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Review: Bombardier Dash8-Q400 von Majestic Software

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Einleitung

Turboprops sind doch so etwas wie die Stiefkinder der Luftfahrt. Sie gelten traditionell als klein, unbequem und laut. Junge Piloten müssen sich in deren Cockpits erst hochdienen – nicht selten beginnt die Karriere im rechten Sitz einer Turboprop. Die Königinnen der Lüfte waren immer schon die Airliner: wie kaum ein anderes Produkt der Ingenieurskunst stehen sie kompromisslos für das „größer, schneller, weiter“ – ein fundamentales Credo der Luftfahrtindustrie. Dabei spielen gerade die Turboprops eine tragende Rolle im weltweiten Flugverkehr. Keiner der schicken Großraumjets würde heute profitabel abheben, wenn deren Drehkreuze nicht von einem beständigen Strom an Passagieren gefüttert werden würden. Von kleinen Inseln ebenso wie von Provinzhauptstädten. In Zentraleuropa ebenso wie in Ozeanien oder Alaska. Diese Verkehrslast tragen vor allem Turboprops, und sie machen ihren Job richtig gut.

Da ist es nur zu begrüßen, wenn die Flugsimulation eingeladen ist, ihre Flotten zu erweitern, die Hangartore weit zu öffnen und ein neues Mitglied aufzunehmen. „Majestät lassen bitten!“ Was klingt wie eine Aufforderung des Hofmarschalls, haben sich Frank Schmidt und Stefan Benzinger zu Herzen genommen und sich deren Prinzessin mal näher vorgenommen. Ob es ein wahrhaft königliches Vergnügen war, erfahrt Ihr durch

Philosophie des Gesamtprojektes (Stefan)

Wie schon beim Vorgängerprojekt, der Dash8-300, werden mehrere Versionen angeboten: zunächst gibt es eine „Pilot“-Ausgabe, die sich an den Flugsimulationsbegeisterten allgemein richtet. Etwas tiefer in die Materie muss einsteigen, wer die „Pro“-Version pilotieren will, und richtig anspruchsvoll verspricht dann die „Training“-Edition zu werden. Aktuell verfügbar ist die „Pilot“-Ausgabe, die auch Gegenstand dieser Rezension ist. Eine detaillierte Auflistung der vorhandenen und versprochenen Features findet sich auf dieser Seite des Herstellers.

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Bezug, Installation, Preis (Stefan)

Verfügbar ist die Pilot-Ausgabe derzeit nur als Download im simMarket und bei JustFlight sowie im australischen FlightSim PilotShop zum Preis von € 49,94. Knapp 400 MB müssen durch die Leitung, bevor sich nach den üblichen Registrierungsformalien der Flieger und noch einiges mehr im virtuellen Hangar findet. Etwas Platz auf der Platte sollte man übrigens schon schaffen: 2,1 GB wollen erst mal geparkt sein.

Zusätzlicher Lieferumfang (Frank)

Bei der Installation wird neben dem Flugzeug und einer ansprechenden Auswahl von Bemalungen noch weiteres Beiwerk auf die Festplatte geschaufelt. Zum einen gibt es eine umfangreiche Dokumentation und zum anderen ein Konfigurations-Tool mit integriertem Load-Manager.

Die Dokumentation wird zusammengefasst von einer HTML-Seite, die sich mit jedem gängigen Browser bequem öffnen lässt. Einmal „gebookmarkt“, erhält man jederzeit blitzschnell Zugriff auf die benötigten Dokumente. Erfreulicherweise sind nicht nur die Checklisten vorhanden, sondern auch die „Speedcards“, mit deren Hilfe sich die korrekten Geschwindigkeiten abhängig von der Beladung ermitteln lassen. Neben dem ausführlichen „System Tutorial“ ist auch ein „Sample Flight Guide“ vorhanden. Letzteres bedarf meiner Meinung nach jedoch dringender Nachbesserung, weil sich weder die angesprochene Startsituation finden ließ, noch war es möglich die beschriebene Route mit den aktuell mitgelieferten Navigationsdaten zu programmieren.

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Total verzweifelte User finden darüber hinaus über die Übersichtsseite der Dokumentation auch den Link zum Support von Majestic Software. Sie betreiben ein eigenes Forum, wo nach einfacher Anmeldung nicht nur Beiträge gelesen sondern auch verfasst werden können. Sämtliche Dokumente und auch das Userforum sind wie üblich in englischer Sprache.

Das Konfigurations-Tool ist eine eigenständige Anwendung, die über das Windows Programm-Menü aufgerufen wird. Selbstverständlich kann man sich auch ein Alias auf den Desktop legen. Das in mehrere Bereiche unterteilte Tool erlaubt die Umstellung der Maße und Einheiten von „lbs“ in „kg“ bzw. von „In“ in „hPa“. Außerdem lässt sich die Grafik-Qualität und die Refresh-Rate beeinflussen, sowie einzelne Joystick-Achsen feinjustieren. Der wichtigste Reiter trägt die Aufschrift „Weight & Balance“. Hierüber lässt sich die Dash-8 Q 400 mit Passagieren, Gepäck und Treibstoff beladen. Die eingegebenen Werte werden per Knopfdruck kalkuliert und die Gewichte samt Treibstoff an den FSX übertragen. Hierfür sollte der FSX bereits gestartet und das Flugzeug abflugbereit geladen sein.

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Leider ist das Tool nicht in der Lage, die nötige Treibstoffmenge zu planen. Hierfür muss ein externes Helferlein herhalten oder man plant frei nach Schnauze.

Äußere und innere Ansichten (Frank)

Das Außenmodell der Dash-8 Q 400 ist recht ansprechend umgesetzt worden. Es ist vielleicht nicht ganz so detailverliebt geraten, wie es die technischen Möglichkeiten des FSX zulassen würden, aber der optische Eindruck ist stimmig. Bleibt man vom Betrachtungsabstand auf einem Level, der immer noch das gesamte Flugzeug zeigt, sind die Details und die Auflösung der Texturen vollkommen ausreichend. Das entspricht einer Zoomeinstellung von 2.0 (Fester Beobachter). Erst wenn man den Versuch startet, einzelne Nieten zu zählen oder ähnliches, offenbaren sich leichte Schwächen gegenüber manchem Mitbewerber.

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Majestic Software sieht seine Klientel sicherlich eher bei den ernsthafteren Usern, die im Zweifel sogar auf ein Außenmodell ganz verzichten könnten. Daher ist es zu verschmerzen, dass die Darstellung des selbigen nicht auf die Spitze getrieben wurde. Trotz allem wurde auf gewisse Details nicht verzichtet. Die Cockpitbesatzung sowie Klappen, Ruder, Türen, Fahrwerk und Propeller sind selbstverständlich anständig animiert, wie es sich für ein zeitgemäßes Modell gehört. Ebenso kann am Boden ein Generatorwagen „geordert“ werden, der vorn am Flugzeug die externe Strom- und Druckluftversorgung auch optisch unterstützt.

Zudem lassen sich sämtliche Türen und Luken öffnen, allerdings nicht alle unabhängig von einander und nur über die lästigen Standard-Tastenkombinationen des FSX. Das hat die Konkurrenz schon besser gelöst, beispielsweise mit Untermenüs, die sich im FMS aufrufen lassen.

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Absolut unverzeihlich hingegen ist das Stand- und Rollverhalten des Modells. Schon beim Aufruf über das FSX Menü kann es passieren, dass das Flugzeug vom Boden wegspringt. Das kann sogar soweit eskalieren, dass sich dieser Effekt aufschaukelt und schlussendlich zum Crash führt. Ist es gelungen, das Flugzeug ruhig am Gate zu platzieren, kommt es trotz allem ab und an zu unerklärlichen Auf- und Abbewegungen des Modells. Es scheint fast so, als wäre dieses Flugzeug in einem früheren Leben in der Low Rider Szene aktiv gewesen. Auch das Zusammenspiel mit externen Tools wie AES oder GSX quittiert die Dash-8 Q 400 mit kuriosen Eigenheiten, die mir zuvor noch bei keinem anderen Flugzeug untergekommen ist. Gleiches gilt übrigens auch für Kamera-Tools wie den FS Recorder. Derzeit sind diese Programme schlichtweg inkompatibel! Hier besteht noch akuter Handlungsbedarf seitens des Herstellers.

[Kommentar Ingo Voigt]
Besonders Bemerkenswert ist, dass ich im Gegensatz zu Frank und Stefan dieses Verhalten nur bedingt nachvollziehen kann. Bei der Release Version hatte ich diese Probleme ebenfalls. Nach einer Landung war an ein geordnetes Taxiing zur Parkposition nicht zu denken. Seit Version 1.006 ist das Problem bei mir persönlich behoben. Bei Frank und Stefan wurde es allerdings nicht wirklich besser.
[Ende des Kommentars]

Der optisch solide Eindruck des Außenmodells setzt sich im Inneren des Flugzeuges fort. Der Arbeitsplatz der Piloten wurde in einem sehr ansprechenden virtuellen Cockpit umgesetzt. Es wirkt sehr detailliert und keineswegs steril. Die geschickt platzierten Abnutzungserscheinungen wirken stimmig und nicht wie aus einem Hochglanzprospekt des Herstellers. Hier und da hätte ich mir ein paar schärfere Texturen gewünscht aber im direkten Blickfeld des Piloten (Instrumente, Overhead-Panel usw.) ist alles vom Feinsten. Schalter sind gut zu bedienen und die Beschriftungen gut lesbar. Hier ist man auf der Höhe der Zeit. Angenehmerweise lassen sich auch bei diesem Cockpit die Steuersäulen einfach per Mausklick ausblenden, falls diese die Sicht auf Instrumente oder Schalter behindern.

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Beleuchtung (Frank)

Auch in dieser Disziplin wurden die gängigen Standards mit einzeln schaltbaren Lichtern umgesetzt. Die Nachtbeleuchtung des Außenmodells kann sich sehen lassen. Eingeschaltete Taxi- und Landescheinwerfer sind am Modell (tagsüber und nachts) gut zu erkennen und hübsch anzusehen. In der Dämmerung und nachts werden Pisten und Rollwege entsprechend ausgeleuchtet. Die Positionsleuchten reflektieren sogar am Boden.

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Auch das Cockpit lässt sich über diverse Schalter individuell beleuchten, allerdings nicht ganz so detailverliebt wie bei PMDG, die diesbezüglich noch immer die Referenz darstellen.

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Sound (Stefan + Frank)

Auch bereits verwöhnte Ohren werden hier mit einem akustischen Leckerbissen verwöhnt – und das, obwohl das „advanced Sound System“ erst in der „Pro“-Version folgen soll. Die Bedienung der Cockpitinstrumente ist ebenso realistisch unterlegt wie der Triebwerksstart, das Hochfahren der Props und die Klimaanlage. Ein besonderes Schmankerl sind die Ansagen der Besatzung inklusive Boarding-Musik. Die Soundfiles können automatisiert ablaufen oder einzeln über eine FMC-Seite abgespielt werden. Bravo! Andere Hersteller verzichten auf derlei Fleißaufgaben und „zwingen“ den realitätsbewussten Simmer zur Installation weiterer Add-ons. Wer allerdings nach Möglichkeiten sucht, diese Sounds nach eigenem Ermessen zu konfigurieren oder in der Lautstärke anzupassen, sucht vergebens nach einer komfortablen Einstellmöglichkeit. Teilweise lassen sich Änderungen durch die Modifikation von Konfigurationsdateien erreichen, aber dies ist unpraktisch und wohl eher für Fortgeschrittene gedacht.

Die Programmierer haben offenbar auch den üblichen Weg der Sounderzeugung im FSX verlassen, denn die Geräusche bleiben auch dann erhalten, wenn der FSX nicht im Vordergrund ausgeführt wird. Wechselt man beispielsweise zwischendurch zu einer Moving Map oder ähnlichem, wird der Sound nicht unterbrochen. Das ist im FSX sonst nur mit zusätzlichen Tools wie Soundstream von Flight1 möglich.

Externe Hardware (Frank)
Während die Dash-8 Q 400 noch gut mit den gängigen Hardware-Erweiterungen der Stubenpiloten (Joysticks, Yokes oder Ruderpedalen) zurecht kommt, wird es bei spezieller Hardware schon schwieriger. Wer stolzer Besitzer eines Panels zur Einstellung der Funk- und Navigationsfrequenzen ist (wie z. B. das M-Panel von VRinsight o. ä.) wird leicht verärgert feststellen müssen, dass Majestic Software offenbar auch hierfür nicht die üblichen Standards des FSX nutzt. Jedenfalls ist die Dash-8 Q 400 das erste Flugzeug in meinem Hangar, welches das Zusammenspiel mit dem M-Panel komplett verweigert.

Systemsimulation (Stefan)

Ein hoher Detaillierungsgrad im Cockpit lässt eigentlich immer auf ein tiefgründiges „dahinter“ schliessen. Und so ist es auch: alle Systeme der realen Maschine finden sich funktionell abgebildet. Sogar ein Wetterradar und eine Terraindarstellung lassen sich aktivieren. Man spürt ganz deutlich, dass die Entwickler mit den noch kommenden Versionen viel vorhaben. Schließlich soll die „Training“-Edition von Realpiloten in der Typenschulung und der Vorbereitung zum teuren Level-D-Simulatortraining dienen und so Geld sparen helfen.

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Es würde den Rahmen dieses Reviews sprengen, wenn ich jetzt auf alle Details der verschiedenen abgebildeten Systeme eingehen würde. Ich möchte mich daher auf das Beispiel der Turbinen und des power managements beschränken. Turboprops und ihre Besonderheiten wurden bekanntlich von den Machern des FSX und seiner Vorversionen immer stiefmütterlich behandelt. Von einer auch nur ansatzweise realistischen Simulation konnte in den Standardflugzeugen und fast aller Freeware-Modelle nie die Rede sein. Verschiedene kommerzielle Add-ons haben hier bereits einige Lücken geschlossen, aber eine wirkliche vollumfängliche Abbildung eines Turboprops einschließlich Fehlersimulation hat noch kein Hersteller geschafft.

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Wie schlagen sich Majestät nun auf diesem Feld? Nun, in der vorliegenden Pilot’s Version ist das Feature „scenario based failures“ noch nicht enthalten. Es geht also vornehmlich um die „normal operations“ gemäß mitgelieferter Checkliste. Das Handbuch beschreibt die Bedienung der Triebwerke und der Propeller zusammen unter dem Eintrag „Powerplant System“ auf gut 10 Seiten sehr kompakt und instruktiv. Übrigens zeigte sich bei der Recherche zu diesem Review, daß die Bedienphilosophien der Dash 8-Triebwerke je nach Airline deutlich voneinander abweichen. Die sogenannten s.o.p.’s (Standard Operating Procedures) schreiben den dort beschäftigten Piloten recht genau vor, wie der Flieger zu bedienen sei. Deshalb können in Internet-Videos und anderen Quellen durchaus unterschiedliche Verfahren gesehen werden, die aber für sich genommen alle korrekt sind. Die s.o.p.’s machen halt den Unterschied.

Ich will nicht zu weit ausholen, denn über Turboprop-Triebwerke sind schon viele tausend Seiten geschrieben worden. Die Materie ist komplex – wesentlich komplexer als bei herkömmlichen Kolbenmotoren oder Turbofantriebwerken, also dem klassischen „Düsenantrieb“. Interessierten seien die einschlägigen Wikipedia-Seiten empfohlen, und auch googgle & Co. liefern interessante Quellen.

Wichtig bei Turboprops ist, daß sich die erzielte Leistung des Kerntriebwerkes wie bei Turbofan-Aggregaten auch immer mit einer Stellgröße verändert: dem Throttle. Dieser bestimmt durch die Menge an zugeführtem Treibstoff die Drehzahl der Antriebswelle. Dieser Vorgang wird mit den Parametern %N2 (der Drehzahl der zweiten Kompressorstufe) und EGT (der Temperatur am Ausgang der Brennkammer) überwacht. Von der Antriebswelle erfolgt die Kraftübertragung an den Propeller dann über ein Getriebe. Zu guter Letzt kann am Prop dann noch der Anstellwinkel der Blätter verändert werden. Er wird bei der Dash immer so konfiguriert, daß eine bestimmte Drehzahl des Props gehalten wird. Eigentlich ein klassischer Constant Speed-Propeller, wenn nicht… bei der Dash den Propellern mit den Condition Levers je nach gewünschter Leistungsstufe (MTOP, NTOP, MCL, MCR) eine feste Drehzahl zugeordnet wird – im Unterschied zu einem normalen Constant Speed Propeller, wo die Drehzahl in der Regel innerhalb eines relativ weiten Bereichs gewählt werden kann.

Die Leistung, die der Propeller letztlich dem Piloten zur Verfügung stellt, hängt von der Stellung des Throttle und dem Drehmoment (Torque) ab. Das Drehmoment ergibt sich aus der Drehzahl des Propellers und seines Anstellwinkels. Dieser Wert wird zur Überwachung als Prozentwert des zulässigen Maximums auf dem Panel ausgegeben (%TRQ). Schließlich wird die Gesamtleistung des Systems Antrieb natürlich noch durch atmosphärische Rahmenbedingungen (Luftdruck, Temperatur, rel. Feuchte, Dichtehöhe) maßgeblich mitbestimmt. Es würde aber jede Besatzung völlig überfordern, alle Variablen dieses hochkomplexen Vorganges im Auge zu behalten und auf jegliche Änderung unmittelbar zu reagieren.

Moderne Flugzeugmuster haben deshalb immer ein FADEC-System (fully automated digital engine control). Dahinter verbirgt sich im Prinzip ein Computer, ähnlich der digitalen Motorsteuerung in einem Auto. Dieses System nimmt dem Piloten eine Unmenge Arbeit ab und trägt entscheidend zur Betriebssicherheit bei. Verschiedene Umweltparameter und die Steuereingaben des Piloten werden fortlaufend registriert und verrechnet. Diese Ergebnisse benutzt dann das FADEC zur Steuerung der Triebwerke und gibt dem Piloten seinerseits wieder Hinweise auf Betriebsgrenzen und Leistungsreserven. Wohlgemerkt: ein FADEC ist kein Autothrottle! Es ist ein Assistenzsystem, das Daten registriert, verrechnet und ausgibt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Der geneigte Stubenpilot hat es also mit dem Powerplant Management der Dash einfacher, als es vielleicht zunächst scheint. Der wesentliche Unterschied zu einem Airliner ist die Existenz zweier Hebel pro Triebwerk: einen für den Throttle und einen für die Propellerdrehzahl – den Condition lever. Und die haben auch noch vorgegebene Rasten. Den Rest macht das FADEC. Praktisch, oder? Von den Überwachungsinstrumenten kommt neben %N2 und der EGT noch die %TRQ (Torque) dazu.

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Je nach Flugphase werden die beiden Hebel in unterschiedliche Stellungen gebracht, was dann via FADEC und automatischer Propellerverstellung eine adäquate Freisetzung von Energie erlaubt. Dabei ist eine gewisse Vorausschau und eine ruhige Hand gefragt. Turboprop-Triebwerke haben einerseits eine gewisse Latenz in der Reaktion und reagieren andererseits teilweise recht bockig auf hektische, rasche Lastwechsel. Außerdem setzten sie  – einmal auf Touren – große Mengen Energie frei – die freilich schnell zu groß sein können.

Wer die beiden Hebel jedoch gemäß Handbuch und Checkliste bewegt, hat nichts zu befürchten! Die Systemsimulation ist dabei äußerst akkurat. Das Taxiing mit dem sanften Beschleunigen und Abbremsen der Maschine alleine durch eine kleine Veränderung in der beta-Range der Props ist so noch nie gezeigt worden. Die weitgehend autonome Triebwerksteuerung im Reiseflug lässt einen fast vergessen, daß man gar keinen Autothrottle hat. Man bräuchte ihn schlichtweg auch nicht. Das teilweise recht zügige Abbremsen nach der Landung lässt auch „short field operations“ zu. Ein besonderer Spaß sind auch Steilanflüge, etwa auf London City oder Lugano.

Die Besonderheiten von Turboprop-Triebwerken und ihrer Bedienung ist wirklich tiefgehend abgebildet. Die zahlreichen Fallstricke und Betriebsstörungen dürften aber wohl erst mit der nächsten Simulationsstufe spürbar werden. Ich persönlich bin auf die PRO-Version wirklich gespannt. Im Moment erfreue sich der Simmer an der umfassensten derzeit verfügbaren Turboprop-Simulation im Normalbetrieb.

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Flugdynamik und Flugführung (Stefan)

Hier kann ich mich wieder kürzer fassen: die Flugdynamiken sind recht akkurat abgebildet. Das leichte Ziehen nach links ist in der Realität ebenso vorhanden wie das unterschiedliche Ansprechen bei verschiedenen Geschwindigkeiten. Die Maschine lässt sich händisch recht gut fliegen. Auch der Übergang zwischen Autopilot und manuellem Fliegen gelingt problemlos. Wachsamkeit ist übrigens im Langsamflug unter Autopilotenkontrolle geboten: mehrmals hat sich der Flieger bei Unterschreitung der Vref hierbei so vertrimmt, daß ein Übergang in eine manuelle Landung ums Haar schiefgegangen wäre. Ein Beinahe-Stall in 1000 Fuß wäre in der Wirklichkeit bestimmt nicht gut ausgegangen.

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Die Flugführung gibt der Flight Director vor, der wie üblich entweder für den manuellen Flug eine Führung ausgibt oder den Autopiloten steuert. Ein Yaw damper kann separat aktiviert werden. Wie schon erwähnt: es gibt keinen Autothrottle – beim power management ist Pilot selbst gefordert. Durch die Unterstützungssysteme FADEC und Autofeather ist die Arbeitsbelastung im Reiseflug aber trotzdem gering. Die Navigation geschieht konventionell über zwei NAV und zwei ADF-Empfänger. Natürlich steht auch ein FMS von Universal zur Verfügung, das seine Navigationsdaten aus GPS und IRS bezieht. Die Anzeige der Instrumente lässt sich konfigurieren, so daß nur die jeweils benötigten Informationen auf dem PFD erscheinen.

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Das abdockbare FMS verfügt über eine via Navigraph oder aerosoft updatefähige Datenbank. Die Bedienung unterscheidet sich in der Benutzerführung erheblich von dem, was man von Boeing oder Airbus kennt und macht eine Einarbeitung, z.B. via Tutorialflug nötig. Inhaltlich sind die Unterschiede aber gar nicht so groß, denn man erhält eine komplette laterale und vertikale Navigation, wenn man sich mit den Besonderheiten einmal vertraut gemacht hat. Auch die Funkempfänger können über eine FMS-Seite gesteuert werden. Die Systeme von Kapitän und Erstem Offizier arbeiten übrigens komplett separat. Es gibt allerdings einen Shortcut, mit dem man ein crossfill (Datenübertragung) machen kann.

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Gesamteindruck (Stefan, Frank)

Stefan: Tja… Ich habe ehrlich gesagt eine Weile gebraucht, bis ich mit ihrer Majestät warm geworden bin. Ich war von Anfang an begeistert über die audiovisuellen Qualitäten des Fliegers. Auch das Drumherum – die Dokumentation, das Interface – alles bestens, auch wenn eine fuel prediction derzeit damit (noch?) nicht möglich ist. Die Systemtiefe ist geradezu berauschend, wobei mir persönlich die Beschränktheit auf den Normalbetrieb in der aktuellen Version etwas zu wenig ist. Aber das ist meine persönliche Ansicht. Viele Simmer dürften hochzufrieden sein – und sie sind es wohl auch, wenn man sich durch die Foren liest.

Das Flugerlebnis an sich gestaltete sich jedoch leider immer wieder etwas „sperrig“. Auch wenn ich meine persönliche Lernkurve berücksichtige, blieb doch lange so ein leises „na ja“. Mich störten mehrere Dinge: die derzeit fehlende Kompatibilität mit Cockpithardware, die Probleme mit Add-ons wie AES oder dem FS Recorder und – für mich schwerer wiegend – die Störungen im Programmablauf: die „Hüpfer“ und die „Zeitlupen“. Erstere konnten mit dem letzten Update wohl deutlich reduziert werden, letztere betreffen mich immer noch, vor allem beim taxiing und beim Startlauf. Lästig! Aber ausdrücklich kein k.o.-Kriterium. Ich glaube, daß eine Lösung hier nur eine Frage der Zeit ist.

Mittlerweile bin  ich aber zu einem richtigen Royalisten geworden! Nach vielen Stunden auf der Dash und intensiver Einarbeitung in die Materie des Turboprop-Betriebes sind alle Zweifel gewichen, und Begeisterung macht sich breit: Die Dash-8Q400 von Majestic Software ist jetzt schon ein großes Add-on, und es bleibt spannend, die weiteren Entwicklungen zu begleiten. Das Produkt war für mich nicht die große „Liebe auf den ersten Blick“. Die Dash fordert Loyalität. Aber sie gibt auch viel zurück. Kaufempfehlung!

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Frank:

Die Dash-8 Q 400 von Majestic Software ist gut geeignet, um sich mit den Eigenheiten der Turboprop-Fliegerei auseinanderzusetzen. Die Systeme sind umfangreich und nach meinem Ermessen gut umgesetzt worden. Das gewöhnungsbedürftige FMS ist recht schnell erlernt und macht Spaß, wenn man es erst einmal verstanden hat.

Der Flieger ist innen und außen nett anzusehen und nutzt in der Umsetzung den heutigen Stand des Machbaren. Sowohl im manuellen wie auch im automatischen Flug gibt sich die Dash-8 Q 400 gutmütig und ist angenehm zu fliegen.

Dennoch überzeugt mich der Flieger nicht zur Gänze, da es einige Dinge gibt, die mich auch in der getesteten Version 1.006 extrem stören. Ganz vorne an wären dies die Inkompatibilitäten mit zahlreichen Tool wie AES, GSX und dem FS Recorder, die den Spielspaß erheblich dämpfen. Dem ambitionierten Hardcore-Simmer mag es genügen, wenn er den Flieger mit dem mitgelieferten Pushback-Tool bewegen kann (das funktioniert tatsächlich), ich hingegen lege Wert auf vollständige Kompatibilität mit AES. Das bekommen andere Hersteller auch hin, hier muss Majestic Software noch nacharbeiten! Ebenso müssen sie das Hüpfen und Springen am Boden in den Griff bekommen. Ich vermute, dass das alles sogar im Zusammenhang steht. Ich hoffe, dass Majestic Software sich im Klaren darüber ist, dass solche scheinbar kleinen Schwächen von den Nutzern unterschiedlich gewertet werden und großen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg haben können. Ich verliere jedenfalls schnell die Lust an einem Flugzeug, bei dem das Einweisen in die Parkposition nicht funktioniert, oder nach dem Abspielen der Wiederholung das Flugzeug plötzlich irgendwo in der Walachei steht. Solange dies nicht fehlerfrei funktioniert, habe ich kein Interesse an einer Steigerung der Systemtiefe oder ähnlichem. Denn dann ist schon die Basisversion mit fast 50 Euro zu teuer! Wem das hingegen nicht ganz so wichtig ist, bekommt mit der Dash-8 Q 400 von Majestic Software ein hervorragendes Flugzeug um die Eigenheiten der Turboprob-Fliegerei im FSX zu entdecken bzw. zu genießen.

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PRO CONTRA
  • sehr gute Optik außen wie innen
  • hohe Systemtiefe
  • üppige Ausstattung: Wetterradar, Terraindarstellung
  • gelungenes Soundpaket
  • weitere Versionen geplant
  • Probleme mit Dritt-Add-ons (AES etc.)
  • Bei einigen Usern „Hüpfer“ und „Zeitlupen“
  • fehlende Hardwarekompatibilität (VRinsight etc.)
INFORMATION TESTSYSTEM
  • Stefan Benzinger
    • I5 mit 3,2 GHz
    • 8 MB RAM
    • nVidia GTX 470
    • Windows 7 64 Bit
  • Frank Schmidt
    • Intel i7-2600k @ 4,2 GHz
    • 8GB RAM
    • Geforce GTX570 1280 MB
    • Windows 7 Home Premium

von Frank Schmidt, Stefan Benzinger und mit Unterstützung unseres Veteranen Oskar „Oski“ Wagner


Gast
Walter Zach
27. Mai 2013

..vielen Dank für das Review, das meine persönlichen Erfahrungen im großen und ganzen deckt. Kaufte die Maschine gleich nach Erscheinen und habe vor Begeisterung ob der genialen Systemumsetzung und des überragenden Cockpitambientes – intensivst mit dem Studium der Handbücher begonnen, respektive die beiden Trainingsflüge absolviert bzw. zahlreiche weitere Flüge unternommen (das sog. „bouncing“ ist bei mir nach dem Update auf die Version 1.006 komplett verschwunden).
Doch jetzt:
Steht sie wieder im Hangar und wird – erstmal – nicht weiter benutzt..!
Warum:
Es liegt an der FDE (Flight Dymanic Engine) d.h. Majestic hat für dieses Flugzeug eine eigene Flugdynamik entwickelt- und umgeht damit die FSX-Eigene Verhaltensweise von Flugzeugen im 3Dimensionalen Raum.
Einerseits zwar vorteilhaft und eine ganz neue Erfahrung in der FSX Simulation, da man hierdurch ein ganz neuerartiges, viel realistisch erscheinenderes Fluggefühl bekommt..,
Andererseits erfolgt keine Reaktion auf Witterungseinflüsse wie z.B. Turbulenzen, Scherwinde etc. Die Daten, die von Active Sky oder der FSX-Internen Wettersimulation erzeugt werden, finden absolut keine Resonanz mehr!
Das bedeutet, dass die Maschine Schnurgerade ohne JEDWEDE REGUNG in der Luft liegt. Also kein Schütteln, wackeln, schaukeln und keinerlei andere Bewegungen die das Gefühl zulassen, in einem Flugzeug zu sitzen!
Es funktioniert z.B. auch das Tool..3D Real Cockpit Effect zusammen mit der Dash 8 nicht!
Auch im Majestic Forum sind zu diesem Thema zahlreiche Kommentare eingeganen..“Flights are smooth as a Train“ oder Ähnliche.
Aus diesem Grund finde ich mittlerweilen einen Flug mit der Dash 8 derartig langweilig und unrealistisch, alsdass ich erst ein Update von Majestic abwarten möchte, das dieses Problem beheben kann (hoffentlich)!

Gast
Chris
27. Mai 2013

Kurze Ergänzung. keine Reaktion auf Wettereinflüsse bezieht sich auf Turbulenzen. Auf Winde reagiert sie natürlich schon wie jeder andere Flieger auch. Auch wurde die Vereisung wunderbar, sowohl visuell, als auch mit Auswirkungen auf die Flugeigenschaften umgesetzt.

Gast
HoЯst
27. Mai 2013

Mit Verwunderung habe ich gelesen, dass das M-Panel nicht unterstütz wird. Das ist leider nicht ganz richtig. Zwar wird es nicht im vollen Umfang unterstützt, allerdings kann ich die für mich wichtigsten Parameter wie Speed, Höhe, HDG und V/S sehr wohl einstellen. Leider muss ich zustimmen, dass das Funkpanel nicht unterstützt wird. Jedoch kann ich damit sehr gut leben im Vergleich zu anderen Produkten, wie dem AirbusX, bei dem nur das Funkpanel funktioniert.
Ich habe in meinem VRSim einfach das MSFS B737 Profil geladen und dann klappt es auch mit dem Autopiloten ;).
Ansonsten ein sehr gutes Review.

Gast
stby
27. Mai 2013

Noch mehr Ergänzungen: GSX funktioniert mit der Q400, wenn man zusätzlich Strg+Shift+F1 die für GSX sichtbaren Triebwerke ausschaltet (http://www.fsdreamteam.com/forum/index.php?topic=8473.msg69151#msg69151).

Das Zeitlupen-Verhalten kann man zumindest etwas einschränken: http://majesticsoftware.com/forums/discussion/comment/1186

Generell finde ich, dass die externen Flugdynamiken etwas unterschätzt werden. Die Triebwerkssimulation ist dadurch überhaupt erst in dieser Qualität möglich geworden, in der Luft ist die Q400 die ersten Male angenehm herausfordernd und am Boden haben die Räder das erste Mal in der FS-Geschichte eine glaubwürdige Haftung. Die Turbulenzen vermisse ich auch sehr, doch irgendwie kommt mir das Thema künstlich hochgepusht vor, nachdem bei PMDG seit Jahren das notwendige Deaktivieren der Turbulenzeffekte im FS allseits einfach geschluckt wird.

Gast
Tom
27. Mai 2013

Es verwundert mich das hier ein wetterradar integriert ist und dies wohl auch funktioniert?? Schade das pmdg dies auf der 737 nicht umsetzen kann, laut gelesenen Interviews von pmdg ;-(

Gast
stefan
29. Mai 2013

„Funktional“ ist übertrieben. Das Radar liest die Wetterstationen aus und stellt das Wetter dann entsprechend dar. Aber erwarte nicht immer eine Wolke wo ein Echo ist.

Gast
CAT3Dual
27. Mai 2013

Das Hüpfen und Springen ist für mich mit 1.006 eigentlich behoben, selbst mit AES.

Da das FDE extern ist, kommt es in erster Linie auf eine konstante Framerate an, sekundär kann man dann im Config-Menü ja noch verschiedene Einstellungen wählen.

Im Herstellerforum wird außerdem empfohlen, mit dem Affinity Mask Wert in der FSX.cfg mal zu experimentieren.

Die wirkliche Baustelle bei diesem Vogel sehe ich bei Turbulenzen und dessen Unempfindlichkeit dagegen.

Noch eine Anmerkung zum Review: für den Preis heißen die Konkurrenzprodukte eher AirbusX „Extended“ oder Captain Sim 777 – beide sind für mich eindeutig unterlegen.

Gast
Oski
27. Mai 2013

Da ich (gottseidank) wegen Ortsabwesenheit erst zwei Wochen zu spät in den Genuss der Q400 gekommen bin, hat sich bei mir das Problem des Hüpfens gar nie gestellt, da ich quasi „ab initio“ in den Genuss der aufdatieren Version gekommen bin. Die ganze „Unempfindlichkeit“ gegenüber Turbulenzen ist für mich bedeutungslos, da ich solche „Wackelfeatures“ – genauso wie das „Dynamic Head Movement“, permanent deaktiviert habe. So verschieden sind halt die Ansprüche :-)

Hingegen ist die Simulation der Triebwerke von bislang unerreichtem Realismus (nur schon der Beta-Range…) und auch die Flugdynamik ist – sofern man das überhaupt an einem Bildschirm ohne taktilen Feedback beurteilen kann – ausgesprochen gut. Von der Systemsimulation brauchen wir gar nicht zu reden. Diese befindet sich eh auf höchstem Niveau. In dieser Beziehung steht sie meiner Meinung nach der NGX um nichts nach.

Der einzige Negativpunkt für mich ist tatsächlich die fehlende COM/NAV Tuningmöglichkeit über VRI Hardware. Ich setzte da meine ganzen Hoffnungen in Günter, der bis jetzt in dieser Beziehung noch alles zum Laufen gebracht hat :-) Gelle, Günter! Interessanterweise funktioniert das Tuning „rückwärts“, d.h. die in der Q400 eingestellen Frequenzen werden beim Swap in das VRI-Panel übertragen!

Gast
Chris
27. Mai 2013

Zum Thema Tuning der Radios. Schon einmal die Seite „Tune“ auf im FMC probiert – dort können alle Frequezen direkt eingegeben werden ohne „Fummeln“ an irgendwlechen Drehknöpfen. Gerade fürs Online Fliegen perfekt: Es lassen sich bis zu 5 Frequenzen vorwählen und dann mit 2 Klicks blitzschnell aktivieren!

Gast
Oski
27. Mai 2013

Ach ja, ein Nachtrag zu den Tuningmöglichkeiten und Günters Einsatz: dazu gehört natürlich der Nachsatz: LINDA FOREVER 😉 !!

Gast
Marcel
27. Mai 2013

Interessant finde ich die sonst so lauten Schreie nach dem perfekten Realismus und die Empörung darüber, dass der FSX ein Spiel sein soll.

Hat man endlich eine echte Turboprop Simulation, realistisches Flugverhalten, Vereisung, Strömungsabrisse, realistische „Bodenphysik“, sehr komplexe Systeme und vieles mehr, was der FSX und viele hochgelobte Add-ons bisher nicht können, wird der Flieger negativ bewertet weil die „Kofferentlade-Tools“ nicht funktionieren. 😉

Dazu sei noch gesagt, dass ich AES nur wegen der Q400 installiert habe und es funktioniert soweit ich das abschätzen kann sehr gut. Auch ohne die FSX Triebwerke explizit abzustellen. Das scheinen also noch „lokale“ Bugs zu sein, die hoffentlich noch behoben werden.

Gast
Mattitjahu
27. Mai 2013

+ 1 😀

Gast
Philipp
27. Mai 2013

Bei mir funktioniert auch GSX (abgesehen vom Pushback, den man ja mit dem eigebauten Tool machen kann). Ich finde auch, dass die Majestic Dash in diesemm Review tendenziell eien Nuance zu schlecht wegkommt – vor allem wenn man das mit Airbus X Extended vergleicht.

Features fehlen – bis auf die Failures – auch in dieser erste Version eigentlich keine besonders wichtige. Das eine Auslagerung der FDE dann zu ein paar unschönen Nebeneffekten führt – das muss man wohl in Kauf nehmen, ist mir aber lieber als unrealistische Flugverhalten. Das Hüpfen hatte ich erst zweimal (und da auch nicht dramatisch) und in letzter Zeit gar nicht mehr.

Das eine Turboprop zum Fliegen für den B737 oder A320-verwöhnten Flusi-Piloten am Anfang eine Umstellung ist, kann man dem Addon auch nicht verüben.

Also ich finde, seit der NGX (wobei die eigentlich kaum mit einer Turboprop zu vergleichen ist) gab es kein bessers Addon im Airliner-Bereich!

Ohne Hüpfen bleiben kontraseitig nur Hardwareprobleme (die sich auf spezifische Hardware beziehen, das kann einem überall passieren) und die Drittaddons – keine großen Minuspunkte bei so einem Addon wie ich finde (abgesehen von den Turbulenzen).

Der NGX-Vergleich mag legitim sein (auch wenn Jets einfach etwas komplett anderes sind), aber schlechter ist diese Majestic Dash sicher nicht. Klare Kaufempfehlung, wer ein systemtiefes, genial umgesetztes Turbopropflugzeug haben möchte.

Gast
Swen
28. Mai 2013

Haha, ja genau so ist es…

Gast
KlausK
27. Mai 2013

Danke für das schöne und ehrliche Review!

Linda forever! :-)

Gast
Doug
27. Mai 2013

Auch das Cockpit lässt sich über diverse Schalter individuell beleuchten, allerdings nicht ganz so detailverliebt wie bei PMDG, die diesbezüglich noch immer die Referenz darstellen.

Was aber wohl in erster Linie daran liegt, dass die 737 einfach mehr Beleuchtungsoptionen im Cockpit anbietet als die Dash-8 😉 Soweit ich das in den AOMs überblicken kann wird bei beiden Addons die Cockpitbeleuchtung 1 zu 1 umgesetzt.

Ansonsten ein schönes Review. Auch wenn ich es schade finde, dass z.B. die sichtbare Vereisung die auch einen Effekt auf die Flugdynamik hat keine Beachtung fand. Überhaupt finde ich die Beurteilung der Aerodynamik mit dem Satz „die Flugdynamiken sind recht akkurat abgebildet“ etwas oberflächlich.

Kein Satz darüber das hier auf eine komplett eigene Engine zurückgegriffen wird, die die Flugdynaimk außerhalb des FSX berechnet und für eine bisher im FSX nicht gekannte Präzision und Genauigkeit sorgt. Stattdessen wird, da kann ich Marcel nur beipflichten, auf Nebensächlichkeiten wie dem nicht funktionierenden AES Puckback herumgeritten. Was eben an der externen Flugdynamikengine liegt. Und von den Vorteilen dieses Systems bei weitem aufgewogen wird.

Die exzellente Bildwiederholungsrate findet leider ebenfalls keine Erwähnung. Dabei sieht speziell in diesem Punkt die NGX ziemlich alt aus.

Mitglied
27. Mai 2013

Ist es nicht wurscht, wie die Flugdynamiken technisch umgesetzt wurden? Manche Designer schaffen es eben, das innerhalb des FS-eigenen Rahmens abzubilden, andere schaffen es nicht und behelfen sich eben eines Workarounds. Schlussendlich zählt doch, dass die Dynamiken akkurat sind. Und dazu gehört auch der Einfluss von Turbulenzen, aber auch das Rumgehüpfe (das ich bisher nicht erlebt habe).

Gast
Philipp
27. Mai 2013

ich finds nicht „wurscht“ – bislang hat nämlich noch kein Entwickler einen Turboprop-Flieger mit derart gutem Flugverhalten für den FSX geschafft – weder im noch außerhalb des FSX. Das ist Pionierarbeit, und meienr Meinung nach durchaus erwähnenswert.

Der FSX ist mehr auf Jets und deren Charakteristika ausgelegt – deshalb hat man, gerade im Engine-Bereich, keine Auslagerung nötig. Frames sind auch (außer mit dem Weather-Radar) unfassbar gut. Daher volle Zustimmung, Doug. Manchen mögens eben so, manche so, ein Review ist ja immer subjektiv, meine Meinung trifft er nicht ganz.
Aber insgesamt ist er dann ja doch positiv.

Mitglied
27. Mai 2013

Hmmm. PMDGs Jetstream und Aerosofts Bronco sind sicherlich auch gut gelungen. Bitte nicht falsch verstehen: Ich finde die Flugdynamiken der Dash-8 auch toll und finde es klasse, dass die Jungs es geschafft haben, sich mit einem Workaround (Entwicklung der Dynamiken außerhalb des FS) zu behelfen. Dennoch zählt für mich aber nur das Ergebnis: Sind sie akkurat oder sind sie es nicht.

Gast
Swen
28. Mai 2013

Auch PMDG hat es nicht 100% geschafft das verhalten der Engines richtig abzubilden.

Gast
Doug
27. Mai 2013

Wenn ein Entwickler komplett neue Wege beschreitet und mit diesem Addon zum ersten Mal überhaupt die Flugdynamiken komplett außerhalb des FSX simuliert werden; dazu mittels einer Engine die auf einer NASA Entwicklung basiert und hervorragende Ergebnisse erzielt. Ja, dann denke ich ist das eine Erwähnung wert.

Mitglied
27. Mai 2013

A2A macht das mit Accusim schon lange so. Aber gut, erwähnt ist es ja jetzt von Dir. :-)

Gast
Stefan B
27. Mai 2013

@Doug: was soll ich denn als Nicht-Real-Pilot überhaupt zu den Flugdynamiken sagen? Am PC fliegen wir ohnehin ohne Popometer, das heißt man kann eigentlich nur das „Fliegen nach Zahlen“ als Maßstab nehmen: Stimmen die V-Geschwindigkeiten, lassen sich mit handbuchgemäßer Beladung und Bedienung realistische Performance-Daten erfliegen? Solche Fragen muss man hier als Reviewer stellen.

Und die simple Antwort darauf ist eben: ja, sie haben es geschafft, „alles recht akkurat abzubilden“. Das ist ein klarer, verständlicher Aussagesatz. Man muss doch nicht immer alles breitlabern, oder? Ich finde, der Leser hat Anspruch auf knappe Aussagen, die die Essenz enthalten. Natürlich müssen sie inhaltlich korrekt sein. Trifft hier zu.

Zu dem Vorwurf, wir würden uns in Kleinkrämerei verlieren (AES-Kompatibilität etc.):

1. Dier Erfahrung zeigt, hätten wir es nicht erwähnt, gäbe es noch viel mehr Kritik
2. Zumindest in meinem Fazit treffe ich doch ganz klar die Aussage: „Kaufempfehlung“ Und vorher werte ich die genannten Probleme eindeutig nicht als k.o. Kriterium. Im Gegenteil, ich betone die Problemlösungskompetenz der Entwickler.
3. Die Wertung zum Ende ist vor allem deshalb namentlich gekennzeichnet, weil sie eben letztlich doch subjektiv gefärbt ist. Wenn ein Leser anderer Meinung ist – wunderbar.

Ich kann also beim besten Willen keine kleingeistige Petitessen-Krämerei entdecken. Das Produkt wird so bewertet, wie wir es empfinden.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen noch viele frohe Stunden mit diesem großartigen Produkt. Ja – das ist es!

Gast
Oski
27. Mai 2013

@Stefan:
Gut gebrüllt, Löwe :-) Das kann ich auch als Real-Pilot (wenn auch in Rente) unterschreiben. Ich krieg mich seit Jahren nicht ein, wenn ich diese leidigen Diskussionen über „tolle“ oder „nicht so tolle“ Flugdynamiken erleben muss. Da werden Äpfel mit Birnen verglichen, und jeder glaubt, dass seine Äpfel die besseren Birnen seien :-) Flugdynamiken kann man nunmal an einer Bildschirm-Simulation nur sehr beschränkt vergleichen. Und dazu gehört eben nicht mal nur das von Stefan erwähnte „Popo-Meter“, sondern auch noch die individuellen Einstellungen der Steuerungs-Hardware. Ich wette darauf, dass es annähernd so viele verschiedene Konfigurationen wie Simmer gibt 😉 Die Dynamiken sind gut getroffen, basta! Und jeder hat davon seinen persönlichen Eindruck, weil er seine Konfiguration eh am besten findet…
Diese „unendliche Geschichte“ findet nun wieder eine weitere Fortsetzung – bringen tut sie nichts. Seien wir doch zufrieden, dass sich das Teil so gut fliegen lässt. Wie Stefan ganz richtig sagt: „Fliegen nach Zahlen“ ist nun mal der erste anzuwendende Masstab. Der Rest ist persönliches Empfinden.

Gast
Marcel
28. Mai 2013

Hallo Oski,

Ich hoffe, es ist ok, wenn ich die Geschichte auch noch um einen Beitrag erweitere:

Ich kenne zwei Realpiloten. Der eine favorisiert X-Plane, der andere AeroflyFS. Und beide kritisieren den anderen Simulator aufs heftigste.

Als User will ich, dass die Zahlen halbwegs eingehalten werden. Von den realen Flugzeugen weiß ich bisher, dass sie sich in der Regel nicht so genau an das Handbuch halten, wie die Add-ons. Mir fehlt gerade im FSX aber das Gefühl, ein Flugzeug zu steuern. Die Engine gibt das einfach nicht so her wie manch andere Simulatoren oder Flugspiele. Auch ohne Popometer geht da am PC schon etwas mehr.

Übrigens habe ich vor einer Woche einige Platzrunden mit einer C172 gedreht und das anschließend in X-Plane, FSX und AeroflyFS nachgeflogen:

Der Startlauf war in X-Plane der Realität sehr ähnlich, AeroflyFS knapp dahinter. Der FSX schneidet schlecht ab.
Was die Flugparameter angeht sind X-Plane und FSX total daneben. Bei gleicher Drehzahl unterscheidet sich die Geschwindigkeit um 20 Knoten. Bei AeroflyFS stimmen die Zahlen. Das Fluggefühlt ist für mich im AeroflyFS am besten. Im FSX viel zu ruhig – in X-Plane etwas zu nervös.
Im FSX und X-Plane besteht keine Notwendigkeit das Flugzeug auf die Bahn auszurichten, bevor man aufsetzt. Im FSX ist das Ausflaren mit der Realität nicht zu vergleichen, während es bei X-Plane geht und in AeroflyFS auch vom Gefühl gut umgesetzt ist.

Ich gebe Dir aber Recht, dass vermutlich andere Simmer zu anderen Ergebnissen kommen würden. Früher wurde die Aerodynamik eines Add-on gut bewertet, wenn das Flugzeug einfach zu fliegen war. Auch wenn das mit der Realität nichts zu tun hatte…das waren noch Zeiten. :)

Gast
Oski
28. Mai 2013

Hallo Marcel,

Nun da kann ich dich wenigstes beruhigen: ich kenne und fliege alle drei Simulationen relativ regelmässig, AeroflyFS etwas weniger, weil da absolut keine Interaktionen im Cockpit möglich sind. Deshalb ist er im Moment für ich einfach nicht relevant, auch wenn das „Fluggefühl“, wie du richtig sagst, gar nicht mal so schlecht ist. X-Plane ist für mich – immer noch – die Enttäuschung schlechthin, weil trotz der gegebenen und auch stark beworbenen „finite element theory“ das Resultat nicht (oder zumindest nicht immer) so ist, wie man es erwarten dürfte. Das Problem ist eben, was die Entwickler aus der zur Verfügung stehenden Flight Dynamics Engine machen. Gerade Alexander zeigt ja, dass sich auch mit der relativ einfachen Engine von FSX gute Resultate erzielen lassen. Umgekehrt zeigt Carenado im X-Plane, was schluderige Programmierung alles kaputtmachen kann.

Man kann doch nur Vergleiche anstellen, wenn man mit identischen Stellgrössen arbeitet. Dies ist aber – eben wegen den verschiedensten Hardware- und Softwareseitigen Einflussmöglichkeiten ganz schlicht nicht gegeben.

Ich bedauere es ein bisschen, dass sich Real-Piloten überhaupt auf solche Diskussionen einlassen. Gerade wir müssten eigentlich erkennen lassen, dass wir vor einem Bildschirm fliegen – und nichts anderes – und viele davon sogar mit diesen unseligen dynamischen Kopfbewegungen! Wie man sowas mit der Realität vergleichen kann, bleibt mir auch nach 15’000 Flugstunden auf ca. 60 verschiedenen Flugzeugtypen unerklärlich… :-)

Gast
Swen
27. Mai 2013

Danke für das Review, ich habe eigentlich gedacht, dass man kaum was negatives finden kann. Sehr gewundert habe ich mich dann, als ich das Review gelesen habe. Nun, GEX hab ich nicht. FSRecorder? Hab ich nicht. Kein AES? Kann ich mit leben. So unterschiedlich kann das alles sein. Das jetzt die Dash ohne Wackeln durch die Luft geht, naja. Lösung wird es dafür geben. Für einen Turboprop ATR Fan wie mich, macht die Dash8 mega spass und ist extrem genial. Ich freue mich auf die Pro Variante.

Gast
Marcel
27. Mai 2013

Stefan und Frank: Es sollte erst mal keine „harte“ Kritik an Eurem Artikel sein, sondern vielmehr fand ich die ganze Situation so passend, wie wir uns als Community verhalten: Da wird ein Airbus mit den original Kommunkationsprotokollen angekündigt, mit der Simulation von Sicherungen, Relais, Dioden etc. und wir haben trotzdem vor Release schon unsere Zweifel, ob das 50 Euro Produkt unseren Erwartungen gerecht werden kann. Wir Beschwerden uns, wenn man sagt, der FSX sei ein Spiel. Er ist eine Simulation!

Und dann bemerken wir nicht, wenn es endlich ein realistisches Turbopropflugzeug gibt. Der FSX kann das nicht. Auch habe ich bisher kein Add-on gefunden, dass es richtig macht. Soweit ich es getestet habe ist es übrigens mit X-Plane das gleiche Problem.

Der FSX kann nicht nur die Physik eines Turbopropantriebes nicht, er kann auch nicht den Sound. Die Q400 hat eine eigene Soundengine. Auch ein ganz wichtiger Pluspunkt dieses Add-ons.

Wir haben ebenfalls jahrelang nicht bemerkt, dass der FSX ganz wichtige Bereiche in der Flugphysik und auch der Physik am Boden nicht kann.

Es ist die Frage, was für uns eine Simulation ausmacht: Ist es der korrekte Spritverbrauch, ein FMC und das Beobachten des Servicepersonals zwischen zwei Flügen oder eher die korrekte Funktionsweise des Antriebs, realistisches Flugverhalten mit Strömungsabrissen und die Herausforderung, das Flugzeug so zu landen dass auch real kein Schaden entstanden wäre? Und für diese Punkte muss man aus dem FSX raus. Das finde ich die besondere Leistung dieses Add-ons, auch wenn es noch ein paar Bugs bei manchen Nutzern gibt.

Von daher würde es mich sehr freuen, wenn es im Artikel noch Erwähnung findet und die Informationen nicht in den Kommentaren zusammen gesucht werden müssen. 😉

Bitte versteht mich nicht falsch, es soll kein Erbsenzählen sein. Aber wenn es einen Meilenstein in der Flugsimulation gibt, sollte man das ruhig herausheben.

Gast
Alexander M. Metzger
29. Mai 2013

Flugdynmik, ein Thema für einen langen (Bier) Abend und wie ich schon mal ein einem FS Magazin versucht habe darzustellen, sehr komplex. Das sowohl von der Sache her als auch von den Erwartungen der PC Piloten.
Neben den mangelhaften Simulation von Bodenreibungskräften und allen daraus sich ergebeneden Konsequenzen für z. B. das Landen bei Seitenwind, ist die vereinfachte Umsetzung eines Turboproptriebwerkes das zweite grosse Manko des FSX und der Vorgänger – aus der Sicht Flugdynamik. Majestics hat den Mut aufgebracht und die Zeit investiert sich diesem anzunehmen und – den Spuren von A2A zu folgend – im Bereich der Regionalflugzeuges dies uns anzubieten. Das finde ich grossartig und ich bin ziemlich sicher die „Nachteile“ davon können auch noch behoben werden.

Auch mir fehlt das Pogefühl und gerade deshalb lege ich Wert dass nachstellbare Flugeigenschaften oder Leistungsdaten gut eingehalten werden. Ebeso wichtig finde ich dass flugzeugspezifische Eigenarten umgesetzt werden. Ich baue gerade an der SibWings AN2 und die soll ja nun nicht wie eine Cessna fliegen 😉

Gast
Oski
29. Mai 2013

@Alxander
… das erinnert mich doch irgendwie an unsere Bier-Abende in Hergiswil :-)

Gast
John
29. Mai 2013

Klar, die Simulation des FDEs außerhalb des FSX ist toll, und es ist auch interessant wie es Majestetic gelungen ist dies sehr gut zu vermarkten, aber andere AddOn Developer (A2A, PMDG) nutzen solche Möglichkeiten schon seit Jahren.

Gast
stefan
29. Mai 2013

PMDG nutzt zumindest in den Hauptprodukten NGX und der kommenden 777 die FSX interne FDE Engine. Dies bestätigte auch Randazzo und begründete dies mit Addon kompatibilität. Nur einige Dinge wie die Engines sind extern programmiert. Dies kommt auch dem Zeitraffer zugute, da die Simconnect Schnittstelle zu selten ansprechbar ist (ein Grund weswegen z.B. der Zeitraffer bei den A2A Accu Fliegern sinnfrei ist).

Gast
stefan
29. Mai 2013

kleiner Edit: mit sinnfrei meine ich nicht, dass ein Zeitraffer nicht möglich wäre. Das Manko ist halt, dass der Spritverbrauch nicht auch den 4 fachen Wert annimmt. So hat man nach 1h Realzeit bei 4x und 4h Flug dennoch nur den Sprit von 1h verbraucht. Und die B377 mag ich auf Langstrecke net unbedingt realtime fliegen.

Gast
stefan
29. Mai 2013

Sehr schönes Review obwohl ich das Produkt bereits nach den ersten Meinungen auf avsim gekauft hatte.

Ich finde aber auch, dass man hätte – wie schon oben angesprochen – das externe FDE hätte erwähnen können. Es ist einfach ein Meilenstein, wenngleich noch einige Holperer drin sind. Allein das Verhalten der Triebwerke, das Hochfahren etc sind richtig genial. Besonders gut gefallen hat mir die umgesetzte Federung. Das merkt man beim Touchdown. NGX und co. machen blopp und unten biste, die Federung beschränkt sich da auf kosmetisches. Bei der Dash 8 hat man auch nette Bounces und vor allem merkt man, wann das Fahrwerk Bodenkontakt hat und wann der Flieger wirklich unten ist. Schaut mal direkt auf die Runway beim Touchdown!

Oder testet mal SETI und das Rollverhalten auf dem Boden dann.

Alles in allem aber sehr schönes Review.

Gast
Aerobatics
29. Mai 2013

Hi,
also ich will zum Thema „Popometer“ einen Einwurf bringen. Ich behaupte als ehemaliger Modellflieger, seit 14 Jahren in der professionellen Luftfahrt tätig – dass wer im realen Fluggerät tätig ist, sehr wohl diesen „Popometer“ ein ganzes Stück weit in den Simulator mitnehmen kann. Also ich „fühle“ die Fluglagen meines FSX Addon durchaus.
Schwerer haben es reine Simmer, rein aus dem FSX heraus einen Popometer zu entwickeln. Es geht dennoch, wer ein gewisses Gefühl und Verständnis besitzt.

Ob nun ein Addon- Flugverhalten absolut perfekt aussimuliert ist, ist mir nicht die vorrangigste Angelegenheit. Warum? Marcel, Alexander etc., die um die Schwierigkeiten und Kompromissbereitschaft beim programmieren im FSX bescheid wissen, lassen mich das akzeptieren.
Ich als Kunde merke sehr wohl, ob ein Flugzeug sehr authentisch „in der Luft“ und „ind der Hand“ liegt. Oski schreibt von den wichtigen sinnvollen Voreinstellungen der Steuerungsjustierungen der Eingabegeräte (ich nutze rein FSUIPC+LINDA, Fluggerätespezifisch eingestellt für alle Eingaben in den FSX). Würden „meine“ Fluggeräte des Alltags umgesetzt sein könnte ich diese woh professionell bewerten.
Marcel schreibt von einigen Uservorstellungen, wo ein „gut umgesetztes Addon“ sich dadurch definiert, dass es einfach zu fliegen ist. Er ist anderer Meinung und das teile ich absolut. Ich wähle als Kunde durchaus ein Addon, weil mich die konstruktiven Eigenheiten und der aerodynamische Charakter eines Fluggeräts anspricht – der Markt bietet nur wenige gute Produkte. Die innovativsten Produkte kommen aber immerwieder aus den selben Häusern.
Wer jemals ein Produkt von Marcel, Dodosim, Majestic, (Lotussim),PMDG bedient hat weiss von was ich spreche, es gibt qualitative Welten in unterschiedlichen Einzelbetrachtungen. Für mich sind unter den renomierten Anbietern A2A accusim die Chefs am Markt (in allem), und das beständig und in den Innovationen ständig sich selbst übertreffend. Man spürt, riecht und liest das Flugzeug förmlich – und das an einem Simulatior.

Gast
Stefan B
30. Mai 2013

@aerobatics: Ich glaube zu verstehen, was Du meinst. Das ist alles sehr interessant. Ich glaube aber, dass Deine subjektive Wahrnehmung des „Fliegens“ auf einer geschickt erzeugten Selbsttäuschung beruht (was das ganze keineswegs abwerten soll, im Gegenteil!) Wie kommt es nun dazu, was meine ich damit? Du erfüllst mehrere Voraussetzungen:

1. Du hast reale Flugerfahrungen durch Deine berufliche Tätigkeit. Die ist natürlich in den Tiefen Deiner Hirnwindungen abgespeichert.
2. Du bist ehemaliger Modellflieger (wie ich auch). Das heisst, Du hast es gelernt, alleine durch Betrachtung eines Flugmanövers „von aussen“, Dich in eine konkrete Flugsituation „hineinzufühlen“. Das setzt ein hohes Maß an gedanklichem Abstraktionsvermögen voraus. Und das hilft Dir hier auch enorm.
3. Du hast Deine Hardware absolut im Griff (LINDA und FSUIPC forever!).
4. Du benutzt sehr gute Software.

Unter optimalen äußeren Bedingungen dürfte so eine „Immersion“, ein Eintauchen tatsächlich gelingen. Aber wie gesagt, das ist eine Illusion, die eine Art „innerer Flugsimulator“ in Deinem Gehirn für Dich erzeugt. Glückwunsch dazu, das schaffen wohl nicht viele. Mir gelingt es bei weitem nicht immer.

Bei mir kommt dieses „endogene Popometergefühl“ übrigens oft bei der QW Avro auf. Das ist zwar kein High-end-Produkt, was Systeme angeht. Die Flugeigenschaften sind aber gerade für den langsamen Manöverflug sehr schön getroffen. Fliegt mal einen Non-precision-Approach mit abschliessendem circling damit. Sehr genussvoll. Aber das ist jetzt off topic.

Gast
stefan
30. Mai 2013

Eine kleine Anmerkung noch zum Hüpfen und Springen. Auch ich hatte das Problem mit meinem nicht korrekt konfigurierten FSX. Wichtig ist, dass die FPS recht stabil sind (ich habe sie jetzt im FSX auf 30 locked; kein Dritttool verwenden!) und auch der FSX korrekt eingestellt ist (Tip: http://www.venetubo.com/fsx.html). Wenn man dann im Configpanel die Synchronisation des FDE mit dem FSX aktiviert (kostet nur minimal Leistung) sind die Hüpfer verschwunden. Bei mir hüpft es nur noch beim Wechsel von Vollbild in Fenstermode.

Gast
Günter
30. Mai 2013

Als kleine Richtigstellung:
Da ich grade seit längerer Zeit nicht da bin ( huch, ein Wildschwein) gehen die „credits“ des Q400 Moduls an diverse LINDA User.
In der Tat ist es leider für die Q400 nicht einfach ein Modul zu entwickeln. Wir hoffen da auf Unterstützung der Entwickler. Aber das wird dauern …

Gast
Marcel
30. Mai 2013

Es soll noch eine Version kommen, die per Hardware in allen Bereichen angesteuert werden kann. Für Homecockpits und Simulatoren.

Gast
Willie
31. Mai 2013

Hab jetzt erst gesehen, das es hierzu einen Test gibt.
Als jemand der seit den FS4 „dabei“ ist kann ich sagen, das ich bisher nie Probleme hatte ein Simuliertes Flugzeug zu landen.
Mit der Dash habe ich allerdings so meine Probleme, meistens komme ich an, also landen kann man dazu nicht sagen :)
Daran kann ich also sehen, wie gut die Flugeigenschaften sind, und ich habe eine regelrechte Herausforderung. Ich finde das sowas von toll, denn niemand wird von uns Flusianern eine echte dash landen können.
Das ist für mich entscheidend, solch ein Realismus.
Alles andere ist für mich Spielerei. Für Spielereien kann ich mir auch eine carenado kaufen.

Gast
stefan
1. Juni 2013

Dass kein Flusianer eine Dash landen könne, würde ich so nicht unterschreiben. Kommt auf die Bedingungen und die einzelne Aufnahmefähigkeit an.

Ich hatte das Glück einen 737-800 Fullmotion Simulator in Österreich befliegen zu dürfen.

Das einzige Problem, und das hatten mir auch einige FS-Simmer (und Realpiloten von AirBerlin) erzählt ist schlichtweg nur der Blickpunkt aus dem Cockpit heraus und damit die Orientierung.

Selbst das VC kann dies nicht zu 100% nachstellen, einfach weil das FOV viel zu groß ist. Klar hat man in der Realität ein ähnliches FOV nur muss man zum fokussieren den Kopf bewegen während Du im FS nur über den Bildschirm blinzelst. Ausserdem kannste die Runway in der Mitte des Bildschirms positionieren und da biste – im FS hatte ich das Problem, den „Mittelpunkt“ überhaupt erstma zu finden. Aber die Erfahrung kommt dann im FS mit der 2. bzw 3. Touch&Go Autoland (100ft über Runway einfach disconnect und Gas).

Gast
Marcel
3. Juni 2013

Ich würde Willie Recht geben: . Wir können „Approachen“ aber vom Landen haben wir dank der schlechten Physik im FSX wenig Ahnung. :) Ich habe schon viele verschiedene Fullflight-Simulatoren geflogen und auch real ein paar Landungen (mit Fluglehrer) gemacht. Zwischen dem FS und der Realität gibt es deutliche Unterschiede. Bei absoluter Windstille mag das noch funktionieren, und ein FSX’ler hat sicher bessere Chancen als ein Laie…

Gast
Philipp
3. Juni 2013

Liegt, denke ich, auch daran, dass sich eine Dash einfach von Natur aus (hohe, kleine Flügel, Props, „hochbeinig“) anders landet als die anderen Flieger.
Ich hab vorher einige MOnate mit der Dash 8-300 aus selbem Hause „geübt“ und hab eigentlich keine großen Probleme. Ist auch Gewohnehit bzw. Umgewöhnung. Man sollte mit der Dash jedenfalls kein bisschen unter VRef kommen, sonst knallt sie auf die Bahn – und kurz vor dem Aufsetzung nochmal etwas Power geben, dann landet sie sanft auf ihren staksigen Beinen :)

Hingegen bei der 737NG fand ich den Flare immer schwierig – das sah/sieht bei echten Piloten immer so leicht aus…meist geriet ich einfach zu stark in den Groundeffekt und hab fast die Touchdown-Zone vergeigt… 😉 Hängt natürlich am Sim auch viel mit den Einstellung der Controller bezüglich Empfindlichkeit zusammen – da fehlen einem einfach realistische Werte…
und zum Landen natürlich, wie schonmal irgendwo angesprochen,natürlich das Gefühl im Hintern, etwas was der Sim (ohne teuren Full-Motion Sim) nie können wird…

Gast
stefan
4. Juni 2013

Das ist ja auch das was Oski angesprochen hat. Wenn man jetzt – sagen wir rein hypothetisch – ein wirklich zu 100% treffendes Produkt hätte, was bei einer definierten Geschwindigkeit X bei ISO-Standardbedingungen und vollem Ausschlag des Querruders die „echten“ 0815 Grad/sekunde rollen würde, kommt der nächste welcher extreme Einstellungen im FSX hat, und der Flieger rollt stärker. Beim übernächsten welcher die Empfindlichkeit (vllt. fliegt er zu viel F16? :D) reduziert hat oder per Hardware den Ausschlag auch begrenzt, bewegt sich der Flieger zu langsam. Rein von der Steuerungsdynamik und Reaktionen von „Ausschlag“ vs. „was passiert“ kann man sicherlich keine Vergleiche zwischen FSX und Realität ziehen.

Was den Touchdown der NGX angeht: mir hatte ein AB Pilot mal den Tip gegeben, genauer hinzuschauen wie er es macht. Bei 30ft mit der einen Hand den Thrust auf Idle ziehen und mit der anderen gleichzeitig stark (wieder das Problem der Empfindlichkeit der Hardware) und pumpend die Nase zu heben. 3-4x kräftig ziehen reichen aus, um den Flieger abzuflaren.

Das hab ich im FSX und der NGX mehrfach geübt; mittlerweile klappt es wunderbar. Als ich aber vom Sidewinder FF2 auf den X52 PF gewechselt habe, musste ich wieder von vorne anfangen mit lernen…

Gast
Aerobatics
31. Mai 2013

„…Ich finde das sowas von toll, denn niemand wird von uns Flusianern eine echte dash landen können…“

Hi,

die „Echten“ Dash Kutscher haben aber ihren Popo drin den man auch bei neuen Computerflugzeugen (=reines Fliegen lassen nach Zahlen und Werten) noch ein bisschen nutzen darf. Zudem sitzen sie zu Zweit vorne drin. Manchmal wäre das auch am FSX sinnvoll.

Gast
Andreas
10. Juni 2013

Ich kann einfach nicht glauben, dass die einen funktionalen Prototypen ernsthaft für 49 Euro verkaufen. Das Ding aus programmiertechnischer Sicht nichtmal ein Alpha release: aufgrund der selbst programmierten FDE (warum auch immer dies nötig war) welche vorsätzlich sämtliche FS-Addons (wie EZDOK Camera, Active Sky, diverse Hardware, FSPassengers, Air Hauler etc.)ignoriert kann man das ganze nur als Protoyp bezeichnen.

Sowas lässt sich nicht mal eben durch ein SP/Update fixen, sondern stellt eine grundlegende Funktion der FDE dar und benötigt ein komplettes reengineering der engine: entweder die Addon-Schnittstellen werden in der Code-Semantik von Anfang an berücksichtigt, oder eben vorsätzlich ignoriert (eine Erfahrung, die auch Aerosoft mit dem Airbus Extended machen mußte, was die Verzögerung beim Rollout erklährt).

Sicher : läßt man nahezu alle Addons weg, ist auch das problem mit „Springen“ gelöst, aber mal ehrlich: wer will das schon !

Lange Rede, kurzer Sinn: die Jungs haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht und Zahlen jetzt ihr erstes Lehrgeld. Entweder es gibt bald eine komplett neue Version, oder das Ding wird in der Versenkung verschwinden.

p.s Aerosoft hatte in Bezug auf eine eigene FDE keine andere Wahl wegen der FBW Steuerung. Warum sich Majestic jedoch dazu entschlossen hat, fragen sich die Jungs wahrscheinlich grade selbst (zumal bei normaler hydraulischer Steuerung hier überhaupt kein Handlungsbedarf bestand).

Gast
Philipp
10. Juni 2013

Hab ich irgendwo die Ironie überlesen, oder ist das wirklich ernst gemeint? Wieso sollte die Dash in der Versenkung verschwinden – ist ein erstklassiges Flugzeug. Nur weil Zusatzaddons wie FS Passenger nicht funktionieren? Wer gerne Kabinenansagen im Cockpit (!) hören möchte, muss sich halt anderen Fliegern zuwenden, da habe ich aber tausendmal lieber eine gute FDE.

Zudem ist die Pilot Version kein Prototyp, sondern eine Vollversion für Leute, die keine Failure-Simulation brauchen und nicht 70+€ ausgeben wollen. Wie man diesen rundum gelungenen Flieger als Alpha-Version bezeichnen kann, verstehe ich überhaupt nicht…

Bei welchen Addons hast du den Probleme mit dem Springen? Weather Engines, GSX und Co., und auch die Hardware, funktionieren völlig fehlerlos mit der Majestics Dash…

Ohne die ausgelagerte FDE könnte man die Federung und Engines kaum derart gut simulieren, das ist eigentlich ein ziemlich triftiger Grund.

Von daher: Niemand muss dieses Addon gut finden und fliegen, aber diese Kritik verstehe ich überhaupt nicht. Eine völlige Neuüberarbeitung wirds daher auch nicht geben, warum auch…

In diesem Sinne, nichts für ungut und einen gelungenen Wochenstart.

Gast
Willie
10. Juni 2013

Tja, Gläser sind meist halb voll oder halb leer :)
Ich mag lieber halb volle Gläser, und freue mich wenn ich mal eine Dash simulieren kann, die sich nicht fliegt wie eine Cessna, um es mal überspitzt auszudrücken.
Man kann natürlich die Latte für alles und jedes immer ein Stück höher legen, und sich daran „erfreuen“ wenn man vor lauter Frust und Unzufriedenheit über das vermeidlich Unperfekte vergisst das das nur ein Feierabend Hobby ist.
Vielleicht mal auf den Teppich bleiben und mal Videos vom FS4 anschauen :)

Da hab ich tatsächlich was gefunden

https://www.youtube.com/watch?v=CQcGnpYHhXY

Und sich dann mal überlegen wie weit wir heute sind und welche Möglichkeiten wir haben.

Also die Messlatte ein bisschen niedriger und Spaß haben.

In diesen Sinne

Willie

Gast
Andreas
10. Juni 2013

Hattest du etwa schonmal Turbolenzen in der Dash 8 ? Wohl eher nicht, genausowenig wie Crosswind Landings (Standard-Querruder gegen Seitenruder etc.) ? Auch die Anzeige des Wetterradars hat nichts mit dem Wetter zu tun, das Active Sky / OpusFSX oder FS Global Real Weather upgedated hat. Turbolenzen, Thermaleffekte, Böen etc. werden von der FDE garnicht ausgelesen (auch die Außentemperatur hat keinen Einfluß auf die Triebwerks- und Leistungsdaten), somit fällt natürlich auch Accu-Feel als Addon weg.

FSPassengers/FS Economy etc. sind das geringste Problem, darauf kann man auch verzichten. Aber EZDok Camera ist für die Leute die es haben unbedingt erforderlich. Abschalten hilft nicht: wer mit der Dash 8 fliegen will, muss EZDOK deinstallieren, oder das Ding springt wie ein Flummy am Gate oder nach dem Aufsetzen (die Probleme sind hinreichend bekannt und in den Foren dokumentiert – es scheint nur nicht ganz klar, wo es herkommt). Was Hardware betrifft (wie TrackIR, VRInsight, GoFlight etc.), siehe unten unter p.s.

Wie gesagt: wer keine weiteren Addons verwendet und nicht viel wert auf Realität im Flugverhalten legt (denn die Systeme wurden hervorrangend umgesetzt – wie auch das mit der Engine-Federung) der möge damit zufrieden sein.

p.s ich habe außerdem feststellen können, dass die FDE die FSUIPC schnittstelle nur im Pollingmode alle 60sec. updated, was die Probleme mit ATC-Addons, wie VoxATC und Radar Contact, erklährt. Auch SimConnect kann die eigene FDE nur rudimentär auslesen- bzw. wird über flugzustände nicht aktuell informiert, was ebenfalls zwangsweise zu Problemen mit Addons (und natürlich Hardware) jeder Art führt. Da man sowas programmiertechnisch nichtmal eben „hintendran flanschen“ kann und bei der Entwicklung der FDE nicht berücksichtigt wurde, führt an einem Reengineering kein Weg vorbei oder es bleibt eben eine „Insel-Lösung“. Mit einem Patch/SP ist das jedenfalls nicht getan.

Ebenfalls schönen Wochenstart!

Gast
Philipp
10. Juni 2013

Turbulenzen wurden als das größte Manko erwähnt – da müssen die Entwickler nochmal ran, alle anderen Problemchen stellen sich bei mir nicht. Andere – teils namhafte – Hersteller verzichten z.B. komplett auf ein Wetterradar – ich benutze es nicht, aber wenn sich jemand an dem (unrealistischen) Gebilde erfreut, hab ich kein Problem damit. Wers nicht braucht – einfach nicht einschalten.

Wäre der Flieger in der FSX-internen FDE verankert, würden sich alle über das schlechte Propeller-Verhalten aufregen – da verzichte ich wirklich lieber auf EzDok, FS-Pass. und Co.

Probleme mit bestimmter Hardware gibt es bei vielen Addons, bei mir funktioniert die Hardware über FSUIPC tadellos.
Man wird immer Kompromisse machen müssen. Ich bin auch für möglichst realistische Addons, und gerade da finde ich die Dash äußerst gelungen – Sound, Model, FDE usw. Daher würde ich sie nie als Alpha-Prototyp bezeichnen.
Wer lieber eine völlig falsche Simulation einer Turboprop – dafür aber mit Turbulenzen – haben will, der muss zu anderen Addons greifen. Und unter Umständen wird an den Einflüssen und der Kompabilität der externen Zusatzaddons noch gearbeitet – da brauchts aber meiner Meinung nach keine komplette Neuentwicklung, sondern eine Anpassung an den Schnittstellen. Eine Testphase mit allen möglichen Setups und Zusatzprogrammen, Tweaks und Co. ist bei der Entwicklung eines Addons heute doch gar nicht möglich.

Gast
Andreas
10. Juni 2013

Auch auf die Gefahr mich zu wiederholen: es geht hier nicht um einzelne Funktionen wie Wetterradar, sondern ums ganze: die FDE besitzt keine Schnittstelle zur FS-Umgebung, d.H im Klartext: die komplette Umgebung wird ignoriert und nicht Unterstützt.

Und das hat nichts mit „Nacharbeiten“ zu tun, und läßt sich nunmal nicht einfach so mal eben „fixen“ sondern ist im normalfall bei der Codierung einer FDE die Basis (Kausalitätsprinzip : Auffassung, Wahrnehmung, Reaktion). Leider haben die Jungs diese Grundprinzipien der SW-Entwicklung nicht berücksichtigt und die FDE als reine Reaktionskomponente Codiert.

Wenn ich meinen Kunden für die Testphase einer Software Geld abnehmen würde, könnte ich einen Anwalt hauptberuflich Beschäftigen.

Das Qualtitässicherung bei FS-Addon Entwicklern quasi nicht existiert (von PMDG mal abgesehen) und die ersten Kunden im Regelfall immer die Dummen sind, daran haben wir uns ja mittlerweile schon gewöhnt.

Eine echte frechheit von Majestic ist jedoch der Support, der genau weiß, dass eigentlich alle gemeldeten Probleme im Forum genau darauf zurückzuführen sind und sich einfach dumm stellt.

Wenigstens haben andere Entwickler mit eigener FDE, wie Aerosoft im Airbus X Exended (ja…auch Aerosoft hat dazu gelernt) und A2A Simulations von Anfang an alles richtig gemacht.

p.s der Airbus Extended war mit der fehlerhaften FDE für die geschlossene Beta bereits im Mai letzten Jahres verfügbar. Das Reengineering hat dann halt – unvorhergesehener weise – nochmal fast ein halbes Jahr gedaurt bis zum Rollout.

Gast
CAT3Dual
10. Juni 2013

@Andreas

Den AirbusX Extended als Beispiel für gelungene Betatests und Qualitätssicherung heranzuziehen ist aus meiner Sicht gelinde gesagt „ein Griff ins Klo“.

Die basteln heute noch daran, dem Bus alle Funktionen so beizubringen, wie sie laut Verpackungsbeschreibung vorhanden sein sollen.

Was die fehlende Qualitätssicherung angeht, kann ich dir allerdings zustimmen. Gerade bei neuen Innovationen, ist ein großangelegter Betatest unumgänglich.
Eine andere Frage ist dann aber, ob Entwickler auch gewillt und fähig sind, die gefundenen Probleme zu beheben.

Dann landen wir aber wieder in der üblichen Diskussion mit „Wirtschaftlichkeit und Zukunft der FluSi“, mit dem bekannten Ausgang, dass jeder eine andere Ansicht hat und wir uns niemals auf einen gemeinsamen Standpunkt einigen werden… 😀

Gast
stefan
10. Juni 2013

„Eine andere Frage ist dann aber, ob Entwickler auch gewillt und fähig sind, die gefundenen Probleme zu beheben.“

This! Was bringt einem der monatelange Betatest von PMDG wenn sie anschließend von Usern berichtete Fehler nur schwerlich bzw selbst einige Bugs der NGX garnicht fixen weil am nächsten Produkt gewerkelt wird? Kommt dann mit dem großen Major-Update (wahrscheinlich ebenfalls zu bezahlen)… Hier punkten definitiv aerosoft (wenngleich langsam, aber sie fixen) und A2A.

Gast
Andreas
10. Juni 2013

Naja, ich habe in Bezug auf den Airbus Xtended auch nur die FDE gemeint(und das haben die Jungs jedenfalls ganz gut hinbekommen), was den Rest betrifft, gebe ich dir Recht: reden wir besser nicht drüber.

Bestimmte Dinge lassen sich aufgrund der Codierung (feste „Verdrahtung“) nunmal hinterher nichtmehr ändern, ohne den ganzen Code nochmal komplett neu aufzusetzten. Und eine eigene FDE, die den FSX nur als 3D-Engine nutzt, ist eben genauso ein Fall. Dem Entwickler wurde zu spät klar, dass er sich damit übernommen hat.

Deswegen wird hier auch nichts mehr geschehen : die Reviews sind geschrieben, der Verkauf läuft. Warum sollte man jetzt noch einen Entwickler für min. ein halbes Jahr bezahlen ?

Schade drum, hätte was draus werden können (auch ohne eigener FDE, der FSX bietet genug interne Möglichkeiten um eine Turboprop realistisch wiederzugeben (siehe Flight1 ATR-72), man muss nur wissen, wie es geht).

Gast
stefan
11. Juni 2013

Also die feste Verdrahtung kann ich programmiertechnisch nur bedingt nachvollziehen. Ich vermute ganz stark dass der Programmierung des FDE eine objektorientierte Sprache wie C++ zugrunde liegt; im Falle einer prozedualen Sprache wie C würde ich Dir hingegen Recht geben (wenn ich da an alte modifizierungen vom Linuxkern denke damit Deine Module auch mit der neuesten Version kompatibel sind…). Wichtig ist in dem Falle nur, dass die einzelnen Programmmodulemodule stimmen und eine ordentliche Doku/das Gedächnis des hoffentlich noch angestellten Programmierers nicht eingerostet ist.

Was gegen eine Neuprogrammierung spricht ist schlichtweg der Aufwand. Eine recht primitiv im FSX abgebildete FDE synchronisiert sich per Simconnect mehrfach die Sekunde mit einem externen Thread. Sie müssten mehrere Monate Arbeit (das externe FDE) wegwerfen und ein primitives FSX-FDE aufpolieren. Es gibt aber schlichtweg viele gute Gründe eben dies nicht zu machen; allenfalls noch an der FDE rumzuwerkeln oder ggf. die FSX FDE um Wettereffekte aufzubessern. Die Jungs haben sich auchwas bei gedacht, als sie das externe FDE programmierten.

Im übrigen hat weder der AXE noch die Flieger von A2A eine komplett externe FDE; hier ist die Majestics einfach der Vorreiter.

Was ich mir vorstellen könnte, dass sie die FSX FDE pimpen und die eigentliche externe FDE quasi wie AccuSim als eine Art Zusatz zur FSX FDE nehmen welches nur noch einige Berechnungen vornehmen muss.

Aber auch das halte ich für falsch – das externe FDE war sicherlich auch eine Anforderung an das Projekt wegen der kommenden Versionen mit dessen Funktionen.