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Review: Mega Corfu X

Hauptsache, es stehen ein „Mega“ und ein „X“ dahinter! Fast könnte man glauben, es gäbe nicht mehr Instrumente im Marketing, um auf Kundenfang zu gehen… So auch bei der erst vor ein paar Tagen erschienenden Mega Corfu X-Szenerie vom Greek Airports Project. Doch wie wäre es mit „Qualität“? Holger Kistermann hat sich auf den Weg nach Griechenland gemacht. Wie es ihm dort gefallen hat, erfahrt Ihr unter „weiterlesen“…

 

 

„Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“ – das ist in diesem Falle der Kunde. Denn nicht nur das Greek Airports Project hat sich der Insel Korfu angenommen, sondern auch „Live in FSX“, die sehr bald unter dem Aerosoft-Label ihr Produkt veröffentlichen werden. Zum Zeitpunkt der Rezension lag das Aerosoft-Counterpart noch nicht vor, so dass ich leider keine vergleichende Rezension schreiben kann und mich auf das Produkt Mega Corfu X konzentrieren werde.

Die Insel Korfu liegt im Ionischen Meer, also jenem Gebiet, das sich südlich direkt an die Adria anschließt, auf Höhe des „italienischen Stiefelabsatzes“. Wer sich nicht so genau mit der Geographie Griechenlands auskennt, kann also aufatmen: Die Destination ist gerade noch so „Feierabendflug-tauglich“, da nicht bis in die Ägäis bzw. nicht bis an die Türkei heran geflogen werden muss. Von Süddeutschland liegt Korfu knapp 700 NM entfernt. Mit Flugvorbereitung, also Routenplanung, Wetter einholen und die Maschine auf dem Vorfeld abflugbereit machen, dauert es bis zum Abschalten der Triebwerke auf Korfu nur etwas knapp über zwei Stunden. Nebenbei sei gesagt, dass das Routing sehr schön ist – ganz egal, ob man von Nürnberg, Stuttgart oder München abfliegt, um einmal beim Beispiel „Süddeutschland“ zu bleiben: Die Strecke führt nämlich südöstlich über die Alpen, bis man die Adria erreicht hat. Dann geht es entlang des Balkans zur Linken und Italien zur Rechten immer weiter gen Süden, immer den zahlreichen Inseln Kroatiens und Montenegros entlang, die bei klarer Sicht bis zum Horizont im funkelnden Wasser liegen.

 

Umfang, Download und Installation

Das Kapitel ist schnell abgehakt: Mega Corfu X enthält den internationalen Flughafen Ioannis Kapodistrias, LGKR, die Stadt und den Hafen, den Wasserflugplatz Georgios sowie die gesamte Insel mit fotorealistischen Texturen und Autogen. Das ist unglaublich viel Inhalt für nicht einmal 17,- €! Ich bin gespannt, ob die Produktbeschreibung halten kann, was sie verspricht.

Der viele Inhalt braucht natürlich viel Speicherplatz. Der Download schlägt daher mit einem satten Gigabyte zu Buche. Gut, wer über eine schnelle DSL-Verbindung verfügt. Für die Installation sorgt ein bequemer Installer, der die Szenerie auch sogleich im Flight Simulator anmeldet.

Angenehm ist, dass eine sehr ausführliche Dokumentation beiliegt. Zumindest die ersten Seiten sollte man auch tatsächlich durchblättern, denn dann erfährt man bspw. dass es  sehr lohnenswert sein kann, ein Freeware-Mesh herunterzuladen, um den Gesamteindruck der Insel weiter aufzuwerten.

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Viel Inhalt für wenig Geld

Die Designer von Mega Corfu X haben vieles richtig gemacht! Bereits der Anflug auf die Insel mit einem Jet offenbart, wie die Vorgehensweise im Projekt gewesen ist: Die gesamte Insel präsentiert sich mit hoch auflösenden Luftbildern. Das erklärt auch das große Datenvolumen. So entsteht bereits von weitem ein positiver Eindruck, der sich mit jeder Meile in Richtung Flughafen verstärkt. In der Umgebung des Flughafens wurden die Luftbilder mit Autogen ergänzt, so entsteht ein schöner, plastischer Eindruck der Szenerie. Das Autogen ist allerdings, verglichen mit anderen Payware-Produkten, sehr viel spärlicher gesät. Doch wer weiß, wie zeitaufwändig es ist, Autogen-Objekte auf Luftbildern zu platzieren, wird angesichts des geringen Preises der Szenerie vielleicht Verständnis haben.

Etwas entschädigen die vielen eigens erstellte 3D-Objekte – die ganzen Sehenswürdigkeiten der Altstadt beispielsweise. Diese liegt in unmittelbarer Nähe des Flughafens und ist im Anflug auf beide Pisten zum Greifen nah, wenn man dem offiziellen Anflugverfahren mittels VOR DME Approach folgt.

Im Anflug merkt man auch, dass der Hinweis in der Dokumentation auf das ergänzende Freeware-Mesh ein guter Tipp gewesen ist: Nähert man sich dem Flughafen von Süden, folgt man einer markanten Steilküste, die, mit Luftbildern und vielen 3D-Objekten besetzt, einfach gut aussieht. Auch wer noch nie auf Korfu seinen Urlaub verbracht hat, hat vielleicht irgendwo schon einmal im Internet die markante Kapelle im kurzen Endteil auf die Rwy 35 gesehen, die natürlich auch im Produkt enthalten ist. Diese Kapelle ist übrigens ein Kloster im Kleinformat, das Kloster Vlacherna.

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Der Flughafen selbst wurde direkt an das Wasser gebaut. Ein Wehr sorgt dafür, dass das Wasser hier viel ruhiger ist als an der restlichen Küste. Die Luftbilder wurden überall mit Wassermasken versehen, so dass dies- und jenseits der Piste ein realistisches Ambiente entsteht. Der Flughafen präsentiert sich detailliert, aber nicht detailverliebt. Sämtliche Gebäude wurden individuell designed und stehen genau dort auf der Luftbildtextur, wo sie auch hingehören. Die Texturen an den Gebäuden sind eine Mischung von Fotos und handgemalten Texturen. Insgesamt ergeben sie einen stimmigen Eindruck. Am Rand des Vorfelds stehen eine ganze Reihe von 3D-Objekten: fahrbare Treppen, Autos, Feuerwehrfahrzeuge, Gepäckbänder, ein paar Personen und was sonst noch für den Flugbetrieb notwendig ist. Gerade diese Objekte lassen den Flughafen nicht steril sondern lebendig wirken. Es wäre schön gewesen, wenn sie nicht nur am Rand sondern auch direkt auf dem Vorfeld stehen würden. Die Pisten- und Vorfeldtexturen sind übrigens handgemalt, insgesamt sauber gearbeitet, aber nicht aufregend.

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Eine Szenerie für einen kurzweiligen virtuellen Urlaub

Ja, es gibt viel mehr zu sehen, als nur den Flughafen. Dort gelandet, lohnt es sich, einen Hubschrauber „zu mieten“ und die Insel zu erkunden. Erstes Ziel ist, da direkt am Flughafen gelegen, die Altstadt. Sie ist dichtbebaut und beinhaltet eine alte Festungsanlage am Hafen. Hier dümpeln Fischerboote und Yachten, weiter draußen liegen Fähren. In der Altstadt liegt auch das Achilleon, jene Palastanlage, auf der die österreichische Kaiserin Sisi einige Zeit verbracht hat. Im Hafen von Kerkyra, wie die Insel auch heißt, liegen zwei Kreuzfahrtschiffe.

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Fliegt man weiter ins Landesinnere, lohnt sich ein Abstecher zum Pantokrator, den höchsten Gipfel auf Korfu. Bei gutem Wetter kann man bis nach Italien blicken und bis zum griechischen Festland ist es natürlich auch nicht weit. Beim Weiterflug präsentiert sich die Insel leider ohne nennenswertes Autogen, so dass die Fototapete „flach“ wirkt. Wie gesagt, andere Payware-Szenerien liefern diesbezüglich eine bessere Qualität, doch das „Pflanzen“ von Autogen ist meistens Handarbeit und daher sehr zeitintensiv. Und Zeit will bezahlt werden – kein Wunder also, dass solche Addons entsprechend mehr Geld kosten.

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Im Nordwesten der Insel liegt eine malerische Bucht mit weißem Strand und, für uns Stubenpiloten ganz wichtig, ein Wasserflugplatz. Dieser besteht zwar nur aus Pontons (Schwimmern) und einem Helipad, ist aber dennoch sehr detaillliert und liebevoll detailliert. Diese Plattform existiert in der Realität zwar nicht, aber das macht ja einen virtuellen Besuch um so reizvoller. Denn in welcher Szenerie kann man denn noch mit einem Jet landen, anschließend mit einem Hubschrauber weiterfliegen, um dann noch eine Runde mit einem Wasserflugzeug zu drehen, bevor es wieder zurück gen Heimat geht? Eine gute Idee von den Designern! Selbstverständlich präsentiert sich die Bucht von Agios Georgios Pagi wieder mit Autogen, damit die An- und Abflüge zum Wasserflugplatz nicht all zu dröge wirken.

 

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Fazit

Mega Corfu X ist eine Szenerie, die einfach Spaß macht! Sie ist günstig, bietet viel Abwechslung und ist eigentlich grundsolide. Falsch machen kann man mit dem Kauf eigentlich nichts. Lediglich die Autogenabdeckung rund um den Flughafen könnte dichter sein.

Pro Contra
  • Preis
  • Abwechslungsreiche Szenerie
  • Komplette Insel mit Luftbildern
  • Teilweise mit Autogen
  • Flughafen-Umgebung hat zu wenig Autogen
Informationen Testsystem
  • Intel QX6800, 2.93 GHz
  • 4 GB RAM
  • GeForce 8800 GTX

6 comments to Review: Mega Corfu X