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Pilot’s report: PilotEdge, oder “It never rains in California…”

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Online unterwegs – für viele Simmer das non-plus-ultra in der Flugsimulation. Nirgends wird die Wirklichkeit so präzise abgebildet, wie in dem perfekten Zusammenspiel aus einer guten Flugvorbereitung, den Fähigkeiten des Piloten und der Arbeit der Lotsen. Wird dieses Geschehen noch mit realistischen Flugzeugen, Szenerien und  Wettereinflüssen garniert, resultiert ein erstaunlich plastisches Erleben am Bildschirm. Die ‚Immersion‘, das Eintauchen in die virtuelle Welt, führt im Idealfall so zu einem ‚flow‘-Erlebnis. Ihr ahnt es vielleicht schon, es geht um Online-Fliegerei. Neben den beiden großen Organisationen Vatsim und IVAO hat mit Pilot Edge ein kommerzielles Portal aufgemacht.

Stefan Benzinger hat sich angeschaut, ob man das Glücksempfinden eines flows nun auch kaufen kann.

Service gegen Bares: Online unterwegs im ‘Golden State’

Die großen Netzwerke VATSIM und IVAO bieten kostenlosen Zugang und bieten ein hohes Niveau an Unterhaltung und Abwechslung. Leider hat die Sache aber auch ein paar Schwachstellen: ATC ist nicht immer da, wo und wann man ihn gerne hätte. Ist er da, kann es vorkommen, daß die Frequenzen überlastet sind oder der Ausbildungsstand der Mitspieler zu Problemen führen kann. Vor allem aber das Verkehrsaufkommen entspricht meist nicht der Realität. Allgemeine Luftfahrt, Helikopter und Militär fehlen fast komplett und der IFR-Verkehr an großen Plätzen wie Frankfurt oder München entspricht oft nur einem Bruchteil dessen, was in der Realität anzutreffen ist. Fluglärm-Geplagte wären froh – der Simulaner hingegen hätte gerne etwas mehr Eisen in der Luft.

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Diese Beobachtungen haben vor etwa zwei Jahren den US-Amerikaner Keith Smith auf eine interessante Idee gebracht. Er bietet mit seinem Service ‚PilotEdge‘ das virtuelle Gegenstück zum „Bezahlfernsehen“. Worum es sich dabei dreht, verrät der CEO des Unternehmens in einem Videoclip am besten selbst (bitte runterscrollen zum 3. Clip von oben): Keith Smith im Interview

Keith ist 38 Jahre alt, Vater von zwei Kindern und Programmierer. Als Privatpilot und langjähriger VATSIM-Lotse verfügt er über einen großen Erfahrungsschatz sowohl aus der realen Fliegerei wie auch aus der Simulation. Seine Mannschaft setzt sich aus handverlesenen Lotsen zusammen, die seiner Aussage nach zum Teil auch real als ATC arbeiten und ihr Knowhow gegen einen Obulus dem Netzwerk zur Verfügung stellen.screenshot00016

Es wurde schon erwähnt: der Service ist kostenpflichtig. Das aktuelle Geschäftsmodell beginnt bei einer Basis-Mitgliedschaft  für $4,95. Jede Stunde wird in diesem Modell mit $2.- minutengenau abgerechnet. Für Vielflieger gibt es auch eine monatliche Mitgliedschaft für $ 19,95 als flat-rate, ein Jahresabo schlägt mit $179.- alles inklusive zu Buche. Kommerzielle Cockpitbetreiber oder Flugschulen erhalten individuelle Angebote.

Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an Flusianer (‚flight simulation enthusiasts‘), sondern geht wesentlich weiter. Hauptzielgruppe sind laut Keith vielmehr Realpiloten, die in einer simulierten Umgebung ihre Fähigkeiten erweitern wollen – bequem am PC-Simulator zuhause und zu wesentlich günstigeren Preisen als in einer Flugschule. Auch Institutionen wie Vereine oder Schulen können eine Mitgliedschaft erwerben. Fluglehrer können mit den Lotsen spezielle Szenarien abstimmen und ihre Schüler auf einem simulierten Flug richtig in die Mangel nehmen.

Die Sache hat auch einen politischen Hintergrund: Es gibt in den USA sehr viele Privatpiloten, die nur zwischen kleinen, unkontrollierten Plätzen fliegen und nie mit ATC Kontakt haben. Das hat Auswirkungen auf die Flugsicherheit. Große Organisationen wie die AOPA und vor allem die FAA wollen hier Änderungen der Verhältnisse herbeiführen. Angebote wie PilotEdge sollen helfen, Piloten zum Funken zu bringen.

Die Fakten zur Mitgliedschaft

Wie sieht das nun in der Realität aus? Und wo sind die Unterschiede oder auch Gemeinsamkeiten zu den kostenlosen Angeboten von VATSIM und IVAO? Ich habe den Sprung über den großen Teich gewagt und bin seit 3 Monaten Nutzer einer „hourly membership“. Hier sind meine Erfahrungen:

Die Anmeldung ist problemlos und für 14 Tage kostenfrei als Probeabo möglich. Im Anschluß gilt es zunächst, Software herunterzuladen und zu installieren. Der genutzte Client für die Simulatoren aus dem Hause Microsoft bzw. Lockheed Martin ist einem alten Bekannten sehr ähnlich: squawkbox V4. VATSIM-Piloten kennen die Oberfläche vielleicht; die Installation und Bedienung ist einfach und gut erklärt. Eine bestehende Installation kann übrigens nicht für PilotEdge genutzt werden, da Keith einige Anpassungen des Codes vorgenommen hat und das Tool auch weiter entwickeln wird. Für die X-Plane-Flieger hat Keith einen Client selbst programmiert.

Die erste Besonderheit ist die Gebietsabdeckung: PilotEdge konzentriert sich mit seinem Angebot derzeit ausschließlich auf Südkalifornien und angrenzende Gebiete. Dafür werden alle kontrollierten Plätze (‘towered airports’) und Sektoren im Gebiet mit ATC versehen. Benutzt wird konsequent jeweils die reale UKW-Frequenz. Beginnt oder endet ein Flug an einem unkontrollierten Platz (‘non-towered airport’), gelten andere Gepflogenheiten, die von PilotEdge ebenfalls vollständig abgebildet werden. Auch die US-amerikanische Variante des CVFR, das ‘flight following’, wird angeboten. Es ist übrigens durchaus möglich, von außerhalb einzufliegen; man hat dann bis zur Sektorengrenze aber kein ATC zu erwarten.

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Die garantierten ‚operating hours‘ dürften dem europäischen Stubenpiloten sehr entgegenkommen:  von 8 bis 23 Uhr Ortszeit (pacific standard time, PST), das entspricht 17 bis 7 Uhr am Folgetag unserer Zeit, kann nach Herzenslust geflogen und gefunkt werden. Zum ‘Einhören’ gibt es hier einige Beispiele. Ich kann nur empfehlen, sich intensiv mit der Materie zu befassen, denn es geht wirklich professionell zu. Durch die konsequente ‘Durchreichung’ des Fluges an die jeweils zuständigen Kontrollstationen ergibt sich eine deutlich erhöhte Arbeitsbelastung im Cockpit. Jede Frequenz muss gerastet und jede Station korrekt gerufen werden – eben wie in der Wirklichkeit.

Angst vor den Lotsen braucht andererseits aber wirklich niemand zu haben. Macht man einen Fehler, wird freundlich und betont sachlich korrigiert – wir gehen hier schließlich ein bisschen zur Schule.  Bei einem der großen Netzwerke habe ich hier schon ganz andere Töne vernommen, die empfindlichen Gemütern auch schnell mal die Freude am Weitermachen nehmen können.

Auch als Anfänger wird man keineswegs alleine gelassen. PilotEdge bietet instruktive Lektionen inklusive Tutorialflügen an. Das Training Center fungiert durchaus als virtuelle Flugschule, die in überschaubaren Lektionen die wesentlichen Inhalte vermittelt. Das pädagogische Konzept habe ich als sehr stimmig erlebt. Hier gibt es ein Beispielvideo einer VFR-Lektion.

Der Praxistest: IFR von Palm Springs nach San Louis Obispo

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So, jetzt mal ab ins Cockpit: den Sim gestartet, reales Wetter eingestellt und einen Flieger geladen, den ich gut im Griff zu haben glaube. Für meinen Beispielflug wähle ich die RealAir Turbine Duke; es soll von Palm Springs (KPSP) nach San Louis Obispo (KSBP) gehen. An Szenerien verwende ich GEX und UTX von Flight1, sowie die aerosoft US Cities Los Angeles. Das Wetter kommt via ASE 2012, die Wolken sind von REX2. Ich gönne mir Unterstützung durch das Reality XP Garmin 530 und sicherheitshalber den FlightSimCommander 8.6. Flugplatzinformationen und Karten hole ich mir online bei www.airnav.com, eine passende Strecke mit Flugplan liefert www.simroutes.com. Ich mache mich mit den notwendigen Informationen an das Kartenstudium und logge mich ein.

screenshot00007screenshot00001Das Format des aufzugebenden Flugplanes entspricht weitgehend dem VATSIM-Standard; auch die notwendige Flugvorbereitung ist identisch. Streckenführung, Wetter, Sprit und Ladeplan, Ausweichplatz und Flugkarten MÜSSEN gut vorbereitet sein. Seit kurzem ist es auch möglich, den Flugplan über dieses Portal online aufzugeben – ein weiteres Stück Realität.

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Gepäck verstaut, Passagiere angeschnallt und gebrieft, cockpit preparation checklist gelesen – es kann losgehen. Als erstes wird die ATIS abgehört – natürlich auf der originalen Frequenz. Anschließend gewechselt auf Clearance, den ATIS-Identifier reported und die Freigabe erbeten. Jetzt bloß nicht schludern, Papier und Stift liegen bereit zum mitkritzeln, der erste Eindruck entscheidet bekanntlich:

„Duke november seven-one-zero-delta-sierra, you are cleared to San Louis Obispo via the Cathedral one departure, Palm Springs transition. Climb 9000, expect FL200 ten minutes after departure, departure frequency 126,70, squawk 4721.” Uff. Gut, daß ich mitgeschrieben habe.  Readback, die start-up-clearance kommt hinterher („on pilot’s descretion“). Die Abflugroute ins GPS gegeben, die Karte dazu noch aufgerufen und die departure gleich gebrieft, die before start checklist gelesen, dann gewechselt auf ground. Two normal engine starts, alles gut.

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„Palm Springs Ground, Duke zero-delta-sierra, request taxi”. Die Stimme, die mir antwortet, kommt mir bekannt vor. Ja, es ist derselbe Lotse. Na gut, das ist auf kleineren Plätzen ja oft so, daß die Lotsen mehrere Hüte tragen. Bei pilot edge ist das übrigens fast immer so. Manchmal begleitete mich ein und dieselbe Person in verschiedensten Rollen auch über längere Flüge.

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5 Minuten später stehe ich am holding point der zugewiesenen Piste und warte. Und warte. Schließlich ein zaghaft-freundliches „Ground, Duke zero-delta-sierra, ready at holding point runway 31R“ . Ich bekomme prompt eine freundliche Antwort und gleich noch etwas Nachhilfe in US-amerikanischen Gepflogenheiten. Hier ist ein hand-off, also eine Übergabe von ground an tower unüblich. Ist man „ready for take-off“, meldet sich der Pilot selbständig beim Tower. Gelernt, getan. Startfreigabe, wieder vom selben Lotsen, line-up, die before take-off-checklist ist bereits gelesen. Throttles nach vorne, die Duke fasziniert mich immer wieder mit ihrer Power.

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Take-off, initial climb, dann ein knappes „contact departure“. Noch knappere Antwort, denn ich fliege von Hand; die Abflugroute hat es in sich. Ich widerstehe der Versuchung, auf den FSC zu schielen und fliege nach konventioneller Radionavigation. Mit der Power der Duke komme ich gut aus dem Tal heraus, Freigabe zum weiteren Steigen, dann Übergabe an Los Angeles Center. Ich aktiviere den Autopiloten und steige weiter, jetzt bereits „auf Route“. After take off checklist, dann fällt eine doch spürbare Anspannung von mir ab.  Im Headset höre ich immer wieder den Controller mit anderen Teilnehmern sprechen. Ich sehe ab und an ein paar Kondensstreifen am Himmel, einmal kommt eine traffic info; ein Learjet kreuzt meinen Weg. Die Verkehrsdichte an diesem kalifornischen Sonntagvormittag ist sehr gering.

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Endlich auch Zeit, die Aussicht zu genießen. Ich steige zwischen ein paar Wolken weiter auf Level 200; Kopfkino setzt ein, Reinhard Mey spielt im Hintergrund „…über den Wolken…“. Es fühlt sich toll an. Das ist er wohl, der zitierte ‚flow‘.

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Ein Fazit aus der Sicht des PC-Piloten

Wo ist jetzt hier der Unterschied zum Fliegen auf VATSIM oder IVAO? Bis zu diesem Punkt ist er doch… gering bis nicht vorhanden – oder?

Eben… ein paar Unterschiede möchte ich hier nochmals betonen:

  • der Service ist garantiert. Zu den Betriebszeiten sind immer genügend Lotsen online, die jeden denkbaren Flug im Abdeckungsgebiet begleiten.
  • es wird jeder Platz im Servicegebiet abgedeckt. Das macht das Fliegen mit kleineren Maschinen deutlich realistischer.
  • jede ATC-Station ist besetzt und muss korrekt gerastet und gerufen werden. ATIS-Meldungen werden in gesprochener Form empfangen.
  • das Netzwerk verfügt über einen eigenen AI-Verkehr, der die Verkehrsdichte gerade auf kleineren Plätzen deutlich erhöht.
  • der Qualitätsstandard ist hoch und konstant. Die gesamte Atmosphäre ist konzentriert und professionell – vor allem auch bei den anderen Piloten.
  • das Netzwerk ist stabil. Serverprobleme wie zuletzt immer wieder bei IVAO habe ich nie erlebt, und ich bin viel dort geflogen.

Das Angebot bei PilotEdge geht auch weit über den reinen Lotsendienst hinaus. Das Training Center habe ich bereits erwähnt. Interessant ist auch ein neues Angebot von Keith: er veranstaltet ab 2013 regelmäßig sogenannte ‚real-time-workshops‘ zu definierten Themen der Luftfahrt. Einen Stundenplan findet man hier. Die erste Stunde kann bei abgerufen werden. Die Inhalte sind vor allem für Simmer und natürlich Realpiloten interessant, die sich intensiver mit den US-amerikanischen Gepflogenheiten und Regularien auseinandersetzen wollen.Es gibt auch eine Aufzeichnungs- und Archivierungsfunktion des Sprechfunks. Man kann also sein eigenes Gestammel nachvollziehen und dadurch verbessern. Zugriff erlaubt das System übrigens auch auf die Werke anderer Piloten.

PilotEdge sieht sich selbst als eine virtuelle Ausbildungsstätte, bei der von realen Personen sehr reale Themen behandelt und Inhalte pädagogisch geschickt vermittelt werden. Der Unterhaltungsfaktor steht nicht an erster Stelle, womit sich Keith auch nach eigenen Worten von VATSIM und IVAO abgrenzt. Trotzdem beinhaltet die aktive Mitgliedschaft bei PilotEdge einen hohen Spaßfaktor. Neben dem individuell steuerbaren Konsum von Weiterbildungsinhalten kann nach Herzenslust geflogen und geübt werden – wo, wie, und mit was man will. Ich persönlich habe die regionale Beschränkung auf Kalifornien nie als negativ erlebt. Es gibt schließlich genug Realpiloten, die ihre Lizenzen in USA erwerben. Bekanntlich schult die Lufthansa Flight Training ihre ‘ab initio’-Kandidaten auch in den Staaten.

Ausserordentlich positiv habe ich die umfassende zeitliche Präsenz wahrgenommen. Man kann seine Flugplanung in Ruhe durchführen, den Flieger ordentlich präparieren und völlig ohne Zeitnot in einen anspruchsvollen und doch sehr belohnenden ‘Feierabendflug’ starten.

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Letzten Endes muss es jeder selber entscheiden, ob er bereit ist, für die dargestellten Services zu bezahlen. Es ist auf jeden Fall eine interessante Erweiterung für die PC-Flugsimulation und kann zu weiterem Wissenserwerb und natürlich auch Flugspaß beitragen. Für Realpiloten stellt das Angebot eine sehr preiswerte Möglichkeit dar, sich mit US-amerikanischem ATC bekannt zu machen.

Für mich bleiben aus den drei Monaten Recherche für diesen Artikel vor allem die Erkenntnis, daß zum einen die PC-Flugsimulation in weiteren Bereichen eine Kommerzialisierung erlebt. Ich ziehe weiterhin respektvoll meinen Hut vor all den Mitarbeitern von VATSIM und IVAO. Beide Organisationen bieten eine großartige und qualitiativ hochwertige Erweiterung der Erlebniswelt des Flusianers – kostenlos. Und zum dritten bin ich wirklich erstaunt darüber, welches Niveau man als Flusianer unter Nutzung verschiedener Angebote erreichen kann. Die vermittelten Inhalte bei PilotEdge ermöglichen eine Weiterentwicklung, wo unterhaltungsorientierte Angebote wie VATSIM oder IVAO enden.

Die erwerbbaren Kenntnisse und Fähigkeiten lassen nach meiner Erfahrung durchaus einen direkten Vergleich mit Realpiloten zu. Denn gegen die tritt man bei PilotEdge tatsächlich an. Freilich alles nur im geschützten Rahmen einer Simulatorsitzung. Es kann niemals die Rede davon sein, ein echtes Fluggerät eigenverantwortlich ohne Ausbildung steuern zu wollen – und sei die viel zitierte plötzliche Fischvergiftung der Piloten auch noch so dramatisch. Das wird auf immer eine Fantasie bleiben. Aber ein bisschen Träumen darf man ja.

Mit einer Mitgliedschaft bei PilotEdge kann daraus sogar ein ‚california dreaming‘ werden – ‚on such a winter’s day‘.

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PRO CONTRA
  • garantierte Abdeckung aller ATC-Stationen im Gebiet
  • Zeitfenster der garantierten Abdeckung passt gut für Feierabend-Flieger
  • konsequente und akkurate Umsetzung der realen Kommunikationsstruktur
  • Tutorial-Flüge und Online-Schulungen
  • Archiv- und Auswertefunktionen eigener und fremder Flüge
  • dynamischer AI-Verkehr
  • pädagogischer Anspruch
  • offen für alle Platformen (MSFS, P3D, X-Plane)
  • kostenpflichtig
  • regional begrenzt
  • US-amerikanische Regularien und Gepflogenheiten weichen z.T. von europäischen Normen ab
INFORMATION TESTSYSTEM (FSX)
  • Intel i5 @ 3,2 GHz
  • 8GB RAM
  • Geforce GTX470
  • Windows 7, 64 bit

Stefan Benzinger

 An dieser Stelle möchte ich Keith Smith und den Dienstleistern Airnav und Simroutes für die freundliche Unterstützung bei der Recherche und vor allem die Erlaubnis zur Verwendung von Screenshots aus den jeweiligen Angeboten ganz herzlich danken.


15 comments to Pilot’s report: PilotEdge, oder “It never rains in California…”

  • Thorsten

    Hab mir die Website schon diverse mal angeschaut. Das Konzept ist wirklich toll, allerdings ist die Einschränkung des Gebiets für mich der Grund es nicht mal zu probieren.
    Würde das ganze auch in Deutschland/Europa angeboten werden, wäre ich sofort dabei. Das wäre dann wirklich eine Alternative zu besagten Netzwerken. So bleibt einem nichts anderes übrig, als bei den etablierten Netzwerken zu hoffen, dass ein wenig ATC vorhanden ist.
    Ein paar mal kam mir schon in den Sinn, dass sowas doch auch für IVAO/VATSIM möglich sein muss. Aber man findet ja nicht mal genug Leute um einen Airport täglich zu öffnen. Bekommen die Lotsen Geld würde sich das sicher ändern. Das widerspricht allerdings wieder der Policy, jedenfalls bei IVAO.
    Es ist schon schwierig. Kann man nur hoffen, dass Pilotsedge eventuell irgendwann mal nach EU expandiert. Das könnte dann vielleicht auch den ewigen IVAO/VATSIM streit niederlegen…
    *voneinerbesserenZukunftträum* :P

    • Guenter

      Rätseln lässt mich das Geschäftsmodell allemal: kleines Gebiet, für einen Flug eine relativ hohe Gebühr (für ab und an sicher nicht, aber man würde sowas doch dauerhaft wollen) und wer nutzt das dann tatsächlich? Und dafür dürften die Lotsen dann wiederum eher einen kärglichen Stundenlohn erhalten … hmmm

      Ich hab mir eben auch überlegt, wie man sowas mit IVAO/Vatsim verknüpfen könnte. Aber dann müssten die Netzwerke tatsächlich eine Gebühr von allen verlangen. Es kann sich ja keiner einen Privat-ATC mieten.

  • Guenter

    Danke für den interessanten Bericht, Stefan!

  • DannyT

    Ohne Europa für mich leider nutzlos…
    Idee finde ich aber gut.
    Danny

  • Immanuel

    Hört sich super, auch wenn ich bis dato leider noch nie online geflogen bin. (War zwar schon mal bei IVAO angemeldet, aber nach technischen Problemen mit den Headset-Einstellungen die mir jeddwede Art von Flügen verwehrte habe ich das ganz schnell wieder “gesteckt”.)

    Die Idee an sich ist toll. Und man kann ja auch ruhig mal übder den Tellerand schauen. Ich z.B. fliege fast nicht in Europa und eigentlich garnicht in Deutschland.

  • Chris

    Ich kann jedem virtuellen Piloten nur empfehlen ein Onlinenetzwerk auszuprobieren.
    Dann noch eine Verständnisfrage hierzu:”…you are cleared to San Louis Obispo via the Cathedral one departure, Palm Springs transition. After take-off, fly runway heading,…”
    Wozu sagt der Lotse fly Runway heading, wenn ich der SID folgen soll? Da geht es nur kurz geradeaus und dann rechts nach PSP.

    • Stefan B

      @Chris: die Frage ist berechtigt. Es ist aber eine Standardphrase im amerikanischen ATC.

      In der genannten SID dreht man übrigens erst nach Passieren des Radials 268 outbd PSP nach rechts. Das ist in der Textbeschreibung der SID auch so dargelegt, denn man soll ja auf dem 104° Radial inbound PSP rauskommen. Nachdem dieser turning point aber nicht als wayppoint definiert ist, muss der Towerlotse wohl einen vector nach dem take-off und bis zum Passieren des genannten Radials geben.

      Es ist im US-amerikanischen ATC eben so manches anders als bei uns.

  • Patrick F

    Schon wieder etwas kommerziailisiert !!! Einfach nur wiederlich, diese Profitgier ! Ich bin da definitiv nicht mit von der Partie !

    • Stefan B

      Ich glaube, daß das Angebot mit Profitgier nicht wirklich etwas zu tun hat. Es richtet sich ja auch nicht primär an Simmer, sondern an Realpiloten.

      Ausserdem ist es ein Angebot. Niemand muss es annehmen.

    • Ingo Voigt

      Hi Patrick,

      Profitgier halte ich hier auch für übertrieben.

      Mal ein Denkanstoß: wer für eine Leistung nichts bezahlen möchte, dem könnte man (böse gedacht) ebenso Profitgier vorwerfen. Geiz ist auch eine Form der Profitmaximierung.

      Viele Grüße,
      Ingo

    • Marcel

      Recht hast Du mit der Profitgier. Leider betrifft das mittlerweile sogar meinen Supermarkt.Fast alle Erdbeerjoghurts wurden kommerzialisiert. Auch viele Berufstätige lassen sich inspirieren, erwarten teilweise sogar Geld für ihre Tätigkeit.

      Vor ein paar Tagen gab es eine Meldung, dass ein Freewareservice eingestellt wird. Für die Entscheidung ihre Arbeit aus dem Netz zu nehmen gab es kaum Verständnis aber viel Empörung.

      Kurz vor Weihnachten gab es einen ganzen Satz an kostenlosen Szenerien von deutschen Flugplätzen. Soweit ich gesehen habe, gab es dort keinen einzigen Kommentar. Auch dort warst Du nicht mit von der Partie.

      Und wie Stefan B schon geschrieben hat: Bis jetzt gibt es keinen Zwang von IVAO oder Vatsim umzusteigen. Wem dort zu wenig los ist, aber auch kein Geld bezahlen möchte, kann sich bei einem der kostenlosen Netzwerke einbringen. Ach stimmt ja, das macht Arbeit an der man nicht mal was verdient. So schließt sich der Kreis. :)

      Nicht böse gemeint, aber vielleicht mal wert drüber nachzudenken.

  • DannyT

    @Patrick…. Nur um das klar zu stellen, ich bin auch gegen Kommerzialisierung.
    Aber wenn man die Zusatzoption bekommt, gegen Geld volles ATC zu bekommen, dann bin ich dabei.
    Vor allem, wenn mal wieder tote Hose ist bei den bekannten onlinenetzwerken.
    Danny

  • @ DannyT… Genau in dieses “Horn” habe ich mit meiner Kurzmeldung über PilotEdge im FS MAGAZIN 6/2012 geblasen:

    “Eine Anregung an Online-Netzwerke?

    Ist das Angebot planbarer und nicht wie üblich bei der bekannt zufälligen Lotsen-Anwesenheit eine Anregung für unsere beiden Online-Netzwerke IVAO http://www.ivao.aero und VATSIM http://www.vatsim.net? Für Online-fliegende PC-Piloten wäre das zweifellos eine tolle Sache, auch wenn damit der “heilige Gral” der bisherigen Freeware-Angebote eine gehörige Beule bekäme. Wenn es nicht zu teuer kommt, kann eien Bezahlung dieses zusätzlichen Dienstes sicher diskutiert werden.”

    IVAO und VATSIM machen einen (um sprachlich in den USA zu bleiben) Oscar-reifen Job und das seit vielen jahren. Aber die fragliche Anwesenheit von Lotsen ist immer eine “Spaßbremse” für uns PC-Piloten.

    Diese “neue Form” der ATC wäre aus meiner Sicht ein willkommenes, positives Zeichen in diesen Zeiten, wo unser Hobby sich in einem Zustand der Stagnation befindet.

    In diesem Sinne…

    • Guenter

      Das war (mit den Onlinenetzwerken) ja auch meine erste Idee. Aber mal weiter gedacht: wie hoch müsste dann der finanzielle Anreiz sein, damit ich als Lotse meinen Dienst verrichte? 10, 15 oder 25€ die Stunde? Oder doch nur ein Obolus als Anerkennung, sprich 2 oder 5 € pro Abend? Dann kann mans auch wieder umsonst machen, würde ich sagen.

      Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr führt m.E. eine Bezahlvariante der ATC auf IVAO/VATSIM in eine Sackgasse.
      (Ein anderes Thema wären evtl. Kosten für Softwareentwicklung! Aber ich meine hier explizit evtl. bezahlten ATC bei IVAO/VATSIM).

      Daher ist das obige Angebot durchaus ein gutes, für den, der es sich leisten will. Wie die sich intern finanzieren, kann ja erst mal egal sein.

      Wenn IVAO/VATSIM sich endlich mal zusammentun würden, würde ich als Anschubfinanzierung dazu gerne was beisteuern!
      Aber auch das ist wieder ein anderes, leidiges Thema :)

  • Philipp

    Ich finde, dass es bei VATSIM sehr wohl eine planbare Lotsenanwesenheit gibt – fast jede Division hat ihren wöchentlichen Onlinetag, fast jeden Tag gibt es irgendein anderes Event. Wenn man entsprechend plant, und seine Flüge nach den Ankündigungen richtet, hat man immer ATC.

    Dass man nicht auf reale Trafficzahlen kommt, ist klar. Aber das wollen auch die virtuellen Piloten nicht, denke ich, dass sie bei Schlechtwetter 2 Stunden aufs Startup warten müssten. ;-)

    Nur Innsbruck ist anders – da gibts auf VATSIM bei Events mehr Verkehr, als in real. :-)