Eingetragen unter: Reviews Themen: , , , , ,

Review: NPSimPanels Airbus A318 bis A340

titel

Seit eh und je übt der Airbus einen gewissen Reiz auf Stubenpiloten und auch Entwickler aus. Schon viele Projekte wurden angekündigt und nur ein Teil realisiert. Interessant ist der Ansatz von NPSimPanels, die nur Cockpit-Nachbildungen anbieten, die auch simulationstechnisch nicht im High-End-Segment zu suchen sind, sondern in Richtung Übergang zwischen Standard-Flieger und komplexeres Modell gehen. Joachim Orlik hat sich die Umsetzung der Panels für den A318 bis A340 angeschaut und berichtet im Folgenden darüber.

Rezension NPSimPanel Airbus

NPSimPanels bietet in den diskutierten Paketen ausschließlich Nachbildungen des Cockpits an. Wichtig ist im Hinterkopf zu behalten, dass es sich bei den angebotenen Paketen nicht um High-End-Produkte geht, sondern (so die Werbung auf der Produktseite) um der Realität angenäherte Cockpit-Nachbildungen, mit einer gewissen Systemtiefe.

Die Airbus Pakete von NPSimPanels können über den simMarket Download bezogen werden:
A318 – 321, 11,89€, Größe der Datei, ca. 30MB
A330 & 340, 11,89€, Größe der Datei, ca. 13MB
Als Bundle für 19,00€ (Preis wird automatisch angepasst).

Handbuch & Support

Für beide Panel Pakete ist einausführliches Handbuch im pdf-Format beigelegt. Braucht man weitere Hilfe wird man über die Homepage von NPSimPanels fündig.

Installation

Die Installation beider Downloads geht zügig. Nach Abschluss der Installation bekommt man eine Info zu einer Website, auf der man kostenlose Flugmodelle downloaden kann. Dies ist auch nötig, da nur für die Kurzstreckenflieger einige Modelle mitgeliefert werden. Voraussetzung ist, dass der FSX Airbus installiert ist, da die NPSIMPANEL Flugzeuge auf diesem basieren. Dies betrifft die Sounds und die Flugphysik, was natürlich bei den kleineren Modellen, zu Ungenauigkeiten führt.

Für den A330/340, gibt es keine Flugzeuge im Downloadfile. Wer keine Erfahrung im Einbinden von Panels in ein Flugzeug hat, bekommt eine Hilfestellung auf der o.g. Website. Es wäre aber schön gewesen, wenn der Autor auch für die großen Airbusse je ein Modell mitgeliefert hätte.

Die Panels im Einsatz

Nach Auswahl eines Fliegers erscheint das 2D oder 3D Panel. Im folgenden Bild ist das 2D Panel eines A321 zu sehen.

bild1

Zuerst fällt die ungewöhnliche Perspektive auf. Diese ist völlig unnötig, da der untere Bildteil nur gering funktionell ist. Die Lesbarkeit der Schalterbeschriftungen ist sehr schlecht. Dann will ich den Flieger mal in Betrieb nehmen.

Nach dem Einschalten der Batterie 1, fällt auf, dass der Schalter für die Batterie 2 nicht funktioniert.
Außerdem leuchtet das gesamte Overhead Panel, wie ein Christbaum. Das entspricht nicht der Realität in einem Airbus. Okay, vielleicht ändert sich das ja mit dem Einschalten der APU. Nach dem Hochlauf ist diese Available und der APU Bleed auf On gesetzt. Trotzdem leuchten noch immer alle Schalter, als wäre der Testknopf für die Schalterbeleuchtungen gedrückt. Der Versuch, die Schalter mit der Maus zu betätigen, führt zu nichts. Fraglich, ob die Schalter überhaupt funktionell sind.

bild2

Zurück zum Main Panel. Die Displays sind in dieser Form nicht ablesbar. Warum der Autor diese Darstellungsform gewählt hat, ist mir unverständlich. Die MCDU im unteren Bildteil funktionieren in dieser Ansicht nicht. Lediglich der TO/Config Knopf, die Beleuchtung der Instrumente und das Lower ECAM lässt sich hier bedienen. Dass die Readouts der Flight Control Unit in weiß, statt dem Airbustypischen Orangeton gehalten sind, passt irgendwie ins Bild. Die Gewichtseinheiten sind auf Pfund eingestellt und nicht änderbar.

bild3

Okay, man kann durch Klick auf die Displays diese groß darstellen. Wie das aussieht, zeigt das folgende Bild. Besser wird der Gesamteindruck dadurch aber nicht, zumal sich das Lower ECAM nicht vergrößern lässt.

bild3-1

Ein Blick ins 3D Cockpit. Die FCU ist nicht funktionell und die Darstellung des Overhead Panels ist nicht korrekt.

bild4

Okay, Zeit, sich die MCDU anzusehen.

bild5

Die Möglichkeiten sind enttäuschend. Dieses Instrument ist lediglich ein Anzeigemodul für geladene Flugpläne. Erstellen eines Flugplanes ist unmöglich, da das Keyboard nicht funktioniert. Auch die Veränderung errechneter Daten wie den V-Speeds, ist unmöglich. Fraglich ist hierbei, auf welcher Datenbasis, diese Speeds errechnet wurden. Auch hier ist die Darstellung nicht Airbuskonform

bild6

Im Folgenden noch einige Bilder der MCDU.

bild7

bild8

bild9

bild10

Fazit

In Zeiten von Systemtiefen einer B747-400 der PMDG oder auch den Bussen von Wilco, reizt mich dieses Produkt nicht. Die Unzulänglichkeiten sind einfach zu groß, als dass sich die Lust einstellen könnte, einen Flug mit diesen Panels zu unternehmen. Wer jedoch ein einfach zu handhabendes Panel mit geringer Systemtiefe sucht, Abweichungen in der Darstellung zum Original und “Fummelarbeit” bei der Einbindung der Panels in ein Flugzeug in Kauf nimmt, der ist bei diesem sehr preisgünstigen Panel gut aufgehoben.

Pro

Contra

  • Für FSX
  • Preiswert
  • Zu geringe Systemtiefe
  • Airbusphilosophie unsauber nachgebildet
  • Handbücher nur in English

Informationen

Testsystem

  • INTEL Core I7 920 auf ASUS P6T
  • 6144MB RM @ 1333MHz
  • Nvidia GeForce 280 GTX
  • Windows7 RC Build 7100 64Bit

Joachim Orlik



Die Kommentare sind geschlossen