung gesteuert werden. So lassen sich vier verschiedene Betriebskonfigurationen des komplizierten Pistensystems auswählen um den AI-Verkehr entsprechend der Windrichtung abwickeln zu können. Zudem steht ein Texturenset für schneereiche Tage zur Verfügung, das den Flughafen in weitläufiges Weiß hüllt. Die Entwickler weisen dabei darauf hin, dass die Option 3D-Gras in diesem Fall ausgeschaltet werden sollte.

Erster Eindruck

Schiphol hat schon gewisse Vorzüge: die Lage und Größe des Flughafens erlauben den An- und Abflug zu nahezu allen vorstellbaren Zielen mit jeglichem verfügbaren Gerät. London, quasi „direkt gegenüber“ gelegen, befindet sich nur gut 30 Minuten entfernt, während Ziele wie Taipei, San Francisco, Quito und für Amsterdam ganz klassisch: Sint Maarten, zu ausgewachsenen Langstrecken einladen. Um einen ersten Eindruck auf die Szenerie von FlyTampa zu erhaschen, bin ich von Wien in die niederländische Hauptstadt geflogen.

Leider herrschte zu diesem Zeitpunkt kein optimales Wetter über Amsterdam. Wolken und Dunst verschleierten die weitere Sicht, dennoch ließ sich bereits beim ersten Anflug erkennen, dass auch das weitläufigere Umland von FlyTampa mit Texturen abgedeckt wurde. Die Übergänge wurden geschickt an Straßen oder Flüssen entlang gezogen, sodass die Umbrüche zu FTX Global nicht zu sehr ins Auge fallen. Die Performance im Anflug war phänomenal für eine Szenerie derartiger Größe. Trotz tiefhängenden Wolken und hohen Eisntellungen blieb die Bildwiederholungsrate stabil über 30.

Nach erfolgter Landung auf der 06 präsentiert sich Amsterdam wie man es von einer Szenerie aus dem Hause FlyTampa erwartet. Modelle, Texturen und Effekte sind bis ins Detail aufeinander abgestimmt und schaffen somit eine fantastische Atmosphäre. Die Autobahnen entlang des Flughafengeländes werden von einigen Fahrzeugen befahren, auf dem Rollfeld verkehren typische Flughafenfahrzeuge, eine Vielzahl davon mit dem Logo der KLM.

Der Flughafen

Amsterdam Schiphol gehört ebenso wie Frankfurt am Main, Hamburg und Paris Orly zur ersten Riege der europäischen Flughäfen. Bereits im Jahr 1916 wurde an Stelle des Binnensees Haarlemmermeer ein Flugfeld eröffnet, das zunächst rein militärisch, vier Jahre später jedoch auch zivil genutzt wurde.  Der schon bald vergebene Name Schiphol geht auf eine historisch gewachsene Ortsbezeichnung zurück; sein Ursprung ist bis heute jedoch nicht eindeutig geklärt.

Bereits vor dem zweiten Weltkrieg war der Flughafen Amsterdam mit vier asphaltierten Bahnen in Sternanordnung ausgestattet. In den Kriegsjahren ab 1940 war Schiphol Basis mehrerer Geschwader der deutschen Luftwaffe, die von hier aus primär Einsätze auf die britischen Inseln flog. Zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Flughafeninfrastruktur durch schwere Angriffe beschädigt. Nach dem erfolgten Neubau von Rollfeldern und einem Terminalgebäude repräsentierte Schiphol jedoch bereits im Jahr 1949 wieder das primäre Luftfahrtdrehkreuz der Niederlande.  In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs der Flughafen sowohl in Bezug auf Fläche und Ausbreitung als auch auf Passagierzahlen und Zielen. Bereits 1970 war der A-Pier des Terminals modifiziert worden um die neuartige Boeing 747 abfertigen zu können. Anfang der 2000er Jahre erfolgte der jüngste Ausbauschritt mit der Konstruktion der Start- und Landebahn 18R/36L.

Der Flughafen Schiphol, wie er von FlyTampa in seiner jetzigen Struktur umgesetzt wurde, verfügt über sechs Start- und Landebahnen, sowie ein Hauptterminal, das in drei Abflughallen geteilt ist. 2015 flogen gut 58 Millionen Passagiere von Schiphol in die Welt. Das macht den Flughafen zum weltweit vierzehntgrößten, gemessen am Passagieraufkommen. Zudem rangiert er mit über 1,6 Millionen Tonnen umgeschlagener Fracht auf Platz 16 der größten Luftfrachtdrehkreuze. KLM, Corendon, Martinair und Transavia sind am Flughafen beheimatet, außerdem betreiben unter anderem Jet Airways, Delta Airlines, easyJet und Vueling ein Drehkreuz am Flughafen Schiphol.

 

Terminal

Vom zentral gelegenen Terminal in Schiphol zweigen sieben einzelne Piers ab. Sie wurden von FlyTampa mit detailierten Gebäudemodellen umgesetzt. Sowohl Details auf den Dachkonstruktionen, als auch Unterführungen und Einschnitte wurden von den Entwicklern plastisch modelliert und nicht als simple Fototapete umgesetzt. Bodenstromeinheiten, Towtrucks, Busse und eine Vielzahl weiterer Fahrzeuge sorgen sowohl statisch, als auch animiert für ein belebtes Terminalumfeld. Durch den Configurator lässt sich die Menge an Objekten auf dem Vorfeld regulieren und für den besten Kompromiss zwischen Leistung und Aussehen individuell einstellen. Auf diese Weise lassen sich auch die bereits mit FlyToronto eingeführten Rampagents aktivieren.

Schiphol verfügt über eine großflächige Dachterasse, auf der eine Fokker der KLM Cityhopper ausgestellt ist. Viele einzelne Details von Stühlen, Schirmen, Automaten und Mülleimern bis hin zum Flugzeug an sich, sind von FlyTampa liebevoll umgesetzt worden und schmücken die Terasse eindrucksvoll aus. Tatsächlich sind diese Einzelheiten auch von den nahen Parkpositionen am D-Pier einzusehen, sodass man auch aus dem Cockpit einen Blick auf den Bereich erhaschen kann.

Die Gebäudemodellierung von FlyTampa kann sich wirklich sehen lassen. Schriftzüge, Verstrebungen, Treppen und Klimaanlagen sind detailreich dargestellt. Einfache, zweidimensionale Abbildungen von dreidimensionalen Objekten sucht man in FlyTampas jüngster Szenerie vergebens. Besonders während der Flugvorbereitung macht der Blick aus dem Fenster auf den nahen Terminalkomplex Spaß. Dabei haben die Entwickler die Ressourcen so geschickt verteilt, dass die berüchtigten Performanceeinbrüche, wie sie bei einigen Szenerien beim Blick auf die Terminalgebäude entstehen, nicht vorhanden sind. Überhaupt sackten die Frames bei meinen Tests auf dem Flughafen in keiner Situation rapide und abbrupt ab. FlyTampa Amsterdam läuft in flüssiger Simulation mit 30 oder mehr Bildern pro Sekunde.

Ein modelliertes Terminalinnenleben sucht man in Amsterdam vergebens. Es ist auch nicht durch den Configurator zuschaltbar. Die verwendeten Texturen liefern jedoch ein stimmiges Bild und ergänzen sich gut mit den aufwändigen Modellen. Der Verzicht auf durchsichtige Glasfronten schafft besonders bei einem so umfangreichen Terminal wie in Amsterdam, einen erheblichen Performancepuffer. FlyTampa ermöglicht in direkter Nähe zum Terminal und auch beim Blick aus der Ferne hohe und stabile Bildwiederholungsraten.

Auch die Landside des Terminals ist detailreich umgesetzt worden. Gebäude wurden mit vielen Einzelheiten modelliert und mit passenden Texturen ausgestattet. Schilder wurden mit gut aufgelösten Schriften versehen, Fahrzeugen verkehren auf den Straßen vor den Abflughallen. Auch an dieser Stelle gefällt die plastische Umsetzung vieler Details. Bei näherer Betrachtung des Towers fällt auf, dass die Fenstertexturen unpassend sind und teilweise anscheinend im inneren des Kontrollraumes aufgenommen wurden. Aus der Ferne fällt dieser Misstand jedoch nicht auf.

Aufwendige Modelle, stimmige Texturen, spannende Effekte und interessante, klitzekleine Details begeistern. Um sein Flugzeug vernünftig parken zu können, stellen die Entwickler ein funtkionierendes SafeGate-System zur Verfügung. FSX Piloten haben im Configurator sogar die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Modellen. Das Deboarding kann im Anschluss über STRG-J-animierte Fluggastbrücken erfolgen. SODE-Jetways sind leider nicht verfügbar; sie wären auf einem Großflughafen mit Doppelbrücken und dem entsprechenden Fluggerät sicherlich für viele Nutzer noch eine zusätzliche Aufwertung des von FlyTampa spektakulär umgesetzten Terminalgebäudes.

Bodentexturen

Eine realistisch wirkende Flughafenszenerie baut auf glaubhaft umgesetzten Bodentexturen. Tonnenschwere Flugzeuge, die sich rund um die Uhr auf den Asphalt- und Betonflächen bewegen hinterlassen ihre Spuren. Entsprechend wurden Taxiways, Runways und Aprons von FlyTampa mit entsprechenden Abnutzungsspuren versehen. Gummiabrieb, Witterungsspuren und Risse im Bodenbelag wurden von den Entwicklern großzügig verteilt. Am Holdingpoint N5 an der Startbahn 09 hat sich ein Fehler in der Markierung eingeschlichen. Dort ist fälschlicherweise die Bahn 18C markiert. Üblicherweise bessert FlyTampa in solchen Fällen jedoch in kommenden Updates nach.

Die verschiedenen Autobahnunterführungen, die die Bahnen des Flughafens an mehreren Stellen kreuzen, wurden nicht plastisch umgesetzt. Sie sind als einfache Bodentextur dargestellt. Update: Die Rollwegquerungen sind plastisch modelliert worden und sehr gut in das Terrain eingebettet. Bei der Installation ist dabei zu achten, dass die beiden FlyAmsterdam-Einträge an der Spitze der Szeneriebibliothek stehen, anonsten kann es (wie bei mir) zu Anzeigefehlern kommen. An dieser Stelle sei ausdrücklich der exzellente Support von FlyTampa hervorzuheben. Binnen 12 Stunden bekam ich eine passende und ausführliche Antwort auf mein Problem und konnte es somit umgehend beheben.

Generell ist zu sagen, dass die Bodentexturen auf dem Vorfeld hoch aufgelöst sind und sehr scharf dargestellt werden. Abseites der Rollflächen ist ein entsprechendes Luftbild verwendet worden, das weniger hoch aufgelöst ist. In den meisten Fällen sind diese Bereiche nicht aus der Nähe vom Flugzeug zu sehen. Sie machen aus der Ferne betrachtet aber einen angemessenen Eindruck und runden das Gesamtbild ab.

Schriftzüge, Linien und Markierungen sind von den Entwicklern detailliert aufgearbeitet worden. In FlyAmsterdam sind die Bodentexturen generell weniger kontrastreich und blasser als bei den unmittelbaren Vorgängern (Bsp. Sydney), dem Gesamtbild schadet dieser Umstand jedoch nicht. Verschiedene Bodenbeläge sind entsprechend abgebildet worden, die verschiedenen Farben und Sättigungen ergänzen sich gut, auch im Zusammenspiel mit den vielen Grasflächen und dem entsprechenden 3D-Gras.

Ein kleiner Kritikpunkt ist die Texturierung des A-Aprons. Dieser Vorfeldbereich ist Stellplatz der KLM-Cityhopper. Die Flüge der Fokker- und Embraerflotte beginnen und enden an dieser Stelle. Dementsprechend viel Verkehr herrscht an diesem Bereich. FlyTampa hat die Parkpositionen an dieser Stelle jedoch nur mit wenigen Abnutzungsspuren bedacht. Das Vorfeld wirkt an dieser Stelle zum Teil etwas zu steril. Generell fällt auf, dass die Abnutzungsspuren an den Parkpositionen auf dem gesamten Flughafengelände ein wenig eintönig sind und sich die Muster schnell zu wiederholen scheinen.

Auch wenn Schnee in Amsterdam selten in großen Mengen fällt und anschließend auch liegen bleibt, haben die Entwickler wie bereits erwähnt, ein komplettes Texturset für den Winter als Option bereitsgestellt. Neben Rasenflächen wurden auch Taxiways und Aprons mit entsprechenden Spuren des Niederschlags versehen. Die vielen Schneerückstände auf den Vorfeldern zeugen von harter Arbeit der Räumdienste, Teile des Flughafens liegen sogar noch komplett unter einer leichten Schneedecke, die von einigen Reifenspuren durchzogen wird. Zwar scheinen die Texturen an einigen Stellen, an denen noch Grün unter dem Weißbelag zu erkennen ist, deutlich grober zu sein als beim Standarttexturenset, trotzdem ist die Winterdarstellung aus meiner Sicht gut gelungen und erweckt tatsächlich den Eindrcuk eines ungemütlichen Schneegestöbers.

Flughafengelände

Auch abseits des Terminals haben die Entwickler von FlyTampa plastische und aufwenige Modelle platziert. Die Bodentexturen sind in diesen Bereichen zumeist grober aufgelöst, erfüllen dennoch ihren Zweck. Schriftzüge sind stets gut zu lesen und machen sowohl aus der Nähe, als auch aus der Ferne betrachtet, einen stimmigen Eindruck. Die bunte Beschilderung von Wartungsunternehmen, Logistikdienstleistern, Groundhandlern und Cateringgruppen sorgt für ein atmosphärisches Bild. Typisch dem eines Gewerbegebiets in unmittelbarer Flughafennähe.

Im Bereich hinter der KLM-Cityhopperzentrale ist auf dem Luftbild ein Waldstück zu erkennen, das ein wenig weiter nordwestlich auch umgesetzt worden ist, an dieser Stelle befindet sich jedoch nur plattes Land. In anderen Bereichen wurden neben Gebäuden auch entsprechend Begrünung umgesetzt und lassen das Flughafengelände und sein Umfeld an keiner Stelle (ausgenommen der Beschriebenen) kahl oder trostlos wirken. Parkplätze wurden entsprechend mit Fahrzeugen ausgestattet.

Insgesamt macht das gesamte Flughafengelände einen tollen Eindruck. Besonders die aufwendigen Gebäude und ihre markanten Details begeistern in jedem Bereich, doch auch die Texturierung und Objektverteilung stimmt, sodass ein vollkommen stimmiges Gesamtbild entsteht.

Flughafenumfeld

Im ersten Eindruck habe ich beschrieben, dass der Anflugbereich weiträumig abgedeckt ist und die Kanten zu FTX-Global kaum aufallen. FlyTampa macht zum umliegenden Gebiet, das mit zur Szenerie gehört, keine genaueren Angaben, das wahre Ausmaß der Szenerie hat sich somit erst bei einer genaueren Betrachtung des Flughafenumfelds gezeigt.

Neben der Innenstadt an sich, die mit Luftbild und Autogen umgesetzt wurde, sind weitere, riesige Landflächen um den Flughafen herum von FlyTampa abgedeckt. In Amsterdam an sich wurde auf die Platzierung großer Bauten, wie dem Hauptbahnhof oder diversen Kirchen, verzichtet. Der Gesamteindruck beim Überflug ist dennoch spekatkulär. Die schiere Masse an Gebäuden und ihre (größtenteils) sehr akkurate Platzierung schaffen ein tollen Anflug- bzw. Abflugerlebnis.

Abseits der Stadt wurden kleine Ortschaften abgebildet und die weiträumigen Felder der Niederlande. Selbstverständlich fehlen auch die charakteristischen, bunten Blumenfelder nicht. Der Übergang zu FTX Global ist an einigen Stellen durchaus sehr scharf, da die weiträumigen Felder kleinen grünflächen und vielen Bäumen weichen. Die Platzierung der Übergangsstellen ist jedoch geschickt umgesetzt worden. Es gibt keine abbrupten Kanten, der Wechsel zwischen FTX und FlyTampa wird, soweit ich es im Rahmen dieses Reviews festellen konnte, immer an Straßen, Flüssen oder Waldrändern vollzogen.

Trotz der vielen Gebäude und Objekte bleibt die Ablaufgeschwindigkeit beim Überflug hoch. Meine Frames lagen auch in komplexen Airlinern wie PMDGs Boeing 777 über 30 und ermöglichten einen flüssigen An- und Abflug in Amsterdam.

Der Flughafen bei Nacht

Auch in der Nacht zeigt FlyAmsterdam seine Stärken. Die Szenerie wirkt nicht zu hell, Terminal und Aprons sind gut ausgeleuchtet, der Rest des Geländes bleibt im Dunkel und wird nur durch die Taxi- und Runwaybefeuerung erhellt. Besonders gut gefällt mir, dass Licht aus dem Terminal und von Schildern auch auf das davorliegende Gras fällt. Die Beleuchtung wirkt auf diese Weise sehr realitätsnah und sorgt für ein glaubhaftes Erscheinungsbild des nächtlichen Schiphols.

Auf Volumetrisches Licht haben die Macher von FlyAmsterdam verzichtet. Obwohl mit den letzten Updates die meisten Szenerien des Entwickler mit einem solchen Feature ausgestattet wurden, sucht man es in Schiphol vergeblich. Dafür wurden penibel auf die korrekte Darstellung von Lichtkegeln geachtet. So enden die von Flutlichtmasten beleuchteten Flächen nicht an der Kante einer Bodentextur, sondern werden, sofern der Schein sich soweit ausbreiten würde, auch in weiteren Bereichen dargestellt. So etwa bei Übergängen zwischen Beton und Gras oder zwischen Gebäude und Vorfeld. Ein klein wenig unpassend wirkt, in diesem Zusammenhang, dass 3D-Gras im Licht eines einzelnen Flutlichtmastes. Die Fahrzeuge im Enteisungsbereich bleiben zudem dunkel, obwohl sie unmittelbar im Schein der Lichtmasten stehen. Dennoch ist die feine Ausarbeitung der Lichteffekte gut gelungen. Sie wirken nachvollziehbar und stimmungsvoll. Zudem liefert FlyAmsterdam auch in der Dunkelheit eine sehr gute Performance.

Auch die Beleuchtung von Runways und Taxiways ist von FlyTampa akkurat umgesetzt worden. Die verschiedenen Markierungen sind weithin sichtbar und haben eine passende Helligkeit. Sie sind für meinen Geschmack weder zu hell, noch zu dunkel und passen gut mit den helleren Flut- und Terminallichtern zusammen.

Fazit

FlyAmsterdam ist ein Flugsimulationsdrehkreuz wie es im Buche steht. Beeindruckende Modelle und passende Texturen liefern zusammen mit spannenden Animationen einen stimmungsvollen und atmosphärischen Flughafen. Dabei wird auf einige Details wie transparentes Glas oder volumetrisches Licht verzichtet um eine stabile und flüssige Simulation gewährleisten zu können. Für Nutzer mit schwächeren Systemen steht zudem ein Konfigurationstool zur Verfügung um die Szenerie auf die eigenen Bedürfnmisse anpassen zu können. Eine weitläufige Abbildung des Umlandes und der Innenstadt von Amsterdam ermöglicht zudem bereits im Anflug spektakuläre Blicke aus dem Fenster. FlyTampa Amsterdam erhält aus diesen Gründen die Auszeichnung „Editors Choice“ der Redaktion von simFlight.de!

Informationen

Pro Contra
  • spektakuläre Terminalmodelle
  • stimmige Bodentexturen
  • passende Atmosphäre
  • umfangreicher Configurator
  • riesiges, abgedecktes Umland
  • sehr gute Performance
  • einige kleine Fehler
Informationen Testsystem
  • Entwickler: FlyTampa
  • Versionen: FSX/P3D
  • Preis : 33.32€
  • Kauf: simMarket
  • Größe: 2,1 GB

 

  • Intel I7-4790K @ 4,6 Ghz
  • Geforce GTX 970
  • Windows 10  64Bit
  • Prepar 3D 3.4

 

 Tom Domenic Götz

 

 


15 comments to Review: FlyTampa – Amsterdam (FSX/P3D)

  • Lasstmichdurch

    Schönes Review! Vielen Dank!
    Eventuell noch das spekatkuläre + Perdormance im Profeld ändern…

    Frohes neues Jahr allen!

  • Lars

    Wow Tom … sehr detailliert! Überrascht, keinen Tunnel 3D zu sehen … sie schauen, um in Videos und Fotos modelliert werden?

  • Henk de Vries

    Entschudiging für Englisch zu schreiben:

    This review is full of factual errors which makes one question the thoroughness of it:
    1. „Frachtcarrier wie Martinair und Singapore Airlines Cargo bringen wie zur Zeit der Ost-Indien-Kompanie“: Martinair does not fly to Asia.
    2. „wie der Polderbaan oder Fokkerbaan“: no runway is called the ‚Fokkerbaan‘.
    3. „Nach erfolgter Landung auf der 05“: Runway 05 does not exist at EHAM, but 06 and 04 do.
    4. „Amsterdam Schiphol gehört ebenso wie Frankfurt am Main, Hamburg und Paris Orly zur ersten Riege der europäischen Flughäfen.“: Paris-Orly should be Paris-Charles de Gaulle.
    5. „Name Schiphol.. sein Ursprung ist bis heute jedoch nicht eindeutig geklärt.“: The name Schiphol comes from a defensive fort at the edge of the lake where Schiphol is located on reclaimed land.
    6. „Anfang der 2000er Jahre…Konstruktion der Start- und Landebahn 18L/36R.“: This should be runway 18R/36L (Polderbaan).

    Lastly, but most importantly:
    7. „keine modellierten Autobahnunterführungen“: All road underpasses and taxiway bridges are modeled in 3D terrain, which was somehow missed in this review.

    • Tom

      Hi Henk, thanks for your suggestions; indeed, I missed both Runway designations you mentioned. They were corrected.

      1. This is a misinterpretation; the phrase does not imply that Martin Air flys to Asia…
      2. Runway 04, todays Oostbaan was previously known as Fookerbaan.
      4. Paris Orly is much older than its successor CDG. CDG itself was build to relieve Orly.
      5. The Name Schiphol may also rose from an area where ships were lost in the former Harlemmermeer. In fact, your explanation is the same one of wikipedias (en version) but there is a lot confusion around „schiphol“ Klick -> https://blogs.transparent.com/dutch/6-things-you-need-to-know-about-schiphol-airport/
      7. Indeed, I have no 3D-Terrain, but I will check if there is something wrong with my installation. => corrected: There IS 3D-Terrain. Maybe there are other users having this issue too…

      Thanks for your attentiveness. We will check and correct (partly allready done) your hints. But please check facts yourself before blaming faults that are actually correct.

      • Henk de Vries

        Thanks for the corrections, Tom.

        1. A direct comparison with the Ost-Indien-Kompanie is made, which exclusively dealt with trade from Asia. This implies the Martinair flies to Asia in this comparison. If you would like to make this comparison (which is a great one btw!), please refer to the Niederländische Westindien-Kompanie for Martinair which traded in North America, the Caribean, South America and Africa. And this is exactly where Martinair does operate.

        2. I cannot find any credible sources stating ‚Fokkerbaan‘ as the official or previous name. All I can find are references to it being a nickname among the general public. Therefore, it is confusing to use it together with the official names of other runways, which creates the impression that the ‚Fokkerbaan‘ is also an official name.

        4. Sorry, my mistake: I misread that sentence, I thought it referred to the top 3 airports in Europe. Of course Orly is correct in what you actually wrote.

        5. I never understand the mystery of where Schiphol airport got its name. It’s named after the fort and the story for the airport ends there. Here is the official land purchase document (10 March 1916) from the Amsterdam city archives, which describes the transaction as ‚proposal to acquire land at Fort Schiphol: http://puu.sh/tdI2j/93811e7465.jpg

        Where the word ‚Schiphol‘ itself comes from is a whole other story and bears no relevance with the naming of the actual airport, so the poetic feeling created by this irrelevant ‚mystery‘ is misplaced here and all other pieces.

        Sorry for rambling on about this, I just can’t help it as a Dutchman…

  • Chris

    Toller Airport. Und Hut ab für die Einbettung eines brauchbaren AFCADs mit Gate-Zuweisungen. JustSim bspw. kriegt das offensichtlich nicht auf die Reihe und veröffentlicht ihre Airports ohne Gate-Zuweisungen. Die Performance ist auch mit AI Traffic top. Sehr gute Szenerie.

  • Sehr schönes Review. Habe nur ein Problem mit der Performance und bekomme nur etwa 15 FPS im FSX und laufe relativ schnell in einen OOM, obwohl mein FSX getweaked ist.

    i5-3570K
    GTX 660Ti
    Samsung Evo

    • Axel

      Schonmal an einen Wechsel zu P3D v3 gedacht? 😉

      • Habe ich auch schon überlegt, nur die erneuten PMDG Kosten halten mich noch davon ab oder gibt es einen Weg, dass man die FSX PMDGs in den P3D konvertiert?
        Darf man mit der P3D Professional License Videos veröffentlichen?
        Aber selbst für den FSX sind 15 FPS etwas wenig oder?

        • Nein, PMDG-Produkte für den FSX dürfen und können nicht im P3D benutzt werden.
          Und klar: natürlich darf man Videos aus dem P3D pro veröffentlichen – warum denn nicht?!
          15 fps im FSX werden sich bei einer GTX 660 leider nicht im P3D verbessern. Da braucht es eine schnellere Graka mit mehr VRAM.

        • Michel See

          Ich würde jetzt mit P3D warten. Wenn du es bisher hast kommt es auf ein paar Wochen/Monate nicht an.
          Es kommt bald P3Dv4 welches vmtl. 64Bit bringt.
          Warte das lieber ab, bis klar ist was läuft und wie die Upgrade//Preispolitik der Addons ist.

  • Chris

    Es gibt übrigens im FlyTampa Forum ein Texturenpaket mit in der Auflösung reduzierten Texturen, welche meiner Meinung nach immer noch voll in Ordnung sind, aber vermutlich deutlich weniger Speicher fressen und somit die OOM Problematik entschärfen dürften. Obs auch vorteilhaft für die FPS ist, weiss ich nicht, ich habe zumindest mit P3D keinerlei Performanceprobleme.

  • Das Texturepack bringt leider gar nichts bei mir 🙁
    Neue Grafik soll es eh bald werden.

    • Chris

      Eine neue Grafikkarte wird vermutlich etwas mehr FPS geben, aber auch nicht die Welt (beim FSX ist immer noch die CPU der limitierende Faktor). Was eine neue Grafikkarte aber ganz sicher nicht verändert, sind die OOMs…

  • Ja, ich weiß. Nur ich weiß echt nicht, wieso das LITETEX bei mir nichts bringt…