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Review: Ultimate airliners: DC-9 Classic von Coolsky/Flight1

“Uhrenladen”, “fuel-to-noise-converter”, “Alteisen”: Nicht sehr schmeichelhaft. Und dennoch: von den Modellen aus den Anfängen des Jet-Zeitalters geht eine anhaltende Faszination aus. Es macht kaum einen Unterschied, ob man mit pensionierten Kapitänen oder den Fluggästen dieser Zeit spricht: Leuchtende Augen bekommen sie alle, und die Schwärmerei kennt irgendwann keine  Grenzen mehr.

Höchst erfreulich für uns Simmer ist, daß offenbar auch unter Entwicklern ein großes Faible für historische Flugzeugtypen herrscht.  Reich bedient wurde denn auch in letzter Zeit, wer sich für historisches Gerät interessiert. Gemeinsam sind den “Klassikern” vor allem das Fehlen von modernen Hilfsmitteln zur Flugführung. GPS, Bordcomputer und LCD-Display sucht man hier vergeblich. Dafür brauchte es im Cockpit noch “ganze Kerle”, echte Flieger eben und keine “Knöpfchendrücker”.

Mit der neuesten Veröffentlichung bringt uns Flight1 nun die von Coolsky und McPhat programmierte DC-9 in der 30er-Version in den virtuellen Hangar. Ob sich unser Reviewer Stefan Benzinger damit denn auch als besagter “echter Kerl” fühlen konnte, erfahrt Ihr unter…

Bezug, Preis, Installation

Erschienen ist das Paket für den FSX und den P3D bei Flight1 zum Preis von € 39,33. Über den hauseigenen Wrapper bekommt man den 233MB großen Download auf die Platte. Zunächst wird nach erfolgter Zahlung in ein Verzeichnis C:\Flight One Software entpackt und von dort aus der Installer gestartet. In diesem Verzeichnis liegt dann auch wie gewohnt der “proof of purchase” und der “product key” – beides wichtig für eine eventuelle Re-Installation. Also lieber nicht löschen.

Von größter Wichtigkeit bei der Installation sind zwei Punkte: der Installer sollte mit “Administrator”-Rechten ausgeführt werden. Und es empfiehlt sich, noch vor Beginn des downloads die Firewall zu deaktivieren und den Virenscanner vorübergehend abzuschalten. Tut man das nicht, können unkalkulierbare Fehlfunktionen des Fliegers auftreten. Meine Installation lief erst nach dem dritten Anlauf wirklich rund.

Dokumentation

Mitgeliefert werden zwei englischsprachige PDF-Dateien – ein Benutzerhandbuch mit 44 Seiten (user manual) und eine Betriebsanleitung für den Flieger (aircraft operating manual, AOM), das immerhin 504 Seiten umfasst. Enthalten ist alles, was man von diesen Dokumenten erwarten darf:

Installationshinweise, Geschichtliches, Einstelltips, ein Einweisungsflug, Checklisten und jede Menge Flugplanungsdaten in übersichtlichen, gut verwendbaren Tabellen. Das ist vorbildlich gemacht und gibt ein erstes dickes Plus.

Aussenmodell

Wie immer möchte ich hier vor allem Bilder sprechen lassen. Übrigens gibt es auf der facebook-Seite von Coolsky eine Unzahl mehr davon zu bestaunen.

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Zusammengefasst ist das Aussenmodell sehr stimmig und hochdetailliert. Die mitgelieferten Texturen von McPhat erfüllen – wer hätte anderes erwartet? – höchste Ansprüche. Die üblichen Animationen werden – etwas umständlich – über ein Unterpanel des Flight planers gesteuert, sind aber in Funktion und Optik sehr gut gelungen. Ein paar Schwächen leistet sich das Modell aber dann doch: die sich drehenden Triebwerksschaufeln wirken etwas plump und auch der Detaillierungsgrad der JT8D-7-Triebwerke bei geöffneter cowling entspricht nicht dem Rest des Aussenmodells. Eine pushback-Truppe kann man zwar anfordern, aber nicht sehen. Und im Forum finden sich etliche Beschwerden über diverse Darstellungsmängel, die vom vorbildlich schnell reagierenden Design-Team auf nicht passende Eingenschaften diverser Textur-Dateien geschoben werden. Hier besteht Nachbesserungsbedarf. Durch die mitlerweile ausgelieferten Patches werden diese Mängel größtenteils auch behoben.

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Zeitnah zum Release wurde von McPhat übrigens eine erste Freeware-Liverie (Delta) veröffentlicht – wohl als Appetithappen für die bereits erhältlichen “World Airliners Series”-Texturenpakete. Diese sind ausdrücklich nicht Teil dieser Review. Ich erwähne sie hier nur rein informativ. Ein Paintkit wird wohl erst in einigen Wochen verfügbar sein.

Cockpit

Alle bedienbaren Elemente finden sich auf mehreren 2-D-Panels, die wie üblich entweder per Tastenkombination oder per Clickspot aktiviert werden können. Die Panels sind abdockbar und können skaliert werden – praktisch für Multi-Monitor-Setups. Die Panels haben mich aber nicht restlos überzeugt: Instrumente zum Teil derart klein abgebildet, daß die Ablesbarkeit darunter leidet. Die Texturierung wirkt teilweise grob und pixelig.

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Das VC hingegen ist eine echte Augenweide. Alles, was zu modellieren ist, wird dreidimensional dargestellt. Anzeigen bewegen sich flüssig und weich. Die Texturierung ist schön gebraucht und wirkt wirklich fotorealistisch.

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Leider ist es mit der Bedienbarkeit so eine halbgare Sache: es fehlen Clickspots für den Aufruf diverser 2D-Panels. Hier darf gerne noch nachgebessert werden, denn es sind oft diese Kleinigkeiten, die dem VC- Modell jene Funktionalität verleihen, die der Simmer zum richtigen “Eintauchen” braucht. Ein gutes Beispiel sind die Speedcards – ein wirklich klug gemachtes, hochfunktionelles 2D-Unterpanel, aus dem per Mausklick gleich die “bugs” passend gesetzt werden können. Der Aufruf gelingt nur per Zweifingergriff an der Tastatur oder über ein eigenes pop-up-Menü. Ein Klickspot im Geschwindigkeitsmesser wäre dafür eine feine Sache – zumal sich derartige Annehmlichkeiten in den Vorgängermodellen wie der Super80Pro bereits finden lassen.

Sound

Das Soundpaket umfasst neben den flugzeugtypischen Geräuschen auch einen Ersten Offizier, der diverse Ansagen macht und die Checklisten liest, so man dieses Feature benutzen will. Eine Bodencrew steht für push-and start-Operationen ebenfalls bereit. Kabinenansagen sind nicht integriert.

Durch die heckseitig angebrachten Triebwerke war es in der Kabine und vor allem im Cockpit der DC-9 verhältnismässig leise – mit ein Grund für die Beliebtheit des Typs bei Passagieren und Besatzungen. So kommen denn auch Nebengeräusche wie das Surren der Elektrogeräte, der Sound der Klimaanlage oder im Flug dann die Strömungsgeräusche in der Wahrnehmung deutlich nach vorne. Es ist eine echte Wohltat für die Ohren, wenn man nach dem Start Fahrwerk und Klappen einfahren kann und in höhere und damit dünnere Luftschichten steigt.

Kurzum: das Soundpaket ist sehr gut gelungen.

Systeme

Die DC-9 wurde von vorneherein auf den Betrieb mit zwei Piloten ausgelegt. Die Systeme verfügten deshalb über einen für die damalige Zeit recht beachtlichen Automatisierungsgrad – zum Teil höher, als ihn die Boeing 737 NG heute hat! Trotzdem bedarf die Tiefe der Systemsimulation einer eingehenden Auseinandersetzung mit der Materie. Belohnt wird der Simmer dafür mit tollen Lernerfolgen und dem authentisch vermittelten Gefühl, ein Flugzeug wirklich zu beherrschen und nicht nur auswendig gelernte Procedures zigfach monoton abzuspulen, um die richtigen Knöpfe in der richtigen Abfolge zu drücken.

Hier wurde nicht gekleckert, sondern richtig rangeklotzt: alle im realen Flugzeug vorhandenen, für den Pilotenalltag relevanten Systeme sind komplett modelliert. Ein umfangreiches Schadensmodell ist íntegriert. Somit ist Fliegen nach realen Prozeduren – ähnlich wie bei der PMDG 737 NGX – sehr gut möglich.

Ein paar Abstriche gilt es dennoch zu erwähnen: so sind beim vorliegenden Modell der Flight Director (FD) und der Autopilot (AP) direkt miteinander gekoppelt. Das war in der Realität nicht so. Bei Piloten waren ein “mismatch” zwischen FD und AP gefürchtete Quellen fliegerischer Fehler. Viele Betreiber beschränkten deshalb den Betrieb des FD auf den ILS-Anflug. Alles andere wurde “aus dem Kopf” geflogen.

Die gesamte flight guidance dieser Umsetzung krankt im Endeffekt an der nicht erfolgten funktionellen Trennung zwischen FD und AP. So sind auch die entsprechenden Modi fehlerhaft angezeigt. Wer es gewöhnt ist, dem FD “hinterherzufliegen”, muss sich hier umstellen oder auf Nachbesserung warten. Ehrlicherweise dürfte aber das gros der Simmer damit keine Probleme haben. Ich halte den Bug für erwähnenswert, aber keinesfalls für einen gravierenden Mangel. Der Fliegbarkeit tut es keinen Abbruch. Vorausdenken ist halt mehr gefragt denn je.

Flugmodell

Die DC-9-30 war ein Kurz und Mittelstreckenflugzeug mit maximal 37,4 Tonnen Abfluggewicht – also kein “Dickschiff”. Und so fliegt sich auch das Modell: angenehm direkt, aber doch sehr stabil um alle Achsen. Das Flugverhalten ändert sich deutlich, wenn man sich Grenzbereichen nähert. Man spürt regelrecht, wie weich die Steuerung wird, wenn sich im Endanflug die Geschwindigkeit plötzlich unter der Referenzgeschwindigkeit findet – und wie die Kontrolle beim darauf notwendigen go-around wieder zurückkommt. Das zeugt von großer Sorgfalt und noch größerem Können bei der Programmierung des Flugmodells. Bravo!

Praktisch alle Flugphasen können nach der notwendigen Eingewöhnung relativ problemlos händisch geflogen werden. Eingewöhnung deshalb, weil die DC-9 häufig und teilweise kräftig nachgetrimmt werden will und auch über keinen Autothrottle verfügt. Start und Steigflug laufen also über die Abstimmung pitch/power, und auch die Übergangsphase in den Zwischen- und Endanflug mit den erforderlichen Konfigurationsänderungen an flaps und gear erfordert vorausschauendes und abgestimmtes Fliegen.

Hat man es einmal verinnerlicht, macht es sehr großen Spaß, auch mal simple VFR-Platzrunden zu drehen oder Basic-IFR-Navigation händisch zu betreiben. Wie wäre es mit einem Non-precision-approach so ganz ohne Autopilot? Wer glaubt, er hätte als Simmer schon alles gesehen, kann sich hier neue Erfolgserlebnisse verschaffen!

Tools

Das von den Vorgängermodellen Super80/Super80Pro bekannte ICTS (interaktives Cockpit-Trainings-System) leistet neben der guten PDF-Dokumentation exzellente Hilfestellung beim Eintauchen in die fast vergangene Welt der DC-9. Und wer es (vielleicht nur zu Beginn seiner DC-9-Karriere) etwas leichter haben möchte, der kann sich über den Konfigurator ruck-zuck ein komplett betriebsbereites Flugzeug für jede Flugphase hinstellen lassen. Ready for take-off per Mausklick – davon können Realpiloten nur träumen :-). Beladung und Tankinhalt werden ebenfalls direkt aus der Sitzung gesteuert und per Klick an den Flieger übergeben. Einen kompletten Beladeplan kann man sich auch ausdrucken lassen; die passenden V-speeds und Schubgrenzen werden ebenfalls ausgegeben. Das sind alles Features, die es bereits früher gab – und dennoch dem Produkt immer noch großartigen Mehrwert verschaffen. Ähnlich komfortabel lässt sich nur die schon einmal als Referenz zitierte PMDG 737 NGX bedienen.

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Neu ist eine Art Karte der Umgebung, in die auch der aktuelle Flugplan im FSX-Format geladen werden kann. Das Tool funktioniert ähnlich einer moving map und zeigt auch weitere Daten wie Wind und Radiale bzw. Peilungen an. Per Klick können die jeweiligen Funkfrequenzen direkt in die jeweiligen Navigationsinstrumente gesetzt werden. Das ist eine echte Innovation und für viele sicher sehr hilfreich, die sich ohne FMS und EFIS schnell verloren fühlen würden.

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Zusammenfassung

Mit der DC-9 kommt ein großes Stück Luftfahrtgeschichte in den FSX. Die Jungs von Coolsky haben sich mit bewundernswerter Hingabe, großem Geschick und echter Leidenschaft der Abrundung ihrer Produktpalette gewidmet. Herausgekommen ist ein echtes Juwel, das den Vergleich mit anderen Weltklasseprodukten aus Häusern wie A2A, FlightSimLabs oder PMDG locker besteht.

Durch die clevere Ausstattung mit diversen Tools lässt sich der Flieger wirklich jedermann empfehlen. Egal, ob jemand erste Schritte mit Payware macht, ein Oldtimer-Fan in Nostalgie schwimmen will oder ein Simmer-Veteran eine neue Herausforderung in einer dynamischen Online-Umgebung sucht: hier kommt garantiert jeder auf seine Kosten.

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Die Redaktion verleiht deshalb der Coolsky DC-9-Classic den “Tip der Redaktion”.

Stefan Benzinger für simFlight.de

Pro Contra
  •  systemtiefe Umsetzung
  • stimmiges Flugverhalten
  • gelungenes Aussenmodell
  • authentisches VC
  • Ausstattung mit durchdachten Tools und interaktivem Trainingssystem
  • komplexe Fehlersimulation
  • Preis/Leistung hervorragend
  • Kinderkrankheiten in der release-Version (mittlerweile auskuriert)
  • kleinere Bedienungsprobleme im VC
Informationen Testsystem
  • Intel i5, 3,2 Ghz, 8GB RAM, Win 7 64 bit
  • nVidia GTX 470-Grafikkarte
  • 24″ Monitor
  • Add-ons: ASE, REX2, diverse Payware-Szenerien (PANC, PAFA)

25 comments to Review: Ultimate airliners: DC-9 Classic von Coolsky/Flight1

  • Guenter

    Danke für das Review, Stefan.

    Zusätzlich möchte ich auf dieses Youtube Video hier verweisen, was einem den Mund auch richtig wässrig macht:

  • holger

    Danke für die Rezension, Stefan!

  • Roland

    Auch Dank von mir. auch wenn Ich sie jetzt noch nicht habe. Gier bin Ich mir sehr sicher.

  • Fini

    Hallo Stefan,
    Vielen dank hat sehr Spaß gemacht den Bericht zu lesen.

    Lg Fini

  • Ingo Voigt

    Vielen Dank, Stefan.

    Eine schöne Rezension.

    Viele Grüße,
    Ingo

  • Walter Zach

    Klasse gemacht – klar.., trotzdem kommt es mir vor wie eine upgedatete MDSuper80pro – mit der ich wohl etliche 100erte Flugstunden absolviert habe. Die ganze Aufmachung vom Außenmodell her, das Cockpit / Overheadpanel / die Schalterstellungen usw. ist im Grunde nur übernommen und geringfügig angepasst worden.., also keine reine Neuentwicklung! Ich fürchte im Falle eines Kaufs, dass ich irgendwie das Gefühl bekomme, bloß wieder in der “alten” Maschine zu sitzen..!

    • Oski

      Nun ja, eigentlich müsste nur die Reihenfolge anders sein :-) Du müsstest zuerst die DC9 geflogen und dann auf die MD80 umgestiegen sein. Dann würdest du denselben Eindruck erhalten. Die MD80 ist ja auch nur eine “modifizierte” DC9. Das Overhead-Panel z.B. ist weitgehend identisch. Du kannst natürlich von den Entwicklern nicht verlangen,dass sie einfach andere Schalterstellungen “erfinden”, nur damit der User ein besseres Gefühl erhält :-) wenns weitgehend identisch ist, dann ist es halt so – und auch im Original. All die Piloten, die von der DC9 auf MD80 ungeschult haben, können dir dieses Gefühl bestätigen.

  • Stefan B

    @Walter: Hmmm… eigentlich war die Super 80 Pro (also die MD88) ja eine Weiterentwicklung der DC-9-Classic. In so fern ist es nur natürlich, daß Dir da manches bekannt vorkommen wird. Das ist bei Boeing-Modellen ja auch nicht anders. Das Overhead panel einer 737-200 und der NG unterscheiden sich auch nicht gerade sooo wahnsinnig.

    Aber alleine die gänzlich andere Flugführung und Navigation wird Dir sicher viele neue Einblicke bescheren. Ich bin auch ein alter Super80Pro-Flieger, und ja, es hatte etwas von einem Wiedersehen, jetzt in die DC-9 zu steigen. Trotzdem war es eine aufregende Neuentdeckung.

    Frohes Fliegen!

  • Walter Zach

    Naja, das Panel Layout und damit das gesamte Ambiente- hätte man ja überarbeiten können.., es sieht so aus als wäre nur “reinkopiert” worden!
    Ich bin überzeugt- wenn PMDG die 747 neu ´rausbringt, erwartet uns ein völlig neues Cockpit-Ambiente..

    • Stefan B

      Also ich weiss jetzt nicht wirklich, was Du damit meinst. Aber das ist eigentlich auch egal. Mir gefällt’s.

    • Oski

      Ja, das verstehe ich jetzt auch nicht. Was kann mann denn am Panel Layout ändern, wenn es naturgetreu sein soll? Aber wie schon Stefan gesagt hat, ist ja auch egal. nachdem ich ca 8 Jahre meines aktiven Fliegerlebens in genau diesem Cockpit verbracht habe, kann ich aus meiner laienhaften Sicht nur eines sagen: genauso hat es ausgesehen :-)!

      • chriskl

        “kann ich aus meiner laienhaften Sicht nur eines sagen: genauso hat es ausgesehen :-) !
        Aufgrund der klasse Review (im alten Style !!!) von Stefan werde ich wohl in den Geldbeutel greifen…
        Das sieht nach richtig anspruchsvollem Spass aus!

  • Stefan

    Sehr nettes Review, aber…

    Zitat: “Nebengeräusche wie das Surren der Elektrogeräte, der Sound der Klimaanlage oder im Flug dann die Strömungsgeräusche in der Wahrnehmung deutlich nach vorne”

    Ich hatte das Produkt gehabt und wegen des Soundpaketes zurückgegeben. Es ist ein Grauen! Die Motoren haben völlig den falschen Sound, das Heulen beim TakeOff wie in Videos bei youtube unterbleibt gleich völlig.

    Das einzige Geräusch, was im Cockpit vernehmbar ist, ist das monotone Surren der Elektrik. Und das bleibt so bis zum Start der Triebwerke. Keine Klima, kein nix. Nach dem TakeOff kommt noch – allerdings viel zu leise – der Sound des Windes dazu.

    Was mir persönlich fehlt, ist der Sound des (war es das linke?) Packs, welches bei allen Modellen ins Cockpit mündet und zumindest ein leises “Windchen”. Ich bin mir wegen der “Miefquirls” (Recirculation Fan bei B737) nicht sicher, ob diese im Cockpit einer DC9 auch ins Cockpit führen; ich glaube aber eher nicht. Das würde das Noiselevel entsprechend senken gegenüber einer 737. Der Gesamteindruck bleibt aber: es fehlt was. Und nun kommt nicht mit (MD88 ist ein modernerer Flieger als die DC9; das stimmt zwar, aber das Airframe und die Technik bis auf Einzelheiten ist die gleiche). Zumindest bei mir kam das richtige Gefühl in einem Flieger zu sitzen nicht rüber; zumindest nicht, wenn man die PMDG 737 und MD11 gewohnt ist.

    Vom Sound abgesehen ist der Flieger wirklich sehr gut umgesetzt, von kleineren Bugs oder fehlender Implementierun einiger Systeme mal abgesehen (APU start nuckelt nicht an den Amperes etc…).

    Ich hätte nie in die NGX steigen dürfen :( dies hebt die Erwartungshaltung extremst an und man ist von jedem Addon enttäuscht.

    • Oski

      Ich staune immer wieder, was die Simmer alles für Geräusche hören wollen :-) Das wurde ja auch im entsprechenden Forum ausgiebig diskutiert. Videoaufnahmen aus Cockpits sind KEINERLEI Referenez für Geräuschpegel, da diese bekanntlich über eine automatische Pegelung verfügen und demzufolge alle Geräusche übertrieben stark wiedergeben.

      Die DC9 hat mal zum ersten KEINE Recirc-Fans und die Klimaanlage hört man praktisch NICHT – ebenso die Triebwerksgeräusche. Die DC9 hatte mit Abstand das leiseste Cockpit, das ich in meiner 37-jährigen Fliegerkarriere erlebt habe. Die JT8D-7 sind am geschäftigen Ende sehr laut (die -9 noch lauter), nach vorn strahlen sie aber nicht mehr Lärm ab als andere. Dafür sind sie aber markant weiter weg vom Cockpit. Die einzigen zwei Geräusche, die wirklich fehlen, sind ein wesentlich markanterer Reverse-Sound sowie das Bugrad-Rauschen im ausgefahrenen Zustand – ok und dann noch das Auslaufen des Bugrades im Fahrwerkschacht nach dem Einziehen und dessen Bremsung mit den Bremspads. Dies geschieht praktisch direkt unter dem Hintern :-). Ich kenne sogar Simmer, die wollten so exotische Dinge wie ein Touchdown-Sound (“weil die Räder doch so gross sind…”), oder das Geräusch der Fuel-Pumps. Da kann ich mein Grinsen dann nicht mehr zurückhalten :-) Davon hört man nämlich überhaupt nichts…

      • Stefan

        Nimm es mir nicht krumm Oskar, aber wie lange ist es nun genau her? Nach Jahrzenten kann man sich wohl schlecht an kleinere Details wie Klima etc. erinnern würde ich behaupten und wohl von dem ein oder anderen Neurologen Recht bekommen.

        Ich Review ist die Rede von “Klimageräuschen” was schlichtweg eine komplette Falschaussage darstellt, da diese nicht umgesetzt sind.

        Cockpitaufnahmen auf youtube sind jedoch sehr wohl – und hier lasse Dir von einem Fachmann nachhelfen, eine Aussage wert. Man erkennt deutlich die Stimmen der Besatzung (nicht Interphone) und kann demnach auch die Engingegeräusche und andere Sounds ungetrübt heraushören.

        Ich bin mehrfach in einer MD88 mitgeflogen und die Enginesounds sind sehr wohl deutlich vernehmbar. Die Klima ist, wie Du auch sagst, FAST nicht zu hören. Wenn man sie im leisen Cockpit jedoch zuschaltet, hört man sehr wohl den leichten Windfluss; verliert jedoch den Tonfokus mit der Zeit.

        Selbst wenn meine Erfahrungen auf der MD88 basieren, so ist die DC9 (als auch die B717) kein anderer Flieger. Jede noch so kleine Änderung muss seitens der FAA zertifiziert werden (was der Grund ist, weswegen die 737 seit der classic bis hin zur NG die gleiche Seilzugtechnik der Steuerflächen, das gleiche Alignment des Equips im Wheel Well [fast jedes noch so kleine Kabelchen steht in der modernsten 737NG da, wo die Designer der Ur 737 diese vorgesehen haben] und dies ist auch der Grund weswegen die Eyebrow’s erst nach fast 40 Jahren abgeschafft wurden obwohl diese spätestens seit der 300 mit FMC+IRU überflüssig waren.

        Ein Touchdownsound dürfte wohl in jedem Cockpit hörbar sein – jedoch nicht das quiecken der Räder sondern vielmehr das klappernde freiliegende Equip was geschüttelt wird.

        • Stefan

          Bitte nicht falsch verstehen, ich lass mich gern eines besseren belehren, insbesondere auch von Dir. Jedoch weiß ich, was ich in der MD88 gehört habe, und dass die DC9 kein anderes Gefährt darstellt. Es kommt schlichtweg nicht das Gefühl einer echten DC9 auf.

          Selbst wenn die Enginesounds nicht deutlich vernehmbar sind (sind sie im Cruise wirklich nicht – auf der MD88), dann wäre auch das Addon schlampig, da das herunterfahren im Cruise sehr deutlich vernehmbar ist – hier fehlt mir wieder der Windsound.

    • Immanuel

      “Ich hätte nie in die NGX steigen dürfen dies hebt die Erwartungshaltung extremst an und man ist von jedem Addon enttäuscht.”

      :) :) :)

      Sorry, sowas kann ich echt nicht mehr hören. Dann schmeißt das “Prolo-Teil” doch von der Platte und seid mal wieder offen für anderes. Meine Güte… So kann man sich`s auch selber schwer machen. Ich meine ihr wisst, dass ich für mich persönlich PMDG seit dem NGX-Release boykottiere (wenngleich ich auch ich mit der Vorgängerin im FS2004 hunderte wunderschöne Stunden verbracht habe…). Nicht, dass der Randazzo davon ärmer würde. Und auch nicht, weil die NGX nicht gut wäre. Ich habe eben meine Gründe.
      Aber die DC-9 ist ein Hammer-Teil und ist, im Gegensatz zu den neueren 737, wenigstens noch ein richtiges Flugzeug. Und auch wenn ich nicht immer einer mit unserem Oski bin: Aber hier habt ihr die Meinung eines “echten” Piloten mit Erfahrung auf diesem Arbeitstier. Wer nur Knöpfchen drücken will sollte von vornherein die Finger von diesem Teil lassen. Ich freue mich schon auf Weihnachten, meinen Weihnachtsurlaub und auf DC-9-Flüge zwischen z.B. Caracas und Merida. ;)

      • Stefan

        Das Kommentar ist ein wenig an der meinigen Aussage vorbei. Bis dato war die Begrenzung des Realismus einzig technischer Natur, dass der FSX nicht mehr herbgibt. Jedes Addon wie auch jede in der Gamewelt veröffentlichte Grafikengine setzt neue Maßstäbe welche die 100% Markierung festlegen. Alle anderen Addons/Engines/Spiele werden natürlich an diesen gemessen und entsprechend gewertet.

        Ob es nun korrekt ist oder nicht – ich erwarte 100% und kaufe nur die Software, welche meinen Erwartungen entspricht. Und da muss ich mir von keinem ins Gewissen reden oder Vorschriften machen lassen, nur weil er anderer Meinung ist. Ich installier mir doch auch nicht ein DOS-game, nur um manche Indiegames und dessen Preis von z.T. 30Eur (was fast Vollpreistitel ist) zu rechtfertigen.

        Meinen 3’er E90 hab ich auch gekauft weil dieser das Neueste bietet; ich schau mir doch auch keine Fotos eines Trabis an, nur um dann den Kauf eines Dacia’s zu rechtfertigen.

        Ist nix persönliches; nur habe ich eben meine Maßstäbe und messe alles andere daran. Und bei der DC9 fehlt eben dieses gewisse i-tüpfelchen.

        • Stefan B

          @Stefan: Deine hohen Ansprüche in Ehren – aber warum gibst Du Dich dann überhaupt mit so etwas Schnödem wie der Flugsimulation ab? Wir wissen doch alle um die Begrenztheit der FSX-Engine und all die anderen Limitationen, die es eben gibt, wenn man eine der komplexesten Maschinen, die Menschen je gebaut haben, auf einem Single-Desktop-PC abbilden will?

          • Stefan

            Hallo Stefan,

            klar ist die FSX Engine eine Begrenzung. Nur wurden Workarounds entwickelt um diese weitestgehend zu umgehen. Und diese Entwicklungen sehe ich als Fortschritt an.
            Wenn ein anderes Studio mit der aktuellen Entwicklung nicht mithalten kann, sei es aus Gründen des KnowHow oder aus finanziellen Gründen, so sollte sich dies im Kaufpreis niederschlagen. -> was bei der DC9 auch der Fall ist.

            Allerdings wird die DC9 extrem gelobt, obwohl diese Einschränkungen hat, welche in anderen Produkten nicht auffindbar sind. Ich weiß schon garnichtmal mehr, ob man die Beleuchtung in Stufen regeln konnte – und das hatte bereits Leonardo mit der MD80 vorgemacht dessen Entwicklung von Capt. R. ebenfalls aufgenommen worde.

            Davon ab wird im Test ein Klimageräusch erwähnt, was man hören soll – dem ist im Produkt aber nicht so.

        • Immanuel

          “Ist nix persönliches; nur habe ich eben meine Maßstäbe und messe alles andere daran. Und bei der DC9 fehlt eben dieses gewisse i-tüpfelchen.”

          Dann wünsche ich Dir, dass keine Langeweile aufkommt. Denn auf absehbare Zeit wirst Du dann “nur” die NGX zur Verfügung haben. Muß aber jeder selber wissen… ;)

          • Stefan

            Im Grunde genommen sehe ich auf dem von mir erwarteten Niveau die Produkte von A2A (B377, P51D, P40), die 737NGX, MD11, FSLabs Concorde (wobei auch hier essentielle Geräusche fehlen; dafür ist das Fuelmanagement richtig geil).
            Als großes ToCome seh ich die B777 von sowie die A320 von FSLabs.

            Auf Seiten von X-Plane die B777 von Ramirez sowie bedingterweise die CRJ (ist aber eher auf alter “Liebe” basierend, da ich diese im Zuge eines einjährigen Praktikums bei LH Technik mit betreuen durfte; zusammen mit LH735, LH320 und AB738).

            Für die paar virtuellen Flugstunden am PC reicht das mehr als genug aus.

            Vielleicht war auch die Vorfreude auf die DC9 zu groß (Stichwort McPhat und dann doch keine 4096’er VC-Texturen).

  • Immanuel

    Vielen Dank für dieses wunderbare Review!
    Sollte ich mal wieder mehr Zeit für mein Hobby haben, dann werde ich mir dieses Baby gönnen und durch die Anden Venezuelas usw. “jagen”. ;) Derzeit ist aber kaum mehr als 1 Stunde wöchentlich drin. Da lohnt der Kauf leider nicht.

  • chriskl

    “Meinen 3′er E90 hab ich auch gekauft weil dieser das Neueste bietet; ich schau mir doch auch keine Fotos eines Trabis an, nur um dann den Kauf eines Dacia’s zu rechtfertigen.”
    Benziner, Diesel, Automatik? Wolltest Du ankommen :-)
    Das ist hier wie mit den Flugzeugen, zwischen jedem Modell liegen Welten1
    Das Neueste auf dem Markt ist die S100 oder vielleicht die C919 mit der Ryan Airines liebäugelt um EADS und Boeing unter Druck zu setzen…

    Oski, Du hast einfach Recht! Lass Dich nicht unterkriegen, niemand kann Dir Deine reale Erfahrung als Pilot nehmen und berichte bitte weiterhin über das echte Fliegen, das wir am PC n-i-e-m-a-l-s auch nur ansatzweise reproduzieren konnen.
    happy landings!